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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Genieße den Augenblick/Genuss eines Horrortrips
Drogen:Research Chemical
Autor:sunnyrainbow
Datum:29.04.2018 22:23
Set:konfliktbereit, verstört, traurig, unentspannt
Setting:bei meinem Freund Zuhause
Nützlichkeit:5,67 von 10 möglichen   (15 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Genieße den Augenblick oder Genuss eines Horrortrips (1-P-LSD+AL-LAD)

Dieser Trip hat mir die Augen geöffnet wie wichtig es ist nicht nur Zeit und Lust zu haben, sondern auch das richtige Set für den Konsum von RC.

Achtung Überlänge ! (der Bericht dient auch der Verarbeitung des Trips, wer mag kann auch direkt zum Abschnitt „Trip“ springen).

Vorgeschichte zum Set

Am Tag davor hatte ich mich bereits mit meiner Psyche auseinandergesetzt. Zunächst habe ich eine sehr gute Freundin getroffen – ihr hatte ich alles Mögliche aus meinem Privatleben erzählt, auch dass ich bereits LSD konsumiert habe. Einige Wochen zuvor hatte ich ihr auch erzählt, dass ich schon MDMA probiert habe. Dies hatte sie vorurteilsfrei aufgenommen. Allerdings kam sie nun überhaupt nicht damit zurecht, dass ich auch LSD konsumiert hatte. Sie verglich die Droge mit Chrystal Meth oder mit Heroin… Sie gab mir auch zu verstehen, dass mein Leben ja derartig aus dem Ruder laufe, den Bach runtergeht etc. pp. Zudem hatte sie mich ja für viel moralischer gehalten. Des Weiteren gab es noch einen Kritikpunkt auf den ich nur in soweit eingehen werde, dass sie mir stark ins Gewissen geredet hat und ich noch am Abend mit meinem Freund und Trip-Partner (ich nenne ihn hier wieder Prinz) reden musste, was auch ihm stark die Laune verhagelte. Naja, man hört ja auf eine gute Freundin,… eine sehr besorgte Freundin. In diesem Moment sah ich auch ihre Mutter in ihr, da sie mir schon oft von ihrer Mutter erzählt hatte, welche sich oft um ihre Tochter sorge. Da meine Freundin genauso wie ich sehr oft für ihre Mutter eine Mutter sein musste, übernahm sie die Mutterrolle in diesem Moment für mich. Sie sprach deutlich aus, dass sie zutiefst geschockt und besorgt ist. Dies brachte mich natürlich auch etwas ins Grübeln. Zudem hatte ich auch schon einige Tripberichte gelesen, welche beispielsweise Psychosen beschreiben, welche mit Konsum von Psychedelika einhergehen würden.
Nach dem Treffen mit meiner Freundin ging ich nachdenklich zu einer Selbsthilfegruppe von Zwangserkrankten, da ich häufig mit anstrengenden Gedanken zu tun habe und diese direkt verurteile (sog. Zwangsgedanken). Diesen offenbarte ich auch, dass ich bereits LSD konsumiert hatte – dies wurde natürlich auch direkt als „schlecht“ eingestuft. In der Gruppe wurde auch der Alkohol als „schlecht“ eingestuft, welche den Zwang noch verstärken würden. Ich bestellte mir also nur ein alkoholfreies Weizen. Danach fuhr ich zum Prinzen – dem Trip-Partner für den nächsten Tag.

Der Trip

Die Stimmung am Tripmorgen Anfang April war nicht so gut, hatte ich doch das Gespräch mit meiner Freundin hinter mir….und den Prinzen direkt auf ein schwieriges Thema angesprochen. Die Laune besserte sich nach einem ausführlichen Gespräch und natürlich hatten wir uns entschieden zu trippen. Die Entscheidung stand auch vorher schon, da alles fest geplant war… und es gab kein Zurück mehr.

Mit einer 125µg 1P-LSD-Pappe ging es dann los. Wir hörten ein Set, welches ich für diesen Tag ausgesucht hatte. Die Wirkung trat bald ein, denn ich sah im Fußboden bereits mehrere Pharaoninnengesichter. Etwas später waren wir richtig drauf. Ich spürte allerdings schon eine komische Kälte in mir… Wir hatten auch fest eingeplant, dass wir einen längeren Spaziergang im Wald machen wollen. Zudem hatte ich den Prinzen darauf vorbereitet, dass man mich aus dem Haus prügeln müsste – diesen Gefallen tat er mir dann auch. Wir liefen los – ich in Winterjacke. Nachdem wir den Weg aus dem Haus geschafft hatten ohne einen Menschen aus der Nachbarschaft zu treffen, mussten wir leider wieder zurückgehen, da ich meine Jacke doch ablegen wollte. Ich merkte, dass wir die Nachbarschaft mit einem Umweg mieden. Das Problem war, dass ich in diesem Moment wirklich alles auf mich persönlich bezog. War ich ihm etwa peinlich?
Ich denke im Nachhinein auch, dass das Buch, welches ich gerade lese in dem Trip miteinbezogen wurde (ein Buch über Beziehungen). Das letzte gelesene Kapitel handelte von Machtkämpfen in der Beziehung, welche nach der Phase des Verliebtseins folgen würden,… Ich denke, ich hatte mich im Vorhinein bereits gefragt, wann die Phase denn in unserer Beziehung eintreten würde,…

Wir gingen also noch einmal nach Hause und ließen die Winterjacke zurück. Ich stellte auch fest, dass ich mein Handy sowie Schlüssel etc nicht mitgenommen hatte. Ich sagte das dem Prinzen, um ihm zu zeigen, dass ich ihm vertraue. Irgendwie war meine Einstellung nicht gut, ich fragte mich weiterhin die ganze Zeit, ob ich ihm peinlich war – wir hatten auch die Nachbarn getroffen, welche ich grüßte. Auch liefen wir wieder den Umweg und ich prustete die ganze Zeit in mich hinein.., auch kann ich die These nur bestätigen, dass man auf LSD die Welt wie mit den Augen eines Kindes betrachten kann. Plötzlich war ich wie in einem Film und fühlte mich in die Kindheit zurückversetzt - wie auf einem Schulweg – Euphorie stieg in mir auf. Ich fühlte mich kurz danach sehr frei und redete wie wild auf den Prinzen ein, dass ich mich beispielsweise nackt ausziehen könnte, zudem säuselte ich etwas von „Feel free!“. Dies führte allerdings zu einem Konflikt zwischen uns. Ich wirkte wohl etwas sehr überheblich, wollte allerdings nicht so eingeschätzt werden. Da ich ja vorher bereits dachte, dass ich ihm wohl peinlich sein würde, war ich ziemlich verletzt und dachte, dass er mich als „dumme Göre“ abstempelte. Wir befanden uns auf einem Anstieg, welchen wir mit einer sehr streitschwangeren Stimmung unsererseits bestritten. Irgendwann hatte ich mich wieder beruhigt, da ich den Worten des Prinzen Glauben schenkte, dass er mich nicht in die Rolle der kleinen Tussi stecken würde. Vielleicht schlummerten diese Ängste tief in meinem Unterbewusstsein und nun kamen sie zum Vorschein. Irgendwann parkten wir auf einer Bank und rasteten etwas. Der Prinz hatte sich leicht verändert – zumindest in meiner Anschauung. Ich hatte das Gefühl, dass er sich in eine übertrieben coole und krass-lässige Person verwandelt hatte, die wiederum auf mich sehr selbstsicher wirkte. Wir liefen weiter den Waldweg entlang und trafen zwischenzeitlich auf Radfahrer oder Spaziergänger. Mir war das Zusammentreffen mit Menschen wieder unangenehm, da ich mich nicht blamieren wollte bzw. den Prinzen nicht blamieren wollte. Also machten wir deswegen einen kleinen Umweg- diesmal kam der Vorschlag eines Umweges aber von mir. Irgendwann erreichten wir eine Bank mit einem sehr schönen Ausblick – der Höhepunkt unserer Reise! Hier hätten wir aufhören können, den Trip ruhig ausklingen lassen können… ich war allerdings immernoch in einer recht konfrontativen Stimmung, da ich jedes Wort meines Gegenübers auf die Goldwaage legen musste. Wie eine Drama-Queen machte ich dann noch eine Szene vor dem Prinzen und warf eine Glasflasche gekonnt weg. Laut meines Gegenübers sah es perfekt inszeniert aus. Während ich das tat, fand ich mich gleich wieder ziemlich anstrengend und entschuldigte mich glaube ich direkt.

Wir entschlossen uns letztendlich doch noch eine Ladung Halluzinogene draufzulegen – Mein Trip-Partner hatte noch je 225µg AL-LAD für uns. Vorher hatte ich eindringlich gesagt, dass wir auf jedenfall nachlegen können und er mir vertrauen könne, dass der Rückweg auch gut läuft. Wir merkten das erneute Draufkommen relativ zügig und erfreuten uns an der Euphorie, die erneut in uns aufkeimte. Ich fühlte mich auch wieder etwas lebendiger.
Die Dorfjugend hatte uns währenddessen inspiziert und irgendwann traute sich diese uns zu fragen, wie lange wir denn noch auf der Bank sitzen wollten – sehr zu unserer Belustigung.
Irgendwann lehnte ich mich an meinen Trip-Partner und erlebte diese berühmt berüchtigte Ich-Auflösung. Ich schloss die Augen und schwebte irgendwie im nichts. Ich sprach den Prinzen irgendwann mal an und sagte, dass ich mich völlig aufgelöst fühle. Davon habe der Prinz auch schon einmal gehört. Und ich hatte davon in diesem Forum gelesen. Und jetzt gespürt.

Auf dem Rückweg konnten wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang erleben. Für mich erschien es in diesem Moment sehr störend, dass der Prinz sein Handy zückte. Ich geriet in eine unerwartete Redelaune – ich wollte ihn irgendwie dazu bewegen den Augenblick mit mir zu genießen und fing an zu dichten – ein regelrechter Redeschwall strömte aus meinem Mund. Aber ich erreichte ihn nicht, was mich immer mehr ärgerte. Irgendwann sagte ich, dass er bitte sein Handy mit einer Stoppuhr stellen soll, damit wir den Augenblick genießen können ohne uns Sorgen zu machen oder aufs Handy zu schauen – ich glaube es waren 10 Minuten. Er stellte das Handy ein. Die Zeit verstrich sehr langsam. Irgendwann wurde ich auch ungeduldig. Ich glaube schneller als mein Trip-Partner. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich auch nicht viel besser war.

Denke nicht an morgen, denke an den jetzigen Augenblick, mach dir keine Sorgen – wiederholte ich in einer Dauerschleife. Ich merkte auch, dass ich mich selbst nervte.


Irgendwie schafften wir den Rückweg ohne uns weiter zu zoffen. Zuhause angekommen legten wir uns aufs Sofa. Allerdings konnte der Prinz nicht lange sitzen und war irgendwann verschwunden. Ich lag alleine auf dem Sofa und fühlte mich plötzlich sehr elend, ich hatte das Gefühl ins Nichts abzustürzen. Ich rief laut den Namen meines Trip-Partners. Unsere Partner hatten währenddessen per Handy versucht mit uns in Kontakt zu treten – es war mitten in der Nacht. Ich war nicht Herrin meines Handys und bat den Prinzen mir vorzulesen was die beiden uns geschrieben hatten. Irgendwann versuchten wir zu schlafen. Mir war irgendwann klar, dass daraus nichts wurde. Ich wachte also schlaflos neben meinem Trip-Partner. Er hatte sich einen Pulli angezogen, welcher mich in den letzten 4 HO-met Trip zurückkatapultierte und sah meinen Prinzen mit diesem wunderschönen regenbogenfarbigen Muster auf dem Gesicht und jetzt auch auf dem Pullover. Dies war wieder ein schöner Moment, doch meine Schlaflosigkeit war ziemlich verstörend. Irgendwann sah ich den Prinzen als eine ziemlich gruselige Gestalt, seine Haut sah irgendwie komisch aus…. Der Bad Trip wurde zu einem Horrortrip! Nach einem aussichtslosen Versuch zu schlafen ging ich alleine ins Wohnzimmer zurück und versuchte mich irgendwie von den schlechten Gedanken abzulenken, die in meinem Kopf rumgeisterten – wie sooft auf Halluzinogenen bei mir. Das AL-LAD im Mix mit dem 1-P-LSD hatte mich allerdings in seiner Gewalt. Als ich mein Handy zückte sah ich ein Foto des Prinzen vor mir. Plötzlich veränderte er die Gestalt. Es sah so unheimlich echt aus, dass ich erschauderte. Er verwandelte sich blitzschnell in irgendwelche furchteinflößende Gestalten. Es sah auch nicht nach Optiken aus – es war eine Art Wahnvorstellung. Ich merkte, dass es alles aus dem Ruder geriet und verfiel in eine Art Schockzustand und in Panik. Ich wusste auch nicht wirklich was in einer Situation wie diese zu tun ist. Ich versuchte mich mit Partyvideos unserer Partner abzulenken. Allerdings waren die Videos nicht so wie sie eigentlich waren – ich stellte mir etwas ganz anderes vor (wie mein Partner nackt im Club tanzte) und hatte plötzlich den Gedanken, dass mein Leben den Bach runter läuft.

Nach dem erfolglosen Versuch meinen Trip-Partner zu wecken, kehrte ich nach unten zurück und hatte nur noch diesen einen Gedanken: Dass uns die Drogen im Griff haben. Plötzlich wollte ich mit aller Kraft verhindern, dass wir jemals wieder Drogen nehmen. Ich nahm Zettel und Stift zur Hand und beschloss meinem Trip-Partner einen Brief zu schreiben. Dieser beinhaltete auch, dass ich Angst habe wahnsinnig zu werden. Ich erinnerte mich auch besonders an einen Trip-Bericht aus diesem Forum, in dem erklärt wird, dass man auf einem LSD-Trip hängen bleiben kann und hatte furchtbare Angst, dass das nun mit mir passiert ist. Ich schrieb meinen Mann bei WA an, dass er mich doch bitte abholen soll, ich schrieb meiner Freundin, dass es mir nicht gut ginge. Ich fühlte mich nur noch allein und hilflos. Irgendwann beschloss ich mir ein heißes Bad zu nehmen, wie so oft, wenn ich nach dem trippen keinen Schlaf finde. Es ist zu einer Art Ritual geworden –während die anderen Schlaf finden, genieße ich ein Schaumbad.

Auch einen Tag nach dem Trip konnte ich keinen Schlaf finden. Ich ängstigte mich immernoch. Zudem hatte ich furchtbaren Liebeskummer, weil wir uns so gezofft hatten. Das ist die andere Seite der Droge. Nicht nur Peace und Love, sondern irgendwie auch die dunkle Seite von einem selbst, die aus dem Unterbewusstsein hervorkriecht.






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