Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:3.5g Stropharia Cubensis - Unbeschreiblich (langer Bericht)
Drogen:Psilocybinhaltige Pilze
Autor:Psylosoph
Datum:17.08.2004 00:00
Set:Gut gelaunt (1 Tag vor Ferien), stabile Gemütslage während dem Trip
Setting:Draussen, Waldrand mit Blick auf Dorf und Felder
Nützlichkeit:8,65 von 10 möglichen   (20 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Dosis, Set und Setting:

Es war Freitag früh Abends vor Sonnenuntergang. Mitreisender war mein guter Freund S., mit dem ich schon ein paar „Flüge“ hatte. Ich hatte zwar eine recht stressige Woche hinter mir, war aber total gut gelaunt, da ich am folgenden Tag mit meiner Freundin in die Ferien ging. Ich hatte an diesem Tag ausser einem Teller Salat mit Roastbeef zum Mittagessen nichts gegessen. Ich wusste einen schönen Platz am Waldrand mit schöner Aussicht Richtung Dorf auf der einen Seite und Richtung Felder und Wald auf der anderen Seite. Das Wetter war schön; blauer Himmel mit ein paar wenigen Wolken. Ich hatte für uns jeweils 3.5 Gramm Mexikaner (Stropharia Cubensis aus Eigenanbau) abgewogen, welche wir auf dem Fussmarsch (ca. 30 Minuten) von meiner Wohnung zum vorher beschriebenen Platz assen. Wir nahmen immer wieder eine kleine Portion von der abgewogenen Dosis und kauten diese 5-10 Minuten ehe wir sie runterschluckten. Ich vermute, dass ich aus diesem Grund einen intensiveren Trip hatte, verglichen zum letzen Mal, wo ich von den gleichen Pilzen 4.5 Gramm hatte und die Pilze nur kurz kaute und runterschluckte.



Vorbereitung / Aufstieg:

Mein Freund S. kam nach 18 Uhr zu mir in meine Wohnung. Wir waren beide bestens gelaunt und rauchten erst mal einen Joint, ehe ich die beiden 3.5 Gramm Portionen Mexikaner holte, welche ich schon zu einem früheren Zeitpunkt abgewogen hatte. Ich sagte S., dass ich einen schönen Platz weiss, der mir geradzu ideal schien. Also beschlossen wir so gegen 19 Uhr uns auf den Weg zu machen und die Pilze unterwegs zu essen. Der Weg führte uns hauptsächlich durch ruhige Wohnquartiere, abseits von der Hauptstrasse. Kurz bevor wir unser Ziel erreichten, kamen wir an der Friedhofskapelle vorbei, deren Vorplatz aus welleförmig angeordneten Pflastersteinen bestand. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits alle Pilze gegessen und ich spürte bereits eine leichte, hauptsächlich körperliche Wirkung (weiche Knie, leichtes Kribbeln und minimale Bauchschmerzen). Als wir nun über diesen kleinen Vorplatz liefen, geschah etwas Unerwartetes. Für etwa 10 Sekunden, war ich vom Muster auf dem Boden regelrecht gefangen und fasziniert. Ich sah für diesen Moment nicht mehr die Steine auf dem Boden und war auch nicht mehr dort. Es war beinahe so als ob die Pilze kurz Hallo sagen wollten und für einen kurzen Moment die volle Wirkung zeigten. Doch als S. fragte was los sei, war ich sogleich wieder zurück von diesem ultramini-Trip und ich erzählte es ihm und musste dabei Lachen weil ich es irgendwie lustig fand. Wir setzten unseren Weg fort und mussten über diverse Dinge lachen. Schliesslich kamen wir zu dem von mir vorgeschlagenen Platz, breiteten unsere Decken aus, setzten uns erst mal hin und rauchten einen Joint, den ich Zuhause noch vorgedreht hatte.



Der Flug:

Wir sassen nun also da und rauchten gemütlich den Joint. Es begann zu dämmern und die Sonne stand am Horizont. Vor uns ging ein leichter Hang abwärts, an dessen Ende eine grosse Wiese mit Obstbäumen und dahinter Getreidefelder waren. Links davon etwas weiter weg standen die ersten Häuser des Dorfes und rechts in der Ferne weite Felder, die Strasse zum nächsten Dorf und parallel dazu ein Fussweg durch die Felder. Der Himmel leuchtete in einem kräftigen blau und weiss. Wir lagen auf unseren Decken und schauten in den Himmel und unterhielten uns. Ich fühlte wie die Wirkung stärker wurde. Ein warmes Gefühl durchströmte mein Körper und ich nahm die ersten optischen Veränderungen war. Die Obstbäume vor uns schienen sich zu bewegen, schon fast ein Tanzen, und die Farben der Bäume und Felder begannen sich zu verändern. Durch mein Blickfeld flitzten kleine Farbflecken und die Wahrnehmung schien allgemein intensiver zu werden. Ich sass da und beobachtete die tanzenden Bäume und merkte, dass die Felder um die Bäume sich ebenfalls veränderten. Es sah aus wie Wellen die durchs Wasser ziehen. Ich legte mich wieder hin und schaute in den Himmel, der nun meine ganze Aufmerksamkeit auf sich zog. Die Wolken nahmen lustige Formen an und verwandelten sich wieder in Wolken. Die Wolken glühten förmlich von der gerade untergegangenen Sonne und der Himmel läuchtete in einem kräftigen blau. Die Optics wurden stärker. Ich sah komplexe geometrische Formen am Himmel und die Farben schienen ständig zu Wechseln. Ich fühlte mich sehr gut und extrem mit der Umgebung verbunden. Ich sass kurz hin, und wollte mich vergewissern wie es S. ging. Er lag neben mir, die Augen in den Himmel gerichtet mit einem grossen und zufriedenen Grinsen im Gesicht. Ich sagte ihm wie schön es hier doch sei und dass ich ich wunderschöne Optics sehe. Er sah mich nur kurz an, nickte mit dem Kopf mit einem Lächeln im Gesicht und sagte dass es ihm genauso geht. Ich nahm ein Schluck Wasser aus der Flasche und legte mich wieder hin, die Augen in den Himmel gerichtet. Die Formen am Himmel nahmen nun an Komplexität zu und ich fühlte mich extrem geborgen und liess alles auf mich wirken. Ich sah ein kompliziertes Netzwerk an geometrischen Formen und etwas dass ich nur als DNS Doppelhelix beschreiben kann. Ich war vollkommen überwältigt von den Formen, Farben und Mustern die ich sah und von der schönen warmen Energie, welche ich in mir spürte. Ich sagte S. zwei drei Mal wie wunderschön und faszinierend meine Optics sind und dass diese viel internsiver seien als beim letzten Mal (wo es bereits ganz dunkel war als die Wirkung einsetzte). Kurze Zeit später sagte S., er müsse kurz ein bischen aufstehen und paar Schritte laufen, da er sich ein wenig unwohl fühlte und leichte Magenkrämpfe hatte. Ich niggte kurz mit dem Kopf und sagte er solle ein bischen Trinken und versuchen, nicht an das Bauchweh zu denken. Dann legte ich mich wieder hin und beobachtete weiter den Himmel. Ich dachte ich wäre bereits beim Maximum angekommen, aber dem war gar nicht so. Ich sah nun eine Art rundes Bild/Muster, das irgendwie zwischen Himmel und mir zu schweben schien und die Farben immer wieder wechselte. Es erinnerte mich stark an Bilder die ich aus Büchern über die Azteken und die Mayas kannte. Als ich wieder in Richtung Felder und Bäume blickte, sah ich nur lustige Kreaturen sich im Meer bewegen, welche den Wellengang mit den Armen nachahmten. Davor sah ich permanent das runde aztekische Bild, welches sich in Form und Farbe immer wieder änderte. Ich kann mich daran erinnern ein paar mal ein erstauntes „Ohh“ oder „Wow“ von mir gegeben zu haben. Ich fühlte mich wie in einer anderen Welt. Auch meine Selbstwahrnehmung hatte sich zu diesem Zeitpunkt stark verändert. Das „Ich“ stand im Hintergrund und ich hatte das Gefühl, dass noch jemand (ausser S.) da war. Ich konnte niemanden sehen, fühlte aber stark eine andere Gegenwart. Auch hörte ich auf einmal Geräusche. Erst dachte ich eine Mücke fliegt mir ständig um die Ohren, aber bei genaurerem hinhören, hörte es sich eher wie sehr schnell sprechende Stimmen an. So als ob man ein Gespräch auf Tonband ganz schnell laufen lässt. Ich lag da und konnte mich aufgrund der unglaublich intensiven Eindrücken und Gedanken kaum noch bewegen. S. fragte mich ob alles in Ordnung sei, was ich mit einem Lächeln und Nicken bestätigte. Ich schloss ich die Augen und was ich dann sah, ist schwer in Worten zu beschreiben und ist zum Teil nur noch wage im Gedächtnis. Ich war in einem weiten dunkeln Raum. Vor mir sah ich einen Art Wirbel (sah so ein bischen aus wie ein kleiner, langsamer Tornado vor der Seite aus). Der Wirbel war rot und bestand aus ganz vielen kleinen Teilen die so aussahen, wie Wassertropfen in der Schwerelosigkeit (ausser dass die Tropfen eben rot waren). Dahinter etwas weiter weg sah ich zwei weitere solche „Wirbel“. Obwohl das etwas düster und etwas bedrohlich wirkte, empfand ich keine Angst, auch weil ich immer noch die vorher erwähnte „Gegenwart“ spührte. Ich schaute mich weiter um in der dunklen Weite und sah ein paar mal kurz mich bzw. meinen Körper in einem merkwürdigen Zustand. Er war wie eingefroren, d.h. bewegte sich nicht, und dennoch waren die Augen aufgerissen und auch der Mund war geöffnet. Es sah fasst so aus als wäre ich während dem Ausstossen eines lauten Schreies eingefrohren worden. Aber das ganze hatte nichts Negatives an sich. Ich sah wieder die roten Wirbel, welche sich nun auf die Seite schoben und den Blick auf etwas anderes freigaben. Ich ging darauf zu und fand mich plötzlich in einem runden Gang oder Tunnel wieder. Es war eher dunkel, aber nicht bedrohlich. An den Wänden waren gleichmässige geometrische Formen, welche sich manchmal zu vielen grossen Augen veränderten und wieder zurück in geometrische Muster. Je weiter ich in den Tunnel hineinschaute, umso heller wurde er gegen sein Ende, auch wenn ich das Ende nicht sehen konnte. Ich bewegte mich langsam durch diesen Tunnel und war total fasziniert und fühlte mich, trotz den Augen die mich immer wieder anschauten, sehr wohl, gelöst und einfach nur positiv geladen. Ich hatte ein Gefühl von „auf dem richtigen Weg sein“. Ich weiss nicht mehr genau ob ich mich bis an das Ende des Tunnels bewegte bzw. das Ende erreichte, aber das nächste an was ich mich erinnere, ist eine Frau die vor mir auf dem Boden sass. Sie war viel grösser als ich (ist zwar schwer zu sagen, da ich keinen eigentlichen Körper besass). Sie sah zwar menschenähnlich aus, war aber doch kein Mensch. Es war eine Art Mischung zwischen Mensch und einer Buddha Statue und hatte etwas göttliches an sich. Sie sass da, schaute mich an und lächelte. In ihren Armen hielt sie ein schlafendes Kind bzw. Baby. Ich schaute sie nur an und fühlte dass alles in Ordnung ist.



Der Abstieg:

Das Nächste an das ich mich dann erinnere ist wie ich meine Augen wieder öffnete. Es war inzwischen ganz dunkel geworden. Es waren mind. 3 Stunden vergangen, aber ich hatte das Gefühl, es lagen nur 20 oder 30 Minuten zwischen Schliessen und Öffnen der Augen. S. lag neben mir und schaute mich an. Ich sagte ihm: „Du kannst dir nicht vorstellen wo ich war und was ich Unglaubliches gesehen habe.“ In dem Moment merkte ich, dass ich keine Worte finden würde, die das beschreiben könnten, was ich soeben erlebt habe. Ich merkte wie die Optics abnahmen und ich langsam runterkam. Ich rauchte eine Zigarette und trank ein wenig Wasser während S. aufstand und ein bischen rumspazierte. Als er zurückkam schlug er vor, dass wir uns auf den Heimweg machen könnten, da es ja schon sehr dunkel und spät sei. Mir gefiel die Idee ein bischen Bewegung zu haben und durch das Dorf nachhause zu laufen. Also packten wir unsere Decken ein (wofür wir etwa 10 Minuten brauchten) und liefen los. Zwar waren die Optics noch da, aber bei weitem nicht mehr so intensiv wie zu Beginn, was ich aber als angenehm empfand. Die intensive Wahrnehmung blieb und auch das angenehme positive Gefühl. Als wir durch das Dorfzentrum liefen, kam ich benahe nicht mehr aus dem Staunen raus. Die Kirche, an der wir vorbei kamen, wirkte so kräftig und gross und massiv, aber zugleich auch positiv, warm und beruhigend. Auch der Rest des Dorfes mit seinen Lichtern und wenigen Menschen die noch unterwegs waren strahlte etwas Gutes aus. Als wir bei mir Zuhause ankamen (es war so um Mitternacht), sassen wir erst mal gemütlich hin und ich versuchte einen Joint zu drehen, was mir dann auch tatsächlich gelang. Wir fingen an dieses „Meisterwerk“ zu rauchen und dann kam auf einmal mein Mitbewohner C. von einer Party nachhause. Er war ziemlich angetrunken, aber bei bester Laune. Er setzte sich zu uns hin und wir unterhielten uns alle noch eine Zeit lang. Ich hatte noch immer leichte Optics. Wenn ich zum Beispiel auf die Vorhänge schaute, hatte ich das Gefühl das diese sich langsam hin und her bewegten. Auch schaute ich mich im Spiegel an als ich aufs Klo musste und merkte das mein Gesicht ständig leicht änderte. Wir sassen dann noch sicher zwei Stunden da, unterhielten uns und rauchten noch zwei drei Joints. Irgendwann verabschiedete sich S. dann und machte sich auf den Heimweg. Und auch ich drehte mir noch einen letzten Joint und ging dann ins Bett. Es dauerte auch nicht lange und ich konnte einschlafen.



Tag danach:

Als ich erwachte hatte ich Kopfschmerzen, was ich aber auf zu wenig Trinken während dem Trip zurückführe. Ich sass dann erst mal ein wenig hin, rauchte ne Zigarette und trank viel. So nach einer Stunde verschwanden die Kopfschmerzen und ich fühlte mich ausgezeichnet.