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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Die Wahrheit stirbt und dein Körper gehört ihr
Drogen:Engelstrompete
Autor:anonym
Datum:30.06.2010 15:41
Set:ängstlich, erwartungsvoll / leichtsinnig, respektlos
Setting:abends See / zu Hause
Nützlichkeit:8,66 von 10 möglichen   (90 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Einleitung:



Eins gleich vorweg: Dies ist nicht ein einzelner Tripbericht, sondern eher ein allgemeiner Erfahrungsbericht über die Brugmansia.

Als ich ein kleines Kind war, hatten wir eine solche Pflanze im Garten und über den Winter auch bei uns im Wohnzimmer. Ich erinnere mich, dass meine Mutter mir sagte, dass diese Blume sehr Giftig sei und ich mir die Hände waschen soll, wenn ich sie nur schon berührt habe und dies dringend bevor ich meine Hände in den Mund nahm oder mir die Augen damit reibe. Schon damals fand ich dieses Gewächs Imposant und wunder schön, auch wenn ich nur schauen durfte.

Als ich später um ihre Psychodelischen Kräfte erfuhr, war für mich klar, dass ich diese Pflanze unbedingt erforschen wollte. Ich hatte bis dahin schon meine ersten Erfahrungen mit Cannabis und auch mit Pilzen gemacht. Gerade weil ich die Pilze nicht sehr gut vertragen habe (sie schlagen bei mir im Nachhinein enorm negativ auf die Psyche), wollte ich etwas ausprobieren, das Halluzinationen versprach. Schnell kam ich auf die Brugmansia. Ich studierte alles über sie was ich durchs Internet, Bibliotheken und Bekannte an Informationen erhalten konnte. Viele Bekannte rieten mir dringend von ihrem Genuss ab. Auch auf diesem Forum fand ich natürlich einiges an Tripberichten, von welchen auch hier die meisten negativ ausfallen. Ich bekam einen riesen Respekt vor ihr und trotzdem wollte ich nicht klein bei geben.



Hier muss ich wohl noch anfügen, dass meine Mutter ein Studium in der altchinesischen Pflanzenheilkunde absolvierte und deswegen auch einiges über Rohdrogen und ihre Wirkung weiss. Als ich sie jedoch nach den Nachtschattengewächsen und ihren Kräften fragte, bekam ich nur einen finsteren Blick und die Bemerkung „Ich weiss um Heilkräuter Bescheid und nicht um Toxische Pflanzen, welche höchstens tödlich sein können“. Jedoch gab sie mir ein Wissen um zahlreiche Pflanzen mit, welche als Antitoxin verwendet werden können. Insbesondere Süssholz (Glycyrrhiza inflata) war für mich zu einem oft verwendeten Mittel geworden, um nach zu viel Kiffen oder einem Alkoholrausch wieder auf die Beine zu kommen. ich habe bis heute nicht genau herausgefunden, an welchen Stoffen dies liegt, ich wusste einfach dass es hilft und auch für Experimente mit der Engelstrompete sollte mir das Süssholz von grossem Nutzen sein. Meine Mutter billigt es natürlich in keiner Weise, dass ich ihr Wissen aus ihrer Sicht „missbrauche“. Aus diesem Grund lies ich auch die Idee eine eigene Engelstrompete in den Garten zu setzen fallen. Sie wäre von Anbeginn an wohl sehr skeptisch gewesen.



Nach einem langen theoretischen Studium, machte ich mich also an die Vorbereitungen. Ich wollte versuchen was die Engel so alles trompeten konnten. Ich machte zahlreiche Orte in unserer Region aus, an welchen ein solches Exemplar leicht zu ernten war. Zu meiner Überraschung fand ich ganze acht Pflanzen, an welche ich ohne Probleme hinkam, teils sogar ohne direkt Privatgrund betreten zu müssen. Ich erntete anfangs wenig, nur so viel wie mir für eine Begegnung mit ihrer Macht für nötig schien. Da das Rauchen der getrockneten Blätter schon subtile Wirkung versprach also vorerst sechs Blätter (je zwei von derselben Pflanze) und eine Blüte. Die Blätter liess ich trocknen.

Die Blüte (Stück für Stück, alle 30min wieder) ass ich;

Setting: Abends am See mit Kollegin

Set: leicht ängstlich, erwartungsvoll, gut vorbereitet (eine Kanne Süssholztee in starker Konzentration bei mir)

Die Wirkung blieb jedoch aus. Vielleicht weil ich nicht wirklich bereit war. Vielleicht weil ich stets wieder am Süssholztee nippte. Vielleicht weil ich eine Blüte mit niedrigem Wirkstoffgehalt erwischt hatte.

Als die Blätter später getrocknet waren, benutzte ich sie als Rauchstoff zusammen mit Tabak. Auch bei diesen Versuchen schaute ich, dass ich stets vertrauenswürdige Personen und Süssholz um mich hatte. Doch die Wirkung trat nie ein. Selbst als ich anstelle von Tabak Cannabis in die Rauchmischung gab (Ich hatte dies anfänglich gemieden, da viele von schlechten Erfahrungen mit dieser Mischung berichten), konnte ich nicht mehr wahrnehmen, als ein krasses Kifferhigh trotz verhältnismässig schwacher Dosis. Echte Hallus oder andere stärkere Sinnesveränderungen blieben aus. Ich verlor jeglichen Respekt vor der Engelstrompete. Ja ich war richtig verärgert über die wilden, Gefahr verheissenden Berichte.



Eigentlicher Tripbericht:

18.9.09 – Ich ging mit Freunden an ein MagicTheGathering Draft-Turnier (Ein Fantasy-Sammelkartenspiel, welches ich allen die genügend Geduld haben um eine Reihe von Regeln und Ausnahmeregeln zu lernen sehr empfehlen kann.) Ich wusste es würde länger dauern und deshalb nahm ich mehrere Plastiktüten mit. Heute Nacht wollte ich ernten. Die meisten Brugmansien hatten ihre volle Grösse erreicht und einige waren schon dabei ein wenig welk zu werden. Kurz vor Mitternacht verliessen wir das Lokal und ich schwang mich auf mein Fahrrad. Um ca. 1h kam ich zu Hause an, die Tüten gefüllt mit 18 Blüten & 23 Blätter von acht verschiedenen Pflanzen. Alle schön separiert, damit ja keine Verwechslung der versch. Individuen stattfinden konnte. Diesmal ging es mir nicht darum eine treffende Dosis zu erreichen, sondern Vorrat zu häufen um meine Experimente über die Winterzeit fort zu setzten. Ich machte mich auch gleich daran die Blüten und Blätter zu präparieren und in den Dörrtrockner zu legen. Aus irgendeinem spontanen Irrwitz packte ich eine der grösseren Blüte eines wunderschönen Exemplars, hackte sie klein und warf sie in eine Tasse (grosse Tasse 4dl) mit brühendem Wasser, ein bisschen Honig dazu und liess sie dann da stehen bis ich meine Dörrvorbereitungen abgeschlossen hatte. Bis dahin hatte der Tee gut gezogen und ich…

(Set: euphorisch von der gelungenen Ernte und dem tollen Spielabend, leichtsinnig und respektlos)

trank als Belohnung bei mir in der Küche…

(Setting: Zu Hause, mitten in der Nacht ca. 1h30, Eltern & Geschwister schlafen)

…einen frischen Engelstrompetenblütentee.

Danach fiel mir doch noch ein, dass es gescheiter wäre noch etwas Süssholztee bereit zu stellen nur für alle Fälle dachte ich. Mit dem Süssholztee ging ich auf mein Zimmer. Ich lag da las ein Buch und wartete eine gute halbe Stunde, dann wurde ich extrem müde, ansonsten keine Wirkung und ich dachte mir, dass es wohl einfach spät sei und ich jetzt schlafen wolle. Milde enttäuscht (Die vorigen male ging ja auch nicht mehr) legte ich mich hin und schlief auch sehr schnell ein. Ich erwachte später und merkte wie mein Mund grauenvoll trocken wurde. Nie hätte ich so viel kiffen können um eine solche Holzfresse zu bekommen. Meine Haut fühlte sich irgendwie gebläht an und mir war kalt und heiss. Ich rappelte mich auf und trank auf der Toilette ein wenig Wasser. Bis auf meine Physische Unbehaglichkeit war alles in bester Ordnung. Und ich beschloss weiter zu schlafen ohne vom Süssholztee zur Giftneutralisierung zu trinken. Ich hätte es besser wissen sollen. Ich registrierte auch Rötungen der Haut, welche zweifellos von der toxischen Wirkung zeugten und doch unternahm ich nichts dagegen und lies es geschehen.

Ich konnte noch einmal einschlafen doch erwachte wieder (Zeitangaben hier nicht möglich) Von nun an war alles anders, ich meinte bei klarem Verstand zu sein, während nun in meinem Zimmer undefinierbare Geräusche wahrzunehmen waren. Ich hatte keine Ahnung was dies sein könnte und wollte nach ihnen suchen. Nach einem Spaziergang durch einen Tropenwald fand ich auch ein Licht das die Geräusche verursachte. Als ich es berührte war es weg und ich erschrak fürchterlich. Ich wurde mir erst jetzt bewusst, dass ich tief in einem Trip steckte und mich aus Irgendwelchen Gründen unter meinen Schreibtisch gekauert hatte. Ich konnte mich irgendwie sammeln. Ich war (dachte ich zumindest) wieder bei Sinnen ich legte mich ins Bett. Nun wollte ich zur Beruhigung doch vom Süssholztee. Doch mein Körper gehorchte mir nicht mehr. Mit aller Willenskraft zwang ich mich die Thermoskanne mit dem Antitoxin zu erreichen, ohne Erfolg. Doch plötzlich schnellte mein Arm so stark hervor, dass die Kanne (glücklicherweise verschlossen) quer durch mein Zimmer flog. Ich schaffte es ungestüm die Kanne zu öffnen und mir den heissen Tee einzuflössen. Ich merkte wie mein Herzrasen nachliess und ich mich wieder eher sammeln konnte. Während mein Geist wieder klarer wurde, war es für meinen Körper erst der Anfang. Ich fühlte mich wie von aussen gelenkt, als hätte eine riesengrosse, unsichtbare Puppenspielerin mich als Marionette erwählt. Ich schaute hilflos zu, wie mein Körper Verrenkungen vollzog, welche weder Sinn noch Ziel enthielten. Mindestens viermal torkelte er Richtung Toilette und setzte sich auf die Schüssel ohne dass dazu Grund bestand. Ich konnte es einfach nicht unterbinden und ich bekam Angst. Was wenn mein Körper Dinge tat die unwiderrufliche Schäden anrichteten? Wenn er sich aus dem Fenster stürzen würde? Ziellos stolperte ich so durch unser Haus. Die Halluzinationen setzten wieder ein. Zahlreich. Meist waren es Leute aus meiner Schulklasse die da spielten, mich anquatschten, mir Dinge an den Kopf warfen oder ähnliches. Irgendwann legte ich mich total erschöpft nieder.



Ich fand mich um ca. 6h in der Frühe nackt auf dem Boden unseres Bades wieder. Mir viel ein, dass ich um 10h in unserem Bandraum zur Probe erscheinen soll. Es war erst 6 und doch schlafen konnte ich nicht, ich war immer noch benommen. Ich duschte. Wieder Hallus (Ein Klassenkamerad steht neben mir in der Dusche und erzählt mir etwas über Biologie. Ich schrie ihn an, er soll seine Klappe halten. Erst als ich meine eigene Stimme, klar vernehmbar im Raum hörte, erkannte ich, dass dies ein Trugbild war. Ich räumte mein Zimmer auf und ging dann in die Küche um etwas zu trinken. Glücklicherweise waren meine Eltern noch nicht erwacht. Die hätten schnell bemerkt, dass etwas nicht stimmte, denn ich war hundemüde, mir war elend und meine Augen spielten verrückt. Einmal wollte ich Licht machen im Badzimmer ich war so geblendet, dass ich nichts erkennen konnte. Die langsam aufgehende Sonne war wie ein Geschenk im Vergleich zu den gleich grell erstrahlenden Glühbirnen. Meine Pupillen waren zwei klaffende Löcher und meine Augiris ein schmaler blauer Streifen darum. Ich konnte nicht essen, trinken ging so knapp. Ich trank eine Menge Wasser brühte mir noch einmal einen Süssholztee, trank diesen und ging dann auf den Zug um rechtzeitig bei der Probe zu sein. Auf dem Zug traf ich auch schon auf eine Kollegin, welche heute zum „Bandbesuch“ kommen wollte (Ich hatte es doch längst wieder vergessen). Sie schnallte in den ersten paar Sekunden, dass ich nicht nur schlecht geschlafen hatte oder so was in der Art. Auch meine Bandkameradinen schnallten es auf Anhieb. So erzählte ich also alles was ich zu diesem Zeitpunkt wusste.



Was so ziemlich dasselbe war, was ich nun euch berichtete. Doch die Eigenschaft der Engelstrompete ist anders als die von beispielsweise Pilzen. Sie lässt dich ALLES wahrnehmen wie sie will und gibt dir niemals auch nur den kleinsten Raum selbst zu interpretieren oder wahrzunehmen. Wer ein Halluzinogen anderer Art als Alkaloid Scolopamin/ Atropin zu sich nimmt. Wird immer noch erkennen können, dass es sich um eine Halluzination handelt. Doch eben oben gennante Gifte lassen dich teils sogar wahre Dinge als Halluzination wahrnehmen und umgekehrt. Nur was „wirklich“ in Erinnerung bleibt und mit der Realität im Nachhinein nicht vereinbar ist nimmst du als Halluzination war. Und so musste ich nach dem ich von meinen Bandleuten in einen Brunnen mit kaltem Wasser geworfen wurde (wohl aus Frust weil ich in diesem Zustand nicht Schlagzeug spielen konnte), mich an eine Hauswand übergeben hatte und sie mich gezwungen hatten Brot zu essen und Wasser zu trinken, so einiges in Erfahrung bringen was unmöglich schien. Ich musste mich in der vergangenen Nacht rasiert haben. Zu meinem Erstaunen gründlich und sauber. Mein Zimmer, welches ich am Morgen aufgeräumt haben soll, war ein riesen Chaos. Ich hatte mir das Aufräumen so stark eingebildet, dass ich erst beim Anblick meines Privaten Chaos erkannte, dass ich keinen Finger krumm gemacht hatte. Im Gegenteil. Im Abfall fand ich erbrochenes. Neben meinem Bett lag das Rasiermesser, mit welchen ich mich rasiert haben musste. Mein Bettlacken war aufs übelste verschnitten. Meine Eltern waren sehr wohl erwacht und zwar schon als ich durch das Haus irrte. Mein Vatter stand auch auf und auf die Frage, was denn los sei, soll ich nur geantwortet haben, dass ich durstig sei und trinken wolle. Er hielt mich für einen Schlafwandler und brachte mich zu Bett. Am Morgen hätten sie mich im Badzimmer fluchen gehört, sich aber nicht weiter gefragt, da sie dachten, ich hätte mir den Zehen gestossen oder so.



Fazit:

Ich hatte ein irrsinniges Glück (uf guet schwiitzer dütsch: es AFFESCHWEIN)Ich war alleine, meine Eltern nicht in der Lage zu handeln (sie schliefen & waren uninformiert). Dank meiner ersten Misserfolge hatte ich einfach jegliche Vorsicht fahren lassen und mich an den Rand des Verderbens gebracht. Ich hatte noch tagelang Probleme mit meinen Augen: die typischen Symptome der Weitsichtigkeit waren bei mir zwar nicht so extrem, wie es andere berichteten. Ich konnte immerhin schon am Abend des 19. wieder Lesen. Dafür war ich noch bis Ende der nächsten Woche extrem Lichtempfindlich. Nie wieder würde ich die Macht dieser Pflanze unterschätzen. Ich habe keine Angst mehr vor ihr, doch einen noch grösseren Respekt, als ich ihn durch die Berichte von aussenstehenden erhielt. Ich hatte doch noch nicht genug von dieser Pflanze. Zwei Monate liess ich jeglichen Kontakt mit ihr ruhen. Doch Dann setzte ich die Experimente fort. Inzwischen beschränke ich mich jedoch auf das Rauchen der getrockneten Blätter und Blüten von welchen ich heute noch einen kleinen Vorrat habe. Engelstrompete mit Cannabis zu strecken ist eine super Methode, wenn das Gras langsam alle ist. Es reichen kleine Dosierungen von etwas Weed mit der Brugmansia und etwas Tabak um ein High eines gut gefüllten Joints zu erreichen.

Vielleicht wage ich es noch einmal mir einen solchen Tee zu brauen, aber was feststeht: Nie mehr würde ich so idiotisch spontan handeln, nie mehr so etwas durchziehen ohne mindestens zwei Tripsitter an meiner Seite. Hauptsächlich zur Sicherheit, aber auch um im Nachhinein besser fest zu stellen, was ich erlebt habe und was auf dieser Welt in der Zeit geschah. Vorerst aber habe ich immer noch so einiges von diesem Trip zu verarbeiten, bevor ich mich in ein solches Abenteuer wage. Insbesondere die Puppenspielerin macht mir heute noch Angst. Doch dank ihr weiss ich nun ganz sicher: Diese Welt besteht nicht aus Tatsachen, sie besteht aus individuellen Wahrnehmungen und den Konstruktionen, welche wir durch die wenigen Tatsachen erbauen.



Anmerkung:

Sollte irgendwer, der diesen Bericht gelesen hat, auf die saublöde Idee kommen einfach mal aus Spass sich eine Brugmansiablüte zu pflücken, zu essen oder als Tee zu trinken, geniesst es oder verreckt daran. Denn es sollte allen zu jeder Zeit bewusst sein, dass diese Pflanze, ob nun in der Aufzucht oder im Konsum, ein Respekt gebührt. Ich rate allen die zu faul, zu dumm oder zu respektlos sind um sich tiefgehend mit dieser Pflanze zu befassen die Finger von ihr zu lassen, oder wenigstens sich auf das Rauchen ihrer getrockneten Blätter oder Blüten beschränken. Danke

Kommentar von Sirportalez (Traumland-Faktotum), Zeit: 30.06.2010 17:33

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