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Abwesender Träumer

dabei seit 2022
3 Forenbeiträge

  Geschrieben: 21.05.22 19:57
Hi ihr.

Ich bin 38, weiblich, und habe ADHS, Rejection sensitivity dysphoria und Depression. Die Diagnose ADHS/RSD habe ich erst vor sechs Wochen bekommen und es war eine wahre Odyssee.

Seit ca 2016 habe ich (erst 5mg, dann 10mg) escitalopram genommen und war ganz zufrieden damit. Hatte seit Jahren keine echte depressive Episode mehr, nur alle paar Monate etwas Niedergeschlagenheit. Außerdem hat es meine Stimmungsschwankungen ausgeglichen.

Mein Psychiater (nicht der, der die adhs-Diagnose gestellt hat - dafür hatte er mich woanders hingeschickt, da er nach eigenen Angaben es im Studium nicht behandelt hat)
schaute in einem Verzeichnis nach und sagte, Mediziner und escitalopram/antidepressiva im Allgemeinen seien nicht kombinierbar. Jetzt habe ich aber schon des Öfteren gelesen, dass medikinet/Ritalin und SSRIs durchaus zusammen genommen werden.

Wie sind eure Erfahrungen?
Leider ist es extrem schwer, irgendwelche Erfahrungen zu Methylphenidat zu finden, ohne dass einem gleich 40-50 „Belagerungsartikel“ mitgeliefert werden, wie furchtbar dramatisch schlimm diese Substanz doch sei.
Daher hoffe ich hier auf vernünftige Antworten.

Ic h möchte gerne wieder ein SSRI nehmen, da ich mich damit einfach besser, ausgeglichener und stabiler gefühlt habe.

Da meine adhs-Symptome aber leider stark meine Arbeit beeinflussen und ich auch einen typischen adhs-Werdegang habe (viele kurze Stationen, Kündigungen etc.) , möchte ich auch Methylphenidat gerne einsetzen können.

Bis jetzt habe ich an einem Tag 20 mg genommen (Effekte: konnte mich tatsächlich auf eine Tätigkeit konzentrieren, ohne mich 2000 mal ablenken zu lassen zwischendurch sowie leicht erhöhte Reizbarkeit) und an einem anderen Tag 30 mg (Effekte: totaler „Tunnel“, Emotionslosigkeit, Appetitlosigkeit, exzessive Masturbation, sehr erhöhte aggression) genommen. Daraus schließe ich, dass 30 mg wohl zu viel waren.
Wie ist eure Meinung zu der Kombi? Meine Gedanken sind viel „düsterere“ ohne AD.


 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 23.05.22 16:06
Als Zwischenweg könntest Du mal mit Elontril versuchen. Ist ein Antidepressivum, was im off-label-use bei ADHS eingesetzt wird. Fand es ganz gut. https://de.wikipedia.org/wiki/Bupropion

 
Abwesender Träumer



dabei seit 2015
118 Forenbeiträge

  Geschrieben: 23.05.22 22:34
Bupropion (Elontril) kann ich auch empfehlen, es hat mir damals etwas geholfen.

Neben Medikinet gibt es auch noch die Option Elvanse (Lisdexamphetamindimesilat), allerdings wüsste ich nicht, warum sich die ADHS-Meds mit den SSRIs nicht vertragen sollten.

Es werden natürlich teilweise die gleichen Neurotransmittersysteme angesprochen, weshalb man Bedacht walten lassen sollte.
Wenn es genial ist, ist es typisch.
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Nicht-visuelle Lebensweisheiten 10$
Abwesender Träumer

dabei seit 2023
1 Forenbeiträge

  Geschrieben: 13.07.23 09:29
ehemaliges Mitglied schrieb:
Als Zwischenweg könntest Du mal mit Elontril versuchen. Ist ein Antidepressivum, was im off-label-use bei ADHS eingesetzt wird. Fand es ganz gut. https://de.wikipedia.org/wiki/Bupropion/geometry dash

Ja, danke fürs Teilen
 
Dauer-Träumer



dabei seit 2023
82 Forenbeiträge
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  Geschrieben: 18.07.23 02:07
Es soll aber auch vorkommen dass depressionen "nur" begleitsymptome von unbehandeltem adhs sind. Also du wirst es besser einschätzen können ob ein AD nötig ist, aber theoretisch könnte es auch ausreichend sein nur das adhs zu behandeln um die depressionen loszuwerden.

Neben medikinet, also retardiertes methylphenidat und damit dopaminwiederaufnahmehemmer, gibt es wie erwähnt elvanse, was nichts anderes ist als chemisch retardiertes/gebundenes amphetamin also ein dopamin-,noradrenalin- und adrenalinfreisetzer, dann gibt es auch reines (dex)-amphetamin zur behandlung von adhs, dann das bupropion, ein dopamin- und noradrenalinwiederaufnahmehemmer der eigentlich als antidepressivum eingesetzt wird, und schliesslich, was noch nicht erwähnt wurde, strattera/Atomoxetin, ein reiner noradrenalinwiederaufnahmehemmer zur behandlung von adhs, und der adhs wirkstoff Guanfacin, bei dem der wirkmechanismus nicht geklärt ist.

Ich denke anhand des wirkmechanismus kann man etwas auch die auswirkung etwa auf die stimmung oder die gedanken abschätzen. Im freizeitkonsum hat sich für mich amphetamin und methylphenidat in hohen, Nicht therapeutischen dosierungen, dadurch unterschieden dass ich bei letzterem nach abklingen der wirkung ziemlich bald schlafen konnte, was bei amphe viel länger gedauert hat, ich denke wegen der ausschüttung von adrenalin. Vielleicht verhält es sich bei therapeutischen dosierungen auch ein bisschen so und könnte eine rolle spielen.
Wo gezogen wird, wird auch geschoben.
Traumländer



dabei seit 2008
3.213 Forenbeiträge

  Geschrieben: 18.07.23 03:15
Ah, Elontril soll bei ADS helfen? Das ist ja mal cool. Vielleicht sollte ich mich wieder darauf setzen lassen. Nachdem bei mir kein AD langfristig für Stabilität sorgte, sondern sich jedes irgendwann abnutzte in seiner Wirkung, habe ich das AD-Game inzwischen durchgespielt und bin bei atypischen Neuroleptika bzw. Antiepileptika zur Stimmungsstabilisierung angelangt. Das bringt momentan aber auch nichts mehr, also könnte ich ja das Karussell wieder von vorne fahren, bzw. direkt wieder bei Elontril einsteigen. Bei mir war es nämlich genau andersherum: Man erzählte mir im Laufe eines ADS-Diagnostik-Versuchs, ich solle wiederkommen, wenn die Depression abgeklungen sei, vorher könne man differentialdiagnostisch keine eindeutige Diagnose auf ADS bei mir stellen. Allerdings sagt mir jede*r in meinem Umfeld, die*der eine ADS-Diagnose hat oder mehrere Leute mit einer solchen kennt, also nicht irgendwelche Mediziner*innen, die mich bloß Fragebogen ausfüllen lassen, sondern eben die Menschen, die mich wirklich kennen, dass es wohl kaum jemanden gäbe, bei dem die ADS-Symptomatik eindeutiger sei als bei mir. Tja...
Liebe ist Leben.
Traumländer

dabei seit 2019
984 Forenbeiträge

  Geschrieben: 16.09.23 10:31
Rosenblüte,
mein ältester Sohn hat das durchgemacht ... ich war damals im Ausland arbeiten.
Damals noch Ritalin und das volle Begleitprogramm.
Als ich dann wieder Zuhause war, dachte ich was ist mit dem Jungen los, spricht in Zeitlupe
und benimmt sich sehr komisch. Meine ex mit ihm zum Arzt, den Dreck verschrieben und nicht
weiter darüber nachgedacht. Ich habe den Burschen dann zu mir genommen und alles sofort abgesetzt
bin mit ihm alle 2 Tage in den Wald aufs Fahrrad und habe mich mit ihm beschäftigt und ihn nicht
vor den Computer gesetzt. Er ist dann auch dauerhaft bei mir geblieben und ich habe mir in D einen Job gesucht.
Er war schon ein Quälgeist aber mit steigendem alter sind (fast) alle Symtome verschwunden.
Heute ist er 30 und steht voll im Leben.

Bitte, dass ist nur meun Fallbeispiel jeder Mensch ist anders

liebe Grüße


 

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