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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:2C-E - Im Bann des bunten Gartens
Drogen:2C-B
Autor:Subbage
Datum:10.01.2019 21:23
Set:vorbereitet, erwartungsvoll, gut gelaunt
Setting:überwiegend draußen in der Natur :)
Nützlichkeit:9,33 von 10 möglichen   (6 Stimmen abgegeben)

Bericht:

2C-E - Im Bann des bunten Gartens


Ich würde gerne eine Erfahrung mit euch teilen. Es geht, wie schon im Titel zu erkennen ist, um die Substanz 2 c-e. Dabei werde ich insbesondere auf die verschiedenen visuellen Effekte eingehen, die mir persönlich in so manchen Tripberichten etwas zu kurz kamen. Selbstverständlich handelt es sich nur um Versuche dem Leser das Gesehene näher zu bringen. Eine getreue Beschreibung des tatsächlich Erlebten ist schlicht und einfach unmöglich. Nichtsdestotrotz werde ich mein bestes geben. Zudem gehe ich auf viele andere Facetten des Rausches aber auch des gesamten Tagesablaufes ein. Dann jetzt viel Spaß und ich hoffe ihr habt etwas Zeit mitgebracht...


Wie so oft in derartigen Erzählungen fängt es damit an, dass ich sturmfrei hatte. Es sollte ein wunderschöner Herbsttag werden und unser Vorhaben sollte diesen noch um einiges versüßen. Aber fangen wir ganz vorne an. Mein Kumpel Mirko (Namen sind alle geändert) trifft zur Mittagszeit bei mir ein. Jeder von uns nimmt um 12:50 Uhr die vorher genaustens abgewogene Menge der bitteren Substanz ein. Ich führe mir 20 mg zu Gemüte, während Mirko sich mit 25 mg für eine etwas höhere Dosis entscheidet. Für mich sollte es die erste Begegnung mit der Substanz sein, Mirko hingegen hat diese schon zur Genüge erforscht inklusive Grenzerfahrungen. Wir unterhalten uns gemütlich in der Küche. Nach ca. 30 min verspüre ich erste Anzeichen der Intoxikation. Der bodyload flutet langsam an, ich fühle mich etwas schwummerig, aber auf eine angenehme Art und Weise. Wir packen unsere Sachen und machen uns auf zu Rewe. Dort angekommen, stellen wir eine dem Trip angepasste Verpflegung zusammen. Daher haben wir es vor alle Dingen auf Obst und Säfte aber auch Süßigkeiten abgesehen. Als wir in der Getränkeabteilung gerade unsere Auswahl besprechen fangen die einzelnen Flaschen bereits an zu funkeln. Die Farben sowie der bodyload werden intensiver. Schnell zur Kasse und bezahlen! Nun müssen wir uns nur noch auf unsere Fahrräder schwingen und heile an unserem geplanten Örtchen ankommen. Das Fahrradfahren erfordert deutlich mehr Konzentration als sonst, aber ist noch problemlos zu bewältigen. Wir stellen die Fahrräder ab und gehen zu Fuß weiter. Langsam setzt eine leichte Übelkeit ein und der Magen fühlt sich schwer an. Gegen 14:10, also 1“20 h nach der Einnahme treffen wir am Zielort ein und setzten uns auf eine Bank. Vor uns ist ein kleiner See und wir sind umzingelt von Bäumen unterschiedlicher Art. Mirko fragt mich ob es der Wind ist, oder ich diese Bewegungen in den Bäumen auch wahrnehme. Und da fängt es mit den Visuals an. Die einzelnen Äste der Bäumen scheinen sich leicht hin und her zu bewegen. Das Grün der Blätter wirkt wie eine neuartige und viel intensivere Farbe. Was ich aber auch merke ist, dass das drauf kommen nicht gerade das angenehmste der Welt ist. Ich spüre eine leichte und zwischenzeitlich auch durchaus eine stärkere innere Unruhe, so als ob man gerade in einer stressigen Situation steckt. Klare Gedanken zu fassen ist auch nicht gerade leicht. Wir unterhalten uns nur spärlich und sind eher in Beobachtungslaune. Da der Ort sehr gut von dort arbeitenden Gärtnern einzusehen ist, beschließen wir zur nächsten Bank zu wechseln. Ich bin relativ zittrig auf den Beinen und mir ist etwas kalt, wobei ich mir da selbst nicht sicher bin. Der Himmel ist in eine Wolkendecke eingehüllt. Es ist wie eine Art Nebel, da man einzelne Wolken kaum erkennen kann. Doch nun fängt der Himmel an an Fahrt aufzunehmen. Es entstehen zunächst ganz viele einzelne Vielecken. Teilweise Fünfecken, Sechsecken aber auch komplexere Formen. Diese kreisen langsam um ihre jeweils eigene Achse und hinterlassen beim zeitgleichen Nachuntenbewegen leichte Schlieren. Gleichzeit werden die neontürkisen Ränder der einzelnen Formen immer dicker. Dieses Türkis ist äußerst intensiv und sollte mich in den nächsten Stunden weiterhin begleiten. Es ist auf jeden Fall die knalligste Farbe, die ich je in meinem Leben zu Gesicht bekommen habe. Wenn ich meinen Blick auch nur kurz abwende, zerfällt das ganze wundervolle Wolkenkonstrukt. Fokussiere ich mich aber wieder auf einen Punkt beginnt es von vorne, mit leicht veränderten Formen aber dem gleichen Ablauf. Ja, ich kann das Ganze ziemlich gut kontrollieren. Einfach Atemberaubend. Nun werfe ich einen Blick auf die Bäume. Die Blätterbüschel einer etwas entfernteren Buche formen sich zu rauen Kreisen, welche sich spiralenförmig auf mich zubewegen. Es sieht aus, als ob der Baum schnell wachsen würde und dabei diese Spiralen entstehen. Der massige Stamm wirkt sehr lebendig und schwingt hin und her. Links ist eine sehr große Eiche, direkt am anderen Ufer des Sees. In der Eiche erkenne ich eine rautenartige Form. Erst an einer einzelnen Stelle, dann finde ich sie im ganzen Baum wieder. Nun duplizieren sich die Rauten auch über die Grenzen des Baumes hinweg. Zudem spiegelt sich alles nochmals an der Wasseroberfläche des Sees. In der kleineren Weide kann ich überall kleine Dreiecksmuster erkennen. Sie wirken aber eher langweilig auf mich, während Mirko sein Hauptfokus auf genau diese Weide legt. Was er da wohl sieht... Ich merke, dass mir mein Blickfeld nach links und rechts deutlich größer vorkommt. Das Wasser verstärkt diesen Effekt noch weiter und zieht mich daher magisch an, sodass wir fast die komplette Zeit in Seenähe verbringen werden. Später als erwartet trifft nun auch Leo ein. Sein Plan ist es jedoch nicht sich uns anzuschließen, sondern Mdma zu nehmen. Dies setzt er dann kurz nach seiner Ankunft in die Tat um. Nachdem das erledigt ist, stellt er Musik ein. Das erste Lied, das wir nun zu hören bekommen ist „Liquified“ von Gramatik. Es haut mich einfach um. Der Song erzeugt ein mächtiges, imaginäres Konstrukt, dessen Nähe ich spüren kann. Als ich mir den Song am nächsten Tag im nüchternen Zustand angehört habe, kommt er mir völlig fremd und eher enttäuschend vor. Das nächste Electrolied führt dazu, dass der vor mir liegende Rhododendron zu vibrieren beginnt. Es wirkt so als ob man das Bild kopiert und etwas zur Seite schiebt, er macht einen aufgeplusterten Eindruck. Selbst der eher karge Fußweg ist in voller Bewegung. Überall kreist es, Bodenwellen breiten sich von links nach rechts wie in einem Meer aus. Nun blicke ich hoch auf die Eiche. Ich kann wieder die Rauten erkennen. Dieses mal ist es noch eindrucksvoller. Oben sehe ich wie die Rauten sich immer weiter duplizieren und sich nun dazu noch leicht bewegen und unten ist das beruhigende Wasser. Ich fühle mich als wäre ich an einem ganz anderen Ort, einer Idylle, die vor mir noch niemand in diesem Ausmaß erblicken konnte. Der Anblick löst in mir eine sanfte und natürliche Euphorie aus. Ich richte meinen Fokus wieder auf die Buche, jetzt entstehen auch hier die Rauten-Muster. Jedoch sind diese weicher und welliger. Die einzelnen Fragmente wirken wie Arme eines Menschen. Das ganze erinnert mich an Indien (obwohl ich nie da gewesen bin). Ich habe das Gefühl an der Küste des indischen Ozeans zu sein und eine Person im Schneidersitz vor mir sitzen zu sehen, welche die Arme in rhythmischen Wellenbewegungen schwingt, nur dass ich dies hundertfach sehe.

Ich schließe meine Augen und bin schon gespannt, was ich zu sehen bekommen werde. Als erstes erblicke ich einen sehr sterilen schwarzen Raum, ich sehe mich in hellen Klamotten (hatte eigentlich etwas ganz anderes an) auf der Bank sitzen. Die Perspektive kommt der einer hinter mir stehenden Person gleich, die nach unten in Richtung meiner Schuhe guckt. Ja die Schuhe sind mir besonders ins Auge gestochen. Nun ändert sich die Blickrichtung auf meine Körpermitte und rotiert dabei um mich herum, wie in einer Filmszene. Plötzlich verschwinde ich und das Farbenspiel setzt ein.

Bild 1


Den ersten Pfeil, den ich sehe ist in diesem unverwechselbaren Neontürkis getaucht. Anschließend ploppen die sich leicht überlappenden Pfeile unglaublich schnell nacheinander auf. Erst von links nach rechts, dann umgekehrt. Es gibt wiederkehrende Farben, aber auch neue Töne. Z.B. ein anderes rot oder ein anderes gelb. Doch das Türkis bleibt immer gleich. Die 3. Phase der CEV‘s setzt ein. Die Pfeile verändern ihre Form und werden deutlich größer. Es sind nun große Rauten, und das Farbspektrum beschränkt sich auf einige wenige Farben. Beispielsweise eine Kombination aus rot, weiß und schwarz. In der letzten Phase erkenne ich nur noch sehr wenige große Formen und das ganze Blickfeld blinkt abwechselnd rosa und rot auf. Eine derartige Farbintensität habe ich noch nie zuvor erblicken dürfen. Das Rosa ist an Intensität kaum zu überbieten, da es das ganze Blickfeld einnimmt und sehr stark leuchtet. Ich öffne meine Augen und beobachte wieder die morphende Umgebung. Beim erneuten schließen der Augen spielen sich wieder die einzelnen Phasen in leicht veränderter Ausprägung ab. Einzig die erste Phase, in der ich mich selbest sehe, taucht lediglich zweimal auf, danach fällt sie aus dem Ablauf heraus. Vorerst genug mit den CEV‘s experimentiert. Jetzt habe ich wieder Lust die Umgebung zu begutachten. Die Bäume wirken, als ob sie eine schier unendliche Zahl an Ästen besitzen. Versucht man durch die Lücken zwischen den Ästen durchzuschauen, entstehen dahinter weitere Äste. Der Kontrast zwischen den braunen Ästen und den grünen Blättern ist sehr stark und je nach dem was mir gerade mehr zusagt, steht im Fokus und hebt sich von dem restlichen Baum ab. Nun entstehen wieder die vorher erwähnten Rautenmuster, die sich nach und nach duplizieren.
Das unangenehme Körpergefühl sowie die Übelkeit nehmen langsam aber sicher ab. Ich probiere den von Leo mitgebrachten Multivitaminsaft, er ist sehr fruchtig und lecker. Aber auf eine interessante, noch nie zuvor erlebte Art und Weise. Die Pflaume kommt mir sehr wässerig und gleichzeitig geschmacksintensiv vor. Man merkt wirklich wie viel Wasser in so einer Frucht steckt, hat aber trotzdem noch das volle Geschmackserlebnis. Es ist sehr neuartig, und ich folglich sehr neugierig. Gegen 16:45 Uhr ziehen wir nun zur nächsten Bank. Auf dem Weg snacke ich ununterbrochen Weintrauben. Sie kommen mir dabei ziemlich kantig vor, jede hat eine leicht abgewandelte Form und schmeckt dementsprechend auch etwas anders. Wir bleiben am Ufer des Sees stehen und endlich zeigt sich die Sonne von ihrer schönsten Seite. Mirko wirkt im strahlenden Sonnenschein wie ein Forscher, der sich soeben aus einem dichten Dschungel herausgekämpft hat und nun seinen Erfolg genießt. Wir unterhalten uns, was mir mittlerweile etwas leichter fällt. Die warme Sonne auf der Haut zu spüren ist sehr angenehm und entfacht eine regelrechte Euphorie. Wir gehen zur nächst gelegenen Bank, die in einem Kreis um einen sehr großen Baum aufgebaut ist. Man kann die Sonnenstrahlen durch die Blattunterseiten durchschimmern sehen. Es lässt die Blätter in einem wunderschön knalligem Grün erleuchten. Ich lehne mich ganz weit in den Rücken und schaue senkrecht nach oben. Der Baum hat eine sehr beachtliche Größe mit entsprechend vielen aufgefächerten Ästen. Da sich in den Lücken immer neue Äste bilden, wirkt der Baum schlicht unendlich.

Wir switchen die Musikrichtung auf GOA. Normalerweise ist das so gar nicht meins, da mir die Lieder zu schnell und zu monoton sind. Doch jetzt genieße ich es. Es hört sich eher langsam an und wirkt sehr beruhigend. Zudem verstärken sich die Optics. Die Muster ziehen nun leichte Schlieren nach sich und sind belebter. Wir sammeln einige Bucheckern, schälen und essen sie. Sie schmecken sehr nussig und fettig. Ich lasse mich auf die verschiedenen Eindrücke ein und genieße das Schauspiel.

Ich gehe 20 m weiter zur Feuchtwiese. Sie besteht hauptsächlich aus mittelgroßen Gräsern, es wirkt wie eine grüne lebendige Decke. Dort bekomme ich die volle Ladung Sonnenlicht ins Gesicht, schließe die Augen und lausche den Geräuschen. Der Wind zischt durch die Bäume, es raschelt und rauscht, alles lebt. Auf meinen Lippen entsteht ein leicht süßlicher Geschmack, es ist also ob ich die Natur küsse und die Umgebung schmecken kann. Ein unvergleichliches Erlebnis. Ich genieße es in vollen Zügen und empfinde eine sehr starke und natürliche Euphorie, nichts was man mit Mdma erreichen könnte. Ich gehe wieder zurück zu den anderen beiden und setzte mich auf die Bank. Ich schließe meine Augen und erfahre völlig neuartige CEV‘s. Es sind wieder Pfeile, in wechselnden Farben. Doch dieses mal sind sie sehr viel schmaler und schneller, unglaublich schnell.


Bild 2


Ich sehe vor meinem inneren Auge noch weitaus komplexere Strukturen und Abfolgen, die ich mir zwar immer noch bildlich vorstellen, aber weder zeichnen noch beschreiben kann. Nachdem ich den unglaublich fruchtigen Maracuja-Saft probiert habe, gehe ich auf Erkundungstour. Auf Leo‘s Rat hin, ziehe ich dafür meine Schuhe aus. Die unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten unter den Fußsohlen zu spüren, öffnet mir einen ganz neuen Sinneseindruck. Ich springe über den kleinen, im See mündenden Bach und gehe am Seeufer entlang. Der Boden ist stellenweise sehr nachgiebig, jeder Schritt federt und fühlt sich großartig an. Ich treffe auf einen Sandhaufen, er ist sehr weich und angenehm. Ich gehe über die Wiese. Das Gebiet ist sehr feucht und vermittelt eine gewisse Frische. Ich fühle mich wie ein Kind, das zum ersten mal in der Natur spielen darf und jegliche Eindrücke zum ersten mal erfährt. Bei jedem Schritt nehme ich die leichte Feuchte des Untergrunds wahr. Es fühlt sich toll an. Kein Schritt fühlt sich wie der andere an, das Empfinden ist sehr viel differenzierter als gewöhnlich. Ich gehe an dem Bach entlang in Richtung des Sees. Ich bleibe in einem tiefhängenden Ast stehen, doch die Sonnenstrahlen gelangen noch ungehindert in mein Gesicht. Wieder schließe ich meine Augen und verschränke die Hände hinter meinem Kopf. Es fühlt sich an als ob meine Hände ganz langsam auseinander gleiten, obwohl sie es nicht tun. Es erweiterter die CEV‘s und löst eine unglaubliche Euphorie aus. Die stärkste, die ich an diesem Tag erleben sollte. Ich atme sehr tief ein und aus. Ich rieche eine ganz gewisse Note und kann sie auch schmecken. Ich würde es als ‚Mutter-Natur‘ bezeichnen. All meine Sinne sind maximal geschärft und transportieren die Wahrnehmung in mein Inneres um eine absolute Glückseligkeit auszulösen. Dies ist vielleicht der schönsten Augenblick in meinem bisherigen Leben. Der Wind pustet durch den Baum, sodass der Ast meine Lippen leicht streift. Es ist wie ein sanfter Kuss. Atemberaubend. Ich gehe ein kleines Stück am Bach entlang und bleibe abrupt stehen. Mir fällt auf, dass alle Pflanzen perfekt auf die Sonne ausgerichtet sind. Durch die leichte Feuchte in Wassernähe funkeln die Oberflächen und besonders die Umrisse der Pflanzen im Sonnenschein. Die unterschiedlichen Grüntöne der Pflanzen leuchten in einer nie dagewesenen Intensität. Alles scheint lebendig zu sein und genau wie ich die Sonne in vollster Empfänglichkeit zu genießen. Eine weitere wundervolle Szene. Ich gehe den gerade gegangenen Weg wieder zurück zum zauberhaften Ast. Ich schließe wieder die Augen um diesen perfekten Moment nochmals nachzuempfinden. Die Euphorie schießt wieder in mein Gehirn. Ich beginne mit dem Baum zu verschmelzen. Vor meinem inneren Auge sehe ich wie der Baum an neuen Ästen gewinnt. Sie überlappen sich nacheinander und kommen mir immer näher. Als der letzte Ast nun direkt vor mir erscheint, werde auch ich zu einem Ast und die Entwicklung neuer Äste setzt sich fort. Für einen kurzen Augenblick habe ich mich als Teil dieses Baumes gefühlt und verstanden. Dieser Fleck hat eine kraftvolle Magie inne, die ich noch weitere Male auskosten sollte.

Ich umkreise den See und entdecke immer wieder neue, mich zum staunen bringende Dinge. Ich achte auf jedes Detail und nehme alles ganz genau unter die Lupe. Ich lasse mich auf einem Moose-Bett nieder. Die einzelnen Triebe sehen aufgeplustert aus und fühlen sich sehr weich an. Beim Umsehen kann ich wieder einige bekannte Abfolgen an Mustern in den Bäumen erkennen.

Ein weiterer interessierter Freund trifft soeben ein um uns Gesellschaft zu leisten. Tim fragt uns genaustens aus. Meine dürftigen Erklärungsversuche enden andauernd in Lachanfällen. Nach kurzer Unterhaltung wird mir aber langweilig, sodass ich mich schnell wieder auf die Natur stürze. Ich streife wieder durch die Wiese und genieße die abwechslungsreichen Untergründe. Zu meinem Leidwesen trete ich in Dornen, was mich aber nicht sonderlich zu stören scheint. Ich hüpfe einige Male in kindlicher Euphorie über den kleinen Bach, von links nach recht und wieder zurück. Am besagten magischen Fleck angekommen, lasse ich diesen wundervollen Moment aber auch alle anderen Momente und Eindrücke Revue passieren: die visuellen Eindrücke, die Gerüche, die Empfindungen und der unvergleichliche Geschmack auf den Lippen. Es ist wieder präsent, ich kann alles wieder unverfälscht wahrnehmen, genau worauf ich abgezielt habe. Die anderen suchen mich bereits um mich darüber in Kenntnis zu setzen, dass sie zeitnah aufbrechen wollen um noch im Hellen bei mir anzukommen. Schwerfällig stimme ich zu und sage, dass ich demnächst bereit wäre.

Ich sehe die Sonne durch ein Waldstück aus Kiefern scheinen. Sie steht schon sehr tief und hat mittlerweile einen weicheren Orangeton angenommen. Ich positioniere mich so, dass die Sonnenstrahlen zu mir durchdringen. Dabei entdecke ich einen kleinen Baum, dessen rote Beeren kraftvoll leuchten. Vorher war er mir gar nicht aufgefallen, doch jetzt erkenne ich die Schönheit und erforsche jede einzelne Facette. Ich gehe wieder durch die Feuchtwiese, am See entlang und verabschiede mich ganz persönlich von dem ‚magischen Fleck‘. Nachdem ich die anderen noch einige Zeit hinhalten konnte (ca. 19:20 Uhr), sind wir nun alle in barfuß in Richtung unserer Fahrräder unterwegs und führen eine belebte Diskussion darüber, wie fahrtauglich wir denn sind. Die Schottersteine und Tannennadeln sowie die stacheligen Außenschalen der Kastanien machen uns den Rückweg nicht gerade einfach. Bei den Rädern angekommen ziehen wir dann aber endlich wieder unsere Schuhe an. Wir konnten Mirko davon überzeugen, es wenigstens mit dem Fahrradfahren auszuprobieren. Und siehe da, es stellt sich als problemlos heraus. Zu unserem Glück verläuft der größte Teil des Weges entweder durch Waldwege oder eher ruhige bis kaum befahrene Straßen. Nach kurzer Zeit erreichen wir unser Ziel und betreten das Haus. Drinnen schimmert alles grünlich, dank der Tapeten, dessen Farbe sich auf den ganzen Raum auszubreiten scheint. Zudem sieht es ein bisschen so aus, als stünde ein Nebel im Raum. Die weiteren Stunden stellen sich noch als ziemlich ereignisreich heraus. Dies bezieht sich aber weniger auf den Trip von Mirko und mir als auf den der anderen, da noch eine weitere Person zugekommen ist, welche dann auch noch dem Mdma-Konsum verfallen sollte. Darauf werde ich aber nicht mehr näher eingehen. Am Abend, wie schon den bisherigen Tag auch, war ich nicht gerade in großartig gesprächiger Laune. Nachdem die verschiedenen Räume innen inspiziert wurden, wagte ich einen Blick in den prachtvoll blühenden Garten bevor die Sonne zu untergehen drohte. Zu diesem Zeitpunkt (ca. 19:45 Uhr) konnte ich noch einige Bewegungen in den Pflanzen und Muster z.B. in den Dachpfannen der Nachbarhäuser wahrnehmen. Der Afterglow war von einer erhöhten Farbintensität und einer geringfügigen euphorischen Stimmung geprägt. Außerdem habe ich noch einen echten Fressflash bekommen und innerhalb kürzester Zeit drei Teller Nudeln verspeist. Ich hatte selbst danach kein richtiges Sättigungsgefühl verspürt, aber dann entschieden, dass es eindeutig genug sei. Mirko hat gerade einmal einen Teller geschafft und gemeint, dass er in diesem Zustand nicht großartig viel essen könne. So verschieden können unterschiedliche Organismen auf die selbe Substanz reagieren. Gegen 2 Uhr haben wir dann noch eine Tüte geraucht, die einige bereits abgeklungene Effekte nochmal ins Leben gerufen hat. Zu dem Anlass haben wir uns dann eine vierteilige Naturdoku inklusive einiger kleineren Optics angeschaut. Aber breit im eigentlichen Sinne haben wir uns nicht gefühlt. Die anderen Leute haben sich so langsam auf den Weg nach Hause gemacht. Ich bin schließlich gegen 4 Uhr vorm Fernseher in den Schlaf gefallen. Mirko noch deutlich später. Am nächsten Tag habe ich mich etwas ausgelaugt, aber ansonsten sehr gut gefühlt. Ich war immer noch vom belebten Vortag merklich geflashed.


Fazit

Anfänglich war der Trip sehr anstrengend und hat auch den einen oder anderen unerwünschten Nebeneffekt mit sich gebracht. Dies habe ich aber mehr als gerne für die doch stark überwiegenden positiven Effekte in Kauf genommen. Ich empfand den Trip als sehr farbenfroh, euphorisch und warm (habe von einigen gelesen, dass sie der Substanz eine gewisse Kälte zuschreiben, was ich glücklicherweise nicht wahr nahm). Mir ist abermals klar geworden wie wichtig das Setting für eine derartige Erfahrung ist. Bad Vibes, z.B. ausgelöst durch Erzählungen, haben mein Körpergefühl schlagartig ins Negative umgekehrt. Das war bei mir nur für kurze Augenblicke und nur in schwacher Form der Fall. Im Nachhinein sind noch witzige Dinge zu Tage gekommen, bei denen mir eine Veränderung der Wahrnehmung nicht bewusst gewesen ist. Beispielsweise hatte Leo‘s Sonnenbrille den Anschein gemacht als wäre sie stark nach innen geknickt. In Wirklichkeit hat sie ein völlig gerades Profil, was ich am nächsten Tag kaum glauben konnte, da ich die Brille auch noch gesehen hatte als ich nur noch eine geringe Wirkung zu spüren geglaubt habe. Vielleicht war die abendliche Rückfahrt doch etwas gefährlicher als gedacht, aber bei weitem noch nicht bedenklich. Die verzögerte Reaktionszeit ist mir sogar noch während der Fahrt (auf Hinweis von Leo) bewusst geworden. Dennoch rate ich zur Vorsicht!

Nicht nur das der Trip mir sehr viel Freude und Spaß bereitete, er hatte auch viel Tiefgang und hat zum Denken angeregt. Definitiv einer meiner schönsten Erfahrungen, die ich auf keinen Fall missen möchte. Es war die erste aber mit Sicherheit nicht die letzte Begegnung mit dieser aufschlussreichen Substanz. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an den interessierten Leser, der es bis hierhin geschafft hat. Ich hoffe der Zauber dieser magischen Reise ist bis zu euch durchgedrungen!






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