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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Preise den Schisselesrest
Drogen:Mischkonsum von LSD, MDMA und Cannabis (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:exkonsu
Datum:05.12.2010 11:15
Set:ausgelassene Feierlaune, nachdenklich
Setting:(mehr oder weniger) Dark-Psytrance Party mit Freunden
Nützlichkeit:8,97 von 10 möglichen   (99 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Die Welt sieht so wunderschön aus mit ihrem weißen Überzug. Als ergeben die Tannen und Berge und der Schnee auf ihnen ein wundervolles fraktales Muster. Wir sind auf dem Rückweg von einer Party. Zu zweit laufen wir den 3 km weiten Weg zu einem Kumpel und lachen uns darüber kaputt dass wir „dreckig einen wegkiffen“, „einen spliffen“, „mal wieder so richtig einen durchziehen“…Wir unterhalten uns schon seit Stunden darüber und erschaffen langsam das Bild eines richtigen Assis in unseren Köpfen….

Unhöflich, immer nur auf was zu kiffen aus, mit komischem Straßenslang…Immer weiter baut sich das Bild eines assigen Dauerkiffers in meinem Kopf auf, der, wenn die anderen beim Burger King sitzen fragt ob er ein bisschen Salz von den Pommes schnorren darf. Dummes Triviales Gelaber und Gelächter und das schon seit Stunden…und doch bin ich in meinen Gedanken gleichzeitig ernst und nachdenklich.

Ich frag mich was zur Hölle letzte Nacht passiert ist…und wo mein ganzes Acid hin ist. Ich kann mich nicht mehr erinnern wie viel ich davon gegessen habe. Naja, versuchen wir den ganzen Spaß mal zu rekonstruieren:

Um zirka 23.00 kommen wir auf der Party an. Die Deko ist atemberaubend: Ein runder Tanzflur, überall Laser und organisch geformte Tücher, die über die Tanzfläche gespannt sind. Ich fühle mich auf Anhieb wohl, die Musik ist bis auf einige Aussetzer der PA der HAMMER. Psychedelisch, schnell, rhythmisch und mystisch.

Ich hab 6 Trips eingepackt, von denen ich zwei meinem Kumpel gebe und eins selbst esse. (Merke für nächstes Mal: nicht so viel einpacken, ich verliere immer den Überblick darüber). Die Location ist groß und weitläufig, es gibt überall Sessel und lauschige Plätzchen und das gesamte Decokonzept passt. Meine wundervollen Freunde und ich fangen an zu tanzen und es ist wunderschön hier. Wir warten noch auf einige Leute die mit dem Auto anreisen… Mein Schwesterlein…die alte Partysau…Wo bleibt die nur…

Irgendwann bekomm ich Lust einen zu rauchen. „Hey, darf man hier kiffen?“-„ne man, nur draußen“, „darf man hier drehen“-„ja klar *breites grinsen*“. Ich dreh also einen und begebe mich vor die Tür.

„ACID!“ -„Gesundheit“.

Das LSD beginnt zu wirken. Alles verzerrt sich ins absurde und die Unterhaltungen werden immer angeregter. Ich hör mich selbst Wahnsinnig lachen, versuche irgendwas zu erzählen, doch alles was ich von mir gebe klingt so als wär ich ein Schwulenhassender Nazi. XD. Ich erzähle irgendwas „normales“ und weiß nicht ob es für meine Freunde Sinn ergibt, nur dass in allem versteckte rechtsradikale Botschaften stecken.

(Zur Information: Ich bin eher links eingestellt und mag Homosexuelle und Ausländer. Im Nachhinein weiß ich auch, dass ich niemanden beleidigte und diskriminierte. War nur eine Schickung.).

Es ist mir sowas von unangenehm, doch ich kann auch nicht aufhören. Wahrscheinlich ist es nur ein Hirngespinst und ich erzähle ganz normalen Schwachsinn…Doch ich werde den Gedanke, dass ich faschistische Botschaften aussende nicht los.

Verrückt über mich selbst lachend will ich wieder reingehen. Ich merke dass ich eine Muskelzerrung habe…Oder doch keine Muskelzerrung? Zerrt sich der Raum? Zerrt sich alles und verschmilzt und dreht sich auf den Kopf? Nein, doch alles normal. Oder doch nicht?

In meinen Gedanken herrscht ein ständiges hin und her zwischen der normalen Welt und anderen Dimensionen. Ich genehmige mir nochmal ein halben Trip.

WOOOSCH! Der Tanzflur hat nun eine andere Form als am Anfang. Eine unmögliche Form. Vorher war der Raum rund, nun ist er andersrum rund. Sehr schwer zu beschreiben. Oft wird der Raum zu einem Stern. Sehr viele wundervolle Muster bilden sich aus dem Raum und aus mir selbst.

Das LSD zerreißt mein Ego. Mich fetzt es in alle Ecken. Komische Gangster fragen mich nach Drogen, doch ich tu so als sprech ich keine Menschensprache. „*Unverständliches Gebrummel* ACID !“.

Der Trip ist dreckig und verwirrend. Unheimlich. Strange.

Kurz habe ich Angst, dass es keine unglaubliche Freude geben wird, sondern nur die Verzerrung von allem ins absolut Absurde. Doch der Bass wummert und die Freude kommt mit dem Tanzen. Ich hüpfe hin und her zwischen den Leuten. Ich kenne die mir Unbekannten und erkenne meine Freunde nur noch schwer. Wer ist was und was ist wer?

Mein Kumpel bietet mir eine Flasche mit MDMA-Gesöff an. Doch als ich die Flasche ansetze bin ich so fasziniert von dem Gefühl der Flüssigkeit, dass ich das MDMA vergesse. „Was? Hast du alles ausgetrunken?“…Ich raffs nicht mehr. Alles verformt sich ständig und ich finde mich immer wieder in Gesprächen wieder von denen ich nicht weiß wie es dazu gekommen ist. Wo bin ich überhaupt? Im Weltraum?

Es zerreißt mich, doch ich habe keine Angst. Alles hat seine Unordnung gefunden. Alles ist erfüllt von erleichterndem Unsinn.

Das LSD hat mir eine neue Welt eröffnet. Es zeigt mir deutlich, dass alles nicht nur auf einer Ebene abläuft sondern auf unendlich vielen Ebenen, aus unendlich vielen Blickwinkeln. Ich kann von überall aus denken. Der Tanz ist wunderschön, die Musik mittlerweile dark psychedelic. Ich fliege tanzend durch die Leute und lache. Alle lachen. Eine schöne Party. Der Großteil der Menschen ist auch schön, nur ein paar Pseudo-Gangster sind hässliche Monster geworden.

Auf einmal geht die Musik an und es ist morgens…WAS? Wo ist die Nacht hin? Und wo ist mein Geld und mein Weed? Stunden später stellt sich raus, dass mein Geld und mein Weed in meiner Hosentasche ist wo es auch hingehört…ich hab nur vergessen dort zu suchen. Hab ganz vergessen dass man das ja mit seinen Habseligkeiten macht. Schwupps, ab in die Tasche.

Meine Kleidung liegt zerknüllt auf einem Haufen in einer dreckigen Ecke. Wüäh. Warum zieh ich auch einen blendend weißen Pulli zu einer Party an? Draußen ist es saukalt, deswegen hab ich zwei Hosen für den Weg dabei, doch ich weiß nicht so recht wie ich sie anziehen soll. Deswegen pack ich sie unter meine Jacke. Der Türsteher (bäh, Psypartys mit Türstehern sind doch keine richtigen Psypartys) fragt mich was ich unter der Jacke hab. Ich zeig ihm die Hose und bepiss mich fast vor Lachen.

Draußen stehen meine Freunde und irgendjemand führt uns zum Bahnhof. Ich fühle mich wie ein kleines hilfloses Kind in der „normalen“ hellen und kalten Welt. Am Bahnhof laufen Bullen mit Maschinengewehren rum…Wo zur Hölle bin ich hier nur rein geraten. Maschinengewehre? Im friedlich beschaulichen Süddeutschland. Sind wir im Krieg?

Die Soldaten laufen vorbei und ich tue so als wär ich normal. Doch ich höre meine Stimme leise über die Bullen fluchen.

Und um der Situation die Krone aufzusetzen…um das Tortenstück, welches sich Leben nennt die Sahnehaube aufzusetzen sehe ich sie. (Nennen wir sie mal:) Libu! Libu mit der ich vor zirka 6 Jahren meine Tage im Park verbrachte steht da. Einfach so, nachdem ich sie 6 Jahre nicht gesehen hab… Ich freue mich sehr. Welches Jahr haben wir eigentlich 2003…2004? Der Trip ist voller Fragen und Verwirrung. Im Zug unterhalten Libu und ich uns kurz und ich bin fasziniert davon sie wiederzusehen. Ich fühle mich exakt wie damals und in mir baut sich das gesamte Leben von damals wieder auf.

Irgendwann steigt sie aus…Leider. Es wäre schön gewesen noch etwas zu quatschen.

Nach einer Stunde Fahrt kommen wir in einer Stadt nahe meiner Heimatstadt an. Pati ist zu einem Zyklop geworden. Ja, er hat nur noch ein Auge welches sein ganzes Gesicht ausfüllt.

Die gesamte Umwelt ist erfüllt von wunderschönen Mustern. Überall finde ich sie wieder. Doch vor allem in den lebendigen Dingen. Im Himmel und in den Pflanzen. Sie bewegen sich und leben. Die Bäume winken mir zu und bedanken sich als Stellvertreter der gesamten Natur dafür, dass wir das Leben mal wieder gefeiert haben. Das wir den Bass in die Erde stampfen. Immer und immer wieder. Irgendjemand muss es ja tun. Das Leben muss und will gefeiert werden.

Irgendwann finden wir zu der Bushaltestelle und warten auf den Bus…Im Bus bin ich nicht fähig dazu eine Fahrkarte zu lösen, weil mir auffällt, dass ich noch Geld hab und davon total fasziniert bin. GELD in meinem Geldbeutel…Ach so funktioniert das ja…hatte ich ganz vergessen. Der Busfahrer winkt uns durch…Ein netter Mann.

Bald sind wir da und gehen noch zu einer Freundin. Wir trinken Kaffee und unterhalten uns. Ich bin verwirrt weil wir im Flash einen Typ im Bus haben sitzen lassen. Echt scheiße. Richtig scheiße. Er tut mir unendlich leid…Unsere Gastgeberin sieht wunderschön aus. Ich glaube ich könnte stundenlang nur dasitzen und sie anschauen. Wundervoll. Warum vergeude ich eigentlich so oft meine Zeit mit Fernsehen wenn es doch so schöne Menschen gibt. Echte Menschen. Nicht Schauspieler gefangen in einem flachen LCD-Glaskasten. Im Zimmer hängt ein Spiegel. Ich betrachte mich darin und bin fasziniert von meinen Augen. Meine Augen sind wirklich schön und ich finde sie sind das Highlight meines Aussehens. Sie blicken mich verständnisvoll an. Ich verstehe mich. Nach der unendlichen Verwirrung der Nacht verstehe ich mich.

Nach ein- zwei Joints die wir noch zusammen genießen machen wir uns auf den 3km weiten Weg zu unserem Kumpel. Womit wir beim Anfang dieser Geschichte wären.

Die schneebedeckten Bäume bilden fraktale Muster und die Berge pulsieren stark vor sich hin. Als ob das Herz der Erde schlägt. Ich bemerke, dass es wieder überall schlägt, schon immer geschlagen hat und auch immer schlagen wird. In allem steckt Lebendigkeit, auch wenn ich das im Alltag nicht immer merke.

Der Weg kommt mir sehr lang vor. Doch wir kommen irgendwann an und endlich kann ich mich mal hinsetzen und ordentlich chillen. Die Wirkung des LSD ist immer noch sehr präsent. Die erste Einnahme dürfte nun ungefähr 11 Stunden zurückliegen. Nachgelegt habe ich glaube ich noch einen Trip und das MDMA aus den Getränken.

Ich lege mich auf den Boden und schließe die Augen. Unglaubliche dreidimensionale Bilder zeichnen sich vor meinem inneren Auge ab. So gern würde ich beschreiben was ich sah, doch es ist mir nicht möglich. Kein Wort kann das beschreiben. Doch es ist auch nicht nötig. Man muss nicht alles in Worte pressen. Manchmal reicht es auch einfach zu genießen und zu schweigen.






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