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LdT-Forum » Drogen & Gesellschaft » Politik & Justiz » Hinweis zur Drogenhysterie


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AutorBeitrag
Traumländer



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  Geschrieben: 09.06.21 22:54
zuletzt geändert: 09.06.21 23:24 durch FULL nonexistence (insgesamt 1 mal geändert)
Es geht hier um das Thema Drogenhysterie und dann kommen manche Spezialisten mit Nachtschattengewächsen an. biggrin Sehr geil.

Da muss ich auch sagen, bei dem Thema hört es echt auf bei mir. Selbst einer wie der Pflanzenexperte Wolf-Dieter Storl warnt dafür, dass sowas die Daturas echt sozusagen "bösartig" sind. Klar, wir haben letztlich wenig Bezug zur Pflanzenwelt. Aber wieso sollte es innerhalb der Pflanzenwelt z. B. nicht auch sowas wie "Raubtiere" geben?

Aber klar, für jeden, der ein wenig zum Thema Drogen recherchiert, sollte klar werden, dass NSGs die Drogenkategorie sind, vor der man am meisten Respekt haben sollte. Diese Pflanze hat auf jeden Fall kein Erbarmen mit dem Konsumenten, der sich aus Übermut an sie heranwagt. Cannabis und Pilze sind da echt noch vergleichsweise "nett". Und ich persönlich habe lediglich DPH konsumiert, was in Richtung NSGs kommen soll, aber die Wirkungsweise hat mich da schon echt erschreckt ... man sollte da imho immer halt auch im Blick behalten was so ein menschlicher Geist überhaupt verarbeiten kann. Das mag man gerne mal überschätzen ...

Aber NSGs sind auch ein guter Hinweis zur Vielfalt von "Drogen". Drogen sind nicht einfach Drogen. Man muss hier ganz stark unterscheiden im Wirkungsspektrum, auch bei den Pflanzen. Und wenn man sich gut informiert, kann man es auch gut vermeiden, sich seine Psyche damit zu zerschießen. Auch wenn das mit den Leberschäden nicht abschließend geklärt zu sein scheint, doch es mir noch halbwegs harmlos vorkommt, scheint mir ein schwaches Opioid wie Kratom eigentlich sogar noch am harmlosesten zu sein. Was es dem Menschen gewährt, sich einfach nur ein bißchen glücklich zu fühlen, ohne gleich den großen Absturz befürchten zu müssen. Aber das ist ja immerhin tatsächlich legal. Ob bewusst oder unbewusst (natürlich ist letzteres der Fall), hier liegt die Drogenpolitik immerhin richtig. lol
 
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Träumer



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  Geschrieben: 10.06.21 06:22
FULL nonexistence schrieb:
die Daturas echt sozusagen "bösartig" sind.

Und trotzdem gibt es manche Leute die darauf klar kommen, ja sogar süchtig danach werden, aber dafür braucht es wohl eine spezielle Art von Charakter.
Hier in Deutschland ist mir aber noch niemand von der Sorte begegnet, vielleicht lohnt sich der Blick nach Indien zu den sog. Aghori Mönchen:

Wenn sie nicht gerade (zur Abwechslung) mal Schlangengift mit Eisenhut vermischt rauchen, ziehen sie sich einen Joint (mit Haschisch und Stechapfel) nach
dem anderen rein... ein echter Kinderschreck diese Leute - das wovor uns unsere Eltern immer gewarnt haben :D
"Nein, ich nehme keine Chemie!"
Traumländer



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  Geschrieben: 10.06.21 10:03
Letztendlich, nach Abzug der zugegebenermaßen nicht uninteressanten
historisch-mystischen Betrachtung von NSG bleibt jedoch festzuhalten,
dass es sich um problematische und für Anfängerinnen wie für Profis
äußerst schwer zu dosierende Substanzen handelt, die in der Mehrzahl
eher unangenehme Triperlebnisse auslösen.
Dazu kommt noch das Potential für bleibende neurologische Folgeschäden.
Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, dass Du Dich fragst,
warum die Pflanzen nicht »verboten« sind.
Ich glaube, der Grund liegt in der Tatsache begründet, dass wenige Leute
(selbst hier, in einem Drogenforum) das Risiko von bleibenden Schäden
bis hin zum Tod für einen unangenehmen Trip in Kauf nehmen.
Ganz vernünftig finde ich übrigens.
Diese Werbefläche können sie mieten.

Ihr Zitat in meiner Signatur, mit Quellenangabe, erste Woche für lau!
Endlos-Träumer



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  Geschrieben: 10.06.21 10:26
8I0Psychonaut schrieb:
Und trotzdem gibt es manche Leute die darauf klar kommen, ja sogar süchtig danach werden, aber dafür braucht es wohl eine spezielle Art von Charakter.

Meinen Beobachtungen zufolge sind es vielfach Frauen, die ganz gerne Datura nehmen. Nicht die Dosen allerdings, die einen in den Zauberwald mit Geistern und Dämonen schicken.

8I0Psychonaut schrieb:
... vielleicht lohnt sich der Blick nach Indien zu den sog. Aghori Mönchen:

Wenn sie nicht gerade (zur Abwechslung) mal Schlangengift mit Eisenhut vermischt rauchen, ziehen sie sich einen Joint (mit Haschisch und Stechapfel) nach
dem anderen rein... ein echter Kinderschreck diese Leute - das wovor uns unsere Eltern immer gewarnt haben :D


Hm, da muss man aber auch erwähnen, dass diese Aghori die verrücktesten Dinge tun, um sich quasi loszulösen von allen gängigen Konventionen. Ich kannte zwei in Benares (Varanasi), die mir ein Wenig erklärt haben, warum sie es tun. Es geht ihnen darum - stark vereinfacht ausgedrückt - alle Regungen auszuschalten. Darum essen sie zB auch Menschenfleisch.
Und die Bettelschale - ein menschlicher Schädel - erinnert sie ständig daran, wie vergänglich alles ist.
Es ist hochinteressant, das erklärt zu bekommen, auch wenn es einen ekelt und bestürzt macht. In Sachen Konsequenz kann man ihnen aber nichts vormachen, sie ziehen das durch bis zum bitteren Ende.
Joints rauchen sie normalerweise überhaupt nicht, nur Chilums. Und davon eigentlich nicht extrem viel - nach dem, was ich so sah und erzählt bekam. Da gibt es andere Arten von Saddhus, die den ganzen lieben langen Tag puffen, was das Zeug hält. Aber du hast recht, 8I0Psychonaut, man weiss nie, was bei den Aghori im Chilum drin ist. Also besser Finger weg davon - ein Rat aus eigener, eher unangenehmer Erfahrung.
Mit Alkohol kann man sie etwas aus der Reserve locken. Mit gutem Alkohol, denn vielfach gibt es für die Armen bloss Methylalkohol-Gepantsche. "Guter" Alkohol ist teurer, zu teuer für sie. Darum gibt es so viele Blinde unter den Armen in Indien. Getrunken wird ex ... Egal, wie gross die Flasche ist ... (meistens 250-300 ml bei 30-40% Alk)
A propos Kinderschreck - in Benares, in Indien wird den Leuten (eigentlich allen Saddhus) höchster Respekt gezollt und das wird schon den Kindern vermittelt. So unterschiedlich können die Ansichten sein lol
Grüsse

I'm just a soul who's intentions are good
Oh Lord, please, don't let me be misunderstood
- Eric Burdon & Animals (Burdon wurde gerade 80; Glückwunsch !)

Bom Shankar, Bom Shiva, Bembele Bom Bom
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  Geschrieben: 10.06.21 12:09
Der Bollo schrieb:
Ich glaube, der Grund liegt in der Tatsache begründet, dass wenige Leute
(selbst hier, in einem Drogenforum) das Risiko von bleibenden Schäden
bis hin zum Tod für einen unangenehmen Trip in Kauf nehmen.
Ganz vernünftig finde ich übrigens.

Das ist sicher richtig. Ich vermute zudem, dass wenn man es als verboten abstempeln würde,
es schlagartig für weitaus mehr Leute interessant werden würde, denn alles was verboten ist,
ist interessant. Und gerade das möchte man wohl verhindern...
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Dauer-Träumer



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  Geschrieben: 10.06.21 12:41
Ein bisschen OffTopic:

Ein Freund von mir hat sich mit 15 J. mal einen Tee aus Engelstrompeten gemacht. Es war sein erstes Mal und er scheint es maßlos übertrieben zu haben ....

Die Essenz daraus war, dass er drei Tage im Wald verbracht hat - ganz nackt. In dieser Zeit hat er einen Hasen und einen Fasan getötet (keine Ahnung, wie er die erwischt hat im Rausch), diese roh gegessen und ward wohl vom "Teufel" geritten. Man hat ihn dann nach drei Tagen gefunden, er war da aber immer noch nicht in "der Realität" angekommen und musste dann einige Wochen in der Psychiatrie verbringen, bis er wieder "normal" war.

Das war wohl die Geschichte seines Lebens .... :) Seitdem ist der Typ abgeklärt wie niemanden sonst, den ich kenne. Er kann sich alles einschmeißen, bunt gemixt, also von Psychedelika bis Upper, Kiff, Alk, etc., egal in welchen Dosierungen, und er bleibt immer bei sich und es scheint, als ob nix ihn aus seine Mitte werfen kann. Nur auf Engelstrompete hat er keinen Bock mehr .... biggrin
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Träumer



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  Geschrieben: 11.06.21 04:46
Das erinnert mich an eine eigene ähnliche Erfahrung mit Bilsenkraut:

Operation Kopf ab

Eigentlich wollte ich nur eine kurze Runde durch den Wald wandeln.
Doch irgendwie habe ich es geschafft mich abseits des Wegs zu verlaufen, schließlich war ich völlig dehydriert.
Habe dann auch irgendwelche Beeren und Blätter gegessen, an Tiere erinnere ich mich zum Glück nicht. Ich war echt so
ausgetrocknet, dass ich keinen normalen Gedanken mehr fassen konnte. Zum Glück bin ich dann doch wieder
irgendwann auf eine Straße gestoßen und ein Auto hat mich aufgegabelt. Ich weiß noch dass der Fahrer meinte,
ich wäre herumgelaufen wie ein wildes Tier :D
Hatte wohl echt Glück, denn es hätte auch böse enden können, war wohl (kurz) vorm krepieren... inzwischen mache ich mir aber mehr Gedanken bei Dosierung, Set & Co.
Papa Staat hat mich davor jedenfalls nicht geschützt.

Achja, die Nachwirkung:

Danach konnte ich für ein paar Monate gefühlt unendlich Gras inhalieren, und hab trotzdem kaum was gemerkt, selbst von dem höllisch guten Zeug.
Wenn ich die Wahl hätte das was ich jetzt weiß - zu wissen oder nicht - würde ich mir wünschen die Uhr zurückstellen zu können ... ich würder lieber nicht wissen was ich jetzt weiß.
Auf unser Welt ist nichts so wie es scheint, auf der Oberfläche sieht alles hübsch und adrett aus, wie eine Pralinenschachtel.
Doch jetzt werde ich es nicht mehr los - dieses ganz finstere Verlangen - an das Böse zu glauben.
"Nein, ich nehme keine Chemie!"
Traumländer



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  Geschrieben: 11.06.21 07:47
Dieser Tripbericht ist ebenfalls sehr lesenswert und abschreckend zugleich. Wer danach noch Lust auf Engelstrompetentee hat, muss echt hartgesotten sein.
 
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Träumer



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  Geschrieben: 11.06.21 08:46
blockhead schrieb:
Wer danach noch Lust auf Engelstrompetentee hat

Klar, wieso nicht? Jetzt wo es sowieso kein Zurück mehr gibt - alles eine Frage von Dosis, Set & Co.
Ein Freund der Sonne sollte man aber nicht sein...

Ich zitiere mal Goethe:

Goethe schrieb:
Des alten Stammes; und ich danke, Götter,
Daß ihr mich ohne Kinder auszurotten
Beschlossen habt. Und laß dir rathen, habe
Die Sonne nicht zu lieb und nicht die Sterne;
Komm, folge mir in's dunkle Reich hinab!

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Dauer-Träumer

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  Geschrieben: 11.06.21 11:02
aus dem Faust !

es gibt ein geiles Buch
das da heißt: Im Schatten der Nacht
von 1928

leben und leben lassen !
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Träumer



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  Geschrieben: 11.06.21 12:15
Andy I schrieb:
aus dem Faust !

es gibt ein geiles Buch
das da heißt: Im Schatten der Nacht
von 1928

... du verwirrst mich. Was meinst du damit?
(Das Zitat war nicht aus Goethes Faust.)

Hast du auch einen Link zum (geilen) Buch? :D
"Nein, ich nehme keine Chemie!"
Dauer-Träumer

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571 Forenbeiträge

  Geschrieben: 11.06.21 15:51
sorry, nur 2 Bände in Papier Form
leben und leben lassen !
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Träumer



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  Geschrieben: 11.06.21 20:09
Andy I schrieb:
nur 2 Bände in Papier Form


Ich hab mal im Internet gesucht, aber mit deinen Angaben findet man das Buch nicht eindeutig.
Ich schätze mal du meinst nicht das hier, oder?

Vanessa Cardule - Im Schatten der Nacht: Ein Vampirmärchen

Wie wäre es mit einer kurzen Inhalts-Zusammenfassung, oder wenigstens Autornamen, Verlag etc..?

Und um mal wieder zurück zum eigentlichen Topic zu kommen:

Drogen kann man nicht per se verurteilen, den falschen Umgang jedoch schon.
Um das zu verhindern braucht es jedoch Aufklärung und keine hysterische inkompetente bekloppte Tunnelblick-Verbots-Mentalität.
Doch was ist eigentlich mit der Aufklärung in Schule, Medien & Co? Richtig - die ist so gut wie über den Jordan.

Es gibt kein guten & schlechten Drogen (höchstens verunreinigte).
Man muss sich hier alles selber beibringen - und das machen die meisten dann auf die harte Tour - durch Ausprobieren,
weil der Mensch eben von Natur aus neugierig ist.
Im Grunde lassen wir unsere Kinder doch mit verbundenen Augen in einen Wald voller Minen laufen.
Und wer dann explodiert, auf den zeigen wir mit den Finger: "Ja, ich habs ja gewusst, die schlimmen bösen Drogen".

Auch die Nachtschattengewächse sind nicht "böse".
Schaut euch die Moleküle (z.B. Scopolamin) an, ich sehe nur Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff, was soll daran böse sein?
Ausgenommen der Menschen gibt es nichts böses in der Natur.
Nur weil es das Böse im Menschen zum Vorschein bringt wird es verteufelt, denn das ist die "bequeme" Lösung.

...anstatt mal genauer hinzuschauen was hier das eigentliche Problem ist - wir selber.

Aber wie bereits gesagt geht es hier meiner Meinung nach gar nicht darum uns zu schützen, es geht darum uns absichtlich
vor dem breiter werden unseres Erfahrungsraumes zu "schützen", damit eine kleine Elite an der Spitze der Gesellschaft
weiterhin ihren Status Quo behält, während wir uns im Hamsterrad von Schule, Arbeit & Co drehen, uns gegenseitig manipulieren,
das Geld aus der Tasche ziehen, und uns darüber streiten ob Cannabis Brokkoli schmeckt .
"Nein, ich nehme keine Chemie!"

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