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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Ein Fehler, oder vielleicht doch nicht?
Drogen:LSD
Autor:DatSchroom
Datum:06.10.2021 13:52
Set:Relativ entspannt, ein wenig aufgeregt, da es mein erster Trip alleine war.
Setting:Bei mir in der „WG“, ich glaube es war keiner der Mitbewohner da. Später draußen.
Nützlichkeit:9,00 von 10 möglichen   (5 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Statistik
Datum: Sonntag, der 03.10.2021

Konsumierte Substanzen: Insgesamt ca. 15 µg 1cP-LSD (Äquivalent zu 60µg bei normalen
Menschen), Einnahme oral

Einnahme: kurz nach 12:00 Uhr, kurz vor 16:00 Uhr

Dauer: Schätzungsweise 16 Stunden

Set: Relativ entspannt, ein wenig aufgeregt, da es mein erster Trip
alleine war.

Setting: Bei mir in der „WG“, ich glaube es war keiner der Mitbewohner da.
Später draußen in Wald und Wiese

Datum des Niederschriebs: Montag, der 04.10.2021


Vorabinformation
Ich bin Hypersensibel, das heißt, ich nehme alles etwa 3-4-mal stärker wahr als andere Menschen. Um die hier genannten Dosierungen zu verstehen, multipliziert ihr sie am besten mit 4. Auch handelt es sich um das RC 1cP-LSD, nicht um original LSD-25. Viel Spaß euch beim Lesen.

Samstagabend
Ich kam von der Arbeit heim und war fest entschlossen, es morgen zu tun. Mein erster Trip alleine und ohne Begleitung eines Sitters. Insgesamt wäre es wohl mein fünfter oder sechster Trip mit 1cP. Ich wachte also am Sonntag auf, erledige Uni-kram und um kurz nach Mittag lutschte ich schon freudig auf dem Papierstückchen herum. Ich hatte etwa ein Achtel einer Pappe, also 12,5 µg, konsumiert und teilte das auch stolz in den Sozialen Medien (Discord und WhatsApp).

Onset
Wie bei mir üblich, war nach 10 Minuten das erste Gefühl da, dass etwas nicht stimmt. Meine Laune steigerte sich und nach ca. einer halben Stunde setzte dann auch der Bodyload ein. Ein Gefühl von Säure und Elektrizität unter der Haut, vor allem im Gesicht. Ich schaute YT-videos und schrieb mit Leuten, während ich Zusehens in das Gefühl der Andersartigkeit schlitterte.

Regentanz
Irgendwann später entschloss ich mich dazu, rauszugehen und die Natur ein wenig zu genießen. Zu diesem Zeitpunkt war es noch trocken, jedoch Bewölkt. Ich suchte die offenen Felder auf und ein Gefühl von Faszination und Akzeptanz für die Natur und jedes Detail in ihr machte sich breit. Untypischerweise hörte ich zu diesem Zeitpunkt "One Against All" von Amon Amarth - Death Metal - und erstaunlicherweise hat es sich fantastisch angehört. Ich spürte erste Tropfen einer nahenden, schweren Wolkenfront, machte kehrt und wechselte die Musik zu Psy Trance/Dark Psy. Die Musik tat ihr übriges und ich fühlte mich den ganzen Pflanzen und Tieren noch näher, die ich sah. Ich hatte nur ein T-Shirt an und so langsam begann es zu regnen, aber es machte mir nichts aus. Ich entschloss mich sogar, das Gefühl von kaltem Regen noch ein bisschen zu genießen und nahm einen Umweg nach Hause, der an einem Waldrand vorbeiführt. Ein kräftiger Wind kam auf und wehte die herbstlichen Blätter quer durch mein Sichtfeld. Ich war einfach nur gefangen von diesem Moment und sah dem ganzen Naturschauspiel bestimmt 5 Minuten zugesehen, den Regen und den Wind auf der Haut meiner Arme genossen und überlegt, ob ich meinen nächsten Track nach diesem Erlebnis benennen soll. Recht schnell ging ich dann doch weiter, da der Regen zu nahm und ein Teil in mir sagte, dass ich jetzt besser nach Hause gehe, auch wenn der Regen auf der Haut sich mit dem Wind zusammen echt ekstatisch anfühlt. Letztendlich tänzelte ich mehr nach Hause, als dass ich ging, denn der immergleiche elektronische Beat und die psychedelischen Melodien verselbstständigten meine Glieder. Wie das wohl ausgesehen haben muss: Wind, Nässe und ein Kobold in kurzer Kleidung, der durch den Regen tanzt.

Verloren im Chat
Wieder daheim angekommen, machte ich mir einen warmen Früchtetee und schnitt ein Stück einer Gurke ab. Leute, die meinen ersten Bericht zu 1cP-LSD gelesen haben, wissen, dass Gurken und Acid eine gute Kombination sind für mich. Ich entschloss mich spontan dazu, einen kleinen streifen eines Tickets abzuschneiden und noch nachzulegen. Dabei dachte ich nicht darüber nach, ob es für mein überempfindliches Gehirn vielleicht zu viel sein könnte, sondern nur, dass diese Dosis jetzt in dem Moment für mich bestimmt ist. Also runter damit und mit Früchtetee nachgespült. In der Zwischenzeit schrieb mir eine Internetbekannte. Nennen wir sie hier einfach mal L. L und ich diskutierten über die Themen Musikproduktion und Sexualität. Zweiteres ist ein Thema, worüber ich sehr gerne rede, auch wenn ich quasi unerfahren bin. L wusste grob über meinen Zustand bescheid, aber sie hat keine Ahnung, was LSD und Konsorten tatsächlich im Gehirn eines Menschen anrichten können. Ich empfand das Gespräch als sehr interessant und aufregend und habe mich richtig da hinein vertieft. Gegen Ende des Gesprächs ging es in eine etwas düstere Richtung, sie hat einige böse Erlebnisse geschildert und in dem Moment war es mit meinem Pazifismus vorbei. Dennoch wollte ich sie in dem Moment einfach nur in den Arm nehmen und für sie da sein, ganz gleich ob sie einen Freund hat oder nicht, denn darum ging es nicht in diesem Moment. Aber ich glaube, das war der erste Schritt zur Gestaltung des nächsten Abschnitts.

Fehler oder nicht?
Kurz drauf ging sie offline und ich dachte, es sei eine gute Zeit, etwas zu essen. Also Bluetooth - Box geschnappt, auf in die Küche gegangen - und prompt fühlte ich mich in einer anderen Welt. Ich fing an Zwiebeln zu schneiden als ein Kumpel, der bescheid wusste, mich fragte, ob alles okay sei. Und ich fragte mich selbst, ob alles okay war. Vielleicht war das nicht die Ursache, aber der Auslöser. Ich wurde mir schlagartig meines psychotischen Zustands bewusst. Das war gegen 18:30 Uhr, also 2 ½ Stunden nach dem Nachlegen. Das Handy war mit der Box verbunden und ich hörte das Lied
„LX-D – The Floorcast“, ein wunderbarer Psy Trance Song. Aber irgendwie war es mir plötzlich zu viel mit der Musik, gerade dann als mich ein Freund fragte, ob es mir gut ginge. Ich war mir nicht sicher, ob ich jetzt erst die letzte Dosis spüre oder ob sich alles zusammen gerade intensiviert. Ich hatte keine krassen Optics, nur leichtes Fließen der Wände, aber das Gefühl der Derealisation nahm ungeahnte Intensität an. Ich stellte zur Sicherheit die mittlerweile Zwiebeln und Nudeln brutzelnde Pfanne vom Herd und die Musik ab, um auf die Toilette zu gehen. Unwohlsein machte sich breit und ich dachte, dass ich mir vielleicht Gedanken um jemanden machen sollte, den ich Anrufen kann. Ich schaute in den Spiegel und der Anblick meiner erweiterten Pupillen, den ich sonst als schön empfinde, verstörte mich. Ich fragte mich, was ich denn tun solle, wenn das jetzt nicht aufhört und noch intensiver wird und ich eigentlich noch gar nicht peake und das noch kommt. Auf dem Weg zurück zur Küche merkte ich, dass die Richtung gar nicht gut ist und versuchte mich mit dem Gedanken zu beruhigen, dass ich ja nicht mal Halluziniere. Ich beschloss, einen Freund (1) anzurufen, der bescheid wusste, allerdings sagte er, dass ich ihn zurückrufen soll, wenn ich mit dem Essen fertig bin. So kochte ich mit zittrigen Händen das Essen fertig, betrachtete immer wieder meine riesigen Pupillen in der Frontkamera meines Smartphones und schrieb allen möglichen Kontakten über sozialen Medien.
Ich war mir durchaus meines Zustands und dessen Ursprungs bewusst, ich wusste, woher diese negativen Gedanken herkamen, doch konnte ich nichts dagegen tun. Gedanken wie „Was, wenn es nicht mehr aufhört? Was mach ich denn jetzt, wenn das noch intensiver wird, ich muss doch morgen zur FH? Wie mache ich, dass ich nicht mehr so verwirrt bin?“. All das potenzierte sich gegenseitig und ließ mich in innerer Panik ausbrechen weil… ja, warum denn eigentlich? Ich wusste doch, dass ich auf LSD bin und solche Zustände durchaus auftreten können. Das Essen packte ich nicht, deckte es mit Frischhaltefolie ab und stellte es in den Kühlschrank. Ich kochte mir noch einen Tee und nahm den Rest der Gurke aus dem Kühlschrank und setzte mich wieder vor den PC. Ein weiterer Freund (2) hatte mir geraten, mich einfach fallen zu lassen und die Zustände zu akzeptieren, und das versuchte ich. Ich weiß nicht ob es klappte, oder es durch das nun beginnende Telefonat mit vorhin besagtem Kumpel (1) durch die Ablenkung kam, aber es ging mir besser. Das typische verwirrte war noch da, aber nicht mehr so negativ belastet. Ich empfand auch plötzlich die dunkle Episode als wichtig und richtig und dass es einfach dazugehört. Mir wurde bewusst, warum Leute erneut LSD nehmen, auch wenn sie zuvor schlimme Erfahrungen gemacht haben damit. Es ist wie ein Film. Man lässt sich einfach von der Geschichte, die es erzählt, leiten, oder versucht es zumindest. Einen guten Film sieht man sich auch immer wieder an, auch wenn er im Zuschauer Emotionen wie Angst, Trauer, Wut oder Ekel verbreitet. Letztendlich ist der Film ein geistiges Abenteuer. Und so ist es auch mit LSD. Bloß, dass der LSD-Trip ein Film ist, der auf dich persönlich zugeschnitten ist. Ein Film, der nur für dich gedreht und abgespielt wurde, just in diesem Moment. Und die dunklen Kapitel gehören dazu, auch wenn sie nicht schön sind, so freut man sich dennoch, wenn sie überstanden sind und man daraus lernen kann. Den Abend habe ich dann mit Minecraft und YouTube ausklingen lassen und habe mich gegen 0 Uhr ins Bett gelegt. Mir viel auf, dass meine Pupillen noch größer als während der schlechten Phase waren, aber der Rausch deutlich nachgelassen hatte. Hier mal eine Frage an die werten Leser dieses Textes: Bin ich der Einzige, der meistens erst Teller bekommt, nachdem der Rausch vorüber ist rolleyes ? Wie auf 1cP-LSD üblich bei mir, konnte ich erst am Frühen Morgen einschlafen.

Der Tag danach
War es nun ein Fehler? Also der Konsum überhaupt, das Nachlegen und die ganze Angelegenheit? Ich empfinde es zum Zeitpunkt des Niederschriebs, also ca. 24h später, nicht so. Bis jetzt ging mir nur mein erster Trip so nahe. Das hier war definitiv eine intensive, wenn auch nicht meine höchstdosierte Erfahrung. Ich glaube im Nachhinein, dass die Küche bei mir schlechte Vibes verbreitet, ein Freund (1) ist darin auch mal auf Gras abgeschmiert. Jetzt, einen Tag nach dem Trip, empfinde ich die Düstere Episode nicht mehr als negativ. Es ist ein bisschen wie Dark Psy. Zwar dissonant und schwer und erdrückend, aber trotzdem gefällt es einem. So denke ich auch über die psychedelische Krise von gestern. Ich war natürlich heute voll unausgeschlafen, hatte aber zum Glück nur eine Vorlesung. Es war schon heute Morgen klar, dass mein Nächster LSD-Trip kommen wird und irgendwas in mir erwartet sogar die Panik und die Spirale nach unten, aber nicht in einem negativen Sinne. Ob ich euch was noch was mitgeben will? Nein, ich denke, jeder kann sich hieraus ein eigenes Bild machen und für sich selbst interpretieren, was er aus diesem Bericht mitnimmt. In diesem Sinne verabschiede ich mich von euch und werde mich in Form eines TB melden, sobald die nächste Speise auf der Karte probiert wurde. Vielen Dank an jene, die bis hierher gelesen haben.
Macht’s gut, und bis zum nächsten Mal. 😊






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