LdT-Forum

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Dauer-Träumerin



dabei seit 2022
1 Forenbeiträge

  Geschrieben: 28.02.24 22:53
Hallo zusammen,

. Seit ich 21 bin, bin ich auf Opioiden. Angefangen mit 3 Jahre Tilidin und dann immer stärkere Dinge. Gespritzt habe ich mich nie. Ich bin vor kurzem zum 3. Mal iins Programm gegangen, da ich meine Sucht einfach nicht mehr finanzieren kann. Ich bekomme leider kein Substitol, da mein Arzt sich da irgendwas zusammen spinnt, da man es angeblich gut spritzen kann. Wenn ich nicht mal Heroin gespritzt habe, werde ich den Teufel tun und mir mein Medikament spritzen :confusion-shrug: naja, aber er will es eben nicht. Also habe ich mich erstmal für Buprenorphin entschieden, da ich über Pola hier auf Ldt (immer stiller Mitleser gewesen die letzten Jahre) so viel schlechtes gelesen habe. Über enorme Gewichtszunahme, Trägheit, Depression, übles schwitzen usw. Ich bin eingestellt auf 14mg und komme damit echt nicht klar. Ich bin super nüchtern und klar und komme mit diesen ganzen Gefühlen, die ich bekomme nicht klar. Hab immer wieder Beikonsum. Ich war, als ich neu in das Programm bin, noch auf 1000mg Lyrica täglich. Hab das dann langsam über einige Wochen abgesetzt, wurde während dessen schon mit Bupre substituiert. Seit 3,5 Wochen ist mein Urin sauber, hatte dann auch die erste saubere UK letzte Woche. Nun hatte ich am Samstag einen Rückfall/Beikonsum mit Pregabalin, hab jetzt natürlich Angst vor ner UK. Morgen habe ich mir einen Termin beim Arzt gemacht, will den BK zugeben und bitten mich auf Pola zu stellen. Habe so viel schlechtes darüber gelesen, gibt es hier jemanden der auch gutes berichten kann und z.B. nicht zugenommen hat etc?

Danke schon mal und liebe Grüße


 
Traumländer



dabei seit 2017
248 Forenbeiträge

  Geschrieben: 29.02.24 07:45
technomaus schrieb:
Ich bin super nüchtern und klar und komme mit diesen ganzen Gefühlen, die ich bekomme nicht klar.
Hast Du mal darüber nachgedacht eine begleitende Therapie zu machen, um besser damit klar zu kommen? Ich kann mir vorstellen, dass das erstmal überwältigend ist, weil die solange unterdrückt wurden. Mit seinen eigenen - negativen - Gefühlen umzugehen ist für jeden Mensch eine Herausforderung. Wenn man das Stück für Stück lernt, befriedet sich der innere Krieg und das Leben kann wunderschön sein. Irgendwann braucht man dann die abschirmende Schutzhülle der Substanz(en) nicht mehr um klarzukommen. Wenn die eigenen Probleme tief liegen und weit zurückreichen, dann empfehle ich eine Psycho-Analyse (anstatt Psycho-Therapie), die an die Wurzel des Schmerzes rangeht. Das dauert eine ganze Zeit, kann das Leben aber auf eine ganz neue Basis stellen, von der man den Rest seiner Zeit stark profitieren wird. Ich spreche da aus eigener Erfahrung.
 
Traumländer



dabei seit 2012
2.469 Forenbeiträge
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  Geschrieben: 29.02.24 15:54
So kann's gehen. Ich fand bupre irgendwie immer angenehm, gerade weil es eine gewisse Klarheit liefert. Zum abdichten in sabbernde sphären taugt es natürlich eher weniger. Aber mir hat's die Stärke und Ruhe gegeben, mich mit Gefühlen und Problemen befassen zu können. Allerdings in beschränktem Maß, sodass ich nicht überfordert war (bis ich unter die 2mg Grenze gekommen bin).

Pola ist schon mal wesentlich weniger räudig als normales Methadon. Bzw. Soll es sein, ich kenne den Unterschied nicht, hatte nur einmal "dicct". Das fand ich ziemlich langweilig. Dicht, müde, schlapp.

Aber hey, jeder ist ja auch individuell. Vielleicht taugts dir.

Ich kann Grad nicht mehr schreiben,.meine Bude wackelt seit Tagen...Wochen von der Baustelle nebenan. Seit Jahren eigentlich, kann mich nicht erinnern die letzten Jahre mal nicht neben nem Hausabriss, Aufbau oder Renovierung gewohnt zu haben.
"Immer wieder, wenn ich aus dem Leib aufwache in mich selbst, lasse ich das andere hinter mir und trete ein in mein Selbst; ich sehe eine wunderbar gewaltige Schönheit und [...] bin in eins mit dem Göttlichen" (Plot. IV.8.6)
Moderator



dabei seit 2012
2.839 Forenbeiträge

  Geschrieben: 29.02.24 22:16
Also, ich selbst war zwar nicht in der Substi aber über ein Jahr lang von Methadon abhängig, die meiste Zeit davon auf relativ steter Dosierung; und ich habe ebenfalls sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht. Gewichtszunahme war zwar nicht dabei, aber vor allem eine unnatürlich stark depressive Grundstimmung, ständige Lust- und Energielosigkeit sowie teilweise starke Entzugserscheinungen zwischen den Einnahmen waren so meine Hauptbeschwerden. Am schlimmsten jedoch fand ich, dass es nach dem vollständigen Ausschleichen wirklich ewig gedauert hat, bis ich mich wieder normal fühlte - so kenn ich das von keinem anderen Opioid. Erst nach einem halben Jahr hörten die ganzen Probleme langsam endgültig auf, welche mit dem Methadonentzug zusammenhingen.

Ein alter Freund von mir jedoch schwört auf Methadon anstelle der anderen Substitute. Er hat mir das gleiche erzählt wie du; auf Bupre ist er einfach zu klar, fühlt sich zu nüchtern und hat das Bedürfnis Beikonsum zu betreiben um den Gefühlen und vor allem der ständigen Aufgekratztheit entgegen zu wirken. Ich weiß nicht wie es bei ihm mit der Gewichtszunahme aussieht, aber er war jahrelang im Programm (glaube es geht bald auf ein Jahrzehnt zu), hat viele Substitute durch und schwört trotzdem weiterhin vehement auf Metha.

Wenn du mit dem Buprenorphin nicht klarkommst und keinen Beikonsum mehr betreiben möchtest, aber kein Substitol bekommst (auch das hat einige Nachteile wie ich gehört habe, aber da kann ich nicht mit Erfahrungen dienen), dann spricht imo nichts dagegen es einfach mal auszuprobieren - lass dich vom Substiarzt umstellen, mit der Aussage dass du es mal für eine Weile damit versuchen willst. Wenn die Probleme bei dir vorhanden und nicht tolerabel für dich sind, na dann kannst ja wieder zurück zu Buprenorphin. Aber imo verfehlt die Substitutionstherapie ihr Ziel, wenn du nebenher Beikonsum betreiben musst, auf den du eigentlich garkeine Lust hast.
Half the fun is learning!

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