Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Horrortrip und nichts gelernt
Drogen:DXM
Autor:CrownYourself
Datum:04.09.2009 00:21
Set:gelassen und voller Vorfreue
Setting:allein Zuhause
Nützlichkeit:7,24 von 10 möglichen   (21 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Da es immernoch an meinen Gedanken nagt, möchte ich hier niederschreiben, wie meine erste Berührung mit DXM gewesen ist. Bis dato hatte ich keinerlei Drogenerfahrung (außer Alkohol).

Auf den Gedanken, mir Dex zu geben, kam ich, als ein guter Freund mir davon erzählte, als er selbst drauf war. Es würde sich herausstellen, dass er nicht besonders erfreut war, als er davon Wind bekam..



Am besagten Tag vor etwas über einem Jahr stand ich mit einem seltsamen Gefühl auf. Ich hatte mich erst am Vorabend ausgiebig (dachte ich) über DXM im Internet informiert. Und der Gedanke ließ mich nicht los.. Ab gings zur Appotheke, einmal Hustenstiller bitte..

Nach dem Frühstücken setzte ich mich an den Rechner und startete meinen Tag mit chatten. Nebenbei schluckte ich die ersten 2 Kapseln, um die Verträglichkeit zu testen. Da ich keine Reaktionen bemerkte, nahm ich 2 Stunden später gegen 11 Uhr 3 Stück. Hatte mir fest vorgenommen, nicht mehr als 10 zu nehmen, also wartete ich nochmals eine Stunde. Keine Wirkung. Langsam wurde mir langweilig, und so spülte ich nochmals 5 Stück mit O-Saft runter. Gegen 12 Uhr hatte ich ein leicht flaues Gefühl im Magen, mehr aber auch nicht. Das ganze steigerte sich innerhalb einer halben Stunde zu einem Zustand, den ich heute als etwas Ähnliches wie alkoholisiert beschreiben würde. Da sich nichts weiter einstellte, und ich einfach mehr erwartet hatte. Dass es an diesem Punkt schon anfing, wusste ich zu diesem Zeitpunkt wohl nicht, denn ich nahm im 10min-Takt 2 weitere Kapseln, bis die Packung leer war und hoffte inständig, dass endlich etwas passieren würde. Nichts. Währenddessen chattete ich munter weiter.



Bis mich um ca. 14 Uhr (!) im wahrsten Sinne des Wortes der Schlag traf. Es haute mich zurück in den Schreibtischstuhl und ich dachte nur: Ach.. Du.. Scheisse.. Noch nie in meinem Leben war mir so schlecht. Ich schleppte mich ins Bad und fing an, zu würgen, was heißt würgen, mich erinnert es an das Röhren eines Hirsches..

Schließlich erbrach ich Galle, und wohl ein Rest der nicht aufgelösten Kapseln. Als ich aufstehen wollte, klappten meine Beine weg und ich hing halb an der Badewanne und nichts ging mehr. Mein Kopf war voller Nebel, ich konnte die Augen weder schließen, noch sie offen halten. In meinem Rachen schien sich nichts mehr zu befinden, keinen Gaumen, keine Zunge, nicht mal mehr meine Lunge spürte ich. Einfach nichts mehr da. Und das Gefühl war gut.. Nach gefühlten 2 Stunden krabbelte ich wieder an den Rechner. Ich war glücklich. Mein Bauch war unglaublich weich und in Watte gepackt. Sogar rosane. Im Chat musste man wohl bemerkt haben, dass ich nicht ganz ich selbst war (genau tippen war nicht möglich, lesen auch nicht viel besser, da der Bildschirm sich dermaßen verzogen hatte). Mein Kumpel macht mich zur Schnecke, ob ich bekloppt sei und ob ich wüsste, was ich da grad mache mit der Menge an dem Kram. Ich sagte ihm, ich wüsste es (ich wusste es nicht..). Ich erzählte ihm belanglose fröhliche Dinge und er beruhigte sich. Mein anderer Bekannter dagegen hätte mich wohl angeschrien, wenn er vor mir stehen würde, er meinte, ich sollte gefälligst das Zeug wieder auskotzen. Dass ich das fast getan hätte, fand ich irre komisch. Er aber nicht. Langsam wurde ich zappelig, irgendwas lief hier schief, das wurde mir bewusst. Ich meinte nur noch, dass ich jetz das große Bedürfnis habe, mich hinzulegen. Ob ich mich noch verabschiedet habe weiss ich nicht mehr. Einfach den großen roten Knopf gedrückt und los ging die Reise über ein Stockwerk in mein Zimmer.



Ich versuchte, zu gehen, aber meine Beine konnte ich nicht spüren, trotzdem hat es aufrecht funktioniert. Es kam mir vor, als würde ich hüpfen. Die Treppenstufen waren nur noch eine weiße Wand, und ich schloss die Augen und versuchte mich daran zu erinnern, wo die Stufen sonst waren. Ich ging eine Stufe mit dem rechten Fuß. Und wieder mit dem rechten.. Und wieder.. Der Prozess des Hebens vom linken Fuß war komplett weg. Ich habe ihn weder gespürt, noch gesehen. Aber gehüpft bin ich nicht. Ein Geisterfuß sozusagen. Es kam mir ewig vor, bis ich es in mein Zimmer geschafft hatte, ich glaube, ich bin zwischendurch auf dem Flurboden abgeschwächt.. Das Laminat meines Fußbodens begann Blasen zu werfen und ich versuchte ihnen auszuweichen, weil sie kalt waren (?). Ich ließ mich aufs Bett fallen, das schien meinem Kopf nicht zu gefallen, denn meine Arme und Beine fingen an, leicht aber unkontrolliert zu zucken. Meine Haut wurde immer wärmer. Ich wälzte mich auf dem Bett herum und hoffte, dass ich nicht hier drauf hängenbleibe. Meine Hände juckten, als hätte ich sie in einen Ameisenhaufen gesteckt. In meinem Kopf waren keine Bilder, nur Gedanken des Freundes, die mir sagten, ich müsse ruhig bleiben. Das versuchte ich, indem ich still lag. Auf einmal tat mir meine Kleidung weh. An jeder Stelle, an der sie meine Haut berührte. Ich zog mich nackt aus und kroch wieder aufs Bett, selbst die Bettdecke tat mir unendlich weh, aber ich zog sie mir trotzdem auf die Schultern, weil ich gerade den Schmerz dieser Bettdecke als süßen Schmerz empfand. Diese Decke mochte mich liebhaben, auch wenn sie mir weh tut. Und masochistisch bin ich nun wirklich nicht veranlagt. Ich begann, sinnlose Wörte zu murmeln und driftete vollkommen ab. Kurz zuvor hatte ich auf die Uhr geschaut, ca. 16 Uhr. Ich lehnte mich zurück und sag ein bisschen vor mich hin.. Als mir wieder bewusst war, dass ich wach bin, war ich ein Skelett. Ich blickte von oben auf mich herab. Weder Haut noch Haare waren an mir, eine Ansammlung aus Knochen, die sich nicht berühren konnte (?) Musste weinen und ich sah meine Tränen meinen Schädel hinunterlaufen. Ich wollte nach Hause (da war ich ja eigentlich). Mein Kopf hing schwer auf dem Kissen und ich sah die Welt wie in einem Kaleidoskop. Bunte Farben, irre Muster. Und die Decke, die mich liebt. Irgendwann zwischen relativem Wachsein und komplett hinüber sein, stand ich auf. Und es hieb mich sofort nach links. Mein Denken, mein Gehen und mein Gleichgewichtssinn waren nach links verschoben. Ich blieb einige Ewigkeiten auf dem Boden liegen, bevor ich einen neuen Versuch wagte. Diesmal klappte es. Es waren erst 2 Stunden vergangen. Langsam begann ich, mich leicht zu fühlen und frei.



Watte an meinen Füßen ließ mich durch das Haus fliegen auf der Suche nach irgendwas, was ich heute vergessen habe und ließ mich auf dem Sofa zurück um zu träumen. Der Trip hielt noch bis ca. 20 Uhr an, bevor er langsam schwächer wurde.



Fazit: Diese Aktion war bisher die hirnverbrannteste, die ich machen konnte. 600mg Erstdosis auf 60kg Lebendgewicht sind absolut gefährlich. Das Schlimmste daran war, dass ich nachdosiert habe, weil ich die Wirkung nicht abgewartet habe, und sie unterschätzt habe. Weniger lustig ist auch, dass ich keinen Sitter dabei hatte. Wäre ich irgendwo umgefallen wäre niemand da gewesen.

Dieser Tag hat mich unheimlich geprägt. Zugleich Furcht und Bewunderung auf das Potetial von DXM.

Bewunderung hat leider überwogen. Ich habe weiter meiner Seele ab und an, und zeitweise übertrieben oft, einen kleinen Flug erlaubt. Mittlerweile hab ich viel Wundervolles erlebt. Dass ich keine Angst vor einem schlechten Trip habe, zeigt mir, dass ich wohl langsam ein Problem kriege.