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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:The Rhythm of the Night
Drogen:MDMA
Autor:Maripandari
Datum:09.07.2020 20:04
Set:frustriert, neugierig, „scheiß egal“-Einstellung, leicht müde
Setting:warme Sommernacht, Festival
Nützlichkeit:9,33 von 10 möglichen   (9 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Vorwort:

Dieser Trip ist nun schon fast ein Jahr her, aber kaum eine Drogenerfahrung hat mich so fasziniert und nachhaltig beschäftigt wie diese MDMA-Nacht, weshalb ich sie für mich und die Nachwelt unbedingt hier festhalten und mit euch teilen muss.

Zu meiner Person: Zu dem Zeitpunkt des Trips bin ich gerade 23 Jahre alt geworden, hatte meine Ausbildung abgeschlossen und befand mich in den erstmal letzten Sommerferien meines Lebens. Ich liebe den Rave und bin ein sehr naturverbundener und bodenständiger Mensch. Verbotene Substanzen faszinierten mich seit eh und je und reines MDMA reizte mich schon eine ganze Weile. Pures Glück, wie nice muss sich das anfühlen? Ich konsumiere seit 8 Jahren Cannabis. Anfangs nur gelegentlich, zwischendrin täglich und nun in mal längeren, mal kürzeren Abständen. Zu meinen sonstigen Erfahrungen zählen einige Pilztrips, Koks, Speed, 2C-B, LSD, Hawaiianische Babyholzrose, Opioide und Ecstasy. Bis auf vielleicht das erste Mal Pilze war nichts so eindrucksvoll und intensiv wie das MDMA auf diesem Festival. Safer use sowie ausreichend lange Abstände zwischen den einzelnen Drogen sind mir sehr wichtig. Körper und Geist sollen so lang wie möglich frisch bleiben und keine durch Unbesonnenheit verursachten Schäden nehmen.

Etwa ein dreiviertel Jahr vor jener Nacht hatte ich schon reines MDMA probiert. Das waren etwa 110 mg. Mein Respekt vor dieser Droge war sehr groß und ich wollte auf keinen Fall überdosieren. Ich nahm es mit meinem Freund in einem Club und es lief guter Techno, aber das erwartete „Reinklatschen“ blieb aus. Ich hatte keine Lust auf tanzen bzw. war es mir von der Koordination her gar nicht möglich. So saß ich die ganze Zeit mit geschlossenen Augen auf einer Box, wiegte mich hin und her und fasste meine Haare an. Nicht, dass die Erfahrung nicht schön war, aber ich hatte mir pures MDMA einfach anders vorgestellt. Okay, dachte ich, vielleicht wirkt es bei mir einfach nicht so krass.
Ich hatte ja keine Ahnung, was mich noch erwarten würde :D

Der Tag davor:

Donnerstag reiste ich mit meinem Freund P., seinem Mitbewohner C. und meiner besten Freundin L. auf dem Festival an. Es war ein Festival mittlerer Größe an einem schönen See mit vielen Kunstinstallationen und gemischter Musik (überwiegend Elektronisches). Das Wetter war ideal für verkiffte Tage und durchtanzte Nächte.

Kurz nachdem unser Zelt stand, kam ein Typ vorbei, schaute zu uns hinein und fragte: „Habt ihr Bock auf Emma oder Koks?“ Ja man, das ist der Spirit. Wir holten ihn zu uns rein und anscheinend waren wir seine ersten Kunden. Er meinte er hat top Qualität, frisch und originalverschweißt aus dem Darknet. Er hatte keine Waage dabei und schätzte 1 g „Champaign-MDMA“ und ein viertel Gramm Koks ab. Mein ganzes Geld, welches ich für das Wochenende eingeplant hatte, war direkt weg. Ach was solls, dachte ich mir. Besser anlegen kann man es nicht. Der Typ chillte noch ein bisschen bei uns und teilte im Schutz unseres Zeltes seine Ware in konsumentenfreundliche Portionen. Er schien viel Erfahrung damit zu haben, wenn er alles einfach so Pi mal Daumen abschätzte und irgendwie vertraute ich ihm da vollständig.


Der Tag:

Freitag war mein Geburtstag, Wir verbrachten ihn mit baden, kiffen, snacken und die Stimmung aufsaugen. Von den Festivals, die ich bisher besuchte, war dies das Entspannteste und überall steckte so viel Liebe im Detail. Dies war ein Ort, an dem man sich völlig gehen lassen konnte. Abends waren wir alle schon ziemlich müde und wir beschlossen etwas vorzuschlafen, um ausreichend Energie für die Nacht zu haben.
Was schlafen angeht, gehöre ich zu meinem Leidwesen zu den anspruchsvollen Schläfern. Der Partyvibe auf dem Zeltplatz war schon voll da und alle schienen sich prächtig zu amüsieren. Ich wälzte mich nur hin und her und war traurig. Toller Geburtstag. Ich habe dann sicher keine Energie mehr, bin richtig zeitig im Arsch und meine Freunde schlafen sich nochmal schön aus. Das waren meine Gedanken. Ich weinte sogar ein bisschen.

Als es dunkel wurde, weckte ich zuerst P. und dann die anderen. Alle waren vom schlafen bisschen verklatscht und fertig und mussten erstmal wieder reinkommen in die Festivalstimmung. P. hatte die Idee: das MDMA! Joa, was habe ich zu verlieren, dachte ich. Wirkt bestimmt eh nicht so krass und wir haben nur zwei Abende. Warum also nicht heute? Das Set war nicht wirklich optimal, aber irgendwie war ich auch recht neugierig auf das angepriesene „Champaign-MDMA“. P. teilte es in 4 Lines und ließ einen größeren Stein außen vor. Ich schätze eine Line entsprach ca. 150 – 200 mg.
Jetzt war es also soweit. L. entschied sich dafür bei Alkohol und Weed zu bleiben und unser Tripsitter zu sein.

Gegen 22.30 Uhr nahmen wir die Kristalle auf relativ nüchternen Magen ein. Die letzte Mahlzeit war etwa 3 Stunden her und bestand aus Instantnudeln. Der bittere Geschmack war mit bereits vertraut und wir spülten ihn mit Fruchtsaft runter.

Es waren nur etwa 15 Minuten vergangen, als P. mich fragte, ob wir schon mal losmachen wollten. Ich war sofort am Start und fühlte eine ungeheure Energie in mir aufsteigen. Ich wechselte noch schnell mein Outfit von einer Leggings zum Kleid, da mir die Leggings plötzlich wie eine sehr einengende zweite Haut vorkam. Alle Bewegungen erfolgten super schnell, genau wie unser Sprechen. Wir brachen direkt auf. C. fühlte sich noch nicht zu 100% fresh und blieb mit L. noch am Zelt. Sie meinte zu ihm: „Die zwei werden klarkommen, die haben sich“.

P. und ich liefen zügig und in großen Schritten zum Festivalgelände (es war nur 5 Minuten vom Zeltplatz entfernt). Diese Energie. Ich wollte mich einfach nur bewegen. Jede Zelle meines Körpers schien aktiviert. Wir gingen erstmal auf Toilette. Bisher spürte ich nur mein Herz schneller schlagen und dass sich da etwas anbahnt. Ich machte mir auch kurzzeitig Gedanken, ob es nicht vielleicht zu viel war und ob das wirklich so eine gute Idee gewesen ist. In der Ferne hörten wir irgendwann das Lied „The Rhythm of the Night“ von Corona, wahrscheinlich aus dem Classics-Zelt, und es wurde zu unserer Hymne für den Abend. Ich werde nie diesen Moment vergessen, wie ich mit P. Hand in Hand auf das Gelände spazierte und er laut „...this is the rhythm of the night, oh night, oh yeah“ sang. Ich fühlt mich, als wären wir die Könige der Welt. P. fragte ein vorbeikommendes Mädchen, wo hier harter Techno läuft. Sie so: „Was versteht ihr unter hartem Techno?“ und wir dachten nur so „fuck off, harter Techno, Junge – du hast doch keine Ahnung“ :D Wir liefen zu einer Bühne, wo eher Downtempo lief. Ich setzte mich in den Sand, da tanzen irgendwie noch nicht so funktionierte. Mir war leicht schwindelig und es fühlte sich an, als würde mir das Emma zu Kopf steigen. P. tanzte ein bisschen, während ich die Kühle des Sandes an meiner überhitzten Haut genoss. Er fühlte sich auch einfach toll an zwischen den Händen. Texturen sollten mich noch sehr glücklich machen an dem Abend. Ich schaute nach oben und grinste eine Frau an, die neben mir tanzte. Sie lächelte mich wissend an und ihr Blick sagte „Guten Flug, du Süße“. Meine Pupillen müssen schon riesig gewesen sein und mein Gesicht rot und verschwitzt. Auch mein Kiefer begann schon heftig zu mahlen. Darauf waren wir mit Kaugummis gut vorbereitet.
Ich schätze seit der Einnahme waren maximal 45 Minuten vergangen.
P. ging es glaube einfach nur gut. Kann mich nicht daran erinnern, dass er irgendetwas Negatives gefühlt hat.

Wir gingen zurück Richtung Zeltplatz, machten einen kurzen Abstecher ins Classics-Zelt, wo gerade von Disclosure „Flume“ lief, aber das traf so gar nicht unseren Vibe. Also wieder raus. Ein paar Meter weiter liefen wir C. und L. in die Arme. Die Wiedersehensfreude war riesig. C. fühlte sich auch mittlerweile ziemlich gut. Zusammen liefen wir wieder Richtung irgendeiner Bühne und genossen erstmal nur uns. Jetzt ging es so richtig los und die pure Euphorie und Wollust durchströmte mich. Alle Sorgen um eine etwaige Überdosis waren wie weggeblasen. Ich fühlte mich gelöst und elektrisiert.

L. trug ein hautenges Kleid aus Neoprenstoff mit einem bunten geometrischen Muster und sie sah sooo wunderschön und heiß darin aus. Ich fand mit diesem Style und als unsere Tripsitterin glich sie einer Superheldin, was ich ihr auch mitteilte. Jetzt folgte eine Erkundung unserer Körper. Wie sich alles anfühlte, dieser Stoff, ihre Brüste, ihr Po – es war göttlich. Ich konnte meine Finger kaum von ihr lassen. C. trug ein Trikot, welches auch aus einem unfassbar schönen Material war. Ärsche. Ich grub meine Hände in C.´s und P.´s Po, küsste beide und freute mich wie ein kleines Kind. Es war alles so intensiv und ich war unfassbar empfänglich für alles Schöne und vor allem dafür, wie toll sich Menschen anfühlen. Es war nicht wirklich sexuell, es fühlte sich so ursprünglich an, als wäre ich der erste Mensch, der die Schönheit von Kurven und Haut für sich entdeckt. Eine Mischung aus Ehrfurcht und Begehren. Mehr Intimität hätte mich wahrscheinlich überfordert in dem Moment. Für L. war es völlig okay, sie spürte meine Ekstase und fühlte sich eher geschmeichelt als bedrängt. Ich bat C. auch meine Brüste anzufassen und wir 4 mussten ausgesehen haben, als waren wir drauf und dran uns die Kleider vom Leib zu reißen und eine Orgie zu starten. L. erzählte im Nachhinein, dass sie das bei P., C. und mir auch kurzzeitig befürchtete.

Wir tanzten ein bisschen, mittlerweile fühlte sich es super an den Körper zu bewegen. P. hatte seine Schuhe ausgezogen um barfuß zu tanzen und irgendwie kam einer abhanden. L. und C. suchten gefühlt 10 Minuten nach ihm. P. war das in dem Moment recht egal, er lachte nur und meinte „wer braucht schon Schuhe“. Alles fühlte sich so leicht und lustig an. Keine weltliche Sorge konnte uns das kaputt machen. Es gab keine negativen Gefühle. Ich machte mir auch zu keiner Zeit Gedanken, was wohl andere gerade über uns denken und wie wir wirken. Das Festival war einfach die perfekte geschützte Blase zum Trippen. Alle waren gut drauf und schienen, als freuten sie sich für uns mit oder schoben ihren eigenen Film. Ich schwitzte die ganze Zeit sehr und P. und ich zogen uns innerhalb einer Stunde 2 Liter Saft rein. Dieser dickflüssige Pfirsich- und Birnensaft gab mir alles. Ich hatte riesigen Durst und es musste einfach sein. Später las ich, dass man gar nicht mal so viel trinken sollte auf Emma, da es den Kreislauf zusätzlich belaste. Das wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht und genoss vergnügt das Fruchtaroma. Ich musste während des Trips kein einziges mal auf Toilette.

L. und C. kamen nach vergeblicher Suche zurück und da sah ich plötzlich den Schuh in nur 1 Meter Entfernung liegen. Hä? :D Wie konnte das sein? Außerdem war L. ja gar nicht drauf. Es ist und bleibt ein Rätsel. Wir waren auf jeden Fall froh, dass unser Hab und Gut vollständig war und beschlossen, nochmal zum Zelt zu gehen. Ich wollte mir meine Bikinihose anziehen, da mir mein Slip plötzlich so altmodisch und unwürdig vorkam. Außerdem war kurz resetten und neue Getränke holen keine schlechte Idee. Es fing leicht an zu regnen und diese Abkühlung war mir mehr als willkommen. Gegen die großen Scheinwerfer sah der Regen mega cool aus, jeder Tropfen war wunderschön und es sah aus, als würden sie in Zeitlupe zu Boden fallen. Es faszinierte mich, wie trotz des Regens noch fette Insekten oben an den Scheinwerfern rumflogen.
Auf dem Rückweg liefen C. und L. ein Stück vor uns, P. und ich waren in unserer Welt und in kompletter Harmonie miteinander. 100 m vor unserem Zelt trafen wir meinen ehemaligen Mitbewohner H. Ich wusste, dass er auch auf dem Festival war, aber durch fehlendes Handynetz war ein Treffen bisher nicht möglich gewesen. Ich freute mich so ihn zu sehen und plapperte aufgeregt und schnell. Er fragte direkt, ob wir was genommen hätten. Er konnte diese Euphorie glaube nicht soo gut mitfühlen in dem Moment und die Begegnung war kurz. Ich war trotzdem sehr froh, ihn getroffen zu haben. Fühlte sich einfach vollständig an.

Zurück am Zelt hatte ich die ''perfekte'' Idee. Ich zog meine Bikinihose an, mein Kleid aus und dafür mein Einmal-Regencape an. Aber sofort klebte die Folie auf meiner verschwitzten Haut und nahm mir gefühlt die Luft zum atmen. Außerdem hatte es auch schon wieder aufgehört zu regnen. In diesem Moment entstanden noch in paar Bilder von C., P. und mir und ich muss jedes mal lachen, wenn ich mir diese anschaue. Wir sahen alle so verklatscht aus. Unsere Gesichter rot und aufgequollen, die Augen bestanden nur aus Pupillen. P. hatte extrem Bock auf Kippen rauchen und L. gab ihm welche. Ich hatte keine Lust auf rauchen, ich wollte tanzen! Schnell zog ich mein Kleid wieder an und wir gingen zurück aufs Gelände. Andere hatten auch kurz ihre Kleidung am Zelt gewechselt und sich der Witterung entsprechend angezogen. Es muss sich auch deutlich abgekühlt haben, aber für mich war es jetzt gerade richtig, barfuß und nur im Kleid. Endlich nicht mehr so hart schwitzen. Auf einer Bühne legte Bebetta auf und da lief endlich harter Techno. Die nächsten 1 bis 2 Stunden galten nur dem Raven. Ich habe keine Erinnerungen an die Musik, ich weiß nur dass es fett war und dass ich es ziemlich gefühlt habe. Mein kurzes Kleid hatte ich an meiner Taille zusammengeknotet und tanzte so nur quasi in Top und Bikinihose, während gefühlt alle um mich herum Regenjacken und lange Sachen trugen. Meine Füße stampften auf den Boden, die Musik durchflutete mich und diktierte mir die Bewegungen. Ich war ganz im Hier und Jetzt.

Zwischendurch holte ich nochmal Wasser und bat 2 Typen, die da gerade standen, um einen neuen Kaugummi. Sie schienen froh darüber, mir eine Freude machen zu können. Meine Haare waren vom Regen strähnig und verfitzt, aber es war mir so egal. Es zählte nur das Glück des Moments. P. sagte mir, wie sehr er mich liebte und dass er es vielleicht nicht immer so zeigen kann wie ich, aber dass er sehr glücklich mit mir ist. Das berührte mich tief.

Ich schätze es war so 4 Stunden nach der Einnahme, als die Wirkung plötzlich nachließ. Die Atmosphäre kam mir auf einmal kühl vor, die Euphorie schwand und der Kontrast zur Realität kam mir groß vor. Ich merkte die doch eher kühle Temperatur und fühlte mich leer und erschöpft. C. und L. hatten wir schon vor einer Weile beim tanzen verloren. Ich fragte P., ob wir nachlegen sollten, aber ich wusste schon in dem Moment, dass es sinnlos war. Wenn der Peak vorbei ist, kann man das nicht einfach so zurückholen, soviel wusste ich. Aber die Erkenntnis war schmerzhaft. Ich wollte dieses Gefühl unbedingt zurück. Mein Bock auf Party und tanzen war weg und ich wollte mich einfach nur hinlegen und schlafen. Da kam wahrscheinlich auch die Grundmüdigkeit zurück, die ich vor der Einnahme verspürt hatte. P. merkte immer noch was und wollte noch weiter tanzen. Unsere Wege trennten sich hier und ich ging zum Zelt. Es war kurz vor der Dämmerung, so gegen 4 Uhr? Ich weiß es nicht mehr.

Zähne putzen, umziehen, hinlegen. Schlafen konnte ich allerdings nicht. Ich lag im Halbschlaf da und musste alle halbe Stunde aufs Klo. Und jedes Mal gefühlt 1 Liter. Alles, was ich während des Trips getrunken hatte, schied mein Körper jetzt aus. Als ich das dritte oder vierte Mal aufwachte, lag P. neben mir und schaute mich an. Es war schon hell und gegen halb 6. Er hatte C. wiedergefunden und zusammen hatten sie noch eine schöne Zeit verbracht und getanzt. Für mich ein Wunder, woher er dafür die Energie und den Bock hatte. Mit ihm neben mir schlief ich schließlich ein.

Der Tag danach:

Mein Körper ließ mich nur ein paar Stunden schlafen und 9 Uhr wurde ich wach. Es ging mir gut, bis auf etwas Müdigkeit und starken Muskelkater im Kiefer. Duschen und Kaffee trugen maßgeblich zu meinem Wohlbefinden bei. Ich spürte kein Down, die Erinnerungen an den Abend waren einfach zu witzig. L. und C. waren auch bald wach und wir tauschten Erinnerungen und Eindrücke aus. C. hat den Abend auch sehr positiv in Erinnerung. Ihm ging es nur am Anfang nicht so gut und er musste sich paar mal übergeben. Was er allerdings als schön und befreiend empfand. Müsli zum Frühstück war eher suboptimal, es war viel zu hart zum kauen und ich musste es erstmal eine Weile einweichen. P., der Glückliche, konnte bis Mittag schlafen. Ich beneide ihn so sehr für die Fähigkeit zu einem tiefen Schlaf, egal wo und wie.
Den Tag über hingen wir nur am Zelt rum, bufften und entspannten. Freude und Glücksgefühle hatte ich noch genug in mir. Die Anwesenheit der Freunde und vor allem von P. trugen denke dazu bei. Alleine hätte ich nicht sein mögen. Auch war ich froh, dass es nicht schon der Abreisetag war und wir hier noch rumasseln konnten wie wir wollten.

An dem Abend dann hatte ich jedoch nicht mehr so viel Energie und das Koks stellte sich als ziemlicher Reinfall heraus. Ich hätte die Wirkung gut gebrauchen können, aber es ging mir eher schlechter als besser davon. Was mich allerdings verwunderte war, dass ich kein bisschen erkältet war, trotz dass ich so geschwitzt hab und halb nackt rumlief, obwohl es gar nicht so warm war. Das war schon ein ziemliches Plus.

Nachwort:

Die Tage und Wochen danach musste ich ständig an den Trip zurückdenken. Es war die größte Glückseligkeit, die ich jemals gefühlt hatte. Teilweise beängstigte mich auch diese große Wollust, aber ich denke ich hätte es nie so ausgelebt, wenn nicht meine vertrautesten Menschen um mich herum gewesen wären. Das MDMA beschäftigte mich so sehr, dass es mich fast belastete. Ich hatte so große Lust es wieder zu tun und es ärgerte mich, dass jetzt erstmal ein bisschen Zeit vergehen musste. Und dass es sich wahrscheinlich nicht nochmal so krass anfühlen würde. Ich hatte von vielen Seiten gehört, dass das erste Mal das intensivste sei. Ich belas mich viel zu den chemischen Reaktionen, die im Gehirn durch das MDMA stattfinden und bekam nochmal etwas mehr Respekt vor der Droge. Auf gar keinen Fall wollte ich mir durch zu häufigen Konsum meinen Glückshormonstoffwechsel kaputt machen.

Mein Bock war trotzdem so groß, dass ich mit P. 2,5 Monate später im Club Teile nahm. Der Rausch war viel weniger intensiv und das Körpergefühl nicht so krass. Tanzen war trotzdem mega und ich war wach und am Start, aber es war einfach nicht das Gleiche. Da beschloss ich, maximal 1 mal pro Jahr Emma zu nehmen oder am besten noch seltener. Qualität statt Quantität. Auch jetzt, fast ein Jahr danach, denke ich immer noch oft daran zurück, lache über die Bilder und muss schmunzeln, wenn ich „The Rhythm of the Night“ höre. Ich bin super froh, diese Erfahrung mit diesen Menschen an diesem Ort gemacht zu haben. Eine Bereicherung für mein Leben und meine Beziehung. Es war einfach perfekt und magisch. So krass, was eine Substanz aus einem rausholen kann.
P. und ich haben uns vorgenommen, MDMA mal einfach nur zu Hause im Bett auszuprobieren, da unsere Lust schon sehr groß war in dem Moment und Sex auf MDMA sich unglaublich anfühlen muss. Mal schauen, ob es jemals dazu kommt.
In der Zwischenzeit gibt es noch viel anderes zu erleben und auszuprobieren.

Das Leben ist schön!







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