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Langzeit-Berichte lesen

Übersicht:

Titel:Ein jeder Luftballon platzt eines Tages...
Droge:Kratom
Autor:anonym
Datum:08.07.2021 17:15
Nützlichkeit:7,00 von 10 möglichen   (5 Stimmen abgegeben)

Bericht::

Hallo zusammen,



obwohl ich Kratom vor vermutlich ca. erst einem Jahr erstmalig konsumierte und ich mir damit in der Kategorisierung dieses Beitrags als "Langzeit-Berichts" etwas im Unklaren bin, möchte ich trotzdem einige Zeilen über die besagte Pflanze verlieren - für alle die sich nicht vor viel Text scheuen und Interesse bekunden.



Von Kratom habe ich schon vor Jahren gehört und wollte die in Österreich vollkommen uneingeschränkt legale Pflanze immer bereits testen. Vor etwa einem Jahr war ich also in einem

entsprechenden Laden, der alles Mögliche in die Richtung vertreibt, und hab mir um € 8,-- genau 10 Gramm gekauft. Auf Nachfrage habe ich mich statt für eine sedierende für eine aktivierende Sorte entschieden. Der Verkäufer meinte damals zu mir, ich solle beim ersten Mal maximal 4g verwenden. Offenbar lag seine erste Dosis bei 4g und die waren seiner Meinung nach bereits heftig gewesen. Da ich auch schon hier diverse Berichte gelesen habe, ging ich also vorsichtig heran.



Wie es war? Öde. Langweilig. Nichts. Ich habe nichts gespürt. Ich war kurz vor dem zu Bett gehen bei ich glaube 6g und habe mich mit viel Einbildung vielleicht etwas glücklicher gespürt. Für € 5 eine herbe Enttäuschung.

Im Internet habe ich dann gelesen, dass der erste Trip nicht immer 'fetzt' und man durchaus gar nichts spüren kann. Also kippte ich mir die übrigen 4g am nächsten Abend rein und nach erneut ausbleibender Wirkung schrieb ich das Thema ab. Vorerst...



Kurz zu mir: Ich bin Ende 20, berufstätig (keine körperliche Arbeit) und war zu dem Zeitpunkt am Ende meines Masterstudiums (meine Masterarbeit stand gerade vor mir). Aufgrund einer "unrunden" Kindheit trank ich aber seit ca. 17 Jahren wöchentlich z.T. doch sehr exzessiv Alkohol. Ich glaub ich war bis dahin keine 5x länger als eine Woche durchgehend nüchtern, meine längste Abstinenz waren 10 Tage. Ich war nie körperlich abhängig von Alkohol, auch nie von Nikotin oder ähnlichem. Aber der Kopf trieb mich immer wieder dazu, "zu entspannen". Eine Flasche Wein ist in einer halben Stunde leicht weg, pur und aus der Flasche. Abgesehen von Alkohol, Nikotin, Gras und ein oder zweimal Speed habe ich aber keine Drogenerfahrungen. Trotz meines Alkoholkonsums stehe ich geregelt im Leben, betreibe Sport und achte mehr oder weniger auf mich und mein Äußeres. Im Durchschnitt hatte ich also in etwa drei alkoholfreie Tage. Manchmal extremer, manchmal weniger. Und es sollte schon 'knallen'.



Wie sich vermuten lässt, hat sich dies geändert. Positiv geändert. Eines Abends im Alkoholrausch hab ich über das Internet nochmals Kratom bestellt. Ein Testset mit ich glaube sechs verschiedenen Sorten zu jeweils 10g. Diesmal nun auch viel günstiger. Mein Ziel war es "entspannen" zu können, ohne am nächsten Tag so kaputt wie sonst zu sein. Da ich zu dem Zeitpunkt bereits inmitten meines Schreibprozesses meiner Masterarbeit war, musste ich etwas daran ändern und ich wollte es noch ein letztes Mal mit Kratom probieren.



Und dieses Mal spürte ich etwas! Ich probierte alle Sorten durch und bestellte recht bald nach, nun "Green Malay" in größerer Menge, die ab diesem Zeitpunkt meine Lieblingssorte wurde.



Wie empfinde ich Kratom?

Ein deutscher Rapper mit vier Buchstaben schrieb mal ein Lied, das "Er fliegt" heißt und eine andere Droge beschreibt. Trotzdem beschreibt es die Wirkung finde ich unheimlich gut.

Nach der Einnahme (sehr warmes Wasser und dazu Kratom einrühren und trinken) dauert es eine halbe Stunde. Dann erlebe ich eine zutiefst zufriedene Grundstimmung. Mein Puls geht hoch und mir wird etwas warm. Zu Beginn habe ich öfters richtig geschwitzt. Die Haut fängt an zu jucken. Man ist im Kopf sehr klar und hat diese unangenehme Schwere von Alkohol oder Gras nicht. Jeder der so einen Rausch mit Kratom sucht, ist falsch. Gleichzeitig macht genau dieser Punkt Kratom so wahnsinnig gut. Man fühlt sich enorm geborgen, ich bekomme oft Hunger und esse und esse. Und trinke sehr viel (Wasser). Ich habe mich an vielen Abenden noch nie so geborgen und wohl gefühlt in meinem Leben.

Oft war es so, dass ich im Bett "genodded" bin, zum Teil Stunden.



Habe ich zu viel Kratom genommen kam es manchmal (vor allem nach einer Zigarette) vor, dass ich mich übergeben musste. Auch ohne waren meine Augen am nächsten Tag trotzdem zum Teil blutunterlaufen und immer glasig.



Ich verwendete Kratom nicht nur noch zum Entspannen, sondern auch zum Schreiben. Mit Kratom konnte ich 12 Stunden ohne Unterbrechnung an meiner Masterarbeit sitzen und mich konzentrieren. Die Zeit verflog wie im Flug.



Auch die Libido ändert sich und als Mann kann man manchmal endlos lange, weil man eben "in Watte schwebt".

Mit Kratom habe ich aufgehört zu trinken. Natürlich trinke ich immer noch ab und zu mit Freunden oder zu gewissen Anlässen. Aber wenn ich mich entscheiden musste, ob eine Flasche Wein oder ein bis zwei Tassen Kratom.. dann fiel die Wahl fast immer auf Kratom. Oft auch noch, nachdem ich mich schon für den Wein entschieden habe. Um "runterzukommen" vom unangenehmen Rausch, weil mir dieser einfach nicht mehr gefiel.





Man könnte, bis auf die Augen, nun meinen, Kratom wäre perfekt. Und ich muss zugeben, dass Kratom meine Lieblings"droge" geworden ist und ich mich "in sie verliebt habe". Gleichzeitig neigt sich alles einmal dem Ende zu und mein unbeschwerlicher Luftbalon aus Kratom ist zerplatzt.



Warum?

Alles im Leben hat ihre Schattenseiten. Auch Kratom. Die Pflanze vereinnahmt einen sehr schnell. Aufgrund meines geregelten Lebens nahm ich Kratom unter Tags kaum und immer nur Abends. Doch freut man sich jeden Abend schon auf die Ladung Kratom. Und die Folgen? Ich bekomme unheimlichen Mundgeruch, wenn ich Kratom genommen habe. In der Regel war ich stets vollkommen nüchtern und hatte Hunger, als ich Kratom nahm. Dann wirkt es besser. Egal was ich aber danach aß, am kommenden Tag hatte ich für zwei Tage lang Mundgeruch, selbst wenn ich am nächsten Tag pausierte.



Außerdem trocknet Kratom den Körper enorm aus. Man trinkt ständig und trocknet (außer vielleicht bei sehr sehr geringen Mengen) enorm aus. Die Haut wird faltrig, das Zahnfleisch leidet und die Haut juckt, eben aufgrund der Austrocknung. Dadurch kommt es auch zu einem mehr oder weniger starken Haarausfall. Es gibt im Internet viele Berichte (vor allem auf Englisch), die Kratom als logische Ursache festgestellt haben, und ich stimme diesen zu. Das Haupthaar wird immer lichter und dünner. Es gibt Erfahrungsberichte von Frauen, die schrecklich sind in diesem Punkt.

Setzt man ab, ändert sich und auch die Haare kommen nach drei bis fünf Monaten wieder zurück, wenn sie nicht ganz verloren sind. Auch die Farbe der Haut verändert sich minimal und wird dünkler und fahler. Das Gesicht errötete bei mir auch sehr sehr häufig und ich sah mehrere Tage so aus, als hätte ich mir einen Sonnenbrand an den Wangen eingefangen.



Und die Müdigkeit darf man nicht vergessen.. Durch das Nodden, auch bei wenig Gramm, ist der Kopf und die Seele mit der Pflanze beschäftigt und man kann bei höheren Dosen zum Teil Stunden nicht einschlafen. Auch der gesamte Schlaf ist sehr leicht. Selbst wenn man lange ausschlafen kann (was man besonders nach Kratom gerne möchte), ist man am nächsten Tag angeschlagener und müde.





Nunja. Obwohl Kratom wirklich wundervoll ist, überwiegen für mich bei weitem die Nebenwirkungen. Ich bin sehr froh, Kratom genommen zu haben, allein weil ich dadurch eine Distanz zu Alkohol aufgebaut habe. Derartige Erfahrungen machen viele, habe ich gelesen. Auch kann man damit von anderen Drogen Abstand gewinnen.

Doch Kratom für die Ewigkeit? Nein, leider nicht.



Nimmt man Kratom ständig, haben einige Personen Schwierigkeiten mit dem Entzug, auch körperlich. Bei mir ist und war es wie immer lediglich Kopfsache, wie aber, so denke ich, bei sehr sehr vielen.








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