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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Psy-lvester in Amsterdam
Drogen:Mischkonsum von Ecstasy, Cannabis und Speed (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:exkonsu
Datum:11.01.2010 13:02
Set:Untergrund Psytrance Party in Amsterdam
Setting:Amsterdam, ganz gut gelaunt doch recht unkommunikativ
Nützlichkeit:8,28 von 10 möglichen   (32 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Um mich herum ist es still. Zu still. Die Ruhe ist unangenehm, irgendetwas fehlt. Die Musik fehlt. Die stampfende Kick der meine Beine durchfährt und der Bass der meinen Bauch und meinen Rücken herunter rollt. Es war ein wunderschönes und vor allem interessantes und aufschlussreiches Sylvester.



Alles begann vor ca. 6 Tagen. Da ein Freund von mir in Amsterdam studiert fragte er mich ob ich mitkommen wolle und nach zirka 10 Sekunden Bedenkzeit sagte ich natürlich zu….Wie es wohl die meisten machen würden.

So packte ich das Wichtigste für ein paar Tage ein und wir fuhren los. Die Fahrt dauerte zirka 6 Stunden und schon war ich im Land der freien Kiffer. Da mein Kumpel dort schon seit zirka einem Jahr dort wohnt musste ich mein Graß nicht im Cofeeshop kaufen sondern konnte es von Privatpersonen beziehen. Für 50 Euro kaufte ich einen prallen Beutel Weed, das dürften so 14 Gramm gewesen sein. Für den Sylvesterabend kaufte ich dort auch 4 Ecstasy.



Es waren blaue Herzen mit ungefähr 140 mg MDMA pro Pille. Die Leute in Amsterdam schwärmten für diese Tabletten und ich freute mich sie zu genießen.

Doch ich war auch leicht ängstlich, wie jedes mal vor einem Drogenrausch. Ich weiß dann nicht was passieren wird, wie die Wirkung wird, wie ich mit der Party und der Droge harmoniere.



Die PsyParty war in Amsterdam in der Danzigerbocht. Ein Komplex der aus einer riesigen Lagerhalle und einem Bürogebäude besteht und schon seit Jahren von Hippies, Punks und Behinderten Leuten besetzt ist. Wir kamen dort zirka um 23 Uhr an und rauchten wie immer ein paar Joints. Zu dem Level meiner Stonedheit kann ich nur sagen dass ich high war wie der Himalaya. Es fiel mir sehr schwer English mit den Leuten zu reden und die Musik behinderte mich dabei die Leute zu verstehen aber ich genoss einfach die Musik und schaute mir die Leute an die nach und nach eintrudelten. Die DJ`s waren zwei ältere Hippies und ein junger Kerl. Sie spielten Psytrance wie er sein muss. Schnell und Hart und doch gleichzeitig so Harmonisch und Zart.



Ich beschloss ein Teilchen zu essen. Brach aber ein Eckchen des Herzens ab um eine Dosis von ungefähr 100 mg MDMA zu haben. Die spülte ich mit einem Bier herunter, es war übrigens das einzige Bier das ich an diesem Abend trank.

Meine Beine zogen mich förmlich vor die Bühne und ich tanzte los. Ich tanzte verhalten und ruhig und fühlte mich gespannt auf die Wirkung der Tabletten. Rauchte einen Joint, aber das tat ich durchgehend deswegen werde ich es jetzt nicht mehr erwähnen.



Meine Beine fingen an zu zittern und ich fühlte mich fern von mir selbst. Ich weiß nicht ob die Entfremdung ein Flash vom Graß war oder schon der Anfang des MDMA. Ich war leicht verunsichert davon. Dieses Gefühl dass so gar nicht auf diese Party passte kenne ich, aber eben nicht von Party`s. Ich tänzelte und tänzelte und im Laufe kurzer Zeit steigerte sich das MDMA immer mehr und mehr.

Doch die Wirkung war anders als sonst, vielleicht lag es an der Reinheit oder der Menge die ich genommen habe aber ich war auf einmal in einer anderen Dimension. Die Halle verzerrte sich immer wieder und der Boden wurde zu einer Dreidimensionalen Pyramide. Das bunte Licht wurde wärmer und wunderschön.

Meine Fähigkeit mit anderen zu kommunizieren nahm noch weiter ab, war schon fast nicht mehr vorhanden. Meine Gedanken erschienen mir so klar und gut artikuliert. Mein Hirn funktionierte…Doch wenn ich versuchte zu sprechen hörte ich meine eigene Stimme nicht und konnte keinen richtigen Satz bilden, nicht auf Deutsch und erst recht nicht auf Englisch. Ich hatte auch keine Lust mich zu Unterhalten und darum blieb ich vor der Bühne und tänzelte. Mein Kumpel machte sich glaub ich Sorgen um mich, weil er dachte es gefällt mir nicht auf der Party. Doch mir ging es so wie es sein sollte. Ich war seltsam, komisch, angeturnt vom Scheitel bis zu den Fußnägeln. Mittlerweile war es sagen wir mal 4 Uhr.



Dieser Rausch war wie ein verzerrtes, im Zeitraffer durchlaufendes Jahr. Die Gefühle (in einer extremen Intensität) wechselten sich blitzschnell ab. Mal war ich einsam und verloren in der Menge der tanzenden Menschen und dann ging ich wieder in dieser Menge auf und war einer von ihnen. Und so war es auch mit Euphorie und Traurigkeit, Angst und Sicherheit, „Normal“ und „Abgedreht“, Nervosität und Ruhe. Es war aufregend, wie eine Achterbahnfahrt nur dass man die Schienen nicht sieht und nicht weiß wo es lang geht und was als nächstes passiert.



Ich nahm zirka um 4.30 Uhr noch mal eine Tablette mit ungefähr 100 mg MDMA.

Mein Kumpel war mittlerweile auf so ziemlich jeder Droge die ich kenne (LSD, Ketamin, MDMA, Weed, DMT, Speed, Koks…) und war immer am umherlaufen und machte sich scheinbar immer noch Sorgen um mich und kam immer wieder mit etwas Speed um mich aufzupeppeln. Das Speed ziehen die Leute dort von einer Schlüsselspitze und im Vergleich zu dem was ich an deutschem Speed konsumiere um eine Wirkung zu erzielen, waren zwei solche Schlüsselspitzen wie eine oder zwei Riesen Lines von deutschem Speed.



Die Menschenmenge in der ich immer noch tänzelte ohne mich seit ungefähr 4 Stunden von der Stelle zu bewegt zu haben, verwirrte mich sehr oft.

Da war dieser riesige Kerl, bestimmt an die 2 Meter groß, mit einem Indianer Federschmuck Kopfteil. Er schaute mich an, ich schaute zurück…lange Zeit.

Dann war da dieses Hippie Mädchen das geweint hat, aber sich nicht schämte sondern offen ihre Tränen fließen lies. Die geistige Freiheit des Mädchens freute mich so sehr, dass mir auch ein paar Tränen des Glückes über die Backe rannen.

Und überall verschiedene Leute, in Bunten Kleidern, die einfach nur tanzen und lachen. Die Altersbreite lag schätz ich mal zwischen 10 Jahren und 70 Jahren.

Es waren mittlerweile (so um 6 Uhr) viele Leute auf der Party…Ich würde schätzen es waren 200-300.



Seit 23.00 Uhr war ich nun auf der Tanzfläche, ohne jegliche Unterbrechung. Das waren nun also 6-7 Stunden. Ich setzte mich neben einen großen Ofen welcher der einzig warme Platz auf der Party war. Der Weg dorthin war sehr wackelig, da meine Waden durch die Anstrengung des Tanzens extrem zitterten. Es fühlte sich außerdem an als laufe ich ein Stückchen über der Erde.

Mein Tabak und meine Blättchen waren im Lauf der Nacht leer geraucht worden. Doch da ich kein Englisch mehr konnte war es sehr problematisch nach Papers zu fragen…Irgendwie schaffte ich es dann und baute mir einen (wirklich unansehnlichen) Purjoint. Der Geschmack war unglaublich lecker und das Gefühl des kratzigen Rauchs der in meine Lungen strömte tat richtig gut.





Ich entspannte mich und genoss die Wärme, den Anblick des Feuers und vor allem den Anblick der Leute die mich umgaben und tanzten. Die Musik erzeugte in meinem Kopf Geschichten ohne dass ich aktiv denken musste.

Ein kleiner Junge packt seine Schultasche, verabschiedet sich und fährt mit dem Fahrrad zur Schule…Ich sah diese Geschichte vor meinen geschlossenen Augen und sie erschien mir äußerst real. Immer wieder tauchten solche Geschichten auf und ich wechselte immer wieder zwischen meinen Tagtraumgeschichten und der Party. Mein Kumpel kam immer wieder mit dem Speed und ich nahm ein paar Nasen.



Eine Welle von Glück und Euphorie überkam mich und ich begab mich wieder auf die Tanzfläche…Davor nahm ich noch eine ganze Tablette von dem 140mg Ecstasy.

Es war nun zirka 11 Uhr, 1 Januar 2010…Immer wieder kamen Leute zu mir und wünschten mir ein „Happy new year“. Doch oft wusste ich gar nicht was die Leute von mir wollten.



Ich tanzte noch bis 17 oder 18 Uhr und setzte mich dann wieder neben den Ofen. Mein Kumpel meinte dass meine Gesichtskrämpfe echt sehr bedenklich aussahen, ich merkte relativ wenig davon…Ich versuchte nur immer wieder aktiv den Druck von meinem Kiefer zu nehmen indem ich meinen Mund leicht offenstehen lies. (lol, muss echt komisch ausgesehen haben). Ich unterhielt mich immer wieder kurz mit den Menschen doch mein Englisch war nach wie vor unmöglich, geschweige denn dass ich die anderen verstanden hätte. Ich konnte mich extrem schlecht konzentrieren.



Ich driftete immer weiter und weiter in die Tag Traum Welt ein. Manchmal dachte ich kurz ich bin zuhause und sah auch alles vor Augen und redete mit meiner Schwester. Ich war zufrieden. Körperlich und Psychisch ausgelaugt, aber zufrieden über die Situation. Einfach nur chillen, kiffen und die Leute anschauen.

Mein Kumpel kam öfters vorbei und musste mich teilweise ein paar Mal ansprechen bis ich reagierte. Ich hörte ihn zwar und schaute ihn an aber ich war so tief in meiner Traumwelt versunken dass ich es nicht realisierte. Irgendwann brachte er mir ein Sandwich, es schmeckte ganz gut und die Konsistenz der einzelnen Zutaten fühlte sich klasse in meinem Mund an. Aber ich hatte keinen Appetit, so legte ich die hälfte davon einfach irgendwohin, in der Überzeugung dass sich jemand darüber freuen würde. (Der Platz war im nachhinein betrachtet allerdings ziemlich verdreckt…wahrscheinlich liegt das Sandwich heute noch dort.)



In dem Traumzustand chillte ich noch bis um 0 Uhr und dann fuhren wie Richtung Heimat. Bei meinem Kumpel in der Wohnung rauchten wir noch eine Bong und ich zog drei Köpfe…Ich erreichte einen Zustand der Stonedheit wie nie zuvor. Die Wirkung des Weeds wurde durch den Schlafmangel und ausklingenden MDMA Rausch extremst verstärkt. Meine Augen fielen zu.



Ich hatte noch einige Tage recht starke aber nicht sehr unangenehme Nebenwirkungen unter anderem Schlafstörungen, keinen Appetit und eine extreme allgemeine Verwirrtheit. Das kann aber auch an den zirka 20 gramm besten Marihuanas gelegen haben die ich in den 5 Tagen verraucht hab.

Nach 3 oder 4 Tagen und viel Schlaf war ich wieder fit.

Wieder einmal hat mich MDMA mit seiner Wirkungsvielfalt und der empfundenen Tiefgründigkeit der Gedanken und Gefühle während des Trips fasziniert.

Lasst MDMA nicht zu einer „Druffi-Druffi-Druff-Druff-Druff“ Droge verkommen, falls dies bei euch noch nicht passiert ist.



Liebe Grüße -exkonsu






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