Tripbericht lesen
Übersicht:
| Titel: | Dem Entenhorror gerade noch entkommen - quak quak |
| Drogen: | Hawaiianische Baby-Holzrose |
| Autor: | ehemaliges Mitglied |
| Datum: | 08.03.2009 16:20 |
| Set: | ein bisschen müde, ruhig, gelassen |
| Setting: | mein Zimmer, alleine, ab und zu draußen - Eltern zwar im Haus, aber die peilen eh nix. |
| Nützlichkeit: | 8,57 von 10 möglichen (58 Stimmen abgegeben) |
Bericht:
Heute (es war am 02.03.2009) werde ich das erste Mal einen Tripbericht schreiben.
So langsam sind mir die Hawaiianischen Holzrosen echt ans Herz gewachsen. Es ist bestimmt schon das 6. Mal, dass ich mit Hilfe dieser Samen trippe.
Ich habe sogar schon meine eigene Form des Konsums herausgefunden, da mir der Geschmack beim Zerbeißen mehr als unangenehm ist. Ich schildere hier erst einmal meine Vorbereitung:
Da ihr auch bestimmt wisst, dass dieses weiße Häutchen sehr starke Magenverstimmungen auslösen kann, habe ich sie erstmal gepult. ALLE 55 SAMEN!! Das war eine Zweistunden Arbeit, die mit wunden Fingern endete.
Um sie dann nicht zu schmecken, habe ich die Samen in eine elektrische Kaffeemühle getan, und High-Speed gemahlen.
Heraus kam ein echt feines Pulver, das ich dann, in vorher gekaufte leere Gelatinekapseln zum selbstbefüllen, hinein füllte.
Aus 55 Samen bekam ich dann 16,5 Kapseln (die eine war nur halb voll). Da ich das aber schon mal gemacht habe, und auf ca. 3 Samen pro Kapsel kam, verstehe ich nicht, warum ich diesmal nur so wenig Kapseln befüllen konnte….. Naja, who cares.
Selbige 1,5 Kapseln also ca. 4 Samen habe ich vor 10 Minuten heruntergespült.
So jetzt geht’s los:
16:40: Ich sitze am Pc, schreibe grade diesen Bericht, echt komische Musik flüstert aus den Lautsprechern (Psychedelic Phinland: Finnish Hippie & Underground Music 1967 – 1974) heißt die CD.
Aber ich merke noch nichts. Ich habe noch nicht mal ein komisches Magengefühl, noch die bekannten Wadenkrämpfe. Ich werde jetzt erstmal duschen gehen, danach fühle ich mich bestimmt frischer.
17:20: frisch geduscht geht’s mir schon besser, aber ich merke noch nichts.
ich habe Lust noch eine Kapsel ~ 3 Samen nachzulegen – wird JETZT gemacht. Also habe ich jetzt ca. 7 Samen intus. Das wird eine tolle Erfahrung diese Nacht.
Ich werde jetzt erstmal ein bisschen Oblivion zocken, bis ich etwas einer Wirkung merke.
17:50: ein leichtes ziepen macht sich im Magen bemerkbar, ich bekomme gerade Hitzeschwälle und meine Sicht flackert ein wenig. Dieses Flackern macht sich vor allem im unteren Sichtfeld bemerkbar, und ist ganz typisch bei mir. Das habe ich immer ^^ Ich spiele weiter Oblivion.
18:55: Das Spiel hat mich in eine absolut kosmische Realität gebracht. Jetzt wo ich es ausgeschaltet habe, merke ich, dass meine Beine bestimmt 50kg wiegen. Ein Blick in den Spiegel jedoch zeigt noch normale Größe der Pupillen.
19:40: Ich fühle mich sonderbar, denn mein Schwerpunkt ist absolut im Bauch, es ist nicht unangenehm, aber auch nicht sonderlich komfortabel.
Während ich in meinem Zimmer umherschaue, scheint es, als bewegen sich die Schatten alle ganz langsam nach oben.
Irgendwie wird mir mein Monitor auch immer suspekter. Je länger ich auf den Monitor schaue, desto mehr ….. weiß auch nicht… es wirkt einfach komisch, dass der Monitor leuchtet xD. Aber es ist auch nicht unangenehm auf den Monitor zu starren ^^ Ah! Ich weiß! Mein Monitor wird heller, und dunkler! Ich habs herausgefunden ^^
ich brauche jetzt erstmal eine andere Umgebung. Ich werde mir nun ein Zigarette drehen, und raus gehen.
20:05: Ich glaube, ich sehe aus wie ein Psychopath, wie ich das ganze Haus nach Filtern durchsuchte. Nebenbei habe ich ein Stück Ananas probiert: Es war ein GESCHMACK DER GÖTTER!! Sowas hatte ich noch nie erlebt. Diese Ananas war so fruchtig, lecker, süß, gelb, saftig, goldig zugleich. Unbeschreiblich.
Sonst konnte ich nie etwas essen, wenn ich getrippt bin, aber diesmal war es unfassbar.
Ich sollte jetzt mir einen Tip drehen, damit ich die Zigarette rauchen kann, aber irgendwie werde ich durch alles immer abgelenkt bzw. ich bin so verpeilt xD
20:30: Zurück vom kleinem Spaziergang-
Mein erster Gedanke war: Man ist das nass und kalt draußen. Die Glut der Zigarette hinterließ eine rote Spur beim Vorbeischwingen.
Draußen in der Dunkelheit kam wieder das anfangs erwähnte flackern in einer Intensität, dass ich eigentlich NUR das flackern sah. Wie von einem Stroboskop erhellt, vernahm ich meine Umwelt, die eigentlich hässlich war.
Die Straßenlaternen erzeugten ein unschönes Licht. Trotzdem bannte mich mein Blick auf die Laterne. Bestimmt 2 Minuten glotze ich in das Licht. Beim weitergehen sah ich immer noch das Licht, auf meine Netzhaut eingebrannt.
Das Licht verformte sich zu einem Herz. Wie ein Wegweiser flog das Herz vor mir her, jedoch konnte ich es nicht fokussieren, da es sonst verschwand. Nein es verschwand nicht, sondern es wanderte nach oben. Je weiter ich mein Kopf hob, um das Herz zu verfolgen, desto mehr flog es nach oben, bis es hinter mir war. Das Herz machte einen Kreis um mich herum.
Als ich mich wieder normal umdrehte, da war es wieder vor mir.
Ich blieb stehen, schaute mir das Herz an. Es war erst rosa, dann wechselte es die Farben von lila bis grün. Allmählich verformte sich das Herz zu einer Brille, dann zu einem Punkt, dann wieder zur Brille.
Dann habe ich bemerkt, dass meinte Zigarette aus war.
Ich schmiss sie weg, und ging grinsend wieder rein.
21:06: KRASS einfach nur KRASS
Meine Fotos an der Wand bewegen sich die ganze Zeit! Ich kann außerdem kaum noch die Buchstaben erkennen, weil sich Licht auf die Tasten spiegelt. Das ist irgendwie zu faszinierend, als dass ich noch schreiben kann.
Nebenbei läuft Jimi Hendrix, und ich schwebe auf extasischen Höhen!
Einmal war ich im Flur, und habe bemerkt, dass die Handläufe zum Festhalten sich sehr stark auseinander und wieder zusammen dehnten. Ich wollte sie kaum anfassen ^^
Im Wohnzimmer angekommen, lief der Fernseher. Der war aber eher uninteressant, weil das Wohnzimmer in einem außergewöhnlich warmen, gelben Licht straaaaahlte.
Meine Eltern bemerken aber nie, dass ich drauf bin. Nach einem kleinen Pläuschen bin ich dann wieder gegangen, in mein schönes Zimmer.
21:30: Mein Zimmer fängt an zu morphen. Sämtliche gerade Kanten werden zu dicken Blasen, die langsam und bedächtig irgendwie atmen. Aaaauuuuf und aaaaaab.
Die Musik wird langsam sehr intensiv. Die hohen Gitarrensounds beginnen meinen Nacken zu kitzeln, sodass ich eine Gänsehaut bekomme.
Unbeschreibliches Gefühl der Götter!
21:35: GEIL! Gerade habe ich erfahren, dass Simpsons läuft!! Erstmal reinziehen!
22:24: Simpsons sind vorbei, während ich schaute, war ich irgendwie wieder normal, nichts Besonderes.
Doch jetzt sind meine Sinne wieder voll da! Ich habe Goa angemacht. Noch immer pulsieren meine Wände. Jimi Hendrix, den ich sehr groß auf einem Poster habe, verformt sich in allen breiten und längen. Seine Frisur nimmt die volle Größe des Posters ein, wird größer wie eine Blase, kurz bevor sie zu platzen scheint, wird sie wieder kleiner.
22:30: Ich kann kaum noch schreiben, ich muss mich der Musik und meinen Erlebnissen hingeben, ich komme später wieder. Die Buchstaben auf dem Bildschirm tanzen Samba, und meine Finger geben den Rhythmus. Echt faszinierend.
00:04: Fernsehen geguckt, was dort kam, muss ich morgen erzählen. Stichwort Synästhesien und ein Autist Namens: Daniel Tammet, der ein Buch schrieb. Wolkenspringer. KAUFEN KAUFEN! Wunderbares Buch!
Naja Jetzt sitze ich wieder vor dem Pc, ich sehe wirklich alles verschwommen. Ein Wunder, dass ich noch schreiben kann. Ein Blick in mein Zimmer herum, und alle Formen und Farben zerfließen, Sämtliche, Alle Bilder an der Wand sind irgendwie eine wabernde Masse. Aber echt nur, wenn ich sie angucke. Wenn ich wieder zum Monitor gucke, ist es wieder normal.
00:17: Ein kleiner zwischen nachtrag, obwohl ich alles verschwommen sehe, und kaum noch Buchstaben treffe:
In den letzten 4 Stunden war ich schon 4 Mal auf Klo, ohne dass ich etwas getrunken habe. Jedes Mal war eine tierische Erleichterung, als hätte ich schon 4 Bier getrunken. Auch die Farbe passte dazu, als hätte ich schon sehr sehr viel getrunken. Irgendwie scheint es eine Eigenart von mir zu sein, die ich schon jedes Mal hatte, wenn ich Holzrose zu mir nahm.
00:23: MAN ICH MUSS IMMER PISSEN!! :D
Ich halts noch etwas aus, drehe mir irgendwie ne Kippe, und gehe raus. Ich kann zwar kaum noch gehen, und fühle mich wie ein 140kg betrunkener 80 jähriger, mit Pupillen wie Untertassen, aber ich machs jetzt! ^^
00:41: Ich werde mit Musik rausgehen, JAWOHL!
01:13:Draußen war es irgendwie heftig. Die gesamte Welt war duuuuuunkel, die Lichter der Stadt verschwammen am Horizont mit dem Schwarz der Nacht. Dies war eine Mischung von sehr weichem, dunklem rot, das in einem Farbverlauf von Norden bis Süden mit der Nacht einherging. Ich habe mir alles wie ein Kind angeguckt. Mein Blick blieb dabei bei einem riiiieeesigen Baum hängen! Die grenzenlos perfekte Verästelung war die Perfektion von Vielfalt! Es ist kaum in Worte zu fassen, wie eindrucksvoll dieser riesige Baum war, der sich beschützend über den Teich legte.
Ja, wir haben einen Dorfteich. Ein Genuss für die Sinne, wie sich die gesamte Welt in diesem ruhigen Teich spiegelte. Es war wie eine umgedrehte Welt. Ich stellte mir vor, in dieser umgedrehten Welt zu leben! Es war ein richtiger Flash!! Ich wollte fast in diesen Teich springen, weil ich es so toll fand.
Doch genau in diesem Moment fing das nächste Lied an. Es riss mich mit, ich tanzte wild um mich herum, die Zigarette in der Hand haltend. Ich machte mit der Glut Kreisbewegungen vor meinem Sichtfeld und stellte mir vor, ich wäre auf einem großen Dancefloor mit vielen vielen anderen Leuten, die ebenfalls diese Wahrnehmung hatten wie ich.
Dann auf einmal eine Wende!
Beobachte mich jemand, wie ich so wild war?
Ich schaltete die Musik aus, um zu lauschen. Die Nacht war so still, wie seit langem nicht mehr. Ich schätze, dass es am Wind lag, da man die Autobahn in der Nähe nicht hörte.
Es war TOTENSTILLE!!!
Okay, ich war beruhigt, schaltete wieder die Musik an, und wollte weiter tanzen. Jedoch ging dies nicht so leicht wie vorher, da ich immer noch ein wenig …. Ich sag mal Paranoid war.
Gut, ich ging vom Teich weg, wollte einen kleinen Spaziergang machen. Ich wechselte die Musik, doch in diesem Moment hörte ich etwas recht komisches:
Ich glaube es war ca. 50 meter rechts vorne von mir. Ich dachte es wären Gänse, jedenfalls hörte es sich an wie irgendein Geflügel. Doch es wurde lauter, jammender, quakiger (schreibt man das so?). Mir wurde irgendwie voll schlecht dabei. Dieses Geflügel war ganz nah bei mir, irgendwo hinter einer kleinen Hecke vom Nachbarsgrundstück. Dann quakte es an mir vorbei. In dem Moment musste ich echt fast kotzen! Ich dachte "NE, es ist grad so ne stille Nacht, das hört doch jeder!"
Ich musste mich setzen, an etwas anderes denken. Ich schloss die Augen, doch das war ein Fehler. Bunte wirre Farben, die mich verzehrten! Mir wurde noch übler zumute.
Augen wieder auf, da sah ich wieder den großen Baum!
FUCK VIEL ZU GROSS!!
Ich drehte mich um, sodass ich die Bankrückelehne zu mir hatte, und lag mein Kinn darauf. "Bloß jetzt nicht kotzen, wegen dieser scheiss Ente."
Ich brauchte Ablenkung! Ich machte mein Ipod an, und hab versucht mir irgendeine schöne Musik auszuwählen. Ich scrollte und scrollte und scrollte….. konnte mcih nicht entscheiden…..
Aber dann war meine Übelkeit auch schon wieder verflogen! „ahhhhhhhh….“ Dachte ich mir.
Ablenkung in minimalistischem Style.
Dann saß ich noch ein kleines Weilchen auf der Bank, vor mir Teich ruhige Teich, über den der Baum wacht- doch irgendwie waren die Objekte nicht mehr so interessant wie vorher.
Ich wurde irgendwie müde. So müde, dass ich absolut herzhaft und laut gääähnte.
Grinsend, da ich mir zuvor über Lautstärken die größten Sorgen gemacht habe, stand ich auf, ging wieder rein, setze mich vor dem Pc, und jetzt um genau 01:34 sitze ich hier.
01:35:
Es ist wieder alles verschwommen, ich höre Dub Reggae, und glaube, dass es Zeit ist zu schlafen.
Obwohl ich weiß, dass die Wirkung noch voll da ist, und auch noch Möglichkeiten finden kann, jene auf absolut hedonistischer Weise noch auszukosten, werde ich nun, nach langer Überlegung und ohne weiteres träm träm, langsam aber sicher ins Bett gehen.
Vorher noch ein bisschen Internet chillen, und ….
Naja gute Nacht.
Ich hofffe, es hat Spaß gemacht zu lesen.
Psychedelische Grüße