LdT-Forum

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Moderator



dabei seit 2012
2.839 Forenbeiträge

  Geschrieben: 19.12.23 07:26
Erstmal wieder geil ein altes Gesicht hier wiederzusehen und so positives von ihm zu lesen, servus Eule. Schön dass du raus bist.

Wollt aber das gleiche sagen wie fox, Gelegenheitskonsum von deinem alten Suchtmittel von dem du abhängig warst istn brutaler Drahtseilakt. Bei mir klappt es mit "Gelegenheitskonsum" grade auch (naja - ich kiff ja jeden Tag, weiß also nicht ob Gelegenheitskonsum das richtige Wort ist) aber ich halt mich in der Regel fern von dem was mich früher abhängig gemacht hat - mal etwas O-DSMT (gerade weils so teuer ist und ich mir davon nicht so viel leisten will) einmal alle paar Monate oder mal 100g Kratom nach 3-4 Monaten Pause ist alles was ich an Opis noch nehm und das will ich auch so halten. Ich hab für mich einfach gemerkt dass eine Opi-Toleranz zu haben den Lebenswert reduziert. Ich denke wenn man eine Opi-Toleranz hat, hemmt man damit die Fähigkeit des eigenen Körpers bzw. Gehirns einen auch ohne Stoff glücklich zu machen; man hat ja nun auch Toleranz gegen Endorphine. Seit ich Opis meide gehts mir einfach tausendmal besser von der Grundstimmung her.
Aber auch wenn das nicht so wär, ich glaub mit Methadon oder Heroin würd ich mir den Gelegenheitskonsum auch einfach nicht zutrauen. Da würd ich definitiv wieder drauf kleben bleiben, wenn die Verfügbarkeit gegeben ist und vllt mal ein paar schlechte Tage kommen. Vielleicht klappt das ja bei dir, aber man, sei vorsichtig.
Ich bin wirklich froh dass mich meine beiden Gras- und Koksticker mitleidig angeschaut haben als ich nach Heroin gefragt hab und meinten nach ner kurzen Pause dass sie mir vieles besorgen, aber das nich :D Klar käme ich schon schnell an ne Quelle wenn ich wirklich wollte, kennt man ja, aber es jetz nich gleich angeboten oder beschafft zu bekommen ist eig sehr hilfreich.

Das was da bei mir mit Gelegenheitskonsum gut klappt ist Kiffen und Koks, mit Alkohol kann ich leider auch immernochnicht umgehen - mag ihn nichtmal, aber sobald ich was trinke hör ich einfach nichtmehr auf^^ Ist wichtig nicht zu unterschätzen was man eigentlich doch noch für ein Suchti ist, imo. Du kannst so schnell alles wieder verlieren was du dir so hart erkämpft hast, deswegen... Im Zweifel lieber etwas langsamer machen, ist was ich sagen will^^
Half the fun is learning!
Traumländer



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647 Forenbeiträge

  Geschrieben: 20.12.23 17:20
Kommt mir bekannt vor, ich habe auch gefühlt 550 Mal versucht nach dem Entzug ein geregeltes Konsummuster mit irgendwelchen Regeln aufzustellen und einzuhalten. Das Ergebnis war am Ende immer Dauerkonsum. Gerade das O-DSMT war für mich immer ein Rückkehr Opi welches sehr harmlos erschien, aber dann kommt doch wieder Kratom dazu und dann geht es auch bald wieder mit den potenten Sachen weiter weil es schnell wieder wie entkoffeinierter Kaffee wirkt. Geregelter Konsum ist eine Illusion wenn man mal richtig drauf war. Manchmal habe ich am Ende mir noch Dosen gegeben die wirklich nichts mehr brachten, aber irgendwie musste ich es tun, es war wie eine Zwangshandlung und eine gefährliche zudem. Es stimmt aber, nach knapp einem Jahr ohne geht es mir wirklich besser von der Grundstimmung, klar, Cannabis ist immer noch am Start aber Weihnachten muss das halt sein. Ich will nie wieder zurück, es ekelt mich an wie lange es gedauert hat, bis ich wieder auf NormalNull war. 14 Tage körperlich, dann psychisch, teilweise PAWS, erst nach 9 Monaten hatte ich keine Gedanken mehr die um Opis kreisten und mir einflüsterten das ich es noch einmal versuchen sollte. Wenn man dabei noch die ganze Zeit arbeitet und Familie hat ist das ein Leben auf dem Zahnfleisch. Kein Bock mehr. Opium war übrigens zumindest am Anfang das geilste. Ich bereue die Erfahrungen nicht, aber ich will nicht mehr zurück.

Pharmer ich wünsche dir, dass du dein Konsummuster einhalten kannst, ich weiß wie fragil sowas ist. Viel Glück!
"Wenn ein Pechvogel sich im Bett zu Tode vögelt, soll das heißen, dass alle anderen schuldbewußt das Pimpern einzustellen haben?"

Charles Bukowski
Träumer



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  Geschrieben: 24.12.23 09:48
Danke für eure Erfahrungs Berichte. Ich freue mich sehr für euch, und ja, auch mir macht es Mut und gibt mir Hoffnung.
Nachdem ich mich fast 3 Jahre gequält habe mit andauernden und abgebrochenen entzügen, habe ich mich vor 4 Monaten substituieren lassen mit substitol.
Wollte ich nie, aber es war für mich die richtige Entscheidung.
Mir geht es seither etwas besser.
Aber auf Dauer will ich auch ganz runter.
Danke euch nochmal. Es ist sehr wertvoll hier auf eure Erfahrungen zurückgreifen zu können.
Euch allen da draußen gute Feiertage. Und euch weiterhin viel Erfolg.
 
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 30.12.23 23:28
Ich habe mir 2014 gesagt, ich will mich von der Abhängigkeit lösen und habe es seit dem ungelogen 41 mal veesucht, aber es ist weit mehr als ein Neujahrsvorsatz. Es ist weit mehr als gesunde Disziplinierung und es ist weit mehr als eine hohe Durchhaltekompetenz. Die im Körper und Geiste eingebettete Abhängigkeit nach Opioiden/Opiaten ist eein Fluch und das Streben nach Abstinenz ebendieser Substanzen ist eine Lebensaufgabe. Mehr kann ich keinem mit auf den Weg geben als das.
Schamanismus ist der vermutlich älteste Zugang zur spirituellen Welt, der entstand, sobald der Mensch ein Bewusstsein entwickelte.
(Wade Davis)
Traumländer



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  Geschrieben: 31.12.23 01:49
Moment, du versuchst öfter als alle 3 Monate einen Entzug und das seit 10 Jahren?
Da würd ich glaube ich einfach mal beschließen drauf zu bleiben? Zumindest mal irgendwie n Jahr und meine Energie darein stecken, die äußeren Faktoren zu ändern (sowie die inneren). Aber wenn du wirklich alle paar Wochen n Entzug versuchst, dann ciao leben, das ist ja furchtbar anstrengend und frustrierend. Dann wäre ich glaube ich echt lieber mal stabil in der substi auf einer Dosis für n Jahr oder so und dann runter gehen, Poe a Poe. Dadurch ändert sich auch das Mindset, die Einstellung zum Konsum und ob man es will oder braucht.


Die Definition von wahnsinn ist es, etwas immer und immer wieder zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten - Far Cry 3

"Immer wieder, wenn ich aus dem Leib aufwache in mich selbst, lasse ich das andere hinter mir und trete ein in mein Selbst; ich sehe eine wunderbar gewaltige Schönheit und [...] bin in eins mit dem Göttlichen" (Plot. IV.8.6)
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dabei seit 2012
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  Geschrieben: 02.01.24 16:44
StaniSlave schrieb:
Geregelter Konsum ist eine Illusion wenn man mal richtig drauf war. Manchmal habe ich am Ende mir noch Dosen gegeben die wirklich nichts mehr brachten, aber irgendwie musste ich es tun, es war wie eine Zwangshandlung und eine gefährliche zudem. Es stimmt aber, nach knapp einem Jahr ohne geht es mir wirklich besser von der Grundstimmung, klar, Cannabis ist immer noch am Start aber Weihnachten muss das halt sein. Ich will nie wieder zurück, es ekelt mich an wie lange es gedauert hat, bis ich wieder auf NormalNull war.


Jau man du triffst den Nagel auf den Kopf, genauso war auch meine Erfahrung und genauso ist auch mein Empfinden. Nie wieder zurück. Ich ekle mich vor meinem alten (und wenn ich ehrlich bin - auch meinem heutigen) Ich. Aber ja, man ist nie gefeiht. Selbst wenn du wirklich abstinent lebst, ich fand das immer ein bisschen lächerlich; du bist eigentlich nicht wirklich weiter weg vom Absturz.
Nichts bringt dich wirklich auf sichere Distanz zu ihm. Der Absturz ist immer da, ein Abgrund der nur drauf wartet dass du mal stolperst.
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Traumländer



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  Geschrieben: 03.01.24 10:37
20fox schrieb:

Die Definition von wahnsinn ist es, etwas immer und immer wieder zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten - Far Cry 3


Dieses Zitat ist klasse! Habe jetzt einen großen Philosophen als erfinder dessen erwartet. und dann kam: FarCry 3 lol

Geil!

MfG Butters


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Traumländer



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  Geschrieben: 03.01.24 11:38
Die meisten erwarten als Urheber anscheinend einen gewissen Physiker aber Vaas Montenegro aus Far Cry trifft wahrscheinlich eher zu. lol

Die Unterhaltung in diesem Thread ist tatsächlich eine kleine Achterbahnfahrt der Gefühle für mich, ein Wechsel aus Zuversicht und Hoffnungslosigkeit und die bittere Erkenntnis, dass ich da wohl ebenfalls tiefer drin stecke als ich dachte. Was für eine Überraschung.
Wahrscheinlich ist mein Konsum noch verhältnismäßig geregelt bezüglich der Art der Substanzen und der Menge, allerdings lassen sich die konsumfreien Tage, seitdem ich vor 7 Jahren in Asien Kratom kennengelernt habe, an wenigen Händen abzählen. Dass ich kurz darauf wegen Hämorrhoiden operiert werden musste und dafür eine Flasche Tramadol bekam, hat den Beginn der Suchtkarriere mit Sicherheit noch weiter zementiert. :D

Ich dachte lange, dass solange es nur Kratom ist und gelegentlicher, seltener Konsum von anfangs Tramadol und später Tilidin, sollte alles im Griff sein. Dass ich dadurch eine Sucht entwickle war mir natürlich klar aber auch gleichzeitig egal, die anfängliche Wirkung von Kratom war es mir absolut wert komplett drauf zu scheißen und mir das ganze damit schön zu reden, dass ich ja nur wirklich geringe Mengen benötige und viele fortgeschrittene User im Vergleich dazu astronomisch hohe Dosierungen konsumieren.

Und jetzt, 7 Jahre später, liege ich hier im Bett während ich meine nächste Dosis Kratom gerade nachbestellt habe, und nachdem ich gestern entzügig durch die Stadt gelaufen bin, um noch irgendwie Tilidin zu klären. Natürlich musste ich auch heute morgen um 5 eine halbe Tilidin einschmeißen, da ich ansonsten nicht mehr richtig weiterschlafen konnte. Hat also alles nicht so richtig gut geklappt. Und ehrlich gesagt konnte ich mir immer viel verzeihen und komme gut mit mir klar aber all die verzweifelten Aktionen aus dem Suchtdruck heraus, die Lügen und die schlagartige Besserung all meiner Probleme sobald eine verdammte Schmerztablette, die ich eigentlich nicht mal brauche, anfängt zu wirken, lassen mich ernsthaft an mir zweifeln. Ich hasse was ich tue aber was ich scheinbar noch mehr hasse ist das Gefühl was kommt, wenn ich es nicht tue.

Warum ich hier schreibe ist, weil ich das Gefühl habe, dass viele von euch schon wissen, welche Belohnung auf der anderen Seite wartet. Ich habe immer zu früh aufgegeben aber trotzdem merke ich schon nach wenigen Tagen Entzug, die manchmal unfreiwillig aufgetreten sind, dass da eine Lebendigkeit in mir zum Vorschein kommt, die ich gar nicht mehr kenne. In diesem Cocktail aus negativen Emotionen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und extremer emotionaler Labilität spüre ich, dass ich wieder mehr spüre. Dass sich ein kleines Lachen echter anfühlt als auf Tabletten. Dass rohe, ungefilterte Emotionen härter aber auch schöner sind. Und dann frage ich mich, ob ich die letzten Jahre überhaupt wirklich ich selber war. Das spielt dann aber auch schnell keine Rolle mehr, sobald ich die Möglichkeit habe, mir wieder irgendwelche Opis zu geben. Und ehrlich gesagt macht es mir Angst zu wissen, dass das ein Problem auf Lebenszeit sein wird.


@20fox: Ich kann deine Situation mit deiner Ausbildung sehr gut nachvollziehen, bei mir war es exakt das gleiche. Ich hab den Schuppen und alle, die sich täglich in ihm befanden über alles gehasst und rückblickend frage ich mich, wozu ich das überhaupt durchgezogen habe. Es war aber auf jeden Fall eine treibende Kraft für ausartenden Konsum und sonstige Probleme und ich weiß nicht ob ich die Kraft gehabt hätte, den Suchtdruck und die auftretende Insanity durch die Ausbildung gleichzeitig in Schach halten zu können. Ich kenne deine weiteren Umstände natürlich nicht und manchmal kann es natürlich sinnvoll sein durchzuziehen. In meinem Fall habe ich anschließend etwas komplett anderes gemacht und frage mich wirklich, warum ich das nicht schon viel früher getan habe. Ich würde also aus meiner ganz persönlichen Erfahrung niemandem mehr dazu raten, etwas durchzuziehen, was einen zutiefst unglücklich macht. Dazu gibt es gerade heutzutage viel zu viele Alternativen.

 
Moderator



dabei seit 2012
2.839 Forenbeiträge

  Geschrieben: 07.01.24 14:23
Für mich klingt das, als ob da noch jemand gerade aufwacht. Guten Morgen. Sorry, dass er sich so scheisse anfühlt. Ich versprech dir, es wird besser, wenn du nur dabei bleibst.
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