your psychedelic community
   Werbung
kratom.eu






Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Furcht & Schrecken In Nord-Deutschland - Part 1 von 2
Drogen:Mischkonsum von Cannabis, Benzodiazepine, Alkohol, LSD und MDMA (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:ehemaliges Mitglied
Datum:22.02.2010 00:00
Set:Verschieden
Setting:Quer durch Deutschland - Einmal Hin und Zurück (München, Hamburg, Lüneburg, Neumünster)
Nützlichkeit:9,05 von 10 möglichen   (114 Stimmen abgegeben)

Bericht:

arrow Vorwort - Warum ich diesen Bericht erst jetzt verfasse und Wie es dazu kam exclaim



Zu allererst will ich darauf hindeuten, dass dieser Bericht etwas länger wird, als so manch Anderer, den das Land der Träume beherbergt, da dies die Erzählung meiner Erlebnisse einer knapp viertägigen Reise (und die Tage danach) wird, die ich im Herbst 2008 unternahm. Die Erzählung beinhaltet nicht nur Beschreibungen über die Wirkung von Drogen sondern auch ganz viel Geschichte.



Eigentlich hatte ich gar nicht vor jemals einen Bericht über diese Erlebnisse zu schreiben, da wirklich zu viel, darunter auch unglaubliches - ja, fast schon unglaubwürdiges - geschehen ist, um es richtig nachvollziehbar wiederzugeben. Ich bin nun mal ein "Pechvogel", "Shitmagnet", nennt es wie Ihr wollt, mir passieren ständig eigenartige Dinge. Dies wird und kann dem Erlebten und den Erkenntnissen, die ich gemacht habe nicht im geringsten gerecht werden. Eines Tages, als ich im Chat schrieb und wieder einmal ein kleines Bruchstück aus diesen vergangenen Tagen erzählte, waren einige User doch ziemlich interessiert an der ganzen Geschichte und ich antwortete Ihnen: "Ich werde mal versuchen über die nächste Zeit das Erlebte zusammenzuschreiben. Wenn daraus ein guter Bericht wird, dann werde ich ihn im LdT ausstellen."

Furcht & Schrecken In Nord-Deutschland

(Meine Version von "Fear & Loathing In Las Vegas")

Kurze Legende der Protagonisten:

A. = Autor

T. = Freund aus Lüneburg

H. = Mitbewohner von T.

M. = Freund aus Neu Münster (LdT User)

C. = Freund aus Bremen (LdT User)

R. = Freund aus Hannover

Es war ein warmer Spätsommerabend, ich saß angenehm breit in meinem Zimmer und chattete mit meinem Bekannten M aus Neu Münster im ICQ. Er und eine Freundin waren high auf ein paar Ecstasy Pillen und genossen gemeinsam die Zeit. Wir wollten uns schon ewig mal Treffen, aber bisher kam es nie dazu. Gerade an diesem Abend kam dieses Thema wieder auf.


Zitat:

M: Ach, ich wünschte du wärst grad da, das wäre echt lustig.

A: Tja, leider geht es nicht, die Entfernung ist zu groß.

M: Ja, leider..

A: Wenn du die hälfte der Reisekosten übernimmst, dann komm ich diesen Herbst ;)

M: OK! ABGEMACHT!

A: abgemacht! ;)



Ich dachte mir nicht, dass jemals etwas aus dieser Abmachung wird, schliesslich war M gerade auf einer unbekannten Dosis MDMA und "druff" nimmt man sich so einiges vor, ich kenne es aus eigener Erfahrung. Ich vergaß es recht bald wieder, bis mich M einige Tage später darauf anschrieb und auf das Thema ansprach. Er meinte es also wirklich ernst, er würde mir die Hälfte der Reisekosten erstatten, die mir bei einer Reise mit der Deutschen Bahn anfallen würden. Wer schon mal mit der Bahn gereist ist, weiss, dass dies nicht gerade die günstigste Art zu Reisen ist.



Die Fahrt von München nach Hamburg kostete insgesamt 246 Euro. Das Abreisedatum fiel auf den 25. September und das Abreisedatum auf den 29. - Ich hatte also knapp 4 Tage um so viel wie möglich mit so vielen - halbwegs - unbekannten Freunden zu erleben. "Na, das wird ein Riesenspaß.." dachte ich mir, als ich mit dem gebuchten Ticket vom Hauptbahnhof zurück nach Hause fuhr.



»Lesern mit einem großen Allgemeinwissen ist nun bestimmt aufgefallen, dass ich während des Oktoberfests in den Norden gereist bin. Normalerweise ist das Oktoberfest absolutes Pflichtprogramm für Münchner, Bayer und Touristen, allerdings konnte Ich mir nichts Schöneres vorstellen als mich für paar Tage von diesen ganzen besoffenen Idioten zu verdrücken. Ich litt zu diesem Zeitpunkt nämlich noch an einer psychischen Krankheit namens "Agoraphobie".


Zitat:

Als Agoraphobie (agoraphobía, von agorá "Markt(-platz)" und phóbos, "Furcht") bezeichnet man eine Angst bzw. ein starkes Unwohlsein an bestimmten Orten, die aus diesem Grunde gemieden werden. In schweren Fällen kann die eigene Wohnung nicht mehr verlassen werden.



Früher wurde der Begriff ausschließlich für die Angst vor öffentlichen großen Plätzen verwendet. Inzwischen umfasst er auch die Angst vor anderen Situationen, sodass laut ICD-10 mindestens zwei als Angstauslöser nachweisbar sein müssen:

- Menschenmengen

- öffentliche Plätze

- Reisen mit weiter Entfernung von Zuhause

- Reisen alleine



Bei mir waren alle vier Situationen Angstauslöser. Ich tauschte also die eine Qual (Menschenmengen, öffentliche Plätze) gegen eine andere Qual (Menschenmengen, öffentliche Plätze, Reisen mit weiter Entfernung von Zuhause, Reisen alleine) ein.



Ihr werdet euch nun wahrscheinlich fragen, weshalb ich mich diesen Qualen freiwillig aussetzen wollte. Nun.. Ich wollte unbedingt mal weg von allem was ich kannte, neue Leute kennenlernen, alte Freunde wiedersehen, etwas Neues erleben und mal einfach ein bisschen ausspannen, aber auch durchdrehen. Sozusagen eine Konfrontationstherapie ohne "Netz und doppelten Boden" mit ungewissem Ausgang. Mir war jedoch noch kein Plan eingefallen, wie ich die 6 stündige Reise nach Hamburg erträglich machen konnte, aber ich hatte noch Zeit um mir bis dahin etwas einfallen zu lassen..«



In den folgenden Wochen bereitete ich die Reise vor. Ich packte geschätzte 2x 150mg kristallines MDMA für M und mich in 2 Kapseln, orderte mir bei einem Bekannten 30g Cannabis Sativa (irgendeine Purplekreuzung) welches ich vor Antritt und nach Rückkehr der Reise genüßlich vernichten wollte und organisierte mit T einen Trip für uns drei (M, T und Mich), da T in einer wirklich extrem psychonautenfreundlichen WG lebte. Irgendwie kam es dazu, dass auch H - ein weiterer Bekannter, den ich aus einem anderen Psychedelikaforum mittlerweile eineinhalb Jahre lang kannte - zu uns nach Lüneburg kommen wollte um mit uns zu trippen. Auf welcher Substanz wir trippen sollten war noch nicht zu 100% gewiss. Es wären entweder Psilocybe Cubensis oder LSD gewesen. Auf was auch immer die Wahl fallen würde, ich wäre dafür bereit, obwohl ich über LSD bis dahin nur gelesen hatte. Eine weitere Überraschung erwartete mich, als mir M erzählte, dass auch C aus Bremen auf einen Sprung vorbeischauen wollte. Zwar nicht zum Trip, aber am Tag danach, bei M in Neu Münster. "Wow, ihn wollt ich auch immer mal treffen." dachte ich mir und freute mich sehr.



Langsam fing diese Idee, geboren aus einem Gespräch zwischen einem breiten Münchner und einem druffen Neu-Münsteraner, an, wirklich Struktur anzunehmen. Ich wurde schon ziemlich nervös, wenn ich nur daran dachte, was auch, zu nicht geringem Maße, an meiner Phobie lag. Jedoch war ich fest entschlossen diesmal nicht den Schwanz einzuziehen und das Ticket abzubuchen. "Buy the ticket - Take the ride", zitierte ich mir selbst aus Fear & Loathing in Las Vegas. Es musste einfach sein und es würde ein voller Erfolg werden! Ich redete mir gut zu, damit ich nicht vollends durchdrehte. Ich malte mir immerzu aus, wie es sein würde und wie die bis dahin unbekannten Internetbekanntschaften sein würden.. Ich war sehr gespannt.



Der Tag der Abreise war gekommen. Von meinem vorbestelltem Cannabis Sativa fehlte bisher jede Spur und ich hab mich schon damit abgefunden, dass ich es erst nach Rückkehr in meine Arme schließen kann. "Dabei hätte ich es heute so gut gebrauchen können.." dachte Ich mir enttäuscht. Auch für das Problem mit meiner Phobie und den ganzen angstauslösenden Situationen auf der Hinreise war noch keine Lösung gefunden. Ich hatte zwar im Voraus mit C gesprochen und ihn dazu gebracht mir zwei Benzotabletten vor der Rückreise mitzugeben (1x 10mg Diazepam (Valium), 1x 2mg Lorazepam (Tavor)), aber das brachte mir ja auf der Hinreise absolut gar Nichts. Ich durchstöberte unsere Hausapotheke ohne Hintergedanken, weil ich die klassischen Medikamente für eine Reise dabei haben wollte. Ibuprofen gegen Kopfschmerzen, Immodium Akut gegen SSW (Spontane SprühWurst) etc. und dabei fiel mir eine bis dahin unbemerkte Packung Tabletten auf. "Bromazanil 6mg" - AHA! Jackpot!



Bis dahin hatte ich noch keinerlei Erfahrungen mit Benzodiazepinen und wollte auch erst garnicht welche zu Rauschzwecken einnehmen. Ich war nur froh, dass ich etwas gegen die potentiellen Höllenqualen auf der Hinreise parat hatte. Ich nahm also eine 6mg Tablette Bromazepam und packte alles nötige zusammen. Klamotten, Hygieneartikel, Reiseapotheke und wollte auch schon aus der Tür spazieren um etwas früher am Hauptbahnhof (ca. 5 bis 10 Minuten Fahrtzeit per U-Bahn) zu sein um meinen Platz zu finden.

Da klingelte es an der Haustür. Ich öffnete die Tür und ein Bekannter stand da mit einem verdächtigen Päckchen und verschwand auch recht schnell wieder. Es waren meine 30g Cannabis. Welch unglaublich schlechtes Timing. Ich ging also noch mal schnell zur Tankstelle um eine Packung American Spirit Zigaretten (gelb) und Long Paper (OCB Slim) zu kaufen, ging nach Hause und rollte mir erstmal einen langen, aber dünnen Joint mit dem höllisch stinkendem und verdammt klebrigen Purple. Ich legte zum Spaß den Song "Purple Pills" von D12 (nicht wirklich mein Geschmack, aber dennoch lustig) ein um mich in hämische Vorfreude auf das, das auf mich zukommt zu versetzen und rauchte den Joint gemütlich auf. Die Wirkung lies auf sich warten und ich war dann doch etwas enttäuscht, dass dieses Zeug nicht so wirkte, wie ich es in Erinnerung hatte. Ich zog noch kurz in Erwägung mir einen kleinen Teil davon abzuzwacken und mitzunehmen, aber ich hielt es für keine gute Idee, also verstaute es in meinem Alukoffer, verschloss ihn, nahm mein Gepäck und machte mich auf den Weg zum Hauptbahnhof.



Auf dem Weg zur U-Bahn spürte ich dann, wie meine Muskulatur sehr entspannt wurde und reagierte wirklich überrascht, da ich mir nicht erklären konnte, warum ich so relaxt war. Ich war seit Jahren nicht mehr so entspannt, wenn ich Draußen unterwegs war und Cannabis hatte nie einen solch relaxenden Effekt bei mir. Dann schoss es mir in den Kopf wie eine 9mm Kugel: "Das muss das Benzo sein!" Natürlich war es das Benzo, was denn sonst? Langsam zeigte sich auch die hinterhältige Wirkung des Weeds und ich wurde schon auf dem Weg zur U-Bahn ziemlich träge. Diese beiden Wirkungen machten es nicht gerade leicht das ganze Gepäck zu schleppen und direkt auf den ersten Metern meiner Reise bereute ich es, eine Reisetasche als Gepäckstück zu benutzen und nicht den kleinen Koffer mit Rollen. Ich lies mich nicht davon runter ziehen und wartete auf die U-Bahn. Ich saß nun doch ziemlich sediert auf den überraschend bequemen Stahlstühlen an der U-Bahnstation und schlief beim Warten schon fast ein. Mein Frühstück bestand nur aus einer Scheibe Brot mit Konfitüre, da ich vor Reisen nicht essen kann. Ich hielt mich mit donnernder Musik aus meinem MP3-Player wach, bis ich am Hauptbahnhof angekommen war.



Ich fand rasch meinen reservierten Sitzplatz am Fenster und freute mich, dass der Sitzplatz neben mir noch nicht besetzt war und nur noch 3 Minuten bis zur Abfahrt blieben. Wenigstens genug Platz! Ich nickte für eine Minute ein und wurde von spanischem Gebrabbel geweckt. Neben mir saß ein jüngerer Mexikaner, der mir über die gesamte Fahrt doch etwas auf den Keks gehen sollte. Ich setzte mir meine verspiegelte Sonnenbrille auf, zog mir meine Kappe ins Gesicht, lehnte mich zurück, legte entspannte Musik ein und versuchte etwas zu schlafen.



Irgendwann wurde ich wach. Der Zug stand still und das Album war durchgelaufen, was bedeutete, dass wir schon mindestens 50 Minuten unterwegs waren. Ich rieb mir den Schlaf aus den Augen und döste vor mich hin, bis mich eine rauschende Stimme aus dem Halbschlaf riss. "Sehr verehrte Fahrgäste, unsere Weiterfahrt wird sich Aufgrund von Signalstörungen um geschätzte 5-15 Minuten verzögern." Ein Seufzen und Stöhnen zog durch den Wagon. Der Mexikaner neben mir blickte nervös in alle Richtungen und schließlich zu mir. "Na, klasse..", dachte Ich mir. "Ich bin total wirr im Schädel und darf dem Kerl jetzt in Englisch klar machen, was Sache ist.. Was heißt Signalstörung noch gleich auf Englisch?"


Zitat:

A: Do you speak german?

Mexikaner: No

A: There is a.. signal.. Well.. There is some kind of problem with the signals. This could take 5 to 15 minutes.

Mexikaner: Oh, okay, thank you.



Nach dieser Anstrengung verzog ich mich mit dem drücken auf die Play Taste und einem neuen Album wieder hinter meine Sonnenbrille und döste vor mich hin. Einschlafen konnte ich leider nicht mehr, aber ich bewegte mich nicht, um nicht in eine Konversation mit dem Mexikaner zu geraten aus der es keinen Ausweg gab. Ich hätte es nicht über mein Herz gebracht ihm "Shut the hell up!" an den Kopf zu werfen. Ich wollte nur meine Ruhe und die unbequeme und unendlich wirkende Fahrt hinter mich bringen. Ich entschloss mich also einfach eine Folge House MD auf meinem MP3-Player zu sehen um mir die Zeit zu vertreiben. Die Folge endete und Gott sei Dank wurde ich mit weiteren Gesprächen mit dem Mexikaner verschont. Nicht, dass ich etwas gegen Mexikaner hätte, ich war einfach nur zu matschig in der Rübe um sinnvolles Englisch sprechen zu können.

Es kam wie es kommen musste und der Zug hielt wieder grundlos an. Der Blick des Mexikaners schweifte diesmal direkt erwartungsvoll auf mich. "Wollt ihr mich verarschen?", ärgerte ich mich und suchte wieder nach den passenden Worten in Englisch. Die Fahrt ging nach 20 Minuten weiter. Dies wiederholte sich noch 3 weitere Male bis ich wieder einschlief.



Als der Zug Hamburg-Harburg erreichte wachte ich wieder auf und war total verwirrt. "Wo bin ich? Wieso sitz ich in einem Zug? Wo fahr ich hin? .. Achja.." Ich streckte mich und bemerkte, dass der Platz neben mir frei war. Ich freute mich fast schon hämisch über das Verschwinden des Mexikaners, als er plötzlich wieder vor mir stand und sich setzte.


Zitat:

Mexikaner: Good morning, sleepyhead.

A: Yeah.. morning.. haha.. Nervensäge..

Mexikaner: Where you get off?

A: Hamburg City

Mexikaner: Me too!!!!

A: Oh Scheisse.. Erm, haha, no kidding?

Mexikaner: No kidding, i am flying back to mexico

A: Zum Glück.. Erm, I mean, did you have a nice stay in germany?

Mexikaner: Yes, yes, i visited family

A: Oh thats great.

*peinliche Stille*

Lautsprecher: Nächste Haltestelle: Hamburg

A: Oh, grab your luggage, we have to get out at the next stop!





Wir stiegen aus und ich verabschiedete mich vom Mexikaner und setzte mich erstmal nach 6 anstrengenden Stunden Zugfahrt der mexikanischen Art auf die Bank im Raucherbereich und rauchte genüßlich eine American Spirit Zigarette. M erspähte mich und setzte sich mit zwei Flaschen Bier zu mir. Anfangs noch zögerlich unterhielten wir uns und ich war doch etwas verblüfft wie zurückhaltend er war. Aber wir liefen schnell warm, tranken unser Bier und redeten miteinander als ob wir uns schon länger kannten. Als wir unsere Zigaretten fertig geraucht hatten, gingen wir in die Halle des Hamburger Hauptbahnhofs und versuchten Minutenlang uns 2 Fahrkarten Richtung Lüneburg aus dem dämlichen Automaten zu ziehen. Nach ca 5 oder 10 Minuten hatten wir es geschafft und saßen im Zug Richtung Lüneburg. Wir tranken unser Bier und redeten noch ein wenig Unsinn um das Eis weiter aufzubrechen.



Irgendwann war das Ziel erreicht und wir stiegen aus. Von T war noch nichts zu sehen, was aber nichts heißen musste, denn er ist mit seinen 40 Jahren nicht gerade der Größte. Doch dann erblickten unsere Augen den kleinen Mann mit seinem geliebten Fahrrad und er begrüßte uns mit norddeutscher Herzlichkeit mit einem klassischen "Moin!".



Ich kannte T schon von einer vorherigen Reise nach Hamburg, die mir freundlicherweise von Sat.1 Planetopia gesponsert wurde (Hihi) - » Bericht: Kampf den Hetzmedien « - und unterhielt mich fast von Anfang an recht aufgeschlossen mit Ihm, während M still an seinem Bier nuckelte.

T ist ein netter älterer Kerl, der mit seiner Freundin in einer offenen Beziehung in einer WG lebte. Sein leben drehte sich um Musik (bevorzugt elektronisch), Stereoanlagen, Sex, Gras und Psychedelika. Man sieht es Ihm aber nicht an. Ich sprach T irgendwann auf die ungeklärte Frage der Psychedelika an.


Zitat:

A: Hey T, ist jetzt eigentlich schon klar, auf was wir trippen werden?

T: Also, entweder auf Pilzen oder auf Pappen, ich hab Beides da. Ich hab auch noch ein Grow Kit geschenkt bekommen, aber das fruchtet noch nicht so recht.

A: Das ist ja super! Ich bin für Acid!

T: Von mir aus.

A: M, was wäre dir lieber?

M: Ja, mal sehn.

A: Okay, auch Acid.





Wir gingen zu T während wir unser Bier tranken und kamen auch schon innerhalb von 5 bis 10 Minuten bei ihm an. Es hatte sich einiges bei Ihm in der Bude getan, seitdem ich das letzte mal dort war, aber dazu später mehr. Wir setzten uns in sein Wohnzimmer auf eines seiner 2 sehr bequemen weißen Ledersofas und wurden auch prompt mit Bier und Joint versorgt. Ich fragte ob er meine vorbestellten 7 Gramm Cannabis Indica da hatte und bezahlte. Wir rauchten also noch ein wenig Gras, tranken unser Bier und dann musste M auch schon wieder los, weil er am nächsten Tag noch arbeiten musste. Wir entschieden, dass es besser sei, wenn ich die Nacht bei T verbringen würde, damit M am nächsten Tag ungestört seinem Alltag nachgehen kann um dann Abends wieder zu Uns zu fahren, weil wir ja am morgigen Abend Trippen wollten. Ich drehte M noch eine feine Tüte holländischer Art, die er sich nach der Arbeit vor der Fahrt zu uns genüßlich gönnen sollte und wir verabschiedeten Ihn. Ich verbrachte den Abend mit T und seiner Freundin (die hier nicht namentlich durch eine Abkürzung erwähnt wird, weil sie gleich am nächsten Morgen zu ihren Eltern zu Besuch gefahren ist) mit relaxen, Bier trinken, rauchen, Musik hören und gepflegten Konversationen bis wir alle nach der Anmerkung "Damit noch Etwas da ist, wenn ich zurück komme." von Ts Freundin, während Sie sich etwas Gras abzwackte und verstaute, recht spät Nachts beschlossen, dass es Zeit für ein Schläfchen sei. Die Wirkung des Benzo ist schon seit der Ankunft bei T zu 80% verflogen, aber relaxt war ich immer noch ziemlich, weshalb ich auch ziemlich gut auf dem Sofa geschlafen habe.



Als T und ich morgens um 8 oder 9 aufwachten war seine Freundin schon verschwunden und wir "frühstückten" erstmal mit Kaffee, Joint und Musik, so wie es bei Ihm üblich war. Endlich schneite auch noch H, der Mitbewohner von T vorbei, den ich schon letztes mal kennenlernen durfte. Auch er nahm an unserem Frühstück teil. Wir quatschten stundenlang, bis T und Ich ziemlich hungrig wurden. Er servierte Fritten mit Mayo a la Lüneburg, dazu gab es Bier. Das war wohl das einzige Nahrungsmittel, dass ich während meiner Reise zu mir nahm, das nicht aus Bier bestand. Wir waren gesättigt und vertrieben uns die Zeit mit Gesprächen über Dies und Das und natürlich vielen Joints und einigen Bieren. Irgendwann trudelte M wieder ein und T ging eben einkaufen, denn das Bier war alle. M setzte sich zu mir und händigte mir den Joint aus, den ihm Ihm am gestrigen Abend noch mitgegeben hatte. Ich nahm ihn an mich, schaute M an, schüttelte den Kopf, rauchte den Joint an und gab ihn direkt an M weiter, der ihn dann seufzend rauchte.



T kam nach kurzer Zeit mit einem großen Rucksack voller Bier wieder und kurz darauf klingelte Ts Handy, R kommt bald am Lüneburger Bahnhof an, also schnell rein in die Schuhe und losgelatscht. Am Bahnhof angekommen warteten wir auf den nächsten Zug. Er kam an und eine Herde Menschen stieg aus.


Zitat:

M: Wie sollen wir R bloß unter all den Leuten finden?

A: Keine Sorge, den kann man nicht übersehen..



Und da war er auch schon. Wie eine Antenne ragte er aus der Menschenmasse hervor und begrüßte uns mit einem grinsenden "Moin Moin!". T, R und Ich kamen ziemlich schnell, fast umgehend, gut miteinander aus, denn wir kannten uns ohnehin schon aus einem anderen Psychedelikaforum und hatten auch schon im Team Speak miteinander gesprochen. Ein lustiger Geselle, wie schon beschrieben ziemlich groß und schlank, ca. 210cm, wenn ich mich recht erinnere. Er hatte schon reichlich Erfahrungen mit Pilzen, LSD und anderem gesammelt. Ich hingegen kannte bisher nur LSA und Pilze. M machte bis dahin nur mit DXM, DPH/DHM und einmal Pilze im sehr niedrig dosiertem Bereich Bekanntschaft. R teilte uns mit, dass er noch Jubiläumshofmänner vom Sommer übrig und diese mitgebracht hatte. Ich war hin und weg.



Als wir alle wieder bei T saßen und uns von elektronischen Beats beschallen ließen, hielt ich es für angebracht, den ca. 2cm im Durchmesser messenden Joint, den ich heimlich zuvor gerollt und dann versteckt hatte, anzuzünden. Wir rauchten ihn gemeinsam und waren allesamt ziemlich angetan, ausgelassen und relaxt von der Wirkung des Indicakrauts. Wir öffneten uns alle ein Bier und lernten uns durch Gespräche erstmal alle ein bisschen besser kennen. Für mich war das alles gar kein großes Ding, denn ich kannte ja alle anwesenden schon mehr oder weniger. Für T und R war M jedenfalls ein Unbekannter und für M waren T und R noch unberechenbare Gestalten. Wir tranken das nächste Bier, als T uns eines seiner Spielzeuge zeigte. einen recht kräftigen Laserpointer mit grünem Laser. Man sah den Strahl ganz deutlich im halb dunklen Raum. Wir gingen ins WG Bad um mit dem Ding aus dem Fenster zu leuchten. Man sah den Punkt noch in kilometerweiter Entfernung auf z.B. dem Kirchturm und den Strahl ebenso. Wir leuchteten die ganze Zeit auf reflektierende Gegenstände, wie Autokennzeichen, Reflektoren, Straßenschilder oder einfach auf weit entfernte Objekte. Dann kam H zu uns und meinte, dass wir blos nicht in Fenster oder auf Leute zielen sollten, da er Deswegen schon einmal angezeigt wurde. Als ich an der Reihe war "scannte" ich noch mal die Umgebung großzügig mit dem Laser ab, bis ich aus Versehen gegen die weißen Fliessen leuchtete, woraufhin wir alle für ein paar Sekunden das Augenlicht verloren. Es war Zeit das nicht ganz ungefährliche Spielzeug wieder aufzuräumen.



Wir gingen zu 5. wieder in das Wohnzimmer von T und tranken noch ein Bier und redeten angeregt. T fragte seinen Mitbewohner H, der auch schon um die 40 war, ob er nicht auch einmal LSD probieren wollte. Aber dieser lehnte dankend ab und wies darauf hin, dass er sich einer solchen Droge nicht hingeben könne und sich dabei nicht einfach treiben lassen kann, weil er Angst habe die Kontrolle zu verlieren. Er verabschiedete sich und ging in sein Zimmer zurück. Der Zeitpunkt war gekommen.



T holte die 4 Shiva-Blotter hervor und teilte Sie aus. Es gab noch kurze Einweisung in die "Handhabung" bzw. Konsummethode, die mich aber nicht interessierten, denn es war ja offensichtlich, dass man das Ding in den Mund nehmen muss, also tat ich dies. Ich lies die Pappe relativ lange auf meiner Zunge, bis ich sie im Mund verlor. Aus Angst, dass sie irgendwo an einem Zahn klebt, hab ich sie mit einem Schluck Bier heruntergespült. Alle anderen hatten sie fast unmittelbar nach dem Einlegen geschluckt. Wir warteten und ich rauchte noch eine Zigarette um mir die Zeit zu vertreiben. Ich rauchte in dieser Zeit ohnehin nur sehr, sehr selten Zigaretten und wenn, dann war es damit mich das Nikotin etwas vom THC runterholt, damit ich bald weiterkiffen konnte oder niemand von Uns in der Lage war einen Joint zu drehen. In der ganzen Zeit bei T habe ich geschätzte 10 Zigaretten geraucht, wobei ich sonst ca. eine Schachtel oder mehr an einem Tag rauchte. Jedenfalls war das damals so. Aber als ich im Dort war, wurden Zigaretten einfach mit Joints ersetzt. Ich hatte die Idee mit meinem Bier in Ts privates Badezimmer zu gehen um den Beginn des Acidtripps zu erleben. Daraufhin folgten mir die 3, weil sie es ebenso für eine gute Idee hielten.



Das Badezimmer hatte kleine schwarz / weiß karierte Kacheln, die in einem fast schon psychedelischem Muster verlegt wurden. Der Klodeckel zeigte ein Schachbrettmuster mit Schachfiguren in 3D. Der Wasserhahn hatte einen LED-Leuchtaufsatz, der das Wasser bei kaltem Wasser blau und bei heißem Wasser rot färbte. Der Duschkopf färbte das Wasser grün. Im ganzen Bad war ein Leuchtschlauch verlegt, der das Zimmer in ein mehr bläulich als grünen Türkis Ton tauchte. An der Wand neben der Tür, war eine Pendeluhr mit einem pinkfarbigen Leuchtstoffrohr als Pendel. Natürlich war auch ein Spiegel über dem Waschbecken montiert. Neben dem Klo lag ein Deko-Element, mit 9 Quadraten mit farbwechschselnden LEDs, auf dem eine Topfpflanze auf einem Plexiglasständer stand. Dies war offiziell das trippfreundlichste Badezimmer auf der ganzen Welt. Das LSD fing an zu wirken. Erste leichte psychische Veränderungen waren wahrzunehmen. Man konnte schneller denken, ohne, dass es unangenehm wurde. Die Farben wurden leuchtend und farblich intensiviert.



Und nun standen wir da.. Vier erwachsene Männer.. auf LSD.. zusammen in einem Badezimmer.. Ich guckte einmal der Männerrunde in diesem Badezimmer in die Augen, woraufhin mir ein Lachen rausrutschte. Ich musste raus aus dem Bad, ab auf die Couch im Wohnzimmer. Die Anderen folgten mir lachend.



Ich schmiss mich auf eine der zwei sich gegenüberstehenden weißen Sofas und entspannte mich zu 99.99% und stöhnte. Würde ich mich um 0.01% mehr entspannen, würde ich mir in die Hose machen. Ich trank einen Schluck Bier und rauchte noch eine Zigarette. Die Musik massierte mich mit ihren Bässen und die Höhen kitzelten mein Trommelfell. Das Wohnzimmer war wundervoll dekoriert, aber nicht mit besonderen Gegenständen, sondern mit Lichteffekten. Sogenannten Laser Pods. Diese Laser Pods projizierten orangen und blauen.. "Rauch" oder "Nebel" an die Wand, die Decke und die Dachschräge, während rote Laserpunkte wie Sterne in diesen kleinen Dimensionen und Galaxien rotierten. Sie waren die einzigen Lichtquellen im Zimmer. Wir unterhielten uns angeregt und langsam immer wirrer. Langsam drehte die psychische Komponente des Acids richtig auf.



Wenn Jemand etwas sagte, nahm ich automatisch an, dass diese Frage oder was auch immer an mich gerichtet war. Ich beantwortete also Fragen, die an mich und nicht an mich gerichtet waren gleichzeitig. Ich sprach einfach mit Jedem gleichzeitig. Wir alle taten es. Noch bemerkte ich nichts von visuellen Veränderungen, außer den intensiven Farben und langsames Morphing. Irgendwann packte ich dieses Konversationschaos nicht mehr und schmiss mich in einem Lachanfall aufs Sofa und lachte gefühlte 2 Stunden lang. In Wirklichkeit waren es wohl 2 - 5 Minuten, die ich mich halbtot gelacht habe. Irgendwann kam ich wieder einigermaßen zurecht, setzte mich auf den Boden vor der Couch, so wie es T und ich sonst immer taten, zündete eine Zigarette an und bemerkte erstmals die noch nie so stark erlebten Visuals.



Alles war in sich wechselnde Farben getaucht, schimmerte, floss, schlug Wellen, die Laser Pod - Effekte an den Wänden explodierten in Farborgasmen und mir verschlug es die Sprache. Nie im Leben hätte ich mir solche Schönheit erträumen können. Ich war gelöst von allen Ängsten die mich bisher unterbewusst belasteten, ich hatte keine Wünsche oder Sorgen mehr, keinen Durst und keinen Hunger. Ich war nur zufrieden diesen Moment zu erleben.



Inzwischen hatte R seine Mitbringsel aus der Tasche geholt. Ein Post It - Block, ein normaler linierter Block, Textmarker und weiß der Geier was noch. Eine tolle Idee. Allerdings fand ich kein Interesse daran, weil ich damit beschäftigt war, dem ganzen Raum, der inzwischen keine Decke, bzw. erkennbare Grenzen mehr hatte und zum Mittelpunkt des Universums wurde, beim Farben wechseln zuzusehen. Die dominantesten Farben waren Blau, Rot, Orange, Violett und Grün. So ist es meistens bei mir. Und die Musik - WOW! Ich war noch nie ein großer Fan von Minimal Techno, was daran lag, dass ich zu Hause meistens über Kopfhörer Musik hörte, aber Minimal Techno ist Musik, die man spüren muss. Man muss die Bässe "anfassen" können. Mein Verstand erlebte einen Orgasmus nach dem Anderen. Langsam fingen wir wieder an miteinander zu reden. Typisches "Tripgeschwafel".


Zitat:

M: Wow, immer diese klaren Momente, dann die nächste Welle.

R: Ja und dann gibt es immer diese Durchgangsdiskussionen.

T: Hahahaha, DURCHGANGSDISKUSSIONEN! Schreib das auf!



Ich wollte nicht reden, ich wollte einfach nur sein, kichern, lachen, grinsen, musik hören, fühlen und genießen. Irgendwann hatten wir alle Lust einen Joint zu rauchen und ich meldete mich freiwillig zum Bauen, denn ich habe immer liebend gern gedreht. Ich legte mir also ein Paper auf dem Tisch zurecht, rollte mir einen Filtertip, machte mir den Tabak aus einer halben Zigarette klein, legte es auf das Paper und fing an schon mal vorzudrehen. Als ich so am vordrehen war, um den Tabak schon mal im ganzen Paper gleichmäßig zu verteilen, sah ich, wie das Paper anfing sich mit meinen beiden Daumen und Zeigefingern zu verschmelzen. Ich hörte auf zu drehen und beobachtete das Spektakel. Als es mir zu viel wurde, lies ich einfach das Paper mit beiden Händen los und schlug mir die Hände vor mein Gesicht. Der Tabak verteilte sich über den Tisch, meinen Schoß und den Teppich, der Filtertip rollte auf dem Tisch herum, aber vom Paper war keine Spur! Ich suchte und suchte und schließlich bemerkte ich, dass das Paper an meinem linken Zeigefinger klebte, denn ich habe angefangen zu schwitzen, als ob ich grad eine Stunde lang gelaufen wäre. Es war unmöglich das Paper von meinen Händen zu entfernen. Zog ich mit der rechten Hand daran, klebte es an den rechten Fingern, zog ich mit der linken Hand daran, klebte es an den linken Fingern.. Ich fing an mich kaputtzulachen und versuchte vergeblich das Paper von meinem linken Zeigefinger abzuschütteln, bis ich letztendlich aufgab, es zerknüllte und wegwarf. Man lachte mich aus und ich bat R darum, die Tüte zu bauen, da das sonst nichts werden würde.



R nahm sich der Aufgabe an, ich zerbröselte ihm etwas von meinem Weed und legte es vor ihn. Nun sprach ich mal etwas und trank ein wenig Bier. Ich weiß nicht mehr worüber wir uns unterhielten, aber es wurde bald von einem "Oh nein!" unterbrochen. Es war R, der mich verzweifelt ansah und sagte: "Ich habe das Gras beim drehen verschüttet.." Er fühlte sich schuldig, aber ich sagte ihm, er solle sich nichts daraus machen, denn ich hab noch genug und diesmal schaff ich es die Tüte zu bauen, ich war schon etwas klarer geworden, während sich die Visuals kein bisschen beruhigt hatten. Ich startete also einen neuen Versuch. Ich bereitete alles vor: Paper liegt, Filtertipp ist gerollt, Tabak zerkrümelt und Weed zerbröselt. Alles lag fein sortiert vor mir. Ich rollte das Ding unter großer Konzentration, die auf den Drehprozess gerichtet war, zusammen und hatte schließlich eine fertige, wenn auch nicht gerade schöne, dennoch rauchbare Tüte in meiner Hand. Dies war so anstrengend, dass ich den Joint nur anzündete und dann gleich zu M reichte, der links neben mir saß. Ich entspannte mich ein wenig von diesem Stress, lehnte mich mit meinen Ellenbogen auf den Tisch um meinen Kopf abzustützen. Die Tüte hatte mittlerweile auch schon T und R erreicht. Auf einmal spürte ich etwas an meinem rechten Arm. Es war dunkel, also ertastete ich Es um zu erkennen um was es sich handelt.


Zitat:

A: Ey.. was ist.. das denn.. das ist.. grob.. trocken.. *rieche daran* OH SCHEISSE, Leute, ich hab vergessen, das Weed in den Joint zu drehen!!



Ich brach in einem weiteren Lachanfall aus und wischte das Weed einfach weg, denn ich hatte in diesem Moment die Schnauze gestrichen voll von diesem Mist. T merkte noch an, dass die Tüte irgendwie komisch geschmeckt hat...

... Weiter geht es in Teil 2






Impressum   Kontakt   Nutzungsbedingungen