Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Eine surreale Reise in die Abgründe meines Unterbewusstseins
Drogen:Mischkonsum von Benzodiazepine und DHM (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:Schäfchen
Datum:15.12.2007 17:11
Set:neugierig, gespannt, leicht nervös später wegen der hohen Dosierung
Setting:Zu Hause, Draußen, Krankenhaus
Nützlichkeit:6,14 von 10 möglichen   (14 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Ein (seeehr langer) Tripbericht über 800 mg Diphenhydramin in Kombination mit Benzodiazepin-Dauerkonsum! Viel Spaß beim Lesen *eherm*



Es fing damit an, dass ich eines Donnerstagmittages zur nächsten Apotheke fuhr und eine Packung Emesan erstand, in Erwartung eines schönen Trips warf ich mir auf der Rückfahrt mit dem Bus zehn Tabletten, also schon 500 mg ein, um genau halb zwei Uhr war ich fertig und sehr gespannt auf die Wirkung.

Dies war natürlich nicht mein erster Versuch, denn dann wäre ich nie so hoch gegangen, bei den ersten beiden Malen mit 300 bzw. 350 mg hatte ich jedoch aufgrund der Benzo-Wechselwirkung nichts gespürt, also beschloss ich, etwas rauf zu dosieren.

Dann kam ich also zu Hause an und wartete auf die Wirkung, nach der Einnahme waren bereits 40 Minuten verstrichen, und absolut nichts spürbar. Allzu genau kann ich mich leider nicht erinnern, ich werde wohl gegessen haben oder derartiges, jedenfalls trat auch in nächster Zeit keine Wirkung mehr ein, sodass ich frustriert zwei Tabletten nachlegte und weiter wartete. Um nicht dem Müdigkeitssyndrom zu erliegen trank ich einen Latte Macchiatto und eine Cola. Nichts geschah, außer dass der Vorhang leicht zu wabern anfing und mein Laptop Bildschirm leicht rosa wurde, das waren jedoch nicht die erwünschten Effekte. Schließlich war meine Dosis von inzwischen 600 mg nicht gerade gering, natürlich war mir klar, dass es bei jedem unterschiedlich wirkte, dennoch war ich enttäuscht.

Also legte ich erneut nach, und befand mich bei inzwischen 700 mg, doch viel änderte sich nicht, sodass ich aus einer Kurzschlussreaktion heraus noch zwei Tabletten schluckte und somit bei 800 mg war! Dann ging ich auf bereits seeehr wackeligen Beinen in den Flur, wo ich eine von der Decke herabhängende Spinnwebe als Spinne wahrnahm und voller Angst zurück ins Wohnzimmer flüchtete, wo mich dann der Wunsch nach Alkohol überkam, weil ich gelesen zu haben meinte, dass es die Wirkung potenzierte, also zog ich mir über mein schwarzes Minikleid einen Kapuzenpulli an und irgendwelche Schuhe (Dazu sei erwähnt, dass es draußen vielleicht drei Grad hatte…), schnappte meinen Geldbeutel und Schlüssel und schlich mich gesenkten Kopfes aus der Wohnung aus Angst vor der „Spinne“, draußen auf der Straße war es zwar eiskalt, aber dennoch fror ich nicht. Alles um mich herum schien surreal und die Farben waren alle grell, die Menschenstimmen um mich herum übermäßig laut und sowieso hatte ich das Gefühl, wie in Trance zu gehen… Auf der Suche nach einem Smirnoff Ice (ich hatte mir unbedingt das in den Kopf gesetzt) durchkämmte ich die ganzen Straßen und somit sämtliche Dönerbuden, jedoch gab es dies nirgendwo, also ging ich in eine belebtere Gegend, wo ich mich alle Menschen anstarrten, ich sah Bekannte oder meinte, sie zu erkennen, die jedoch nicht da waren, und hörte, wie fremde Personen meinen Namen riefen, überall! Schließlich fand ich das, wonach ich suchte, und lief verpeilt nach Hause zurück, wirklich trinken konnte oder wollte ich es nicht mehr. Die erste richtige Halluzination erwartete mich dann an der Haustüre, als ich aufschließen wollte, sah ich Spinnweben, die wie elektrisiert schienen, um den Türknauf herum auftauchen, und sich bewegten. Als ich dann etwas länger hinsah und mir sagte, dass das gar nicht real sein KÖNNTE, verschwanden sie und ich schloss die Tür auf. Zurück an den PC… Mir war zwar schwindlig, aber immer noch hatte ich nicht das erlebt, was ich wollte. Während ich jedoch ein bisschen mit Bekannten vor mich hinchattete, vergaß ich mitten im Satz, was ich schreiben wollte, klingt seltsam, war aber tatsächlich so. In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken und doch konnte ich sie nicht ausformulieren. Wenige Minuten später kam dann meine Mutter von der Arbeit nach Hause…

Zu Anfang konnte sie meinen Zustand, der langsam wirklich seltsam anmuten musste, nicht identifizieren, und dachte, ich sei lediglich vom Smirnoff betrunken gewesen. Ich laberte ununterbrochen, vergaß Sekunden später, worum es überhaupt ging und war so was von verpeilt, dass meine Mutter irgendwann den Verdacht äußerte, ich hätte irgendetwas konsumiert, was ich natürlich bestritt und ihr stattdessen mein Smirnoff anbot. So saßen wir also im Wohnzimmer und ich sprach unverständliche Sachen, bis meine Mutter schließlich meinte, sie brächte mich ins Krankenhaus. Dies war ein absoluter Schock und ich beteuerte, ich sei total normal, was unter den gegebenen Umständen natürlich lachhaft war, doch sie ließ sich nicht erweichen, zwang mich, was anzuziehen (erst am nächsten Tag bemerkte ich, wie viel komisches Zeug ich mir übergeworfen hatte) und schleifte mich ins Krankenhaus… da folgt erstmal ein Blackout. Als wir dann da waren, wurden Tests mit mir durchgeführt und ich auf meine geistige Anwesenheit oder was auch immer geprüft, eine gerade Linie gehen und solche Späße… Ich erinnere mich ab da nur noch lückenhaft. Jedenfalls lag ich irgendwann in einem Zimmer auf einem Bett und sah an die Decke, die Lüftungsschächte hatten sich plötzlich in tönerne Tunnel verwandelt, die vom Kunst Leistungskurs meiner Schule gemacht worden waren, wovon ich felsenfest überzeugt war. An der Wand tauchten Fernseher auf und spielten irgendwas, ich weiß es nicht mehr genau, nur dass sie da waren. Ich sah Bekannte, die mich fragten, wie es mir ging, Zigaretten wollten, sie bekamen, sich bedankten und wieder entschwanden, und mein Exfreund tauchte auf. Dass er mich in Wirklichkeit partout mied und nicht mit mir sprach, war zu dem Zeitpunkt irrelevant, er war da, sagte mir, dass er mich liebte, strich mir über die Haare, sagte, dass er sich Sorgen machte wegen meines Zustandes und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Dann ging er kurz aus dem Raum, und ein Bekannter tauchte auf, auch er küsste mich kurz und unterhielt sich etwas mit mir, verschwand jedoch, als mein Ex wieder auftauchte.. er lief durch den Raum und deckte mich aber zuvor noch mit seinem schwarzen Mantel zu, damit ich nicht fror. Zwischenzeitlich wurden (das tatsächlich in der Realität) EKG´s bei mir gemacht, und Störungen im Herzbereich festgestellt. Aber das erfuhr ich erst im Nachhinein am nächsten Tag. Mein Exfreund war da und nur das zählte. Er liebte mich also doch noch immer! Dann erfuhr ich, dass ich über Nacht im KH bleiben sollte, was mir wahnsinnig ungerecht erschien, doch da mein Ex ein Doppelbett für uns beantragen wollte und bei mir zu bleiben versprach, war das doch in Ordnung, schließlich wars der geliebte Ex. Zwischendurch ging er aus dem Raum, und die absurdeste (WIRKLICHE!) Szenerie war, als meine Mutter in den Raum kam, ich sie jedoch nicht erkannte und völlig verwirrt fragte, wer sie denn sei, und was sie bei mir machte. Sie war total entsetzt (daran konnte ich mich erst im Nachhinein erinnern) und meinte, ich sei ihre Tochter, woraufhin ich felsenfest überzeugt erwiderte, ich hätte keine Mutter oder zumindest sei sie es nicht. Überall waren Stimmen, Geräusche, die mich fast in den Wahnsinn trieben und dann der Ex… doch irgendwann war er weg und nur noch meine Mutter blieb bei mir…langsam wurde ich klarer (im Vergleich zu vorher, doch längst nicht klar genug) und fragte, wann er denn wiederkäme..

Nun das nächste Problem, das sich aufdrängte- dem Trip zuliebe hatte ich meine Tagesdosis Benzos nicht eingenommen und spürte langsam aber sicher Entzugserscheinungen… also versuchte ich zuerst, aus dem Krankenhaus zu fliehen und nach Hause zu laufen, um sie zu holen (idiotischerweise hatte ich keine dabei gehabt), doch hinderte mich meine Mutter daran, der ich natürlich nur sagte, dass ich zu Hause schlafen wollte. Also lief ich zu sämtlichen Ärzten und bettelte sie an, mir was zu Schlafen zu geben, doch sie weigerten sich, also zurück und los gings mit den Krämpfen, meine Hand zuckte und ich konnte meinen Wasserbecher nicht halten, verschüttete den Inhalt, zitterte wie verrückt, und drehte fast durch. Die Wand neben meinem Bett bewegte sich und ich fragte mich, wo mein Ex abgeblieben war, schließlich hatte er doch versprochen, mich in der Nacht nicht im Stich zu lassen! Aber seinen Mantel hatte er bei mir gelassen, der lag über mir… ich malte mir also zufrieden aus, wie ich ihm diesen am nächsten Tag zurückbringen würde und wie sehr er mich doch liebte. Doch der Morgen brach an und ich konnte nach ein paar abschließenden Untersuchungen endlich nach Hause. Also sagte ich meiner Mutter, dass wir meinem Ex doch noch seinen Mantel zurückgeben müssten und wo er denn nun sei? Meine Mutter sah mich mitleidig an und meinte, er sei überhaupt nicht da gewesen. Es war überhaupt keiner meiner zahlreichen Bekannten dagewesen.

Der Mantel hatte ihr gehört.

Auf dem Heimweg hatte ich nur noch leichte Hallus, sah ein paar Jugendliche, die sich neben unserem Haus hinter einem Auto versteckten, doch als ich meine Mutter darauf ansprach, sagte sie mir, dass die Straße menschleer sei. Beim erneuten Hinsehen waren sie alle wieder verschwunden.. Ich ging in mein Zimmer, schmiss die lang ersehnten Benzos und legte mich schlafen.

Dieser Trip hätte mich fast das Leben gekostet, da der Mischkonsum mit den Benzos, die ich sonst täglich nehme, beinahe zu einem Atemstillstand geführt hätten, deswegen bin ich auch im Krankenhaus behalten worden, dennoch denke ich, dass ich den Versuch noch mal wagen werde, dazu war es einfach zu irre und zu unbeschreiblich!