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LdT-Forum » Konsum » Aufhören & Entzug » Der Opiat u. Opioid Entzugs- Infothread


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Traumländer



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  Geschrieben: 20.03.22 15:50
Ich möchte Mal mit dem Gerücht aufräumen, dass Subutex nicht knallt.
Das tut es schon. Klar, wenn man es gewohnt ist weniger und kürzer, aber bin bald ein Jahr substituiert und die ersten zwei Stunden nach Einnahme drückt es besonders mit kippen zusammen noch ganz angenehm in die Kissen. Ich nutze die Zeit morgens um mich zu sammeln und die Angst vor dem Tag und Aufgaben zu mildern.

Wenn man es nicht gewöhnt ist, dann kann es erst Recht knallen. Ja es ist ein relativ klares Opi, aber trotzdem noch relativ warm. Es kann sedieren, oder auch richtig aktiv machen. Dazu kommen die antipsychotischen und antidepressive Wirkungen, die nicht zu verachten sind.

Man verbringt zwar bei Dauerkonsum den größten Teil des Tages nüchtern, aber der Rest kann schon als dicht bezeichnet werden. Klar, es drückt nicht so stark wie Methadon o.ä. aber ich finde den Effekt vom Tex eigentlich echt besser, wenn man noch irgendwas am Tag machen will. Zum nodden darf man allerdings wirklich nur eine kleine Gewöhnung und Toleranz haben und Subutex ist dafür sicher nicht das geeigneteste Opioid. Beim anfluten 1-2h chillen geht aber sehr gut.


"Immer wieder, wenn ich aus dem Leib aufwache in mich selbst, lasse ich das andere hinter mir und trete ein in mein Selbst; ich sehe eine wunderbar gewaltige Schönheit und [...] bin in eins mit dem Göttlichen" (Plot. IV.8.6)
Traumländer



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  Geschrieben: 21.03.22 14:08
kann ich bestätigen. Bevor ich mit Hero richtig anfing hab ich oft mit subu nasal gespielt und das hat mich richtig weggelatscht. War richtig abgedichtet von dem zeug. Wenn man aber erstmal opiattolleranz hat dann wirkts garnicht mehr berauschend. zumindest bei mir nicht. Ich würde gern nochmal son subuturn haben. War echt nicht ohne. Aber als jahrelanger opikonsument wird das wohl nichts mehr in diesem leben.
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  Geschrieben: 23.03.22 01:01
Hallo Leute,
bin mir nicht ganz sicher ob das hierfür der richtige Thread ist aber ich versuche es mal. Es geht darum , dass ich seit ca. 2018 psychisch und physisch von Opioiden abhängig bin. Hab eigentlich an Opioiden, bis auf Heroin und Fentanyl alles durch probiert, mit Oxycodon hat es angefangen und bin dann bei Opium gelandet. Mittlerweile bin ich nur noch auf Kratom, womit ich mich quasi selbst substituiere, die anderen Medikamente konnte ich bis auf wenige Außnahmen hinter mir lassen.

Die Situation ist nun folgende:
Ich habe jetzt den Entschluss gefasst auch mit dem Kratom aufzuhören. Der Weg, den ich mir vorgestellt habe wäre, mich in eine Art der der "richtigen" Substi zu begeben, bis ich mein Studium abgeschlossen habe und anschließend auch das auszuschleichen. Für mich wäre das sinnvoll, da ich im Moment nicht ganz bereit bin mich dem Entzug zu stellen, das würde während des Studiums schnell zu einem Rückfall führen, das ist sicher. Da gibt es zu viele Stressfaktoren...
Von der Substitution verspreche ich mir einfach mehr Stabilität und weniger Druck, was den Konsum und auch andere Umstände betrifft.

Das Problem an der Sache ist aber, dass ich meine Dosis immer abends zu mir nehme, das hat sich seit Jahren so eingependelt. Ich komme mittlerweile auch ganz gut über den Tag, weshalb es schwierig für mich wäre das wegen den Regeln einer regulären Substitutionsambulanz, wo man ja teilweise unter Aufsicht seine Dosis morgens einnehmen muss... das ist keine Option für mich im Moment, auch weil ich arbeite und das zeitlich schwierig wird.
Also ist meine verwegene Idee eine Art der "inoffiziellen" Substi, soll heißen dass ich zwar von einem Arzt mir meine Dosis abhole, die aber dann abends einnehme. Ich habe wirklich kein Problem, jeden Tag in eine Praxis zu dackeln aber ich würde gerne das ganze, teilweise entwürdigende System der Substitution umgehen. Ich habe auch so gut wie keinen nennenswerten Beikonsum (außer Cannabis). habe auch keinerlei Kontakte zu irgendeiner Drogenszene und muss auch nicht kriminell werden um meinen Bedarf zu decken.

Was denkt ihr? Ist das eine Option oder eher eine Spinnerei? wie schätzt ihr das ganze ein?


Sorry für den ganzen Text und schon einmal vielen Dank für eure Zeit!



 
Traumländer



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  Geschrieben: 23.03.22 12:32
Das kannst du so machen, selbst bei einer offiziellen substi-stelle.
Du musst halt unter Aufsicht einnehmen, morgens.
Aber viele spucken die Tabletten dann einfach schnell wieder aus, dank der Maskenpflicht ist das einfach und schnell möglich. Diese könntest du dann natürlich abends nehmen.
Wenn du ein paar Wochen bis Monate die Füße still hälst, also keinen Beikonsum außer cannabis (ist bei den meisten erlaubt) hast und immer pünktlich da bist, keinen Stress machst etc. Bekommst du schnell Take Home. Studium und Job begünstigen Take Home, dadurch solltest du das schnell und stressfrei bekommen. Bei Take Home musst du 1-2x die Woche dorthin und unter Aufsicht einnehmen (dann kannst du wie oben die Tabletten ausspucken) und eventuell randomisiert abpissen. Damit könntest du 6 Tage entspannt abends konsumieren und einen Tag entweder morgens, oder ausspucken wenn du unter Sicht einnehmen musst.

Ich habe auch immer eher abends konsumiert. Die substi hat mich aber auf morgens umgestellt und ich find's ehrlich gesagt gut. Ich hab dadurch gelernt abends/nachts ohne Rausch einzuschlafen. Das ist viel wert. Deshalb überlegs dir, die Umstellung ist weniger krass, als man denkt.

Zum Substitut: mit Job und Studium würde ich die zu Subutex raten.
Es ist Recht klar, macht nicht müde, man ist fit uns es ist antidepressiv. Ideal für einen entspannten morgen und dann einen aktiven Tag. Die lange hwz ist auch praktisch, falls man Mal unterwegs ist und seine Dosis vergessen hat o.ä. den ersten Tag ohne wird man keine krassen Entzugssymptome haben. Beim ausschleichen ähnlich, das geht sehr entspannt und dadurch dass nur ein Rezeptor von zweien belegt ist, sollte der Entzug auch nicht zu heftig sein (im Vergleich zu Methadon).

Bonus:
Es gibt Subutex auch als Depot-Spritze. Da musst du nur 1x pro Woche oder sogar seltener hin kommen und bekommst dann die Dosis für sie gesamte Woche gespritzt in ein Depot. Dieses Depot gibt den Wirkstoff gleichmäßig ab.

Alternativ wäre noch substitol, also retardiertes Morphium möglich. Ich hab mich dagegen entschieden, da ich damit zu viel Spaß hätte und außerdem hohe Dosen gebraucht hätte.

Von kratom auf ein subsitut umsteigen ist schon etwas...heftig. da die Substitute wesentlich potenter sind. Es wird wohl in seltenen Fällen mit Codein Substituiert, das wäre ne Möglichkeiten. Mir hat auch Mal eine Ärztin Tramadol für den Zweck gegeben, als inoffizielle substi.
Ich verstehe aber den Gedanken, lieber kontrolliert dem Rückfall vorzubeugen. War bei mir ein ähnlicher Gedanke und in die substi zu gehen war wirklich eine super Entscheidung.

Dosis könnte bei dir wahrscheinlich sehr niedrig sein. Zumindest Verhältnismäßig. Die Leute bei uns sind alle auf 20mg Subutex um 8 davon zu verkaufen. Über 8mg bringt auch Recht wenig um ehrlich zu sein.

Je nach kratomdosis würden dir wahrscheinlich unter 8mg mehr als reichen.

Denke auch bzgl der Dosis, dass Subutex nicht zum nodden taugt, wenn man es täglich nimmt. Mehr bringt da echt nicht viel mehr, nennt sich ceiling-effekt. Das heißt die Rezeptoren sind irgendwann (6-8mg) voll besetzt. Deshalb bringt es nix, zu versuchen alles aus dem Subutex rauszuquetschen, via höherer Dosen. Dadurch lernt man aber auch zufrieden zu sein mit dem, was man dadurch bekommt und ich finde genau das ziemlich wertvoll. Was man bekommt ist nämlich trotz fehlendem Vollrausch schon echt gut.


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  Geschrieben: 23.03.22 19:45
zuletzt geändert: 26.03.22 05:07 durch gugu (insgesamt 2 mal geändert)
Hallo MosheBernstein,

Klingt vernünftig was Du schreibst und planst.

Viel Erfolg dabei.

PS
Finde soundso vernünftig sich bei einem/einer Arzt /Ärztin substituieren zu lassen, abseits der Ambulanzen, wenn möglich.
Zumal du auch keinen Kontakt zur Szene dort hast.
Und es bei einem guten Arzt oder guter Ärztin auch humaner zugeht, diese Demütigung , die man oft aus den Ambulanzen mitbekommt, dort wegfällt.
Nur ist es nicht so einfach einen Arzt oder eine Ärztin zu finden, welche substituieren.
Viel Glück bei der Suche!
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  Geschrieben: 24.03.22 20:29
gugu schrieb:
Und es bei einem guten Arzt auch humaner zugeht, diese Demütigung , die man oft aus den Ambulanzen mitbekommt, dort wegfällt.

Genau das, ob so ne Behandlung tatsächlich die Lebensqualität steigert steht und fällt mit dem Arzt.

Wegen Kratom in Substitution zu gehen, während man als Student "sozial integriert" ist, halte ich allerdings für keine gute Idee. Die setzen halt voraus, dass man die Schule abgebrochen hat, nie gearbeitet hat, Hepatits C oder HIV hat oder beides und dass man nicht in der Lage ist ohne die heilige Ärzteschaft auch nur einen weiteren Tag zu überleben. Also klar, sie machen oft derartige Erfahrungen, aber gerade deshalb würde ich davon abraten, sich in Substitution zu begeben, wenn man "sein Leben im Griff hat".
 
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  Geschrieben: 24.03.22 21:22
Zuerst einmal ein herzliches Dankeschön für eure Antworten! Ich kann viel damit anfangen.
In der Zwischenzeit habe ich das mal mit meinem Psychologen abgesprochen, der wirklich einen tollen Job macht. Er hat mir dazu geraten einen Termin bei der Drogenberatung hier in meiner Stadt zu machen, was ich dann auch getan habe, schaden kann es ja nicht.

Ich bin jetzt auch noch am hadern, ob ich nicht doch einfach versuchen soll, beim Kratom zu bleiben. Der Grund für einen Wechsel zu einem Substitut ist der, dass ich doch relativ hohe Dosen brauche (ca. 20g/d) und ich dann noch Nebenwirkungen habe und auch merke, dass die Wirkdauer nicht ganz ausreicht, um den ganzen nächsten Tag ohne Entzugserscheinungen zu überstehen, auch wenn diese einigermaßen zu managen sind. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob ich das noch längere Zeit so stabil handhaben kann.. dann gibt es da auch noch die Schwankungen zwischen den Chargen, usw.

Wenn es ein Substitut werden soll, dann habe ich auch an Substitol oder an Subutex gedacht, vor allem das Profil von Subutex klingt vielversprechend. Ich jage ja nicht unbedingt einem Kick nach, mein Hauptfokus liegt darauf gut versorgt über den Tag zu kommen.

Ich denke auch, dass es sehr stark vom Arzt abhängt in wie fern das Erfolg hat. Ich komme ironischerweise aus dem Sozialen Sektor und man hört da einiges.
Werde nochmal genau abwägen und auch mal den Beratungstermin abwarten.

Danke euch nochmal und ich wünsche euch auch bei euren Kämpfen alles Gute und viel Erfolg!
 
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 26.05.22 02:09
Hallo zusammen,

in den letzten Wochen hat sich ein bisschen was getan. Ich hatte mehrere Termine bei einem Substitutionsarzt in meiner Stadt. Ich hatte einen echt guten Eindruck von der Praxis und von besagtem Arzt. Das Ergebnis ist jetzt, dass ich ab dem 31. Subutex bekomme, was schon eine große Erleichterung für mich ist. Allerdings kickt gerade meine Angststörung wieder mehr durch und ich verliere mich in angstvollen Gedanken, vor allem was die Umstellung von Kratom auf Subutex angeht.
Deshalb wollte ich mal nachfragen, ob jemand schon Erfahrung damit hat, vor allem was das Timing der letzten Kratom-Einnahme und der ersten Subutex Gabe angeht.. Konnte im Netz nicht wirklich gute Infos finden, scheinbar bin ich ein relativer Einzelfall...

(Ich weiß auch, dass solche Fragen schon tausendmal gestellt wurden aber ich mache mir gerade einen ziemlichen Kopf deshalb, was wahrscheinlich auch irrational ist.)
 
Moderator



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  Geschrieben: 26.05.22 08:17
zuletzt geändert: 26.05.22 10:21 durch Pharmer (insgesamt 2 mal geändert)
Nun, ich weiß aus eigener Erfahrung dass du das auch allein, ohne Substi, easy hättest hinbekommen können. Einfach nur ganz ganz langsam ausschleichen, dann merkst du garnix von Entzug; die einzige Schwierigkeit dabei ist nicht rückfällig zu werden - was wesentlich einfacher ist wenn man keine Entzugserscheinungen hat und durch das Studium abgelenkt wird.
Aber wenn dir der Weg über die Substi lieber ist, dann ist das auch okay. Beides führt zum Ziel wenn du dich nich gehen lässt.

Jetzt in der Substi gibts halt nur zwei Gefahren die es beim selber ausschleichen nicht gegeben hätte: a) besteht die Gefahr dass du dich sosehr an die Substi und die Möglichkeit, deine Substitutionmedikation zu bunkern und damit zu turnen, gewöhnst, dass du in den nächsten 10 Jahren doch noch nicht fertig abgekickt hast - wenn du dich selbst vorm Missbrauch deines Substitutionsmittels schützen willst, dann lass dir ein flüssiges geben; ich finde deine Ambition es rauszuschmuggeln nur ums abends nehmen zu können nicht so sinnvoll. Imho motiviert das viel zusehr zum bunkern und turnen; und
b) was bissl mit a zusammen hängt, es besteht halt die Gefahr dass du dort neue Freunde kennen lernst die deutlich heftiger unterwegs sind als du das so kennst und du auf die Art von deinem selbstgesetzten Ziel abweichst.

Geh da einfach offenen Auges durch und bleib dran, das packst du schon. Easy.
Ich kann bezüglich des Umstiegs von Kratom auf Buprenorphin leider nicht mit persönlicher Erfahrung dienen, aber ich würde dir empfehlen dass du dich selbst schon ordentlich entzügig werden lässt bevor du das Subu einnimmst. Das wird schon nicht so schlimm, du weißt ja dass es mit der Einnahme des Subus fast sofort aufhören wird. Wenn du vormittag oder am frühen mittag zur Einnahme der ersten Dosis eingeladen wirst solltest du idealerweise schon die letzte Kratomdosis am Vorabend auslassen.

Ich wünsch dir weiterhin viel Erfolg mit deinem Studium, das ausschleichen schaffst du sowieso. Du erweckst den Eindruck da sehr bestimmt und motiviert ranzugehen und bist in einer ansonsten guten Lebenssituation, ich hab garkeine Zweifel dass du das bald hinter dir hast. Fragt sich halt ob du danach clean bleibst, denn ich kann dir schonmal in Aussicht stellen dass erst das der wirklich schwere Teil wird.
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  Geschrieben: 27.05.22 01:09
Zuerst einmal vielen lieben Dank für die Antwort und für den Zuspruch!

Über solche Gefahren habe ich mir auch schon Gedanken gemacht und man kann sowas natürlich nie zu 100 Prozent ausschließen. Man kann dem aber so gut es geht entgegenwirken. Ich hab auch das Vorhaben, das Subutex rauszuschmuggeln und abends zu konsumieren aufgegeben. Diesmal geht es nach den Spielregeln. Es gibt auch andere Faktoren, die da stabilisieren (eine großartige Partnerin, die Bescheid weiß und mir auch gerne mal in den Allerwertesten tritt, sollte es notwendig sein).
Ich bin jetzt auch wirklich motiviert was zu ändern!

Am Vorabend wird dann kein Kratom konsumiert, dann sollte ich entzügig genug sein. Wäre es möglich, unter Umständen ein Benzo oder Pregabalin in geringer Dosis zu nehmen? Natürlich nur, wenn es gar nicht anders geht und die Angstzustände sehr schlimm werden?

Ich bin mir auch bewusst, dass der wirklich schwere Teil noch bevorsteht und sicher eine großer Herausforderung sein wird, jeden Tag aufs neue... aber eins nach dem anderen. Wollte nach dem Studium auch eine längere Therapie machen und auch den Standort wechseln, zurück zu den Alpen. :)
 
Dauer-Träumerin



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  Geschrieben: 27.05.22 15:13
wozu subutex , wenn du nur auf kratom bist? Da ist der Entzug doch etwas milder.

Aber trotzdem viel Erfolg Dir!

So habe ich es auch mal geschafft.Weg vom Ort.Neue Beziehung. Viel Glück Dir!

Und warum kein Lyrika? Hilft aufjeden.
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  Geschrieben: 28.05.22 01:02
Der einzige Grund wo ich bei Kratom eine Substitutionsbehandlung nicht für eine Verschlimmbesserung halte wären schwerwiegende finanzielle Probleme.
Das Problem der Abhängigkeit wirst du durch ne Substi nicht los, dafür verlierst du die, Freiheit deinen Tag so zu gestalten wie du möchtest, kannst nicht mehr ohne gröbern Aufwand verreisen (sobald zu über die Grenze fährst braiuchst du ein Formular) und je nachdem, wie deine Lehrveranstaltungen liegen, wird dein Studium darunter leiden. Je nachdem wo du arbeiten möchtest kann dir die Substitution auch beruflich im Wege stehen, vom Führerschein mal ganz zu schweigen.

Wenn du ein bisschen die Kontrolle von außen brauchst: Kannst du nicht z.B. deine Partnerin bitten, dir einfach nur einmal am Tag die für den Tag gedachte Kratommenge auszuhändigen?

Ich war ein Jahr lang unfreiwillig in Substi weil ich nach einem schweren Schickalsschlag ein paar Monate sehr viel ODSMT genommen hatte und das war einer der schlimmsten Fehler meines Lebens. Also die Substitutionsbehandlung, hat meine gesamte Lebenssituation verschlechtert.

Sorry das ich so direkt bin aber wenn du dich schon ins Unglück stürzen möchtest dann wenigstens sehenden Auges...
 
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 28.05.22 03:18
zuletzt geändert: 28.05.22 03:29 durch MosheBernstein (insgesamt 1 mal geändert)
Danke für eure Beiträge!

Ich kann sehr gut verstehen, dass die Entscheidung von Kratom auf ein wesentlich stärkeres Opioid wie Buprenorphin auf wenig Verständnis trifft. Ich bin mir letzten Endes ja auch nicht komplett sicher... ich weiß nur nicht mehr weiter.

Es hat sich eine ja eine gewisse Verzweiflung mit meiner Situation eingestellt, die mich dazu gebracht hat über so etwas wie die Substitution nachzudenken. Es klingt traurig aber ich kann mittlerweile einfach nicht mehr ohne Opioide. Das Problem beschränkt sich ja nicht nur auf Kratom, ich habe alle Opioide genommen, die verfügbar waren/oder sind... es ist sozusagen das Missing Link, das mich "komplett" macht oder so... ich glaube ihr wisst was ich meine. Ich habe eine merkwürdige, zwanghafte Suchtneigung was ebengenanntes angeht, es hat sich in meine DNA eingebrannt. Ich will unbedingt etwas ändern, bzw. nichts schlimmer machen, nicht nur für mich, sondern auch für die Menschen, denen ich tatsächlich wichtig bin, die in mich investiert haben aber die ich oft enttäuscht habe... Ich will viel ändern aber ich weiß nicht wie.

Opioide sind meine Strategie um mit mir und mit der Welt umgehen und diese ertragen zu können. Dass das nicht aufgehen kann war und ist mir bewusst aber ich habe diesen Weg trotzdem gewählt. Ich will einen anderen einschlagen aber Opioide werden mich noch lange begleiten, ob ich das will oder nicht, passiv oder aktiv. Ich war schon immer süchtig, habe damit nur meine Droge gefunden.

Es kommt auch noch die Situation mit dem Studium hinzu, das ich endlich, so schnell es geht abschließen will, das ist mir wahnsinnig wichtig und auch mit diversen Ängsten verbunden aber ich bin fest entschlossen!

Außerdem habe ich mittlerweile ein ungesundes Konsummuster entwickelt. Ich nehme eine Dosis gegen 22 Uhr, dann eine Weitere gegen 2 Uhr morgens, manchmal aufgeteilt. Das muss ich so regeln, um möglichst lange über den nächsten Tag zu kommen. Ich brauche zwischen 20 und 30 Gramm, je nach Qualität. Die Wirkung ist dann auch nicht mehr wirklich angenehm, oft Schwindel und Dysphorie aber ich kann nicht reduzieren, ich schaffe es nicht... ich kann aber auch nicht mehr jeden Tag diesen Schlamm trinken.

 
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 28.05.22 09:37
Ich kann dir nur ans Herz legen, es mal mit Kapseln zu probieren.
Da fiel mir das Abdosieren einfach weeeesentlich einfacher, man kann einfach ganz toll in Schritten gehen, von 24 auf 22 Kapseln merkt man halt keinen Unterschied, aber über die Tage summiert sich das super auf.
Und mein Gefühl bei so hohen Dosen wie deiner ist, dass du da eigentlich direkt weniger nehmen könntest ohne Entzugserscheinungen. Also bei mir warens 4-5 Einzeldosen zu je 8 Gramm und ich konnte die fast instant halbieren, bis es zu (körperlichen) Entzugserscheinungen kam.
Ist aber natürlich auch bei jedem anders.
 
Traumländer



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  Geschrieben: 28.05.22 12:54
Also bei uns in der Substi-Ambulanz muss man erst Mal in die Entgiftung.
Dort bekommt man nach 24-48h die erste Dosis des Substitutes.

Von kratom auf Substi umsteigen klingt wirklich heftig, aber ich kann den Gedanken und deine Situation gut verstehen. Es gibt mittlerweile n Haufen Substitute u.a. wird wohl selten auch Codein genutzt. Vielleicht wäre das weniger mit Spatzen auf Kanonen schießen.

Subutex finde ich allerdings auch ein Klasse Substitut. Ich bin seit ca. Einem Jahr in der Substi und es war eine wirklich gute Entscheidung. Ich merke nur das anfluten und ein kurzes chillen danach, den Rest des Tages bin ich quasi nüchtern. Das hilft ungemein sich an das nüchterne leben zu gewöhnen. Auch deswegen fand ich die Umstellung von Abends mit Opis wegknallen hin zu morgens kurz chillen und dafür den Tag über klar sein eigentlich sehr gut. Das hilft auch beim Absetzen, da zb. Die Schlafprobleme weniger stark auffallen und man sich angewöhnt nüchtern zu schlafen.

Was du über deine Intention der opioid-einnahme schreibst kenne ich sehr gut.
Es war für mich eine Überlebensstrategie und ich weiß nicht, ob ich ohne noch hier wäre. Hätte sicher bessere gegeben, aber dazu muss man auch die Kraft usw. Haben. Mittlerweile, auch dank der substi und Verbesserung meiner Umstände und geistigen Verfassung, ist Subutex für mich "nur" noch eine Stütze, eine Krücke die mir durchs Leben hilft. Ich Versuche langsam ohne sie zu gehen, aber ganz langsam, Stück für Stück. Das klappt ganz gut. Wenn du die Substi so nutzt, sehe ich gute Chancen, dass du deinen Weg da raus findest.

Ich muss auch ehrlich gestehen: ich hab's mit Neuroleptika versucht, mit antidepressiva, mit Therapeuten, mit Sport usw. Das meiste hat mir da einfach zu viele Nebenwirkungen gehabt und dadurch eher dafür gesorgt, dass ich mich schlechter fühle und handle. Ich sehe auch wenig Unterschied, ob jemand Koffein, Antidepressiva oder Opioid-Abhängig ist, um ein besseres Leben zu haben.

Die substi bietet viele Vorteile. Da du aber kratom, eine legale und billige Substanz nimmst, einige weniger. Du hast nicht den großen Preis-Vorteil, oder den der wegfallenden Beschaffung und Kriminalität. Im Gegenteil gibt es dahingehend eher Nachteile für dich bei der Substi:
Beschaffung wird nerviger, besonders am Anfang. Man muss jeden Tag kommen, oft für Wochen bis man take home hat. Selbst dann ist's 1x alle 1-2 Wochen. Man muss abpissen, bei uns zu Anfang unter Sicht. Das ist erniedrigend und unangenehm. Wenn's nicht klappt, gibt's Stress und evtl. Keinen Stoff.

Und was hier auch schon geschrieben wurde: du bekommst Kontakt zu anderen Konsumenten. Dass die ihren Stoff nur für sich behalten, oder keinen beikonsum haben, ist eher die Ausnahme. Tatsächlich wird bei uns 1-2m neben dem Tresen vieles verkauft. Benzos, Lyrics usw. Nach der Ausgabe treffen sich die Konsumenten zum gemütlichen Beisammensein... Und crack rauchen, Stoff schießen usw.
Die Gefahr, da reinzurutschen ist also sehr real. Ob dass für dich ein Problem ist, musst du mit dir ausmachen. Ich habe keinerlei Probleme, mich von den anderen was beikonsum angeht fern zu halten. Freundliches Grüßen, Mal bei nee Kippe reden usw. Alles schön, aber ich habe mir zb. Den Ruf in der Ambulanz hart erarbeitet, dass mein Urin immer sauber ist. Das ist die Ausnahme und bietet auch gewisse Vorteile (leichter Urlaub, weniger UKs, weniger Stress, take home).

Wenn du wirklich Buprenorphin als substi möchtest, dann rate ich dir: Halte dich dort von anderen fern. Nett und freundlich quatschen kann man ja, aber verbringe nicht zu viel Zeit mit denen. Mach DEIN Ding daraus.

Nimm eine möglichst kleine Dosis zu Anfang. In der Entgiftung bei uns bekommt man zum eindosieren alle 2h 2mg bis max. 20mg. Da man sich dort langweilt, umgeben von druffis ist und das Selbstwertgefühl durch diesen Schritt nicht unbedingt das beste ist, verleitet das dazu, dass ganze auszureizen. Ab 6-8mg ist aber der sog. Ceiling Effekt erreicht, höhere Dosis bringt relativ wenig, macht aber das Absetzen wesentlich schwerer. Deine kratom-dosis ist zwar hoch, aber nicht das höchste, was ich je gehört habe, da gab's auf jeden Fall schon n paar heftigere Fälle.
Vielleicht reichen dir schon 1-2mg, Buprenorphin ist extrem potent.

Erwarte keinen Rausch. Subutex ist zum berauschen wirklich nur bedingt geeignet. Klar, bisschen gechillt und berauscht ist man, aber das wird auch bei steigender Dosis nicht viel mehr Rausch bringen. Nodden kannst du eigentlich knicken. Deswegen sieh es als Medikament, dass dir den Affen killt, dass dir die Vorteile anderer Opioide bringt, ohne dabei verklatscht zu sein. Auch ab und zu Mal mehr nehmen, oder die ROA ändern bringt wenig. Man lernt nach einigen Versuchen, sich einfach damit abzufinden. Wenn's Mal sein muss, trink 1-2 Bier oder besser: kiff dazu. Beides ist normalerweise in der Substi auch erlaubt (solange du da nüchtern auf tauchst und kein Problem mit Alkohol entwickelst.

Beim Absetzen lass dir Zeit. Man tendiert dazu, sich zu viel vorzunehmen. Das kann kontraproduktiv sein. Ganz smooth. Du musst dich nicht quälen. Die Ärzte dort wissen auch, dass es langfristig besser funktioniert, ganz langsam zu stabilisieren und auszuschleichen.

Das führt zum nächsten Punkt: Setz dir ein grobes Zeitfenster, wann du raus sein willst. Das wird wahrscheinlich nicht klappen und du wirst länger drin sein. Ist okay, man kann nicht alles planen, scheiße passiert meistens ungeplant und in solchen Situationen ist es nicht ratsam runter zu gehen. Sprich mit dem Arzt ab, wie lange du so vor hast, susbti zu bekommen. Die helfen beim Vorhaben, einen Plan zum abdosieren zu verfolgen, sind aber immer offen für Änderungen. Wenn du brav mit machst, gibt's Verständnis für ne Dosis-Erhohung oder Stagnation.

Pass aber auch auf: Es gibt Menschen, die dort für 15 Jahre sind. Ist einfach bequem. Ich wollte maximal 6 Monate drin sein, bin bei 12mg eingestiegen und jetzt nach einem Jahr auf 5-6mg.

Es gibt auch die Möglichkeit auf Retardkapseln Morphin, aber es herrscht gerade krasse Morphium-Knappheit (ca. Seit Afghanistan den Opium-Anbau verboten hat... Ein Schelm wer böses denkt). Deswegen rate ich dringend davon ab.

Zu guter Letzt: Der neueste Scheiß sind Depot-Spritzen. Eine Spritze und du hast direkt ne Dosis für mindestens eine Woche im Körper. Das Depot gibt den Wirkstoff langsam und stetig, dadurch hast du einen gleichbleibenden Plasmaspiegel, was enorm beim abdosieren hilft. Man muss auch nicht mehr täglich hin, gewöhnt sich die Einnahme ab (man verbindet sonst Tabletten nehmen mit Rausch. Wenn man's dann nicht mehr tut, ist das wie fehlendes Zähneputzen. Einfach eine schlechte Angewohnheit) usw. Es spiked wohl schon zu Beginn etwas und zum Ende hin flachg es ab, aber auch dass soll wohl sehr im Rahmen sein und ein abdosieren eher helfen. Deswegen überleg Mal, ob Depot nicht die Lösung wäre.


Alternativ zur Substi könnte ich höchstens Lyrica für den Entzug selbst empfehlen. Das nimmt nahezu alle Entzugserscheinungen, allerdings bleibt man da auch nach n paar Wochen drauf kleben und löst natürlich langfristig nicht das Problem. Kurzfristig um den Entzug zu überstehen halte ich es für vertretbar, sofern man damit nicht die Sucht verschiebt.

Ganz schön länger Text. Alles gute dir, du packst das. Da waren schon ganz andere, die das auch geschafft haben. Leute die in viel abgefuckteren Situationen waren. Du hast viele gute Ressourcen, ein gutes Hilfenetzwerk um dich Rum (schon mit deiner Freundin), hast je tolle und ehrliche Art und Motivation, wirkst sehr selbstreflektiert, Studium, Hoffnung und träume... Das ist eine super Ausgangslage, egal wie du dich entscheidest.
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