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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Die Bittersüsse Hornisse
Drogen:Peyote
Autor:Mindfuck
Datum:18.08.2009 02:12
Set:Ich fühle mich ausgesprochen gut an diesem Tag.Vorfreude, Ehrfurcht und auch Angst vor einem Badtrip
Setting:Alleine zuhause mit PC, Internet, guter Musik und verschiedenen E-Instrumenten.
Nützlichkeit:8,60 von 10 möglichen   (63 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Die Bittersüsse Hornisse





Vorbereitung:

Ich habe ein ca. 25cm langes und 6,5cm breites Teil von eigentlich etwa 80cm San Pedro getrennt. Ich habe grob im Bereich der dunkelgrünen Schicht geschnitten, weil ich aufgeschnappt habe, diese Schicht unwichtig sei, die hätte nur wenig Meskalin (Irrtum). So landete einiges an Wirkstoff im Mülleimer. Wichtig, beachte: Nur die erste, wachsartige Oberschicht entfernen. Danach habe ich kleine Würfel geschnitten und den Kern (kaum Meskalin) schon bei der Zubereitung vernascht. Fertig geschält und geschnitten hatte ich knapp 400g.

20:00-20:30

Ich habe begonnen die erste Hälfte roh zu essen. Anfangs war es ein leichtes, aber mit jedem Happen wurde es schwieriger den bitteren Geschmack des Meskalins (welches sich überwiegend in der dunkelgrünen Schicht befindet) zu ignorieren. Dass ich die Stücken vorher in süsser Schokolade getaucht hatte, verbesserte den Geschmack kaum. Danach brauchte ich erstmal eine Ekelpause. Ansonsten hatte nie Übelkeit. Höchstens einen Brechreiz vom Geschmack, wenn ich ein Stück runtergeschluckt habe.

21:15-21:45

Während ich die zweite Hälfte aß, habe ich TV gesehen. Um ca. 21:35 - 21:40 begann das Fernsehbild mit leichtem Morphen an. Ich wollte noch die letzten paar Stücke essen, aber ich wurde von einem lauten Summen gestört: Eine Hornisse hat sich in meine Wohnung verirrt. Ich fühlte mich in der Situation überfordert, schließlich fing der Trip ja grad an. Also habe ich erstmal leicht Panik geschoben und das Zimmer verlassen. Nach 5 Minuten schien das große Insekt die Balkontür gefunden zu haben. Jedenfalls hörte man es nicht mehr summen. Das Morphen wurde innerhalb der kleinen Gefahrensituation unbemerkt stärker. Erst als ich wieder auf der Couch saß, bemerkte ich die Optik. Ich war sehr amüsiert wie sich die Gesichter im Fernsehen verzogen und ich fing an zu grinsen. Das hatte ich lange nicht gesehen.

22.00

Ich sitze am PC, ich chatte. Die Buchstaben verlieren an Höhe - genauso schnell wie der ganze Monitor vorher an Größe gewonnen hat. Der Rhythmus zwischen Groß und Klein war dabei ruhig und die Schrift noch gut zu lesen. Die Kommunikation im Chat hat Spaß gemacht, auch wenn ich anfangs etwas überheblich (durch meine Begeisterung des Tripbeginns) war. Ich habe eine unangebrachte Bemerkung abgegeben, die hätte auch jemand falsch verstehen können. Ich habe meinen Ausrutscher schnell bereut. Es tat mir richtig leid jemanden beleidigt zu haben. Nach kurzer Ausspache war die Sache geklärt. Die erfolgreiche Kommunikation tat so gut. Mir fiehl ein Stein vom Herzen, der erste "heilige" Moment der Nacht.

22:30

Gefühle großer Glückseeligkeit überkamen mich. Das war richtige Euphorie. Ich spürte, dass es ein guter Trip wird. Ich war beruhigt, keinen Horrortrip erleiden zu müssen wie vorher befürchtet. Ich begann Teelichter im Raum zu verteilen. Als ich mit dem Stimmungslicht fertig war, betrachtete ich mein Wohnzimmer einige Minuten. Die Flammen hüllten den Raum in ein warmes Licht. Ein Kunstwerk. Der Anblick erschien wie ein Gemälde. Die Farben der Einrichtung erschienen wie gemalt, so kontrastreich, ähnlich einer Comic-Zeichnung; ein sogar ein bischen Street Fighter 4 - like!

22:45

Ich habe Musik gehört und dazu ein wenig Gitarre gespielt. Sofort habe ich gemerkt, dass Meskalin keine leicht bekömmliche Spaßdroge ist. Doch war ich bisher abgelenkt von all den Reizen. Ich war guter Dinge. Mittendrin ... der Trip geht jetzt rund eine Stunde ... bemerkte, dass mein Denken auch in die andere Richtung gehen kann. Ich war etwas erschrocken. Musste ich etwa doch mit depressiven, verwirrten und psychotischen Gedanken kämpfen? Ich habe mich auf mein Denken konzentriert. Es ließ sich leiten. Anders wie ich die Erfahrung bei Pilzen machen musste, funktierte das richtig gut. So "entschied" ich meine Gedanken positv werden zu lassen und eine gute Zeit zu haben. Ich setzte mich zurück an den PC.

23:00

Ein Freund rief an. Ich erzähle von meinen positiven Erlebnissen. Das Zuhören war deutlich erschwert. Er erzählte mir irgendwas davon, wann er aufstehen müsse und welchen Bus er um wieviel Uhr nimmt. Zeitangaben einzuschätzen und zu bewerten habe ich erst garnicht versucht. Komplexes Denken unmöglich. Ich hätte mich gefreut, ihn noch besuchen zu dürfen, aber er wieß mich ab. Ich war traurig das Telefongespräch beenden zu müssen. Sich mit ihm zu unterhalten war zwar anstrengend, aber das hat auch Spaß gemacht. Zwischenmenschliche Interaktiion wird auf Meskalin belohnt.

23:05

Mit dem WordPad habe ich Notizen für den Tripbericht festgehalten. Zu Beginn musste ich erstmal die beeindruckensten Open-Eye-Bilder bestaunen, die ich je gesehen habe: Auf der weißen Benutzeroberfläche erschienen schwarze Tribals und Aztekensymbole. Sie wechselten sich etwa im 2 Sekundentakt ab. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Musik, die im Hintergrund lief, den Optics einen stilistischen Schliff gegeben hat. Ich hörte abwechslungsreiche Musik (Nine Inch Nails live). Waren die Klänge eher hart, waren die Muster eklig, verliefen gerade und mit scharfen Spitzen versehen. Wurde es ruhiger, harmonischer im Lied, so wurden die Bilder eher rund, weich und geschwungen. Das nenn ich Visualisierung!

23:20

So schön es auch war. In dieser Zeit verlor ich immer mehr den Hang zur Realität. Sicherheitshalber zog ich den Telefonstecker raus um Peinlichkeiten zu vermeiden. Mein Körpergefühl began sich zu verändern. Ich fühlte mich leichter. Meine Bewegungen wurden etwas unkoordiniert. Ich konnte Bewegungen weniger so gut in Gang bringen, sie zu beenden dauerte auch etwas länger. Als würde man schweben. Mein Schreibtisch fühlte sich weich an, irgendwie nass. Erst dachte ich, etwas verkippt zu haben. Aber es waren kleine sensorische Haluzinazionen. Ich empfand es schon als etwas unheimlich. Als es mir zu entfremdlich erschien, blieb ich an meinen Notizen dran. Das Schreiben am PC, das Marterielle daran, hielt mir einen Anker zum wirklichen Geschehen. Aber warum sich nicht trauen loszulassen und schauen was Meskalin bietet?

23:45

Ich wollte eine andere CD reinlegen. Dabei war die wabbelde Umgebung eher lästig als lustig. Vorsichtig wie ein Storch taperte ich zum Balkon um eine zu Rauchen. Die Umwelt sah anders aus als sonst. Die Blätter tanzten zur Musik. Wieder beeinflußte die Musik das optische Geschehen je nach Art des Sounds. Die Zigarette hat einen Brechreiz ausgelöst. Sie an dem kleinen Aschenbecher auszudrücken habe ich nicht geschafft. Ich musste die Fluppe mit Gewalt austreten. Ich blieb noch eine Weile draußen auf dem Balkon. Ich überlegte, ob ich spazieren gehen soll. Aber ich kam mir selber ein kleines bischen zu merkwürdig vor. In dieser Stunde erreichte die Wirkung volle Stärke. Da war ich teilweise doch ziemlich betäubt im Kopf. Den Trip zu steuern wurde zwar schwieriger, aber immer noch zu meistern. Ich stellte mir vor, wie es wäre nur in Unterhose und T-Shirt den Balkon runter zu klettern... Aber es blieb zum Glück nur bei dem Gedanken.

23:55

Wieder drin angekommen, habe ich akustische Haluzinazionen festgestellt. Geräusche und Musik bekamen einen Hall-Effekt. So als würde man in einer großen unterirdischen Höhle stehen. Ich bin neugierig geworden, habe mein Lieblingsalbum (Kreator - Enemy Of God) eingelegt und mich auf die Couch gelegt. Ich schloss die Augen. Eine perfekte Visualisierung der Musik. Die Gitarren schossen bunte Streifen, die sich am Ende umschlungen. Im Hintergrund explodierten die Drums in bunten Farbbällen auf. Das habe ich noch nicht gesehen. Wohl meine erste Erfahrung mit Synästesien. So lag ich eine knappe Stunde, lautsche und sah mit geschlossenen Augen das Kopfkino. Während dessen bekam ich ein spirituelles Gefühl. Das Gefühl einen mentalen Zustand epischen Ausmaß erreicht zu haben. Es war ein geistliches Gefühl endlich den Rauch erleben zu dürfen, den man sein Leben lang gesucht hat. Zu dem nur eine psychedelische Droge in der Lage ist, uns dahin zu begleiten. Anders lässt sich so etwas nur durch jahrelanges mentales Training in der Meditation erreichen.

01:00 bis 03:00

An diese Stunden kann ich mich kaum erinnern. Auch in meinen Notizen klafft eine große Lücke. Ich glaube, mich viel im mit dem Ldt-Chat beschäftigt zu haben. Die Leute kamen mir sehr sympathisch vor. Bis auf einen User. Da habe ich schlechte Laune bekommen. Ich kam auf den Typen garnicht klar. Zum Glück gibt es die /ig-Funktion. Ein weiterer "heiliger" Moment, in dem ich so glücklich war, dass es diese Möglichkeit gibt. Die Bedienung des Internets, Chats und PCs brachte ich teils viele Probleme. Oft habe ich Buttons oder Icons verzweifelt gesucht. Auf Meskalin sieht halt alles anders aus als sonst. In Chat-Gesprächen habe ich teilweise nicht verstanden, was Gesprächspartner mir sagen wollten. Gerade kommt mir die Erinnerung an einen Spruch von der "abgebrochenen Lippe". Ich konnte damit nichts logisches mehr anfangen. Ich dachte an eine Lippe, die am einstürzen war.. Aber eine einstürzende Lippe ergibt doch keinen Sinn - ich versuchte rational zu bleiben. Ohne Erfolg. Erst als er mir erklärte, dass er unter spöden, trockenen Lippen leidet, kam ich runter von meinem Holzweg . Weiter testete verschiendste Musik-Alben auf ihre psychedelische Tauglichkeit.

03:15

Die ersten halbwegs klaren Gedanken seit langem. Ich ruhte ich mich vor dem PC aus. Mir wurde bewußt wie anstrengend so ein Trip sein kann. Das Gehirn hat viel zu tun, die veränderten Wahrnehmungen ein zu ordnen. Ich habe ein paar Runden GRID - Racedriver gespielt. Optische Reize verblieben eine paar Milisekunden auf der Netzhaut bis sie verschwanden. So entstannt ein ziemlich undeutliches Bild. Ich fahre in der Perspektive, vor der Motorhaube. Es fühlt sich an als würde ich über dem Asphalt schweben. Das Geschwindigkeitsfeeling kam fast noch besser rüber als nüchtern. Meine verlangsamten Reflexe sorgten für etwas Frust. Trotzdem war "zocken mal anders" ganz witzig. Später wurde mir ein wenig kalt. Ich wurde auch etwas müde. Nach einem Kaffee fühlte ich mich fit genug vor mal die Tür zu gehen.

04:00

Schuhe anziehen und bloß nichts vergessen. Es war nur eine kleine Runde um den Häuserblock. Wie erwartet, sahen Winkel, Entfernungen und Formen der Umwelt so aus als hätte sie jemand umgestellt. Besonders Bodenwellen kamen mir größer vor als sonst. Ich habe sie mit Füßen getreten um zu testen, ob sie mir auch halt bieten.

Rund 6 Stunden nach Beginn der Wirkung, lässt sie schon deutlich ab. Weniger Optics, mehr klare Gedanken. Ich war nun deutlich erschöft von der Reise durch die Kaktuswelt.

06:00

Was noch vom Trip übrig war, versuchte ich auf der Couch wieder bei Musik, in mich aufzusaugen. Leider wurde ich wie zum Anfang des Trip gestört: Da war sie plötzlich wieder. Die Hornisse. Natürlich war das Vieh die ganze Nacht bei mir. Gut, dass es so ruhige, friedliche Tiere sind, sonst hätte der Trip auch in die andere Richtung gehen können. Ich habe es nicht geschafft die Hornisse nach draußen zu treiben. Sie hat sich recht schnell wieder verkrochen und war still. Seitdem konnte ich keine Ruhe mehr finden. Ständig auf der Hut, nicht von ihr gestochen zu werden. Nicht angenehm. Aber ich konnte trotz leichten Nachwirkungen mit der Situation leben.

07:30 bis 07:45

Das Meskalin ist nicht mehr zu spüren. Keine Haluzinaziononen mehr. Der Trip ist beendet. Das Comedown war schleichend, sehr sanft und langsam. Noch 2 Bockbiere, welche ich aufgrund des großen Zeitabstands zum Meskalin nicht oben aufgelistet habe. Um etwa 10 Uhr morgens ging es ins Bett, da konnte ich ziemlich schnell und problemlos einschlafen.



Der Tag danach:

Ich war noch immer noch doll müde. Der Schlafrhythmus ist etwas durcheinander geraten. Der Denkprozess war verlangsamt. Und die Konzentration verschlechtert. Am 2. Tag ging es mir deutlich besser. Ich hatte keine Flashbacks. Auch auch eine Psychose ist mir erspart geblieben. :-)



Fazit:

Ich bin froh diesen Trip gehabt zu haben. Ich bin glücklich, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen. So ein positives psychedelisches Erlebnis, habe ich gebraucht. Ich hatte keine hohe Dosis; Midlow würde man sagen. Trotz Fehler beim schälen und langsamen Konsum war ich high genug. Gerne wieder. Aber nicht in absehbarer Zeit, das würde dem Meskalin seine Magie entziehen.



Nachwort:

Hoffentlich hat Euch der Bericht einen kleinen Einblick in Meskalin geben können. Vielleicht hat das Lesen sogar etwas Spaß gemacht. Für Fragen, Kritiken und sonstige Bemerkungen bin ich gern dabei.



Euch noch viel Spaß, aber nicht so dolle ;-)





This is for the mindfuck!






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