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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Sterben auf DXM
Drogen:DXM
Autor:EinFreigeist
Datum:14.07.2009 00:39
Set:Klar, ruhig, ausgeglichen und auf alles gefasst (denkste)
Setting:Im Heim, mehrere Zimmer und Klos zu verschiedenen Zeiten.
Nützlichkeit:8,71 von 10 möglichen   (41 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Ich möchte nachfolgend über meinen vorerst letzten DXM-Trip berichten, den ich vorgestern erlebt habe. Vorab sei nochmal erwähnt, dass ich mit DXM sehr viele Erfahrungen in den letzten 2 Jahren gesammelt habe mit schätzungsweise 50 Trips, davon die meisten mit 600mg Dosen, ein paar höhere waren auch dabei. Durch diese „Routine“ und die Vertrautheit, die sich mit der Zeit einstellte waren die letzten Versuche eher ernüchternd und langweilten mich. Jegliche mystische Erfahrung, Erkenntnis oder Sphäre völliger Klarheit blieben aus. Aus diesem Grund dosierte ich etwas höher als gewöhnlich und nahm mit 750mg eine Dose ein, die mich laut den üblichen Rechnern mitten ins dritte Plateau befördern sollte.



Ursprünglich wollte ich DXM einmal bei Helligkeit und Tageslicht testen, entschied mich dann aber um. Es ging um 22Uhr mit der Einnahme los. Für gewöhnlich höre ich immer Musik und lege auf die Auswahl und die Planung sehr viel wert. Repeatlaufen war immer wichtig. Die Musik hat früher immer einen gewissen Halt gegeben, wurde aber in Folge der Gewöhnung an die DXM-Wirkung zu einem Element, was überhaupt nichts verändertes mehr an sich hatte und vielleicht sogar das Trippen behinderte. Ich beschloss also in absoluter Stille zu trippen, damit ich nichts habe, was mir Halt gibt. Ich wollte voll und ganz mit jeder Wirkung und Facette konfrontiert werden. Im Nachhinein war das vielleicht ein fataler Fehler, aber das ist eine Interpretationssache. Vielleicht hätte mich der Halt vor schlimmeren bewahrt und festgehalten, wo ich es gebraucht hätte. Vielleicht habe ich aber eben auch genau deshalb die intensive Erfahrung gehabt, die ich wollte.



Ich schmiss 25 Kapseln in 2 Durchgängen rein. Beim Gedanken allein an das Gefühl und den Brotgeschmack der Kapseln kriege ich mittlerweile bereits Würgereiz. Ich machte es mir auf der Couch bequem und zappte ein wenig im Fernsehen, bis sich die Wirkung einstellt.



Etwa eine Stunde später, bereits mit einem strange anmutendem Grinsen im Gesicht aber keinerlei sonstige Ankündigung der Hauptwirkung fiel mir ein, dass ich noch sämtliche Jalousien im Erdgeschoß herunterlassen sollte, bevor ich nicht mehr in der Lage dazu bin. Ich stand also auf und während ich die Treppe heruntergehe überkommt mich die Wirkung wie ein Schwall heißes Wasser. Sie kam tatsächlich in einem Rutsch. Ich weiß, dass es je nach Mageninhalt mal schneller oder langsamer geht, aber das war erstaunlich. Unten angekommen, plötzlich schwammig in meinem Gang beeinträchtigt beeilte ich mich mit den Jalousien, da ich bereits bemerkte, wie mein Mageninhalt sich ankündigte. Ich ließ sie also runter und rannte durch die Paterre aufs Klo und übergab mich. Meine Haut fühlt sich an als wäre unter ihr eine Schicht flüssiges, glühendes Quecksilber. Kotzefrei fühlt mein Körper sich plötzlich leer an und ich bestehe aus heißem Aluminium. Ich gehe wieder nach oben und besuche auch dort noch einmal das Klo. Drähte in meinem Gesicht beginnen meine Sicht zu verzerren. Es ging alles so schnell, ich wollte Fernseher und PC ausschalten, schaffte nur letzteres und war nochmal im Klo oder schleppte mich gleich ins Schlafzimmer. Ich weiß nur, wie ich mich bereits auf mein ca. 50m² großes Bett schleuderte und hochrobbte und mein Gesicht auf den Beckenberg presste. Das war hart. Ich machte mir plötzlich Gedanken. Habe ich übertrieben? Wird das nicht zu heftig? How ever, Angst bringt nichts. Du weißt, dass es vorbei geht, wenn es mies wird, wartest du eben ab, macht ja nichts, so lernst du wenigstens was. Ich wäre froh gewesen, wenn es bei 6Stunden körperlicher Qual geblieben wäre.



Irgendwann änderte ich meine Position. Das heißt ich richtete mich auf, während ich hin und her katapultiert wurde und als ich mich mit dem Gesicht auf die Matratze legte wurde ich erst einmal in die entgegengesetzte Richtung gezogen um dann dahin geschleudert zu werden, wo ich hin will. JA die Physik auf DXM ist lustig und macht Spaß, allerdings eine Art Spaß dessen Gesellschaftstauglichkeit wohl bei 0 liegt. Aber ich möchte nicht den moralischen raushängen lassen.



Ich habe eine erste Vision über einen schwarzen Gang durch den ich gesogen werde und eine Tür, die sich öffnet. Die Konturen sind scharf, es existiert kein Nebel. Das Schwarz glänzt und ist mannigfaltig. Schleier wie bei „lowdose“-Visionen existierten nicht. Mir gefiel es, allerdings war ich auch hier eher erschreckt, da ich bereits jetzt so etwas sah, was manchmal schon den Peak darstellte und ich gerade noch im Anflutungsprozess steckte. Ich sah noch andere Dinge, an die ich mich nicht genau erinnere. Sie alle waren aber von außerordentlicher Klarheit, Glätte und Dunkelheit gezeichnet mit außerordentlicher Schärfe.



Ich sah mich dann im Wohnzimmer liegen, alles ganz klar und jedes Detail wie in der Realität (zur Erinnerung, ich liege in einem völlig anderen Raum). Während ich die Augen öffne bin ich in völliger Dunkelheit, beim nächsten Mal Augenschließen liege ich wiederum in einen völlig anderen, mir wohl bekannten Raum.



Ich muss etwas weggetreten sein, was mir soweit ich weiß noch nie passiert ist, aber anders kann ich mir diesen Wirkungssprung nicht erklären. Ich liege auf dem Rücken, mein Körper brennt. Ich zerfließe. Meine Muskeln scheinen zu brennen. Sollte ich tatsächlich heute sterben? Habe ich es übertrieben? Ich sehe meine Mutter, wie sie darüber sinnt, dass ich tot bin, denke an meine Beerdigung, alles abstrakt, ohne Bilder, aber von einer Klarheit und Intensität, die einen das siedende Blut gefrieren lässt...

Dieser Gedanke war dann sicher der endgültige Auslöser für die hervorragende Richtung des weiteren Tripverlaufs...



Ich bin im Weltall oder so, im Raum. Mein Körper ist irgendwo anders. Ich schwebe nicht als Geist oder Seele umher, ich bin eins mit dem Raum um mir her. Aber ich habe Bewusstsein und so eine Art Blick, eine Fähigkeit zu Sehen besitze ich, bin aber gleichzeitig alles und Überall. Ich kriege in der brutalen Klarheit und Unabänderlichkeit vor Augen geführt, dass ich Sterben werde. Ich will nicht und ich habe Angst. Ich sehe, dass die Leere auf uns alle wartet. Ich sehe meine Mutter, es ist, als wenn ihr Fleisch und ihr Haut über ein Metallgerüst gehängt ist. Sie sieht aus wie eine Mischung aus tot, Maschine, Cyborg und Außerirdischer aus... das soll weder lustig klingen, noch eine lustige Vorstellung erzeugen. Es ist der traurigste Anblick, den man sich vorstellen kann. Ich erkenne, dass sie Sterben muss und das will ich nicht. Ich realisiere hier an dieser Stelle, wie mein Körper laut schreit und Nein ruft. Ich will nicht wissen, wie ich das Haus zusammengeschrien habe und was ich alles nicht gemerkt habe. Ich sehe die Unendlichkeit des Raums und der Leere, Zeit existiert nicht mehr. Ich bin in endlosem, schwarzen Raum. Ich sehe eine Art dunkelrote Ebene, ebenfalls endlos in diesem Raum. Das Bild bewegte sich irgendwie und schien doch eingefroren. Der Punkt, von dem ich dies betrachte war unveränderlich. Ich bin tot. Das ist also das Todsein... ich erwähnte, dass ich materielos bin und überall gleichzeitig, aber der Blickpunkt war fest und in dieser Sicht spüre ich Hitze, Druck und eine ungeheuerliche Spannung. Es war eine fürchterliche Qual, aber ich dachte mir, dass wenigstens im Tod das Bewusstsein noch existiert. Gleichzeitig erschrecke ich über die Unendlichkeit und Unabänderlichkeit dieser Szene und registriere das nächste Mal schreien.



Irgendwo hier beginnt wieder die Annäherung an meinen Körper. Ich öffne das erste Mal wieder die Augen. Ich warf mich auf den Rücken. Das Kopfteil meines Bettes war meterhoch und verzerrt.

Ich ändere meine Position, da ich sehe, dass ich nicht schlafen kann und schließe die Augen und starre voller Angst und Verzweiflung in das Nichts und den Tod. Diese beiden Zustände wechseln sich mehrmals ab.



Irgendwann höre ich auch den Fernseher aus dem anderen Zimmer und es war so laut, dass ich dachte, ich wäre in diesem Zimmer. Mit geöffneten Augen realisiere ich, wo ich bin. Irgendwann konnte ich mich rüberschleppen und den Fernseher ausschalten (nach einer Ewigkeit. Ich war wirklich gefangen in der gefrorenen Zeit. Zeit existiert nicht in der DXM-Welt)



Keine Ahnung was passiert ist. Ich erinnere mich nur, wie ich da stehe mit verzerrtem Gesicht und den Fernseher ausschalte. Rückblickend weiß ich, dass es das Gefühl beim Abebben war, nur in einer viel höheren und stärkeren Dimension.



Wieder im Bett, hinlegen. Aufrichten und Kotzen. Wie ich dachte auf dem Boden. Wie ich am nächsten Morgen mitbekomme, in mein Bett. Ist mir auch noch nie passiert...

Ich kann nicht einschlafen und bin immer noch verängstigt. Zwischenzeitlich schlage ich meine Ellenbogen an die Wand. Ich spüre sie nicht. Wenn ich zurück falle in den Erkenntniszustand von eben schreie ich. Ich bin total kaputt und verängstigt. Als ich einmal aufwache und das Stofftier meiner Frau dort liegen sehe und es anfasse frage ich mich, was das ist und habe Angst. Es fühlt sich glatt und klamm an, überhaupt nicht plüschig oder Weich. Wie ein totes Tier ohne Fell, ledrig, ein aufgedunsenes Baby. Es dauerte eine Weile, bis ich herausfand, was es war.



Mir ist klar, dass ich DXM nicht mehr nehmen möchte.





Ich habe sehr lange DXM konsumiert und war immer ein Freund davon. Ich bin der letzte,dDer irgendwas verteufelt oder sagt, dass es der letzte Dreck ist. Ich wusste immer, wie hoch das Potential ist, aber diesmal hat es mich hart erwünscht.

Dazu möchte ich sagen, dass mir genau das gleiche noch 2 andere passiert ist, bezüglich der Intensität und Art der Erkenntnisse. Es ist mir immer passiert wenn ich im mittleren bis oberem Ende des dritten Plateaus getrippt habe. Bei 900mg war es dasselbe. Die körperliche Qual und die Furcht, dass ich auch zu diesem Zeitpunkt krepiere, hatte ich allerdings das erste Mal.



Ich möchte also jeden warnen, sich dem dritten Plateau anzunähern, wenn man auch nur den geringsten Zweifel hat, ob man so etwas erleben möchte oder verkraften kann. Ich habe viel ertragen in meinem leben aber was da auf einen zukommt an Intensität ist verdammt harter Tobak.

Damit möchte ich nicht sagen, dass Trips auf erstem oder zweitem Plateau lächerlich sind. Selbst die haben schon das Zeug den ein oder anderen zu überfordern. Erst recht, wenn man nicht viel Erfahrung mit der Substanz oder derartig starken Emotionen hat.



Was zählt ist nicht unbedingt der Inhalt der Erkenntnis, sondern die Kraft, die sie auf euch hat. Und wenn sie einen dazu bringt, dass man glaubt, man kann es nicht mehr ertragen, gibt es auch gar nichts darüber zu diskutieren...





Ich hoffe ich konnte in diesem Bericht mit Hilfe von Bildern und Erklärungen etwas besser illustrieren wie man sich fühlt und was und wie man wahrnimmt. Man liest immer so oft, dass etwas „so reudig“ oder „so unglaublich“ war und so weiter und das war es dann... Natürlich kann ich nicht ansatzweise erklären, wie das Bild aussah, dass ich vor mir hatte, als ich tot war, aber ich wollte es zumindest versuchen und nicht von vornherein abwürgen...





Am Tag danach war ich die ganze Zeit erschöpft und gerädert und konnte mich erst am Abend dazu bringen etwas zu essen. Meine Nieren taten weh und meine Beine waren weich und fühlten sich an als würden sie glühen. In meinem linken Auge sind ein paar Äderchen oder so geplatzt, zumindest war es rot. Meine Unterarme waren taub und mein Rücken tat weh und mein Bauch fühlte sich fahl an. Der Afterglow ist auf niederen Dosierungen wunderschön und man ist glücklich, hier war er nur körperlich anstrengend und ich war depressiv wegen der Erfahrung sicherlich auch. Am Abend beim Telefonieren war ich allerdings unnatürlich lustig und lachte wie blöde und wahr sehr schnell zu begeistern. Danach fiel ich wieder in Depressionen. Völlig unnatürliche Emotionen in beide Richtungen.



Danke fürs Lesen.



EDIT (ein weiterer Tag später):

Ja, das dritte Plateau ist wohl tatsächlich "nicht mein Ding" was ein Wohlfühltrippen angeht. Andererseits glaube ich, dass ich diese Erfahrung trotzdem nicht missen möchte. Es ist schon strange. Nach der ersten Verarbeitungszeit von 2 Tagen ist die Faszination zu diesem Zustand plötzlich eine ungeheuerlich große. Allerdings war der Denkzettel diesmal größer als die vorigen und somit bleibt also die Geilheit aus, gleich wieder zu trippen. Ich möchte es tatsächlich nicht mehr machen. Ich glaube ich habe genug gelernt in den ganzen Experimenten mit dieser Substanz.



Habe meinen Bericht jetzt selber einmal gelesen. Total willkürliche Groß- und Kleinschreibung. Teilweise unpassende Wörter, die einen ähnlichen Klang haben, wie die, die eigentlich gemeint sind. Plötzlich anders aufhören, als man anfängt.

Ich korrigiere das aber nicht, da ich mich auch jetzt noch ein bisschen "metallisch" fühle. Sonderlich, wenn ich draußen in der Sonne bin.

Das meiste kann man ja verstehen und ich denke es ist auch ganz gut so, wie es da ist, um die Nachwirkungen zu illustrieren. Man hatte schließlich eine ganze Menge Zeug in sich drin, was den Körper nicht so gefreut hat.



Man ist in der Tat ein paar Tage etwas beeinträchtigt. Das Kurzzeitgedächtnis ist "nicht gerade top" und man sucht nach ziemlich vielen Wörtern oder vergisst Namen von Personen und Dingen. Das gibt sich aber nach ein paar Tagen. Allerdings zeigt das natürlich auch, dass man seiner selbst wegen große Pausen zwischen Trips einbauen sollte und man es, wenn Arbeiten, Vorträge oder so anstehen lieber verschieben sollte.






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