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Traumländerin



dabei seit 2017
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  Geschrieben: 08.02.24 16:41
Hallo liebe Träumer,
ich bin auf der Suche nach Infos zum Mischkonsum von Amphetamin und Antidepressiva. Und da ich den Sammelthread zu ADs ziemlich toll finde, könnten wir das hier ja ähnlich machen. Vorschlag
Antidepressivum und Dosis:
Ungefähre Dosis Amphetamin:
Verträglichkeit:
Synergien:
Besondere Nebenwirkungen:
Wirkungsdauer Amphetamin:

Nun zu meinem speziellen Anliegen: Wie gut gut/schlecht verträgt sich Amphetamin mit Escitalopram 10 mg? Und wie lange sollte man nach dem
Eindosieren warten, bis man sich an Mischkonsum wagt?
Manche Grenzen muss man überschreiten, um zu sehen, wo sie liegen.
Moderator



dabei seit 2012
2.783 Forenbeiträge

  Geschrieben: 08.02.24 21:48
zuletzt geändert: 08.02.24 22:00 durch Pharmer (insgesamt 1 mal geändert)
Ich finds allein schonmal richtig toll, dass überhaupt wieder solche Threads hier gestartet werden. In letzter Zeit kommt doch wieder ein bisschen Leben in die gute Stube :)

Overall sollte Eingangs erwähnt werden, dass die Kombination von Amphetaminen und typischen Antidepressiva grundsätzlich ein Gefahrenpotential besitzt. In einigen Fällen, wie Antidepressiva die der Kategorie der MAO-Hemmer angehören, können sogar schon geringe Dosen lebensgefährlich sein. In anderen Fällen, wie bei den am meisten verbreitesten Antidepressiva der Kategorie Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, besteht zwar theoretisch die Gefahr eines Serotoninsyndroms; aber in der Praxis berichten User oft, dass sie die Amphetaminwirkung stark abgeschwächt wahrgenommen haben, und das echte Serotoninsyndrom ist tatsächlich extrem selten.
Dieser Thread ist genau deshalb sehr wertvoll, weil sich manche dieser Interaktionen auch mit noch so viel Fachwissen nicht vorhersagen lassen. Konkrete Erfahrungen sind da unbezahlbar.

Ich habe mein ganzes Leben lang kein Antidepressivum für seinen eigentlichen Zweck verschrieben bekommen, habe aber ein paar von ihnen zu anderen Zwecken missbraucht und dabei auch mit anderen Substanzen gemischt. Das ist alles lang her, aber an eine ungewöhnliche Interaktion kann ich mich spontan erinnern; ich hatte eines Nachts Unmengen an Amphetaminsulfat genommen ohne es wirklich zu merken, weil es für mich ziemlich subtil wirkt; und kam dann auf die glorreiche Idee Mirtazapin zum runterkommen zu nehmen, weil eine seiner Nebenwirkungen ist dass es vor allem Leute, die nicht medikamentös darauf eingestellt sind, ziemlich stark müde macht.

Antidepressivum und ungefähre Dosis: Mirtazapin, es waren glaube ich 5 Tabletten. Ich bin mir ziemlich sicher dass es die am niedrigsten dosiertesten Tabletten waren, die haben 15mg -> 75mg Mirtazapin, über einen Zeitraum von etwa 2h eingenommen

Dosis Amphetamin: 1g reines Amphetaminsulfat über einen Zeitraum von weniger als 10h (jup, ist mein Ernst.. hab es so nebenher beim zocken, chatten und Videos gucken via Nasenspray konsumiert und erst als es leer war bemerkt dass ich grade ein ganzes Gramm verkonsumiert hatte - und ich hab mich nichmal allzu krass druff gefühlt. Zeigt wie fertig ich damals war, aber auch heute noch vertrag ich (leider, oder zum Glück?) irrsinnig hohe Dosierungen.)

Verträglichkeit: Nun, ich würde diese Kombination definitiv nicht als "verträglich" abhaken, aber abgesehen von recht spektakulären Halluzinationen, auf die ich unten noch eingehen werde, hatte ich eigentlich keinerlei Beschwerden die nicht viel eher auf die irre Amphetamindosierung zurückzuführen gewesen wären. Meine Erinnerung wird hier aber sehr, sehr schwammig, da ich zu dem Zeitpunkt dann wirklich nichtmehr ganz bei Verstand war.

Synergien: keine, es sei denn man steht auf merkwürdige und unberechenbare Halluzinationen.

Besondere Nebenwirkungen: Ein wenig akustische, aber vor allem sehr starke und überzeugende optische Halluzinationen - dabei aber ohne jeden Mindtrip oder etwas anderes, was an Psychedelika erinnern würde. Ich hab nur Dinge gesehen und teilweise auch gehört, die nicht da waren. Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Teppichboden in meinem Zimmer, der zu einer glitzernden Eisschicht wurde.
Ich drehte mich in meinem fast völlig dunklen Zimmer um, der PC Monitor am anderen Ende war die einzige Lichtquelle. Ich sah auf den eigentlich braunen Teppichboden, und sah dass er stark glänzte und spiegelte, wie eine Wasser- oder Eisfläche. Ich dachte ich hätte dort etwas verschüttet, also schaltete ich das Licht an - und sah zu meinem Erstaunen einen völlig normalen und trockenen, wenn auch etwas dreckigen Teppichboden. Ich schaltete das Licht wieder aus, und da war die Eisfläche wieder. Ich ging näher heran, aber da war eindeutig eine Schicht Eis. Ich streckte meine Hand aus und strich darüber, und fühlte ganz deutlich den normalen, warmen Teppichboden. Aber da war Eis. Ganz sicher. Es war auch keine Spiegelung oder Schatten von irgendeiner anderen Lichtquelle oder sowas, das habe ich durch viele kleinere Experimente alles ausprobiert. Ich hab sicher mindestens eine Viertelstunde lang dagestanden, weitere 10 Minuten auf dem Boden gekrochen und immer wieder Licht an- und ausgemacht, weil ich den Realismus dieser Halluzination einfach nicht fassen konnte. Sowas hatte ich noch nie erlebt - oft Halluzinationen die mir zwar im Rausch real vorkamen, aber rückblickend völlig surreal waren - aber das; ich würde auch heute noch schwören dass da eine Schicht Eis auf meinem Teppich war.
Weiterhin hörte ich oft die Stimmen meiner Nachbarn durch die Wände über mich schimpfen und lästern, aber mir war auch zu dem Zeitpunkt bewusst dass das akustische Halluzinationen sein mussten, denn die Nachbarn wohnten außer Hörweite und diese akustischen Halluzinationen hatte ich damals immer, wenn ich hohe Upperdosierungen konsumiert hatte.

Wirkungsdauer Amphetamin: Kann ich nichtmehr sagen, wäre bei der Dosierung aber auch irrelevant glaube ich. Ich konnte ein paar Stunden nach Einnahme des Mirtazapins aber tatsächlich schlafen, auch wenn das natürlich kein besonders guter Schlaf war.


Zu deinem Anliegen: Kann ich dir leider nicht beantworten, sorry! Generell ist Vorsicht geboten, und dir muss bewusst sein dass Amphetamine meist deiner Behandlung mit dem Antidepressivum nicht zuträglich sind.
Half the fun is learning!
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Traumländerin



dabei seit 2017
91 Forenbeiträge
1 Tripberichte

  Geschrieben: 10.02.24 13:42
Wow, das klingt krass. Solche extrem real wirkenden Halluzinationen kenne ich nur unter extremen Schlafentzug. Und aus einer Nacht, in der ich die unglaublich dämliche Idee hatte, Diphenhydramin zum Runterkommen zu missbrauchen. shithappens

Dass Beikonsum der Behandlung nicht zuträglich wäre, ist mir bewusst und ich habe auch keinesfalls vor, trotz AD regelmäßig zu konsumieren. Mir geht es um 2-3 Gelegenheiten (Partys/Festival) dieses Jahr, wo ich gerne ein bisschen Gas geben würde, soweit das Risiko kalkulierbar ist. Trotzdem ein absolut richtiger und wichtiger Hinweis.
Manche Grenzen muss man überschreiten, um zu sehen, wo sie liegen.
Traumländerin

dabei seit 2019
23 Forenbeiträge

  Geschrieben: 11.02.24 21:55
Hi! Also ich hätte die Erfahrung: fast keine Wirkung und dann musste ich zu Silvester um pünktlich mitternacht kotzen. Dann wirkung vorbei. Und ja hab mich vorher schon eingelesen und wurde eigentlich keine gute kombi. Alo gebracht hats echt null. Nehme sstri
 

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