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AutorBeitrag
» Thread-Ersteller «
Traumländer

dabei seit 2013
589 Forenbeiträge

  Geschrieben: 05.06.17 12:50
Hallo,

konnte über die Suchfunktion kein allgemeines Thema zur Therapie finden.
Ich befinde mich momentan in einer stationären Therapie und komme hier nicht so gut klar. 90% sind da wegen Auflagen und ich habe den ganzen Tag nichts zu tun und dadurch Suchtdruck. Ich wollte wieder arbeiten gehen und habe daher gedacht in eine ambulante Therapie zu wechseln.
Hat jemand von euch Erfahrung damit? Wie sieht es mit den Kosten(trägern) aus? Müsste ich bei einem Wechseln die Zeit hier selber zahlen?
Würde mich über allgemeine Erfahrung zur Therapie freuen.

Gruß
Alles was ich schreibe ist rein fiktiv.
Traumländer

dabei seit 2012
17 Forenbeiträge

  Geschrieben: 02.04.18 15:14
Bin gerade in einer ähnlichen Situation und stelle mir ziemlich genau die selben Fragen. Zusätzlich kam mir aber noch die Frage ob in diesen Einrichtungen überall nur 20-30 Minuten Einzelgespräche die Woche vorgesehen sind?

Freue mich auf jede Antwort, danke schonmal im Voraus!
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Traumländer



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  Geschrieben: 16.10.18 13:49
Peasen!
Da ich auch keinen allgemeinem Thread zum Thema Therapie finden konnte, meld ich mich mal hier zu Wort. Hab vor knapp anderthalb Monaten eine ambulante Reha beantragt und die würde abgelehnt mit der Begründung das es unter Substitutionsbehandlung nicht möglich sei. Bin leider bei der Rentenversicherung Bund, Braunschweig Hannover hat da nicht solche Probleme. Einspruch eingelegt etc., trotzdem keine Zusage.
Dann kam ich vor zweieinhalb Wochen wieder in eine Entgiftung weil ich ziemlichen Mist mit Dissos gebaut habe. Kam von der intensiv direkt in die Entgiftungsklinik. Hier hab ich mich dann entschieden die Zeit sinnvoll zu nutzen und mal wieder vom Pola zu entgiften und habe nebenbei erfahren das es möglich sei direkt im Anschluss, über das so genannte Nahtlosverfahren, in eine stationäre Therapie zu wechseln. Vorrausgesetzt man findet einen Platz. Hab dann die Liste vom Sozialdienst abtelefoniert und die Weser Ems Klinik in Oldenburg gefunden. Steht erst seit letztem Jahr und ist recht modern. Kostenzusage kam wegen dem Nahtlosverfahren innerhalb von 5 Tagen.
Am 24.10. geht es dann los. Icb bin echt mal gespannt ob ich es wirklich packe danach die Opiate weg zu lassen. Andere Substanzen sind ja echt kein Problem für mich. Heroin habe ich jetzt zwar auch schon relativ lange nicht mehr genommen, aber war halt auf Pola unterwegs. :/
Ich werde auf jeden Fall zwischendurch ein Feedback über die Klinik geben und wie es mir da so geht. 26 Wochen sind bewilligt worden, erfahre in ein paar Tagen wie lange der Aufenthalt wirklich dauern wird.
Drückt mir die Daumen. :)

LG Eule
Wir kommen durch den Schornstein rein wie Santa,
doch wir haben Hochsommerzeit und keinen Dezember!
Du studierst gerade Jura im sechsten Semester,
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Moderator



dabei seit 2012
2.289 Forenbeiträge

  Geschrieben: 16.10.18 15:18
zuletzt geändert: 16.10.18 15:40 durch Pharmer (insgesamt 3 mal geändert)
Ich kenn das auch sehr gut sowohl von meiner ersten stationären Therapie als auch von der in der ich mich jetzt grade befinde.
Ich hab selbstverständlich keinerlei Vorurteile gegenüber Leuten die aus dem Knast kommen - grundsätzlich finde ich dass niemand nur wegen Drogen im Knast landen sollte und würds denen auch gönnen so bald rauszukommen wie möglich - aber vor allem in meiner Therapie vor 5 Jahren haben die schon dafür gesorgt dass eigentlich den ganzen Tag nur über Drogen geredet wurde. Ging mir damals auch schon manchma auf den Sack.
Hier wo ich jetzt bin ist es damit nicht ganz so schlimm, dafür sticht mir hier umso mehr ins Auge das viele von den 35ern eigentlich nur die Haftverkürzung wollen und dementsprechend ihre Zeit hier nur absitzen - den ganzen Tag nur rumgammeln, nicht an sich arbeiten wollen, ihre Aufgaben nicht erfüllen und die meiste Zeit kindisch-pampig drauf zu sein.

Meine Methode damit umzugehen ist schlicht und ergreifend mich von ihnen abzusondern und mein eigenes Ding durchzuziehen. Da eine meiner Hauptproblematiken ist nicht mit Einsamkeit umgehen zu können passt das eigentlich ganz gut zu meinen Therapiezielen. Ich versuch einfach mir meinen Tag abseits vom Therapieprogramm selbst mit schönen Dingen zu füllen, lese viel, treib viel Sport und geh wahnsinnig viel spazieren - bin selbst verblüfft wie schön ich es auf einmal finde mal ohne Musik in den Ohren durch einen sonnenerleuchteten Herbstwald zu spazieren und dem Rauschen der Blätter zu lauschen; hätte nie gedacht dass ich das ohne bekifft zu sein mal so genießen würde^^
Natürlich kommt man manchmal nicht drumherum sich mit den Chaoten auseinanderzusetzen. Ab und zu konfrontier ich die Leute durchaus auch mal mit dem was mich so stört wenns mir zu bunt wird - was auch viel mehr Erfolg hat als ich gedacht hätte - aber das ist mir manchmal einfach zu anstrengend. Gibt auch zu viele Kleinigkeiten die mich stören, als dass ich die dauernd ansprechen könnte - dass die Teeküche aussieht wie Sau, obwohl ich sie die Woche davor, als ich den Dienst hatte, täglich blitzblank geputzt hab zum Beispiel. Letztendlich ist das aber auch eine Frage dessen ob ich es mir zu meinem Problem mache oder nicht. Ich lern langsam öfter mal auf sowas zu scheissen, mich nicht gleich zu heftig zu ärgern und vor allem, mir davon nicht in meine eigene Therapie reingrätschen zu lassen.
Man kann das alles auch als Teil der Therapie sehen; man wird durchaus später auch mit solchen Dingen umgehen können müssen.

Es hilft sich vorher genau über die Therapieklinik zu informieren, in die man gehen will, sie sich eventuell auch mal vorher anzuschauen. So ein Vorstellungstermin mit Besichtigung der Klinik war bei der Einrichtung in der ich gerade bin sogar Pflicht. Die Rehaklinik Freiolsheim in Baden-Württemberg nimmt Leute aus ganz Deutschland auf und ist wirklich sehr zu empfehlen, hat aber eine sehr lange Warteliste (mit 6 Monaten muss man im Augenblick schon rechnen)
Aber selbst wenn ihr nun in einer Klinik mit Leuten seid die ihr garnicht abkönnt - vergesst nicht, so ein paar Monate sind im Nu um. Einfach durchhalten, und versucht dran zu wachsen statt euch davon nerven zu lassen.

Ich muss auch echt sagen dass ich Leute die den Paragraph 35 nutzen ohne wirklich clean werden zu wollen absolut nicht verstehen kann. Klar ist Knast nicht angenehm, aber dort kann man wenigstens rumgammeln soviel man will und kommt durchaus auch gut an Drogen ran - in Therapiekliniken hat man volles Programm den ganzen Tag welches für jemanden der nicht clean werden will natürlich übelste Zeitverschwendung und nervig wie Sau ist, muss die ganze Zeit über clean bleiben und muss wenn man dann rauskommt noch zum Bewährungshelfer und UK's abgeben...wer nur möglichst bald wieder druffen will ist echt besser dran einfach Endstrafe zu machen.

@Eule: Ich drück dir gleich beide Daumen und die großen Zehen noch dazu.
Du hast ja schon genug Erfahrung um zu wissen dass der schwerste Teil eigentlich die Zeit direkt nach dem Therapieaufenthalt ist; nicht dass ich dich entmutigen will, aber ich denke man muss sich das immer wieder vor Augen führen um diese Phase überstehen zu können.
Ansonsten wäre Feedback von der Klinik sicher auch wünschenswert, da gibt es schon wesentliche Unterschiede in der Qualität die zwar auch personenabhängig verschieden wahrgenommen werden aber für Leute die in eine bestimmte Klinik wollen sicher nicht irrelevant sind.

Hast du auf dem Pola denn auch regelmäßig geturnt oder eig nur in Substi?


Half the fun is learning!
Traumländer



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  Geschrieben: 16.10.18 18:01
Pola hab ich echt nur aus den medizinischen Zwecken genommen und nie zum turnen. Also wirklich nur in der Substi oder wo ich noch nicht in der Substi war eine minimale Dosis um nicht entzügig zu sein. Da reichten meistens auch schon 3-4ml. Weiß auch nicht warum das so ist, aber mir taugte Pola für nichts anderes als Substitution.
Ja, ich hab jetzt mal überlegt, der letzte Heroinkonsum ist knapp dreieinhalb Wochen her, aber der Druck kommt ohne Pola garantiert wieder und da erhoffe ich mir einerseits durch die Therapie, das ich einen gewissen Abstand aufbaue und zu lernen die Techniken anzuwenden die ich eigentlich schon kenne um den Opiathunger zu unterdrücken, bzw. ihn auszuhalten. In Oldenburg kenne ich auch absolut niemanden zu dem ich könnte und ich glaube per Post würde ich es nicht wagen was zu bestellen, also Stoff jetzt.
Gerade ebend hatte ich mit meiner besten Ausgang und saß sogar daneben wo sie sich einen gesetzt hat und konnte es noch relativ gut ohne aushalten, ist schon ein ziemlicher Erfolg für mich. Sie konnte halt leider nicht anders und ich meinte auch zu ihr das sie auf mich jetzt nicht unbedingt Rücksicht nehmen muss. Bekam heute aber halt auch noch Pola, nur wird das Morgen das letzte mal sein und ab dann bin ich mit meinem Kopf relativ allein. Klar hab ich Leute zum Reden, aber ich bin so ein Mensch der wenn er sich was in den Kopf gesetzt hat, es auch tut.
Wie die Zeit nach der Therapie wird, weiß ich nicht. Auch nicht ob ich in meine alte Stadt will. Eigentlich schon, aber die Vergangenheit hat gezeigt das es da nicht wirklich klappt. Zum Glück hab ich viel Zeit mich damit auseinander zu setzen. :)
Danke dir auf jeden Fall. Zuspruch tut zugegebener maßen schon gut.

LG Eule
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Traumländer



dabei seit 2013
3 Forenbeiträge

  Geschrieben: 07.11.18 11:27
Hallo
Ich bin seit 2 Monaten in der Fachklinik Eiterbach in Therapie 4 Monate habe ich noch vor mir.
Davor habe ich 3 Monate Entgiftung im Zfp Reichenau gemacht.
Also hier in Eiterbach find ich es gut Ausgeglichen. Man hat Programm Morgenrunde laufen Arbeitstherapie Psychotherapie Gruppe und Einzel dann Sport Hausversammlung uvm Am Abend ist immer Aktive Freizeit außer Donnerstag da ist Kiosk Man hat aber auch genug Pausen und Freizeit um Zeit für sich selber zu haben um zu lernen mit sich selbst klarzukommen
Ich komme gut klar hier. Manchmal denke ich jedoch ich werde nach der Therapie wieder konsumieren Manchmal denke ich ich schaff es nach der Therapie clean zu bleiben für ein gewissen Zeitraum.

Viele liebe Grüße
PlaSticitY
 
Traumländer



dabei seit 2009
386 Forenbeiträge

  Geschrieben: 07.11.18 19:30
Hi
Also für mich war das beste an der Therapie die Möglichkeit mir im Anschluss daran quasi deutschlandweit ne adaptionseinrichtung suchen zu können und entsprechend die freie Auswahl zu haben wo ich danach hinziehen will.

Ich kann nur jedem dazu raten diese Möglichkeit zu nutzen, auch wenn ihr vielleicht nicht dauerhaft euren Wohnort wechseln wollt. Es lohnt sich meiner Meinung nach auch schon nur für n paar Jahre.
Ich denk halt das es ohne adaption wesentlich komplizierter ist sich irgendwo anders was aufzubauen. Also warum die Chance nicht nutzen? Für mich war das von Anfang an eines der Hauptziele der Therapie, ich dachte mir wenn ich die 6 Monate entwöhnungsbehandlung schon durchziehe, dann will ich diesen Benefit aufjedenfall auch beanspruchen und sinnvoll für mich nutzen.

Dabei ist der relativ stressfreie Wohnort Wechsel nicht mal die einzige Tür die man sich durch eine erfolgreich absolvierte stationäre Therapie öffnen kann. Wenn man so weit schon gekommen ist sollte man auch noch unbedingt die berufliche Rehabilitation beantragen (sofern man kein Job hat oder im bisherigen nicht völlig zufrieden ist). Dadurch hat man dann die Möglichkeit ne Umschulung von der DRV finanziert zu bekommen.

Ich muss sagen das ich von meinem aktuellen Standpunkt aus einfach nur sehr sehr dankbar darüber bin, dass es all diese Möglichkeiten und Unterstützungen gibt. Aber vor allen Dingen bin ich stolz auf mich selbst, das ich diese auch genutzt habe bzw immer noch nutze und nicht aus vermeintlicher Bequemlichkeit einfach wieder mein altes leben in meiner alten heimat nach der Therapie fortgeführt habe.
Ich bin nun 600km weit weg von zuhause und bin damit sehr sehr glücklich. Nicht unbedingt wegen der großen Distanz, sondern einfach weil es ein einziges riesiges Abenteuer für mich ist, jetzt so am ganz anderen Ende von Deutschland zu leben. Ohne meine Sucht Vergangenheit und meiner Bereitschaft daran was zu ändern wäre das alles wohl nie passiert... So gesehen hat das ganze was mir passiert ist also durchaus etwas positives.
My name is Guybrush Threepwood, I’m a mighty Pirate !
Moderator



dabei seit 2012
2.289 Forenbeiträge

  Geschrieben: 08.11.18 09:37
Ich werd mich im Anschluss an meine jetzige stationäre Langzeittherapie auch in eine Adaptionseinrichtung begeben. Bei meiner ersten Therapie vor 5 Jahren hab ich den Fehler gemacht zu denken der stationäre Aufenthalt würde völlig reichen; später hab ich dann feststellen müssen dass ich noch voll auf das "Bespaßungsprogramm" in der Klinik eingestellt war und ohne dieses dann wieder in meinen alten Tagesablauf gerutscht bin - zwar erstmal cleangeblieben, aber da ich den ganzen Tag nur daheim gesessen bin und keinen Elan hatte mir neue Hobbys und Bekanntschaften zu suchen wurde das im Laufe eines halben Jahres so ätzend für mich dass sich erst der bis dato gelegentliche Alkohol zur täglichen und exzessiven Gewohnheit entwickelt hatte, bis ich schließlich aufgrund der negativen Seiten von Alkohol ganz bewusst wieder zu Drogen zurückgewechselt hatte. So war ich dann sehr schnell wieder genau da wo ich vor der Therapie stand, auch wenn ich mich immerhin schonmal so gemäßigt hatte dass ich eine Ausbildung durchziehen und erfolgreich abschließen konnte.

Den Fehler will ich jetzt kein zweites Mal begehen, grundsätzlich würde ich wie Guybrush schon sagt jedem zu einer Anschlussbehandlung raten - ob nun Tagesklinik oder Adaption ist denke ich eher zweitrangig, aber man sollte sich wirklich nicht vom Wohnortswechsel abschrecken lassen. Ich will meine Heimatstadt eigentlich auch nicht verlassen und sehe auch nicht unbedingt einen Grund dafür da ich nicht wirklich einen konsumierenden Freundeskreis hier habe; aber dennoch mach ich die Adaption jetzt gute 100km entfernt von meiner Heimatstadt weil die Erfahrung nicht schaden kann und ich beruflich zumindest in eine neue Branche wechseln will.
Für einen Neustart ist eine Adaption eigentlich wirklich ideal - auch dann wenn man später wieder in den alten Wohnort zurückkehren will.
Falls gewünscht werd ich natürlich gern über meine baldigen Erfahrungen dort berichten.
Half the fun is learning!
Endlos-Träumer

dabei seit 2016
856 Forenbeiträge
1 Langzeit-TB

  Geschrieben: 08.11.18 10:07
Pharmer schrieb:
Falls gewünscht werd ich natürlich gern über meine baldigen Erfahrungen dort berichten.



Ja... bitte berichte uns darüber. Es ist schön mal etwas positives, etwas motivierendes und aufbauendes zu lesen...



 

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