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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Ein Tag in Absurdistan
Drogen:Mischkonsum von LSD und Cannabis (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:exkonsu
Datum:27.07.2010 19:24
Set:nicht ausgeschlafen, stoned, angetrunken, experimentierfreudig
Setting:ein paar Freunde, im Wald, in der Stadt, in Absurdistan
Nützlichkeit:8,67 von 10 möglichen   (39 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Ein Tag in Absurdistan



Mein erster LSD Trip fand an einem Sonntag vor wenigen Tagen statt. Am Abend zuvor waren wir auf einer Party, auf der minimalistische Techno-Musik gespielt wurde und hatten massig gekifft und getrunken. Ohne Schlaf und immer noch angetrunken fuhren wir also früh morgens zurück zu mir nach Hause und ich beschloss spontan einen trippigen Tag einzulegen.



Im Nachhinein erscheint es mir ziemlich leichtsinnig und regelrecht dumm das LSD (gute Qualität, umgangssprachlich „Shiva“ genannt, insgesamt 2 Filze) gegessen zu haben aber was soll ich machen. Ich glaube der Alkohol und das kiff der Nacht taten seinen Teil dazu…

Ist ja zum Glück alles gut gegangen. Ich glaube die Spontaneität des Trips verhinderte auch dass sich in mir eine große Angst oder Nervosität aufbaute…Allerdings würde ich jedem davon abraten. Es ist bei solchen Experimenten immer auf Set und Setting zu achten! Das nächste Mal wird ich mir das auch eher zu Herzen nehmen.



Ich saß also nun zuhause auf meinem Bett und packte die Trips aus, während mein Kumpel Sarkas auf der Toilette war. Ich entschied mich scheinbar erstmal anderthalb Trips zu essen und einen halben für später aufzuheben. Meine Erinnerung ist sehr getrübt (bzw. zu abgedreht um es zu artikulieren), was den Anfang und einen Teil des Trips angeht.

Sarkas und ich trampten in die nahegelegene Kleinstadt. Ab hier ist alles sehr absurd und kaum noch in meinem Gedächtnis vorhanden….Sarkas musste noch zu der Mutter einer Freundin um dort etwas zu helfen. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt setzte glaub ich die Wirkung ein. Während die anderen Umzogen erforschte ich die Wohnung (die mir eigentlich sehr bekannt ist).

Ich war extrem fasziniert von allen Kleinigkeiten die mir sonst nie auffallen. Die Wohnung fühlte sich anders an. Das ganze Haus fühlte sich anders an. Die Welt fühlte sich anders an….Willkommen in Absurdistan!



Ich weiß nicht mehr ob ich mit der Mutter der Freundin geredet habe oder nicht. Sprache nahm für mich einen sehr abstrakten Charakter an, weil ich es eigentlich egal fand was gesprochen wird und nicht mehr viel mit den Aussagen von andern anfangen konnte…Irgendwann, nach unbestimmbarer Zeit gingen wir los um an einem kleinen Bach mitten im Wald in unserer Nähe zu chillen/trippen.

Zeit hatte jegliche Bedeutung verloren. Stärker als ich das je zuvor erlebt hatte. Ich schaue normalerweise öfters mal auf die Uhr um mich zeitlich zu orientieren aber an diesem Tag erschien mir das unsinnig, auch weil die Zeiger auf der Uhr keinen Sinn mehr ergaben. Die Zeit an sich schien keinen Sinn mehr zu ergeben.



Auf dem Weg zum See (kleiner Bach) gingen wir noch bei Subbelub vorbei um ihn abzuholen. Die Wirkung war nun extrem stark und ich verlor immer mehr die Hemmung meine scheinbar für die andern unverständlichen Gedanken auszusprechen. Immer wieder schauten mich die andern beiden an: „Waaaaas?“^^.

Ich sah im ständig morphenden und im Wind wehenden Haus die kleine Schwester von Subbelub und beschloss sie eines Tages zu heiraten. Ob ich ihr das gesagt habe weiß ich nicht mehr X). Ich hoffe nicht, könnte aber schon gut sein.

Sie erschien mir so wunderschön und süß, dass ich es kaum aushalten konnte.



Sarkas, Subbelub und ich machten uns nun also endlich auf den Weg in den Wald, wo sich für mich erst das ganze potenzial der 2 Trips (zwischenzeitlich hatte ich den letzten halben auch noch gegessen) erschloß…Die erste Zeit war ich noch sehr mit meiner Umwelt beschäftig. Ich lachte und schickte mich mit Sarkas, an Subbelub hab ich keine Erinnerung zu dieser ganzen Zeit. Er war für mich nicht mehr sichtbar.



Sarkas sah aus wie ein Biene und summte vor mir herum. Er wechselte sein Aussehen zwischen verschiedenen Personen. Oft sah er aus wie sein Vater, manchmal wie ein kleiner Junge. Aber er schien mir äußerst sympathisch zu sein. Der beste Begleiter für einen Trip den ich mir jetzt vorstellen kann. Zu dieser Zeit, seit der Einnahme müssten nach meinen Rekonstruktionen nun zirka 2-3 Stunden vergangen sein.

Ich erforschte den Wald, war fasziniert von allem. Alles war so flüssig, weich und liebenswürdig. Ich kann mich nicht mehr erinnern viel gesprochen zu haben aber gelacht haben wir zuhauf.



Das Gefühl war unfassbar. UNFUCKINFASSBAR! So etwas hatte ich noch nie erlebt. Das so zu empfinden und zu denken möglich ist wusste ich davor nicht. Ich schrie es in den Wald hinaus: „Waaaas geeeeht hier eigentlich ab?!?!“. Es war unfassbar was hier im Wald passierte…

Alles wurde immer absurder. Ich dachte ich wär in einem eigenen Land, einer andern Welt, einem andern Universum. Ich hatte das Mysterium von Absurdistan entdeckt. Meine Welt. Hier gehörte ich hin. Hier war alles unwichtig was je passierte und was je passieren wird und trotzdem hegte ich großes Interesse dafür.



Ich fragte mich ständig was passiert wenn irgendwo irgendjemand irgendetwas tut. Bald fing ich an fast jedes Wort durch „irgendwo/irgendwann/irgendjemand“ zu ersetzen. Wir waren nun am kleinen See in der Wildnis (kleiner Bach im Stadtwald) und Subbelbu war auch wieder sichtbar geworden.

Sarkas ging irgendwo spazieren und ich unterhielt Subbelbu mit unsinnigen Tätigkeiten wie z.B. alle meine Zigaretten auszupacken und um mich zu legen etc.

Mir erschien es alles allerding auf eine absurde Art sinnvoll.

Immer wieder schrie ich vor Euphorie da es mir egal war was passiert, wer ich bin, wann ich bin. Die pure Freiheit. Gestern, Heute und Morgen wurden eins….Verschiedene Personen an die ich dachte und mit denen ich aus irgendeinem Grund unbedingt in den Wald gehen wollte verschmolzen zu einer Person und in mir.



Ich erzählte Sarkas öfters mal das ich Schizophren geworden bin und das meine Familie schon seit Jahrzehnten in der Eisenbahn auf dem Berg wohnt. Absurde Vorstellungen und Tagträume kamen und gingen und ich schrie sie wahnsinnig lachend in den Wald hinaus. Vielleicht wäre es besser gewesen ich hätte den Joggern auch etwas LSD angeboten, ob ich sie gefragt hab weiß ich nicht genau.



Ich stapfte durch den kleinen Bach und genoss das Gefühl des kühlen Wassers. Es war ein sehr heißer Tag. Ich wusste nicht wie wir nach Afghanistan gekommen waren darum musste es Absurdistan sein. Ich liebe mich. Ich liebe meine Schwester, über alles. Der wichtigste Mensch meines Lebens. Sie ist ich und ich bin sie. Wir können unsere Gedanken lesen, sogar über diese Entfernung.



(An dieser Stelle ist anzumerken dass meine Schwester und ich tatsächlich unsere gegenseitigen Gedanken fühlen können)



Ich liebte diesen Platz Erde, der sich Absurdistan nannte. Absurdistanistan. Absurdistanistanistan. Ich fügte immer mehr anistan hinzu weil ich meinen Freunden zeigen wollte wie unernst es mir damit war.

Zusätzlich zu unserem Aufenthalt in Absurdistan war zufälligerweise auch noch Gegenteiltag. Ich dachte ich musste Schizophren geworden sein, aber ich hatte kaum Angst.



Irgendjemand muss nun irgendwas tun das wir uns irgendwie fühlen….Warum machen wir uns so abhängig von Menschen und Umständen die Kilometerweit entfernt ist. Hier ist es doch so schön, hier bleiben wir für immer. Auf jeden Fall wollte ich bis Gestern bleiben, Morgen dauert mir zu lang. (Was in mir vorging war überkrass).



Doch nach langer Zeit der Freiheit und Losgelöstheit von allem was ich bis dato kannte war es Zeit wieder in die Stadt zu gehen. Irgendjemand wollte uns treffen um zu gewährleisten dass irgendwas passiert. Alles ist so wichtig und doch unwichtig zugleich. Die Welt erscheint mir als Mysterium und doch einfach. Atome die zusammenhängen und doch ein Wunderbares Konstrukt der Götter/der Evolution sind….Nun, nach zirka 10 Stunden stellte sich heraus, das Sarkas doch kein LSD genommen hatte und die ganze Zeit nüchtern war…Hüüüüüüäääääähhhh??????! Wie kann das sein. Wie kann das alles hier sein. Wie kann die Möglichkeit für das alles hier in zirka 200 mikrogramm LSD liegen. ABGEFAHREN!!!!!



(Entschuldigung für die verworrene Schreibweise, aber ich fühle/denke mich grade noch mal richtig in den Trip ein um es euch mitzuteilen).

Wir liefen also die zirka 4 Kilometer zurück. Es war sauheiß und irgendwie hatte ich auf einmal einen riesigen Rucksack auf. Sarka oder Subbelu mussten den mir irgendwann gegeben haben. Ich fing nun nach langer Zeit des Hemmungslosen Ausdrucks meiner Gedanken und Gefühle wieder an zu schweigen.

Mir wurde wieder grob bewusst wer ich bin und wann es ist. Das heißt ich wusste bewusst wann es ist (Sonntag abend), aber ich konnte es nicht einordnen. Eigentlich hätte ich zur arbeit fahren müssen, mit dem Zug natürlich. Aber es wäre mir unmöglich gewesen.



Wir trafen auf dem Weg einen andern Freund Röknidö. Er war sehr besorgt, da er glaub ich dachte ich hätte den Verstand verloren. Ich fragte ihn nach was zu rauchen und ob irgendjemand irgendwo das wohl gerne hätte. Damit meinte ich wohl mich.

Auf dem Weg in die Stadt traf auch Pappadu auf uns. Meine Freunde sahen alle recht normal aus, außer das ihre Gesichter leicht morphten, ich sah aber doch ihre Seelen und sie waren Wunderschön.

Alle Unbekannten sahen aus wie Männer. Jede Gruppe von Menschen die sich glaub ich Familien nannten sahen aus wie der Vater der Familie. Wirklich hässlich. In riesigen Stirnhöhlen liegende Augen starrten mich verständnislos an. „Psychopath, Psychopath“ hörte ich sie seelisch schreien…Doch wer ist der verfickte Psychopath hier. Ich oder ihr Freaks, die euch an einem wunderschönen Tag zwischen stinkend heißen Häuserschluchten zusammenquetschen.

Doch so manchen Fremden kannte ich auf eine absurde Art. Ich lachte ihnen zu und zeigte Victory. X). (Ich muss schon sehr strange gewirkt haben, aber hey, so sind wir Bürger von Absurdistan). So langsam wurde es mir zuviel mit den ganzen Menschen um mich und ich lief etwas schneller.



Ich hatte eigentlich während des ganzen Trips optische und sensorische Halluzinationen, die aber in meiner psychodelischen Gedankenwelt kaum Aufsehen erregten. Im Gegensatz zu dem was ich fühlte und dachte waren die Halluzinationen nur wie unwichtiger Glitter und Glämmer. Ich sah auch keine bunten Spiralen oder ähnliches, auch nicht wenn ich die Augen schloss. Alles morphte und bewegte sich allerdings und Muster verschwommen ineinander. Ich hatte mir LSD immer viel optisch bunter vorgestellt, das war es aber kaum. Farben die existierten wurden zwar viel intensiver und versuchten sich auszubreiten was sie auch teilweise schafften, aber ich sah keine Farben die nicht da waren. Es war aber auch kaum Zeit in mir um mich irgendwelchen CEV’s hinzugeben.



Wir waren bei Sarka angekommen und chillten dort auf dem Balkon. Der Trip nahm weiter ab, war aber immer noch sehr stark, nur dass ich nun nicht mehr alles hinauslassen konnte wie im Wald störte mich ein wenig und ich langweilte mich. Die Langweile kompensierte ich damit, dass ich immer wieder aufs Klo ging und das Badezimmer erforschte und dass ich auf eine gleichgültige Weise Schiss hatte irgendwas Materielles bei dem Trip verloren zu haben (im Nachhinein kann ich sagen dass ich nichts verloren habe). Ich redete nun kaum noch, da ich sehr müde war und eigentlich nur noch chillen wollte. Gleichzeitig hatte ich aber auch einen immensen Antrieb rauszugehn und die Welt weiter zu erforschen. Allein traute ich mich allerdings nicht.



Nun, beim Ausklingen des Trips fielen mir die optischen Effekte stärker ins Auge. Vieles morphte, verflüssigte sich und flirrte. Wir chillten noch eine Weile und ich beschloss auf keinen Fall am nächsten Tag in die Ausbildung zu gehen, da ich immer noch so verspult war.

Irgendwann wollte Sarkas schlafen, die andern waren zwischenzeitlich gegangen. Nun bekam ich doch etwas Angst dass ich nie mehr runterkommen würde weil die Wirkung immer noch sehr stark war. Die Einnahme dürfte so zirka um 9 gewesen sein und nun war es 23 Uhr. Aber ich wusste dass bei hohen Dosen LSD die Wirkung sogar noch länger andauern kann also wurde die Angst nicht sehr groß. Nur ein absurdes unbeeinflussbares Gefühl in meinem Hinterkopf.



Insgesamt fühlte ich mich nun echt am Arsch. Ausgelaugt, Müde und bereit zu schlafen. Ich schaute noch etwas absurd-tv. Fernsehen ist imo in LSD wirklich beschissen. Schnell, Laut, Nichtssagend, Stupide. Wie eine Karikatur. Grausig. Bäh. Gagga!



Irgendwann schlief ich ein, war am nächsten Tag körperlich und geistig noch sehr Erschöpft, aber am übernächsten Tag war alles wieder gut. Bis auf die Hinterlassenschaft des LSD. Meine Sichtweise hat sich nicht von Grund auf verändert. Nein. Ich bin noch der gleiche Mensch wie vorher.



Und doch sehe ich alles etwas leichter und lockerer. Ein großes Stück meiner lange praktizierten Ernsthaftigkeit bzw. Verkrampftheit ist von mir abgefallen. Der Tag in Absurdistan war ausgezeichnet. Eines der Eindrucksvollsten und Verrücktesten Erlebnisse das ich je hatte.



Ich hoffe der TB war einigermaßen gut zu lesen und nachvollziehbar und freu mich über Kritiken oder Anmerkungen. Das auszudrücken was ich wirklich dort in den Welten Absurdistans erlebte ist für mich fast unmöglich, aber dieser Text sollte ganz gut die Rahmenbedingungen des Tages darstellen an dem ich alles verlor und alles fand.



Cheers liebes Land der Träume : )






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