Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Die Acid-Entjungferung
Drogen:Mischkonsum von LSD und Cannabis (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:bope
Datum:07.09.2009 15:56
Set:4 gespannte und gut gelaunte Tripper und ein Sitter
Setting:Wohnung, Auto, Natur
Nützlichkeit:8,72 von 10 möglichen   (50 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Numero 2:



Für mich soll’s heute Acid regnen

Mir soll’n sämtliche Wunder begegnen

Die Welt sollte sich bunter gestalten

Und ihre Farben nicht für sich behalten

(Frittenbude)



Vorwort – ACID!ACID!ACID!



Das erste mal LSD:

Ich hatte bisher nur Erfahrungen mit Pilzen und Salvia und war daher etwas skeptisch vor dem Acid-Trip. Trotzdem wollte ich den Trip und habe mich darauf gefreut. Ich hatte und werde immer Respekt vor dieser Droge haben… Und wahrscheinlich ist das auch besser so!



Set – Fünf Freaks haben Großes vor



Wir waren vier Tripper und ein Tripsitter:

Ich, Mr. E, Mr. T, Mr. P und der anfangs absolut nüchterne Klaus (Sitter).

Die Stimmung war ausgelassen und alle waren sehr gespannt. Immerhin handelte es sich hier um LSD. Bei diesen kleinen anscheinend harmlosen Pappen war das ein wenig schwer zu realisieren.



Setting – Die altbekannte von Exzess geprägte Bude hält her



Das Ganze fand anfangs in der Wohnung von Mr. P statt. Wir haben den Boden mit Isomatten, Kissen und Decken ausgelegt. Außerdem hatten wir 2 Laptops mit Musik, die an einen Ghettoblaster mit genug Potential angeschlossen waren. Die Nachbarn waren derzeit verreist, somit konnten wir dieses Potential glücklicherweise auch ausnutzen.



Der Konsum – Erstmal auf `nem Stück Pappe rumkauen



Wir packten die Pappen aus und holten eine Schere. Mr. E, Mr. T und ich halbierten die Pappen, Mr. P drittelte sie.

Und rein damit!

„Ist ja nix besonderes“. Die Pappen hatten kaum Geschmack und waren daher sehr angenehm zu konsumieren. Im Gegensatz zu Pilzen ein wahrer Segen.

Wir kauten und saugten und saugten und kauten. Nebenbei immer wieder der Blick auf die Uhr. „In 10 Minuten müssten die Dinger langsam wirken“.

Klar, irgendwas war schon anders, aber eine richtige Wirkung blieb aus. Ein leichtes High und Verwirrtheit waren bisher alles, was dieser Rausch zu bieten hatte. Enttäuschung machte sich breit. „Sind die Pappen schon zu alt?“. Fragen, Fragen, Fragen.

Nach 75 Minuten entschlossen wir uns also, die zweite Hälfte zu nehmen.

Und rein damit!

Etwa eine halbe Stunde später bereicherte Nr. Zwei dann den bisher eher unspektakulären Zustand…



Der Rausch – Welcome to psychedelic kingdom



Wir fingen allmählich an, zur dröhnenden Musik zu tanzen und alles wurde viel lebendiger. Die Laune wurde in leichte Party- und Entdeckungsstimmung umgewandelt.

Mit dem Wort „wuseln“ lässt sich wohl gut beschreiben, was wir da getan haben. Alle wuselten durch die Wohnung. „Oh ein Spiegel, sehe ich anders aus?“. Ich schaute in den Spiegel. Ein bisschen strange war es ja schon, aber auch irgendwie nichts Besonderes. Ich lief weiter herum und bemerkte, wie klein doch die Möbel auf einmal alle sind. Es war, als wäre ich 3 Meter groß, aber alles, was nicht lebendig war, hatte seine normale Größe. Das war aber nicht weiter beängstigend, sondern sehr kontrollierbar. Irgendwann beschloss ich dann, mich hinzusetzen und mich zu konzentrieren, um eventuelle Optics stärker wahrzunehmen. Ich starrte auf meine Hand, doch nichts Spektakuläres tat sich. Schade, da ich eigentlich mehr von LSD erwartet hatte. Naja - kein Grund, direkt enttäuscht zu sein. Der Trip war ja schließlich erst am Anfang. Die Entdeckungsphase hielt noch ein wenig an, bis wir beschlossen den nächsten Abschnitt des Trips einzuleiten.



Die Neugier nach der Natur



„Wie ist es wohl, rauszugehen?“ Blumen, Natur, Menschen, Autos und ein Haufen weiterer Eindrücke warteten darauf, entdeckt zu werden.

Also marschierten wir in den nahe gelegenen Park.

Blumen strahlten viel intensiver und waren schöner anzugucken als im nüchternen Zustand. Generell war alles ein bisschen mehr wie im Film. Dieses Gefühl bzw. diese Wahrnehmung ist schwer zu beschrieben. Man läuft und macht eigentlich nichts, was man nicht auch nüchtern tun würde, kommt sich dabei aber dennoch vor wie der Regisseur eines guten Kultfilmes. Dieser Regisseur spielt dabei allerdings gleichzeitig die Hauptrolle.

Weiter geht’s:

Der Spielplatz! – Wir kundschafteten ein bisschen in der Gegend rum.

Ich schaukelte dann ein wenig und genoss dabei den Windzug und die Frische der Natur: Nichts weltbewegendes, aber alle Male eine Erfahrung wert, wenn man schon mal die Gelegenheit hat, auf Acid die Schwerkraft ein bisschen auszutricksen.

Insgesamt war dieser Spielplatz zwar nicht langweilig, aber auch nicht sonderlich herausragend.

Also ging die Reise irgendwann weiter. Aber wie sollte sie weitergehen?

Klaus hatte eine Grandiose Idee:



„Wir können auch ’was rumfahren…“ -> Alles klar – Roadtriiiiip!

(Das Wort Roadtrip beschreibt es ziemlich genau)



Schnell zurück zur Wohnung!

Wir statteten uns mit wenigen Flaschen Bier aus, packten unsere sieben Sachen und stiegen ins Auto unseres motivierten Fahrers Klaus.

Schlüssel rein! Motor an! CD rein! Musik an! Fenster auf! Ausparken!

Wohin geht’s? Überall hin!

Wir fuhren also erstmal planlos durch die Gegend.

Ein Auto, ein nüchterner Fahrer und vier Freaks, die voll auf Acid zum Klang der Musik sangen, gröhlten, was auch immer: Ein saugeiles Feeling!

Blicke aus dem Fenster wurden mit einer ordentlichen Portion Faszination wieder zurückgeschleudert. Diese Geschwindigkeit und diese Party im Auto, ein Gefühl von Freiheit.

Diese Orte, an denen man schon etliche Male nüchtern und völlig unbeeindruckt vorbeigefahren ist, ein Gefühl des Neuentdeckens.

Weisse Straßenschilder waren viel intensiver. Es waren plötzlich leuchtende Schilder mit leicht buntem Touch, so viel lebendiger als sonst.

Wir fuhren eine ganze Zeit lang rum und kurz: Ich kam mir vor wie im Film, der immer besser wurde. In Filmen gibt es leider eine feste Handlung. Wir konnten die Handlung dagegen (teilweise) selbst bestimmen. Rechts rum? Einfach nur Klaus bescheid sagen und es ging rechts rum.

Klaus ist überall lang gefahren, wo wir langfahren wollten. Danke !!



„Holen wir noch ’ne Pappe?“



(Mehrere Stunden nach der ersten Pappe)

Da Mr. E, Mr. T und ich der Meinung waren, man könne diesen Zustand noch ein wenig steigern, beschlossen wir, das auch zu tun.

Kurz rumtelefoniert, dann fuhren wir in Richtung unserer Quelle und erhielten ein weiteres magisches Stückchen. Unser Pappenausstatter warf noch einen Blick ins Auto und fragte „Ist geil, oder?“. Ohja – Wir bestätigten einstimmig.

Was uns jetzt am direkten Konsum hinderte, war eine Schere, denn wir wollten uns das Ding ja zu dritt teilen.

Mr. P war vom Rausch noch zu sehr bedient und verzichtete deshalb.

Aufgrund des Scherenmangels und dem Verlangen, diesem kontrollierbaren Rausch noch die Kirsche auf die Sahne zu setzen, fuhren wir wieder zurück, um das gute Stück zu dritteln.



Schnipp-Schnapp – Rein damit und weiter geht’s



Mein Viertes und letztes Drittel Pappe für diesen Trip fühlte sich wohl in meinem Mund. Wieder wurde darauf rumgekaut und der Roadtrip wurde fortgesetzt. Wieder ins Auto, wieder zurück ins kultige Straßenabenteuer!

Ich glaube, wir sind im Laufe des Abends an manchen Ortsteilen drei oder vier mal vorbeigefahren, aber wen stört das schon? Autofahren wird zum Erlebnis, egal, wo man fährt.

Irgendwann fuhren wir auf den Parkplatz einer Tankstelle, um neues, kaltes Bier zu kaufen. Ich hatte mich vorher schon ausreichend eingedeckt und nutzte daher die Pause, um meinem Bier freien Lauf zu lassen. Soll heißen: Ich war pinkeln.

Als wir wieder allesamt am Auto standen, berichtete Mr. E dann erstmal, wie das Geld beim Bezahlen in seinen Händen verschwommen ist.

„Warum verschwimmen bei mir keine Gegenstände in den Händen?“, fragte ich mich. Aber das letzte Stückchen Pappe hatte ja auch noch Zeit zu wirken und solange konnte ich mich auch bestens mit dem Kult, dem Körpergefühl und den lebendigen Straßenschildern zufrieden schätzen.

Ich hatte das Bedürfnis, zu einer Schule in der Gegend zu fahren, an der ich drei Jahre zuvor auch meine erste Eisbong entjungferte. „Fahren wir hin?“ – „Wir fahren hin!“.



Ab zur Schule – einem Platz, bestückt mit ein Paar Erinnerungen



Wir betraten das Grundstück und liefen über den Schulhof. Irgendwas wurde an der Schule umgebaut, daher standen Container und Gerüste ’rum. Wir wanderten um die ganze Schule und stellten schnell fest, dass es hier nichts Besonderes zu sehen gibt.

Aber was ist das? Ein Gerüst inklusive Treppe (sicher, mit Geländer etc.)! „Kann man da hoch? Da kann man hoch!“

Wir gingen eine Treppe hoch und waren nun etwa 10 Meter über dem Boden. Die Treppen waren aus Gitter, das heißt, man konnte von oben direkt durch die Treppe nach unten schauen. Außerdem standen wir direkt vor einem Fenster der Schule.

„Was, wenn da jetzt das Licht angeht?“. Nach einer kurzen Diskussion über Höhenangst und die potentielle Möglichkeit, dass in dem Raum das Licht angehen könnte, beschlossen wir, das Gerüst wieder zu verlassen.

Ich steckte die Hände in die Taschen und bemerkte, dass da ja noch ein Triptoy gebunkert war: Das letzte Stückchen Schaumstoff -Verpackungsmaterial von meinem ersten Pilztrip.

Auf Philosopher Stones war es zwar ein intenviseres Gefühl, es in den Händen zu halten, allerdings war ich trotzdem froh, das Teil eingepackt zu haben. Es war so schwerelos und hatte so gut wie kein Gewicht. Ich mag die Dinger!

Klaus wollte es auch mal begutachten, also gab ich es ihm in die Hand. Er tat so, als würde er es zerdrücken und wegschmeißen und sofort gingen bei mir und bei Mr. E die Alarmglocken an: „Aaaalter, nicht!“. Für einen kurzen Moment begann ich, ihn zu hassen.

Klaus fing an zu lachen und klärte uns auf. „Ich hab doch nur so getan!“.

„Puh, nochmal Glück gehabt“. Klaus wird doch nicht gehasst! Ich steckte es wieder sicher in meine Tasche und so langsam ging es auch wieder ins Auto.



Menschenmassen? Ach du kacke…



Im Nachbardorf war wegen Schützenfest einiges los und wir gehörten nun auch zu den Anwesenden Leuten. Klaus parkte das Auto und wir wägten noch ab, ob es in unserem Zustand ratsam wäre, sich auf diese Menschenmassen einzulassen. Mr. E und Mr. P waren dafür, Mr. T war allerdings absolut dagegen: 1. Wegen dem Zustand, 2. Wegen dem sehr gemütlichen Outfit (Jogginghose, weites T-Shirt usw.), was man nicht gerade als optischen Wohlfühldress bezeichnen konnte.

Ich selbst war ziemlich unschlüssig, aber trotzdem dafür, einmal über den Platz zu laufen. Als wir Mr. T überzeugt hatten, ging es auch schon los. Ein Marsch über die Dinohaut, die eigentlich ganz normaler Asphalt war, begann. Meine Blicke sprangen hin und her zwischen den Menschen und dem eigenartigen Untergrund, eben der rauen Dinohaut.

Viele Menschen um uns! Noch mehr Menschen um uns! Zu viele Menschen um uns!

„Ach lass zurück“. Unser Marsch dauerte nur wenige Minuten.

Vor dem Auto betrachtete ich noch einmal den Boden, dann stiegen wir ein und verließen das Spektakel wieder.



Irgendwann hat jeder Trip mal ein Ende, aber noch ist es nur der Roadtrip



Wieder in der Bude angekommen, machten wir Musik an und planten den weiteren Verlauf des Abends.

Mittlerweile war es dunkel und wir haben schon einige Stunden getrippt.

Klaus fragte Mr. P (Wohnungsbesitzer), ob er später bei ihm schlafen könne, denn er wollte auch noch etwas konsumieren.

Kein Problem, also wurde fix der Alkohol ausgepackt (bei Klaus mehr, bei uns Trippern weniger) und wir entschieden uns, wieder nach draußen an einen altbekannten Platz, etwa 500 Meter von der Bude entfernt, zu watscheln.

„Rauchen wir gleich was? Dann müssen wir noch Kippen holen“.

Der erste Kippenautomat tat es schon mal nicht, wäre ja auch zu schön, um wahr zu sein. „Dann nehmen wir halt den Nächsten“.

Wir kamen am geplanten Platz an, chillten noch etwas und packten nach einer Weile das Bau-Equipment aus… „Moment… Wir haben ja immer noch keine Kippen gekauft“. Verchecktes Pack!

Klaus und ich erklärten uns bereit, es am nächstgelegenen Automaten erneut zu versuchen. Nach mehreren Minuten Rumfuchtelei hat der scheiß Automat dann auch endlich die gewünschten Kippen ausgespuckt.



Jetzt konnte gebaut werden – „Mischkonsum, zeig, was du kannst!“



Noch ein kurzer Statusbericht zur Wirkung des Acid:

Ich fühlte mich weder richtig drauf, noch richtig nüchtern. Alles schien ziemlich kontrollierbar. Das Körpergefühl war nett und Optics gab es kaum noch. Die Wahrnehmung war immer noch intensiver: Der Boden, das gedämpfte Licht und die Sträucher und Blumen um uns herum waren schöner und lebendiger.



Dazu kam ein Joint.

Ich zog den Rauch in meine Lunge, ließ ihn da kurz verweilen und atmete wieder aus (achwas?! - The same procedure as every Joint).

Mr. P wollte immer noch nichts Neues konsumieren, also teilten wir uns die Tüte zu viert.

Um das kurz klarzustellen: Mr. P ging es nicht schlecht, im Gegenteil! Er hat nur später als wir sein zweites und drittes Pappendrittel genutzt.



Nun denn:

Die Wirkung des Dopes war in dieser Phase des Rausches alles andere als normal.

Von der Wirkung her war das kein Joint, sondern ein purer Blunt mit Extraportion Baaaam.

So viele wirre Gedanken. Viel zu viele, um sie auch nur ansatzweise alle auszusprechen. Sogar zu viele, um sie alle zuende zu denken.

Trotzdem versuchte ich, den Anderen zu erzählen, was da in meinem Kopf abgeht.

Die Folge dessen war allerdings keine Diskussion über die Gedanken meines verwirrten Denkens, sondern ein Lachkick der Superlative.

Einer der krassesten Lachkicks meines Lebens, gefolgt vom Nächsten und Nächsten. Immer wieder fing jemand an zu versuchen, sich das Lachen zu verkneifen, was zur Folge hatte, dass alles erst richtig losging.

Früher oder später war es dann aber auch Zeit für Numero zwei. Ich erspare mir an dieser Stelle die Erläuterung, wie ich einen Joint rauche und fahre mit der weiteren Wirkung fort:

Das wirre Gerede wurde fortgesetzt, genau wie das uns ewig begleitende Lachen.

Als wir alle zur Ruhe kamen, konzentrierte ich mich und starrte auf den Boden.

„Wow! Was geht denn jetzt ab?“. Das Dope schien die Wirkung des Acids zu potenzieren, denn jetzt fingen die Haluzinationen erst richtig an. Oh yeah, darauf habe ich gewartet.



Let’s go! Jetzt geht der Einzug ins Psychedelic Kingdom erst in die Hauptrunde



Ich sah eine Art Strudel, in dem sich viele kleine Sternchen drehten. Allerdings nicht intensiv und aufdringend, sondern leicht, aber deutlich sichtbar im Hintergrund. Die Farben schwankten zwischen blau, grün, lila, rosa und undefinierbar.

Alles war gut und wenn ich Lust auf ein paar Optics hatte, musste ich nur wenige Sekunden auf eine Stelle schauen. Wenn das nicht mal ein geiler Trip ist!

Ich genoss diese Sternenwirbel bis wir beschlossen, in die Bude zurück zu gehen, denn mittlerweile war es 3 Uhr morgens oder so.



Wenige Meter vor der Türe blieben wir stehen. Warum, weiß ich allerdings nicht mehr. Plötzlich fuhr ein Polizeiwagen an uns vorbei. „Fuck, wir sind immernoch voll drauf und haben Gras in der Tasche. Ruhig bleiben!“.

Als der Wagen außer Sichtweite war, rannten wir so schnell wir konnten zur Tür, schlossen sie hektisch auf und polterten die Treppe hoch. Wie dumm das war, fiel uns erst danach auf, weil wir nicht nur laut waren, sondern auch überall das Licht angemacht hatten.

Glücklicherweise blieb ein Drama aus und wir hatten keinen Kontakt mehr mit der Polizei.



Alles in bester Ordnung – kein Stress!



Wir schalteten die Glotze ein und zappten zu den Musiksendern. Das erste Video: David Bowie. „Ist das krank“, „was ist’n da los?“… Fragen schossen durch den Raum. Und nebenbei wurden meine Optics immer stärker.

Video Nummer zwei: Linkin Park – New Devide. Das Lied vom Transformers Soundtrack. Ein Genuss für die Augen: Farben und Formen verschwimmen ineinander. „Höhö das Video passt aber zu LSD“.

Nach diesen Videos wollte ich meinen Zustand noch einmal richtig genießen. Ich ging in den Schwarzlicht-Raum nebenan, legte mich hin und konzentrierte mich.

Die besagten Strudel wurden immer intensiver, aber nicht beängstigend. Das Schwarzlicht verwandelte alles in eine lilane Höhle. Generell eroberten jetzt die Farben sämtliche Gegenstände.

„Kann ich meine Hand auch lila färben?“

Ein Blick auf die Hand und Konzentration! Konzentration war dafür mittlerweile aber auch kaum noch nötig.

Es fing an mit den Fingern. Lila! Sie haben sich wirklich lila gefärbt!

…Und die „Farbe“ lief weiter langsam runter, bis zu meinem Handgelenk. Meine ganze Hand war nun lila, genau wie ich es wollte!

„So und jetzt sei wieder normal!“. Ich schloss die Augen kurz, schüttelte die Hand und die lilane Farbe war komplett verschwunden. „Geil!!!“



Euphorie aufgrund erwünschter Wirkung



Ich rief die Anderen in der Hoffnung, sie könnten an meinen grandiosen Erfahrungen teilnehmen: „Kommt mal rüber, richtig edel hier!“.

Wenige Sekunden später kam die Bande dann ins Zimmer gestürmt und legte sich neben mir auf die Matratze. Sie versuchten sich auf meine Anweisung hin auf einen Punkt im Zimmer zu konzentrieren. Ich weiß nicht, ob und in welcher Intensität sie etwas gesehen haben, aber anscheinend war ich der Einzige, der zu diesem Zeitpunkt noch solche heftigen Optics schieben konnte. Immerhin war der Erstkonsum schon etwa 10 Stunden her und ich hatte den ganzen Tag über nicht solche (!) optischen Wahrnehmungsveränderungen.



Fernsehen? – Nee, lieber das Potential der Farben nutzen!



Da im Wohnzimmer mehr Platz war, begaben wir uns samt Schwarzlicht zurück dorthin.

Im TV lief eh nur verwirrender Mist, daher tauchte ich einfach in meine Traumwelt ab. Die Schallplatten an der Wand drehten sich leicht und wurden von der Wandfarbe verschluckt. Die Farbe lief wie bei meiner Hand langsam von außen nach innen.

Die Wohnzimmerlampe hat einen weissen Schirm um sich. Dieser leuchtete natürlich heftig im Schwarzlicht. Allerdings war das nicht nur ein Leuchten. Es war eine Ansammlung mehrerer knalliger Farben, die strahlten, ineinander überliefen und etwas verdammt Magisches an sich hatten.

Dieser Film ohne Fernseher ging noch etwas weiter, bis wir alle nacheinander friedlich einschliefen.



Am nächsten Tag waren keine Neben- oder Nachwirkungen zu spüren. Natürlich gab es viel zu verarbeiten, dabei ging es uns allen aber gut.



Fazit



Trotz großem Respekt und anfangs leichtem Skrupel, waren das ein paar sehr kultige, abenteuerreiche, faszinierende und bunte Stunden.

Ich weiß nicht, wie viel Wirkung die Pappen verloren haben, weil sie vor dem Konsum mehrere Wochen herumgeschleppt wurden. Diese Dosis scheint mir aber für den ersten Trip optimal gewesen zu sein. Anfangs vermisste ich die richtigen Halluzinationen, die sich leider erst nach etlichen Stunden und Mischkonsum zu meiner Wahrnehmung gesellten. Als ich sie aber dann richtig wahrgenommen habe, war es umso schöner, da ich so etwas nicht mehr erwartet hatte.

Der Trip lief bei uns allen Vier kontrolliert und ohne schlechte Phasen (Bad Trip oder ähnliches) ab. Es war ein gutes Gefühl, einen nüchternen Tripsitter dabei zu haben, der sich glücklicherweise auch noch dazu bereit erklärte, so viel mit dem Auto zu fahren. Set und Setting haben gestimmt. Hätten sie das nicht, hätte ich auch nicht getrippt.

Sehr wahrscheinlich werde ich irgendwann einen zweiten Versuch mit hoffentlich frischeren Pappen wagen und mich auch dort wieder an die Wirkung herantasten und nicht direkt eine ganze Pappe nehmen.



Ich habe Alkohol absichtlich nicht bei den konsumierten Drogen aufgeführt, weil wir nur wenige Flaschen Bier verteilt auf mehrere Stunden getrunken haben.



Malen nach Zahlen

Ohne Stifte oder Pinsel

Farben erstrahlen

Ich drifte auf die Insel

Die Insel der Traumwelt

Wo die Realität ausfällt

Wo die Faszination beginnt

Wo die Intensivierung stimmt

(Ich)



…und raus!