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LdT-Forum » Konsum » Drogen & Konsum » keine emotionen mehr...


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AutorBeitrag
Traumländer

dabei seit 2014
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  Geschrieben: 12.04.18 16:38
Ich kann mich halt genau erinnern, wie schön es mir in meiner Jugend ging als ich diese Substanzen konsumierte und kann/will irgendwie nicht glauben, dass die Wirkung sich so sehr verändert hat, vor allem da ich ja nie missbräulich damit umgegangen bin (also nie täglicher Konsum). Liegt es also hauptsächlich an einem selbst , wie eine Droge wirkt? Also an der Grundstimmung?

Bei Cannabis kann ich mir das ja noch vorstellen, aber Alkohol sollte doch auch dann "heilend" wirken, wenn man mies drauf ist? Deswegen ertränken doch so viele ihre Sorgen im Alk ? Und ich merke es an mir selbst, dass er ganz anders wirkt. Er wirkt nicht mehr euphorisch, obwohl ich meine Grundstimmung nicht dauernd als Schlecht bezeichnen würde. Früher hat er aber sehr viel besser gewirkt auch wenn es mir mal richtig beschissen ging O.o
 
Traumländer



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  Geschrieben: 12.04.18 16:50
Dass sich die Wirkung von Drogen ändert, ist ziemlich normal. Der Körper ändert sich mit dem Alter. Und natürlich spielt auch die Grundstimmung mit rein.

Alkohol kann auch depressiver machen. Theoretisch müsstest du dann mehr trinken, aber so richtig funktioniert das nicht, wie man bei Alkoholikern sind. Die sind trotz Vollrausch nie wirklich glücklich.

Du hast die Optionen, dich mit Drogen zuzumachen in der Hoffnung, dass dann, was auch immer du nicht fühlen magst, nicht fühlst oder tatsächlich an deinen Problemen zu arbeiten, damit du ein besseres Leben führen kannst.
Sie umschlingen einander in der Hoffnung, zusammenzuwachsen und so ihre Einheit wiedergewinnen zu können.
Traumländer



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  Geschrieben: 12.04.18 17:14
Das kann sich auch wieder ändern, Iqos, spreche da aus eigener Erfahrung.

Aber du solltest dennoch nach dem gehen, was du JETZT so wahrnimmst. Also wenn dir Alkohol und kiffen nimmer gefallen zur Zeit, dann lass es bleiben oder halt es auf einem Minimum. Und sollte die Zeit wieder kommen, wo du in einer anderen Lebensphase bist und wieder offen für (altes) Neues, dann könnte es sein, dass du auch wieder gefallen an Alk und Weed findest ....

Aber versuch nix zu erzwingen, Iqos, das bringt es meistens nicht. ;)
Behandle einen Stein wie eine Pflanze, eine Pflanze wie ein Tier und ein Tier wie einen Menschen!
Indianische Weisheit
Traumländer



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  Geschrieben: 13.04.18 00:24
Deswegen ertränken doch so viele ihre Sorgen im Alk ?

Das hat ja schon wieder mit dem Thema BtmG zu tun. Alk ist das einzige, was offiziell von unserer derzeitigen Gesellschaft zum Berauschen akzeptiert wird. Ich persönlich halte Cannabis sogar besser zum Sorgen "ertränken" geeignet. Wobei Sorgen ertränken sowieso nur über eine gewisse Zeit geht. Irgendwann muss man sich den eigentlichen Problemen sowieso stellen.
 
Traumländer



dabei seit 2013
219 Forenbeiträge

  Geschrieben: 13.04.18 01:30
Ging mir auch eine Zeit lang so. Bin früher auf Alkohol richtig euphorisch geworden und wurde immer zu einem absoluten Aktivposten. Ich habe dann vor ca. 5 Jahren angefangen regelmäßig Kratom zu nehmen. Kratom hemmt ja das vegitative Nervensystem, also auch jede Form von Stress. Nun ja, es gibt Distress und Eustress. Auf ersteres kann ich verzichten, aber auf Eustress nicht. Die Aufregung und das Kribbeln vor einer Party + Alkohol führt ja erst zu der unvergleichlichen Wirkung. Nun, diesen Eustress gibt es bei mir fast nicht mehr. Wenn du dann Alkohol trinkst, wirkt dieser einfach anders.

So hatte ich eine Phase, dass ich, sobald ich Alkohol trank, keine Euphorie mehr verspürte. Vielmehr empfand ich ein unglaublich quälendes Gefühl der Langeweile. Ich konnte einfach keinen Spaß mehr empfinden, wenn ich Alkohol trank. Ich hatte auch immer das Gefühl alles schon einmal gesehen zu haben, jede Party, jedes auf Alkohol geführte belanglose Gespräch. Alles lief immer gleich, immer gleich, immer gleich ab. In Clubs fühlte mich wie ein Fremdkörper, wobei mich jeder Schluck Alkohol noch gehemmter machte. Die enthemmende Wirkung setzte nur noch bei sehr hohen Mengen ein, aber auch dann alles ohne das aufregende Gefühl der Freude. Die Wirkung hatte sich also gedreht: Alkohol versetzte mich ab nun in einen tiefen depressiven Zustand. Ich war immer wieder froh, wenn der Party-Abend vorbei war. Ich verzweifelte langsam. Trinken machte überhaupt keinen Sinn mehr.

Dieses Beispiel zeigt, das Alkohol immer auf eine Grundstimmung bzw. psychische und physische Verfasstheit trifft. Das macht dann erst die Wirkung. Ich bin durch Kratom auch sehr viel entspannter geworden, habe nur noch selten negativen Stress, der mich damals am Wochenende schon mal in eine alkoholreiche Party trieb. Da konnte ich dann mal richtig abspannen und mich ausleben. Hat man diesen Stress nicht mehr und ist relativ ausgeglichen, nimmt auch der regelmäßige Alkoholkonsum ab. Nur noch zu ganz besonderen Ereignissen habe ich Spaß mit Alkohol, also Ereignisse, die trotz Kratom Aufregung und intensive Freude erzeugen.

Ich habe früher andere nicht verstanden, wie sie auf Party immer nur kurz blieben und fast nichts tranken. Nun kann ich dies nachvollziehen. Wenn man im Alltag genug Dinge hat, die einen erfreuen, also Hobbys, Freunde usw., nimmt auch der Drang zu trinken ab, so dass man nur zu besonderen Anlässen trinkt.

Natürlich ist die ganze Sache bei mir durch das Kratom künstlich herbeigeführt, aber nur zum Teil, da ich ansonsten mein Leben auch so strukturiert habe, dass ich im Alltag Dinge habe, die mir Spaß machen. Früher war ich noch sehr schüchtern, gehemmt und nicht zufrieden mit mir und mit dem, was ich machte. Dementsprechend habe ich als Heranwachsender dem Alkohol gerne und regelmäßig zugesprochen. Auf Partys konnte ich dann endlich ohne Hemmung mit jedem reden, aus mir herauskommen und dem ganzen Alltagstress entfliehen. Jetzt, wo diese negativen Stressoren in dieser Form nicht mehr existieren, ist auch in eine Trinkrunde nicht mehr so reizvoll. Es gibt nur noch wenig, dem ich entfliehen möchte. Es ist faszinierend diesen Effekt zu erleben.

Ich weiß nun nicht, wie groß der Effekt des Kratoms selbst ist und wie sehr die veränderen Lebensumstände und die psychischen Reifung hineinspielen. Es ist auf jeden Fall eine Mischung und bedingt sich teilweise auch gegenseitig. Ich denke aber man sieht, wie sehr wir durch verschiedene Faktoren determiniert ist.


"Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt."
Traumländer



dabei seit 2011
455 Forenbeiträge

  Geschrieben: 13.04.18 02:21
zuletzt geändert: 13.04.18 05:19 durch Murmeltiersalbe (insgesamt 12 mal geändert)
Kann mich mit der Beschreibung von @Holden Caulfield sehr gut identifizieren. Seit der regelmäßigen Kratomeinnahme ist das Erleben von Situationen, die man früher unter Alkoholeinfluß oder sogar nüchtern (das Kennenlernen von neuen Bekannten und die große Neugierde darauf, das Beherrschen von Fremdsprachen und vor allem das Selbstvertrauen, diese anzuwenden - habe ein paar Jahre in einem Wohnheim mit Leuten aus aller Welt verbracht - Clubbesuche etc. pp...) als besonders euphorisch wahrgenommen hat, nicht mehr dasselbe. Daran hat auch eine mehr als neunmonatige Abstinenz von Kratom nichts geändert. Im Gegenteil, ich habe mein ohnehin mühsam aufgebautes Selbstvertrauen im Laufe von wenigen Jahren völlig verloren. Dazwischen war ich über ein paar Monate unglücklich in eine vergebene Frau verliebt, die allerdings nicht vor Körperkontakt mit mir zurückschreckte - wobei es kein Verliebtsein im eigentlichen Sinne war. Ich sah meine "letzte Chance" dahinplätschern, da ich die üblichen Erwartungen in Sachen Geldverdienst, "Vernunft" etc. nicht erfülle und nun mit Mitte 30 keine großen Chancen mehr auf eine Frau sah, der diese Werte nicht wichtig sind. Bei dieser Frau sah ich diese Erwartungen nicht - und ich hatte auch bisher zum letzten Mal echte Gefühle, sofern man das unter dem Einfluß von Kratom noch sagen kann. Wobei ich niemals ein bürgerliches Leben leben wollte, aber das ist eine andere Geschichte.

Zum letzten Jahreswechsel erging es mir durch verschiedene Faktoren so schlecht wie niemals zuvor, so daß mir die erneute Einnahme von Kratom als das kleinste Übel erschien. Leider bin ich diesbezüglich nicht so gut geerdet wie mein Vorschreiber, also ist eine riesengroße Lücke entstanden, die auch mit entsprechendem Alkoholkonsum nicht mehr gefüllt werden kann. Da ich nicht selten ein "Freund der einfachen Lösungen" bin (man mag es auch Faultier nennen) oder es gerade durch den Konsum von Kratom wurde (sobald das Pulver im Briefkasten lag, war ja über mehrere Jahre alles "in Ordnung"), hoffte ich auch in dieser extrem schweren Zeit immer auf "einfache Lösungen" wie Microdosing von 1P-LSD oder Trüffeln, welches jedoch überhaupt keine Wirkung zeigte. Dazu sollte gesagt werden, daß ich seit über 10 Jahren in psychiatrischer Behandlung bin wegen Depressionen, Angststörung, sozialer Phobie und mit Sicherheit an die 20 Antidepressiva / Psychopharmaka ausprobiert hatte. Es bedarf mit Sicherheit sehr harter Arbeit, eingeübte Verhaltensmuster wieder aufzubrechen und auch eine lange Zeit, um wieder Zugang zu seinen Gefühlen zu bekommen, das bekommt man nicht einfach durch den Konsum einer Substanz hin, was ich immer noch nicht so ganz kapieren mag. Dazu isolierte ich mich zeitweise völlig von meinen Mitmenschen (bin glücklicherweise dabei, das wieder ein wenig umzudrehen und habe zum Glück ein paar wenige Freunde, die nicht nachtragend und eher "locker drauf" sind, ganz ohne Substanzkonsum).

Ich bin derzeit in einer Phase, in der ich nicht weiß, wie ich das mit den mir bekannten Methoden bewerkstelligen und diese Entwicklung umkehren soll. Ein (freiwilliger) Psychiatrieaufenthalt von knapp zwei Monaten war dabei eher kontraproduktiv, da ich mich "wie im Gefängnis" fühlte und das evtl. nur Angehörigen zuliebe durchführte, vielleicht fühlte ich mich auch durch die erzwungene Abstinenz von jeglichen Substanzen und der fehlenden "Freiheit" stärker "eingesperrt" als jemals zuvor - jeden Tag blätterte ich auf meinem Billigsmartphone in Rätschs Enzyklopädie herum und grübelte, welche "Psycholyse" mit welcher Substanz denn nun u.U. das Richtige für mich sei, denn das Vertrauen in die Psychiatrie und Psychotherapie hatte ich vollkommen verloren.
I'm sure of my mental health
cause I'm always talking to myself
Traumländer

dabei seit 2014
227 Forenbeiträge

  Geschrieben: 13.04.18 10:20
Vielen Dank für die Rückmeldungen, tut irgendwie gut zu lesen, dass ich nicht allein darstehe. Dachte schon ich hätte ein neurologisches Problem. Vor allem Holdens Text ist voll von Szenen in denen ich mich idendifizieren kann. Gibt auch so ganz wenige bestimmte Tage im Jahr (meistens wenn ich mit meinen Liebsten zusammen bin von denen ich weit getrennt wohne) und dann was trinke wirkt es schon besser, aber immer noch nicht wie früher.

Mir ist aber aufgefallen, dass wenn ich den Alkohol mit Benzos mische (1mg Alprazolam reicht aus) , es schon viel besser wirkt. Ich hab dann wieder einen "Laberdrang" , komme aus mir raus, bin aktiv , Selbstbewusst usw. alles wie früher bei Alk-Solo. Nur bin ich dann so enthemmt, dass ich nicht aufhören kann zu trinken, und sehr gereizt werde was schon zu so einigen unangenehmen Peinlichkeiten geführt hat. Geht es noch jemandem so ? Liegt das daran, dass sich die Wirkung einfach nur sehr stark gegenseitig verstärkt ? Oder an der Benzo an sich ?
 
Traumländer

dabei seit 2010
16 Forenbeiträge

  Geschrieben: 13.04.18 10:54
Iqos schrieb:
Mir ist aber aufgefallen, dass wenn ich den Alkohol mit Benzos mische (1mg Alprazolam reicht aus) , es schon viel besser wirkt. Ich hab dann wieder einen "Laberdrang" , komme aus mir raus, bin aktiv , Selbstbewusst usw. alles wie früher bei Alk-Solo. Nur bin ich dann so enthemmt, dass ich nicht aufhören kann zu trinken, und sehr gereizt werde was schon zu so einigen unangenehmen Peinlichkeiten geführt hat. Geht es noch jemandem so ? Liegt das daran, dass sich die Wirkung einfach nur sehr stark gegenseitig verstärkt ? Oder an der Benzo an sich ?


Also zu Beginn gings mir auch so.. Laberdrang, leichte Euphorie (wohl durch die Anxiolyse)
Aber nachdem der Benzokonsum häufiger wurde, überwiegte irgendwann die Gleichgültigkeit und anstatt Lust auf Reden zu haben, war meine Hemmung niedriger einfach gar ncihts mehr zu sagen, zu unternehmen und zuhause zu bleiben.
Ich glaube dieses Verhalten hat dazu beigetragen meine starke Schüchternheit im Endeffekt tatsächlich zu einer sozialen Phobie auszubauen.

Und das gegenseitige Verstärken von Enthemmung bei Mischkonsum von Alk. und Benzos sollte dir doch klar sein ;)
 
Abwesender Träumer

dabei seit 2018
2 Forenbeiträge

  Geschrieben: 16.04.18 22:42
Hi,

das beste Mittel ist ein Therapie, ist dir sicher sekbst schon durch den Kopf gegangen. Wenn man selber merkt das es nicht mehr geht, sollte man die Notbremse ziehen.

LG
 

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