Tripbericht lesen

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Titel:"Sie" hat mich eingeladen
Drogen:Mischkonsum von Benzodiazepine, Salvia Divinorum und GHB (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:ehemaliges Mitglied
Datum:17.12.2007 11:08
Set:Gelassen, Zufrieden
Setting:Proberaum und dessen gemütliche Chilllounge
Nützlichkeit:8,20 von 10 möglichen   (25 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Es war eigentlich ein ganz normaler Tag unserer Band, bis auf die Tatsache, dass wir am Freitag statt am Samstag probten.

Sagte ich proben... ?

Ich meinte natürlich Druffen. Ein ganz normaler Bandtag eben. Nebenbei wird natürlich auch geprobt, aber irgendwie lässt dieser Drang im Rausch dann zusehens immer mehr nach. Wir vermuten, dass das der Grund für die seit Ewigkeiten immernoch nicht vorhandene Setlist ist. Wir nennen es aber "bedachtes Beisammensein und Musizieren".

Heute sollte ein wenig Benzozeit sein. Ich hatte 2 Blister à 10 Tabletten mit je 10mg Diazepam dabei und schneller als ich gucken konnte war eine davon schon im Magen.

Noch war ich allein, habe für Wärme gesorgt, die Instrumente angeschlossen und ersteinmal gröberen Müll sehr grob sortiert. Mülleimer gibt es irgendwie nicht - warum komm ich erst jetzt auf diese durchaus überragende Idee, einen solchen einfach einmal in unseren Raum zu stellen?! Naja...



Hm... komsich. "Schön gemütlich" dachte ich mir, anders als sonst irgendwie. Am Diazepam kann es nicht gelegen haben, da ich dieses Gefühl schon beim Hereinkommen gehabt habe.

Dabei muss man sich unseren Proberaum so vorstellen: Eher länglich, 8m glaube ich und 4m breit. In der Länge ist ein kleiner Bereich (an der Fensterseite) unterteilt, indem sich Couch, Mikrowelle, Toaster, diverse Psychedelische Beleuchtung wie Lavalampe, bunte Glühbirnen und ein blauer Lichtschlauch befindet. Die Wände wurden mit Teppich versiegelt, worüber wir ein gestreiftes Lagen im ganzen Raum gespannt haben; an der Decke und an den Wänden. In unserer "Chilllounge" hängen sie ein wenig nach unten. Orientalisch. ...das sagen zumidnest die Anderen.

Trotz der Kälte fühlte ich mich geborgen und habe mich mental schon auf ein kleines Nickerchen, um kurz nach 15 Uhr eingestellt. Warme Decken sind ja genug da - und der Tag war auch anstrengend - warum also nicht?

Der Gedanke war gefasst und beschlossen, als mein kleiner Peter hereinkam. Ein toller Mensch, mein Seelenzwilling - neben Manu, meinem zweiten Seelenzwilling. Seelentriplett sozusagen.

Zumindest war der Peter nun da. Mit diesem typischen immerwährendem glückseeligen lächeln begrüßte er mich. Es wär schön ihn wieder zu sehen, auch wenn das letzte mal nur eine Woche her war - das Studium erzeugt nunmal unabdingbare lokale Begebenheiten, die ein tädliches Sehen unmöglich machen.

"Hey! Ich hab schon eine Diazepam genascht - auch eine?!", sagte ich aus der kalten. Für einen kurzen Moment verneinte er noch, doch dann waren 10mg Valium in seinem Magen.

Schlimm. So sieht der Bodensatz der Gesellschaft aus, sag ich euch!

Wir unterhielten uns ein wenig, ich weis nicht mehr über was, aber es war schön mit ihm. Langsam kam auch eine sehr unterschwellige Euphorie und Entspannung hervor. Es war gut. Damit meine ich keine rosarote Brille, sondern einfach nur ein "gut". So subtil, wie man sich eine subtile Wirkung nur vorstellen kann. In Ruhe war es zu genießen. In Bewegung war es zu genießen. Kein drauf sein, sondern so wie es eigentlich sein müsste. Im Endeffekt nichts besonderes.

Mit der Zeit kam dann auch Manu und auch er wurde gefangen, geknebelt und ins Koma geschlagen, damit auch er ins Vergügen von Diazepam kam. Selbiges dann auch mit unserem Schlagzeuger (Tom). Nur der ist Dorgenresistent... er braucht von allem das dreifache.

So kam es, das wir alle gut dabei waren. Nicht stark, aber angenehm leicht.

Wenn da nicht ein Problem wäre: HUNNNGGEEEERR! Das war die Frage, die es zu bewältigen galt. Es war mittlerweile spät, die meisten Läden hatten geschlossen - mist.

Doch wie es so ist gibt es immer irgendwas, was einen rettet. In unserem Falle kein Pizzamann der sich zu uns verirrt hatte, sondern die Tatsache, dass ein Chinesisches Restaurant bei uns in der Nähe am Freitag doch tasächlich "Flatratefressen" für 10,50€ anbietet. Manu und ich waren uns sofort einig, wir müssen da hin! Das Sushi kann doch nicht von irgendwelchen fiesen Leuten gegessen werden, die es gar nicht verdient haben! Also schnell noch Peterle und Tom überredet.

Naja, Ok, wir haben es zumindest versucht. 20mg Diazepam forderten bei Peter ihren Tribut und beschehrten ihn gemütlich-kuschelige Minütchen auf der Couch, mitsamt dem Unvermögen (man kann es auch mangelnde Lust nennen) auzustehen. Tom auch. Aber Tom ist ja auch immer faul und hat nix gekifft. Er war so nüchtern, dass er keinen Appetit hatte. Scheiss Nüchternheit.

Wir wollten die paar Meter (ca. 500-800m) nicht laufen, da uns jemand die Füße einbetoniert und in Ketten gelegt hat. Also rein ins Auto und ab die Post. Es mag vielleicht unverantwortlich klingen, aber ich war wirklich voll Fahrtüchtig, da das DIazepam, wie schon gesagt nur unterschwellig wirkte.

Dort angekommen, schnell einen Platz gesucht, Teller geholt und ans Buffet. Dann die erschreckende Tatsache: DAS VERDAMMTE SUSHI IST SCHON FAST LEER!

Nach dieser Feststellung, musste der Rest herhalten. Irgendwie hat uns diese kleinen gelben Tablettchen derbsten Heißhunger verschafft. Jeder 4 Teller vollgepackt mit Shushi, frittiertem Fisch (Manu nicht, er ist Vegetarier), Tofu, Salat und vielen anderen tollen Köstlichkeiten. Ich kann euch sagen es war lecker. Richtig lecker. Leckerer als sonst. Und irgendwie hat auch mehr in unsere kleine Bäuchlein gepasst.

Wir erzählten, philosophierten und fühlten uns gut. Ich schwiff teils ab und schloss die Augen, um mich auf einzelne Geräusche zu fokusieren. Faszinierend wie klar auf einmal der Klang wird. Jede fallende Gabel, jedes Mapfen, jedes noch so Leises Flüstern. Alles war präsent. Die gesamte Umgebung machte einen sehr küsntlichen sterilen Eindruck, es war so als ob wir zwei die einzige lebende, natürliche Instanz im Raum waren, die überhaupt mit einer Seele bestückt waren.

Alle anderen hatten diese verkauft. An was auch immer. Wir waren der wurzelnde Baum, sie waren der sterile Betonblock.

Mit freuden, vollem Magen kehrten wir wieder zurück in den Proberaum. Anders als erwartet, waren die anderen beiden voll dabei. Das Schlagzeug und den Bass konnte man draußen schon hören.

Wiederum komplett entgegen unsers Erwartens hatten sie auch auf einmal Hunger - und da es kaum eine andere Möglichkeit gab, sind sie auch ins selbe Restaurant wie wir gegangen.

Manu und ich wieder allein. Liegen, erzählen, liegen, erzählen, liegen, erzählen, gbl, liegen, erzählen.

Halt. Gbl! Irgendwie hatten wir beide das Bedürfnis. Die Druffsucht auf Diazepam entspricht irgendwie der wie auch GBL. Ich würde auf GBL am liebsten alles in mich reinkippen.

Wir wussten beide nicht, wie Diazepam mit GHB wechselwirkt - daher nur 1ml. Der Geschmack war wie immer pervers - undendlich abstoßen und pervers, um es einmal zu konkretisieren. Obwohl... eigentlich habe ich nichts Geschmeckt, da ich meine Nase von innen zugehalten habe. Ausserdem war es extremst in O-Saft verdünnt und nachgespült. Selbst das Mundspray habe ich danach nicht weggelassen. Dennoch kam der Brechreitz während des Trinkens. Es ist schon erstaunlich zu merken, wie sehr unser Körper von der Psyche abhängig ist - allein das Wissen, das GBL im Becher ist bringt einem fast zum kotzen, obwohl man es nicht schmeckt.

Wir erwarteten nicht viel. Voller Magen und nur 1ml - das wird nix. Und wurde auch nicht wirklich etwas. Nicht das es schlecht war, aber ich hätte eine eher gegenseitig verstärkendere Wirkung der beiden Substanzen vermutet, da sie doch beide GABA-Agonisten sind. Es fuhr nur kurz an, hielt die Stimmung ein wenig weiter oben, aber auch nnur sehr subtil. Keineswegs war ich enttäuscht darüber, denn alles war gut und gemütlich. Nebenan hat zwar eine andere Band mit ihrer Musik genervt (Warum Proben die denn nur andauernd!!?!), aber das war nicht weiter schlimm. LmaA-Stimmung, wie es so gern bezeichnet wird.

Der kleine Manu schwärmte schon seit Wochen vom Salvia und heulte ununterbrochen, fast jeden Tag, dass er doch damit trippen will. Ich persönlich hielt nie wirklich etwas davon. Es hatte irgendwie so eine Art "minderwertigen" Charackter. Jeder der Internet hat, von Tuten und Blasen keine Ahnung, bestellt sich das um mal "voll krass die Halluz zu haben". Auch hat mich das Rauchen (ich bin starker Nichtraucher) immer davon abgehalten, da bei mir alles 100x stärker brennt. Kurz gesagt, hatte ich nie wirkliches Interesse und sah auch kein wirkliches Potential darin.

Irgendwie manifestierte sich der Gedanke ala "Scheisse man, jetzt aber!". Manu hatte die Wahl zwischen Salviablättern (3g), 5x Extrakt und 10x Extrakt. Die Wahl viel auf die Blätter. Es dauerte nicht lange, bis die Bong fertig gemacht wurde und der Kopf gestopft war. Ein bisschen grob, das ganze Blätterzeugs.

Zum Glück war ein Sturmfeuerzeug da, da wir vermuten, dass das ausschlaggebend für die Intensität der Wirkung war, da ich schon oft gelesen habe, dass Salvianorin erst bei sehr hohen Temperaturen ordentlich freigesetzt wird.

Kurze Meditation. Die Gedanken kreisten. Sie kreisten, aber irgendwie um nichts. Manu setzte an, zündete, zog, zündete, zog und zündete wieder. Erstaunlich wie der das aushält. Ich wäre gestorben!

Minuten? Sekunden? Ich verhielt mich ruhig, machte keinen Muks. Von nebenan hallte es laute, Schläge und Töne in unseren dunklen, gemütlichen Raum, der lediglich von einer orangenen Lavalampe erleuchtet wurde. Ich bat ihm einen zweiten Kopf an. Er lehnte ab - sichtlich bedient.

Ruhe. Ruhe. .... KLACK! Tür auf, Tom, Peter rein. Krach. Es war schwer ihnen ohne Worte, ich wollte ja schliesslich keinen Muks von mir geben, ihnen klar zumachen, das Manu grad deftigst weggebeamt ist.

Sie hatten es verstanden, aber da war es schon zu spät. Doch die Blicke waren amüsant. Sein Trip war so gut wie beendet - in nichtmal 5 Minuten.

Er hatte die Erfahrung gemacht, dass jegliche Rezquelle, egal ob Ton, Licht etc. gegen das Salvia ankämpft. Vielleicht schreibt er ja auch mal einen TB hier genauer über seine Erfahrungen.

Aus irgendwelchen Gründen war meine Lust auf einmal unendlich groß, vor allem nachdem er seine Eindrücke von eben verbildlicht hat. Heftig. Und das von normalen Blättern.

Ich drängte ihn mir die Bong mit nem Kopf Salvia zu geben, doch er versuchte mich daran zu hindern, da dass Setting doch Scheisse war und einen daran hindert den Trip richtig auszuleben.

Doch ich, als Überredenskünstler #1 (...vielleicht liegt es auch an meinem Scham ähm... ich meine Charme), habe nun endlich mal von Papa die Erlaubnis erhalten, um es im Fachjargon auszudrücken: Mal richtig fett einen durchzuziehen!

Das tat ich auch. Gut verbrannte das grüne Zeugs. Geschmacklich war es komplett neutral, auch der imemr beschriebene ekelhafte Geruch war nicht dabei - man könnte fast sagen es war angenehm. Blubberblubberblubber machte die kleine niedliche gelbe Bong. Ich sah wie sie sich mit weißem Rauch füllte und stoppte das Zünden, offnete das Kickloch und zog den Rauch ein. Autsch - jetzt brannte es schon fies. Zweites Ansetzen, ich habe länger durchgehalten als beim ersten mal, aber das Brennen war wieder stark. So stark das ich das Husten nicht unterdrücken konnte war es allerdings nicht. Dann das 3. mal. Es sollte der letzte Zug sein. Es brannte schon beim normalen ziehen so stark, dass ich unterbrechen musste - und gab somit die Bong weg.

Alles innerhalb von Sekunden: Unkoordiniert, Gedanken, "Ich bin drauf!".

Ich weis nichtmehr genau was ich gesagt habe, als ich meinen Kopf nach hinten gegen die Couchlehne gesenkt habe, nur so etwas wie "Es kommt nach und nach." "Es kommt nach und nach.", Diese Sätze sprangen von selbst aus mir heraus - 2mal nacheinander.

Meine Augen waren geschlossen, ich dachte irgendwie an nichts, war aber noch vollkommen bei Sinnen. Im zurücklehnen fühlte und sah ich im inneren Auge eine Art Schleife die über mir war. Sie war Segmentiert und insgesamt sehr schwer zu beschreiben, da das gesamte "Bild" aus Sehen, Fühlen und Emotionen bestand. Ich habe mich mal an einer visualisierung versucht. Die psychedelics unter euch werden aber wissen, dass solche Darstellungen nichtmal im Ansatz an die wirklichen Erfahrungen herankommen.


salv.gif

Diese Segmente waren markant, denn der nächste Teil verschärft diese Darstellung noch. Viele Punkte zu denen sich die gesamte Materie bzw. Energie hinzog, alles mit einem Unregelmäßigen Flimmern unterlegt (Ähnlich wie auf Lachgas, nur feiner). Mich selbst auch, da ich einen Druck nach vorn verspürte. Man muss sich das wie viele Sandlöcher nebeneinander vorstellen. Das gesamte Gefühl erinnerte mich an einen Versuch mit DMT/MeoDMT (Yopo), nur ohne alle ekelhaften Nebenwirkungen. Ich versuchte näher zu kommen... tiefer einzudringen. Bumms, Fiieeep, Peng... machte es immerwieder aus dem Nebenraum. Die beiden Sachen einmal Realität, einmal Salviawelt kämpften regelrecht. Ich wollte entschieden in die Salviawelt - in dieses Sog.

Eine unterschwellige (Er)furcht machte sich bemerkbar. Dann geschah das Prägende: Ein Strudel setzte sich durch und wurde größer. DAS war es, das Tor in die Welt. Ich wollte meine Hand ausstrecken, war aber noch soweit im Bewusstsein, dass ich in dem Moment nicht wollte, dass es nach aussen albern aussieht. Komisch das mich das in diesem Moment interessiert hatte. Ich spürte sehr stark eine existente Instanz, ein Lebewesen, eine Macht, eine Person. Sie war weiblich und bat mich hinein zu kommen, doch ich erreichte es nicht, es war zu schwer, sich zu konzentrieren. ...und ich verlor sie.

Leicht benommen drückte ich meine Faszination meinen Freunden aus. Im Nachinein erinnerte ich mich an viele Beschreibungen einer Salvia-Fee. Nun kann ich dies nachvollziehen. Ich kann es kaum mehr leugnen, dass sie nicht reell existent ist, wenn mein anerzogen, rationaler Verstand mich nicht daran hindern würde. Sie hat mich eingeladen und ich werde ihrer Einladung später folgen. Es war das selbe Gefühl der Mystik, welches einem die Natur vermitteln kann. Eine unendliche Erhabenheit.

Es war gut. Der Tag, die Erfahrung, die Erkenntnis. Eine Erkenntnis die zwar nur ergänzend ist, aber ein Puzzelteil zum Puzzle meiens Lebens hinzufügt.

Der tag klang aus, es war spät - die Zeit verging wie im Flug. Mitllerweile weit nach Mitternacht.

Geschafft von der Woche und den Ereignissen legte ich mich nach einiger Zeit hin, später gefolgt von den Anderen und schlief fest ein.