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Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 16.03.08 13:23
Hi Leute,

Ich hab Madopar hier in Kapselform. 2 von den Kapseln sind mir versehendtlich aufgegangen und das Pulver ist nun versträut hier.
Ich wollte fragen ob man das zeug auch nasal konsumieren kann, oder einfach in wasser lösen und trinken? Was vielleicht noch zu erwähnen wäre: In diesen kapseln war noch ein anderer stoff irgendetwas mit Be...? Damit das Levodopamin die Hirnblutschranke überqueren kann.
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 16.03.08 13:35
Du meinst Benserazid - häufiger ist jedoch glaube ich Carbidopa. (Beides Decarboxylase-hemmer).
Ich habe l-dopa hier, aber keinen derartigen Enzym Hemmer - weis jemand ob die frei verkäuflich sind?

Bezüglich dem konsum: Es ist nicht wirklich Missbrauchsfähig, kann dir jedoch nicht sagen ob es nasal mehrnutzen bringt - ich würde sie vorsichtshalber oral mit Wasser konsumieren ;)


 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 16.03.08 18:16
zuletzt geändert: 16.03.08 18:25 durch ehemaliges Mitglied (insgesamt 1 mal geändert)
Ist das überhaupt wirklich missbrauchbar? Meinen parkinsonerkrankten Großvater hat das noch mehr zum Zombie gemacht und auch die Wahnvorstellungen verschlimmert..


Zitat:
Häufige Nebenwirkungen sind:
– Appetitminderung und Übelkeit, besonders zu Beginn der Behandlung
– innerliche Unruhe, Ängstlichkeit, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen, insbesondere dann, wenn in der Vorgeschichte bereits Hinweise auf solche Störungen vorliegen
– unwillkürliche Bewegungen, die mit zunehmender Behandlungsdauer öfter auftreten und sich durch Dosisreduktion z. T. vermindern lassen.
Nach länger dauernder Behandlung in den fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung werden auch häufiger exogen-psychotische Symptome wie Halluzinationen, Wahnideen und zeitliche Desorientierung beobachtet.

Gelegentliche Nebenwirkungen sind:
– Erbrechen und Diarrhö, besonders zu Beginn der Behandlung, sowie
– hypotone orthostatische Kreislaufregulationsstörungen und kardiale Arrhythmien.
Seltene Nebenwirkungen sind:
– vorübergehende Leukopenien und Thrombozytopenien
– Verkürzung der Thromboplastinzeit
– Anstieg der Serumtransaminasen und alkalischen Phosphatasen
– allergische Hautreaktionen wie Pruritus und Rash.

Sehr selten sind hämolytische Anämien. In Einzelfällen wurde zu Anfang der Behandlung ein vorübergehender Geschmacksverlust
bzw. eine Änderung des Geschmacksempfindens beschrieben. Die für den Behandlungsbeginn typischen Erscheinungen (Appetitminderung, Übelkeit,
Erbrechen, Geschmackstörungen) sind in der Regel durch Dosisreduktion, langsamere Steigerung der Dosis und ggf. durch ein Antiemetikum zu beherrschen. Es wurde berichtet, dass Patienten, die Dopamin-Agonisten einschließlich Levodopa, insbesondere in hohen Dosierungen, zur Behandlung des Morbus Parkinson angewendet haben, Zeichen von Spielsucht/pathologischem Spielen, Libidosteigerung und Hypersexualität zeigten, die allgemein bei Dosisreduktion oder mit Beendigung der Behandlung zurückgingen.



Davon erscheint mir höchstens die Schlaflosigkeit interessant/erstrebenswert, die Halluzinationen werden jedoch stets als negativ und verängstigend beschrieben.. was es noch zu bewirken scheint ist ein erhöhtes Sexualempfinden.. aber für Euphorie oder sonst irgendwie deutlich positive Wirkungen für nicht Parkinsonkranke find ich nirgends Anhaltspunkte.


Zitat:
4.9 Überdosierung
Symptome einer Intoxikation
Die Symptome einer Überdosierung entsprechen einem verstärkten Nebenwirkungsprofil.
Therapie einer Intoxikation:
Bei akuter Überdosierung von Levodopa sind neben einer sofortigen Magenspülung eine intensivmedizinische Überwachung und Stützmaßnahmen
unter besonderer Beachtung der Herz- und Kreislauffunktionen erforderlich. Kardiale Arrhythmien können die Anwendung von Antiarrhythmika, wie z. B. Beta-Rezeptorenblockern, erforderlich machen. Ein spezifisches Antidot existiert nicht. Es liegen keine Dialyseerfahrungen vor.



Was erwartest du dir denn?
Als Nebenwirkung wird ja noch Spielsucht erwähnt.. geile Nebenwirkung. ^^

Nasal müsste eigentlich gehen, ja.. finde aber keine genauen Infos bzgl. Bioverfügbarkeit usw.. von daher vielleicht doch besser oral zur idealen Dosierung.


neogenic: Wenn du keinen Decarboxylasehemmer hast, kannst du auch einfach mehr L-Dopa nehmen, das hat insg. dann anscheinend den selben Effekt:

Zitat:
Nach allgemeinen Erfahrungen entspricht die Gabe von 200 mg Levodopa und 50 mg Benserazid (entsprechend 57 mg Benserazidhydrochlorid) der singulären Gabe von 1000 mg Levodopa.


und

Zitat:
Durch seine gleichzeitige Gabe wird die Decarboxylierung von Levodopa in der Peripherie, vor allem in der Darmschleimhaut, nahezu vollständig verhindert. Dadurch kann die Dosis Levodopa, die zur Erreichung vergleichbarer klinischer Effekte notwendig ist, auf ca. 20% der bei der Monotherapie notwendigen Dosis gesenkt werden. Die gastrointestinalen und kardiovaskulären Nebenwirkungen werden hiermit weitgehend vermieden.


Ist vielleicht ein wenig unangenehmer für Magen und Herz, aber grundsätzlich kein Unterschied.. 1000 mg sind noch im Rahmen der maximalen Tagesdosis.
 
Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 22.07.23 20:41
Ich bekomme Ldopa gegen das rls Syndrom.
Ich finde, dass Ldopa durchaus missbraucht werden kann. Mich macht es irgendwie glücklich
Ist auch antriebssteigernd und wirkt Antidepressiva, aber ich nehme nur 100, bis 200 MG am Tag.
Nasal wü er den ich gerne ausprobieren, kenne aber ... Naja ich habe etwas Angst es zu ziehen.
Im Internet steht, dass es selten auch gegen Depressionen und bei Impotenz gegeben wird.
Was habt ihr für Erfahrungen mit Levodopa/benseazid?!?
 
Traumländer



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  Geschrieben: 22.07.23 20:47
Muss Levo-Dopa nicht auch erst in der Leber umgewandelt werden?
Dann wäre nasal ziemlich witzlos. Damit würde man genau das hinauszögern.
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Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 23.07.23 10:53
In der Leber wird jeder Stoff metabolisiert, heißt abgebaut, umgewandelt,entgiftet,ausgeschieden.
Ich habe es gestern erstmals nasal konsumiert, also Lyrica meine ich, das hat sofort gewirkt, habe mich gewundert.
Genau kenne ich mich nicht aus, kommt auf viele Faktoren an, ob ein Stoff nasal wirkt oder nicht.
Aber oral wirkt es halt wie eine glücksdrocge, zumindest bei mir. Ich bekomme es wie gesagt wegen rls.
Ich habe kein Parkinson.
Ldopa will ich jetzt nicht als Droge verherrlichen, der Effekt ist auch nicht so bemerkenswert, aber man merkt es schon, wenn man drauf achtet und wie ich von Haus aus etwas antriebslos ist .
 
Traumländer



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  Geschrieben: 25.07.23 21:02
Du hast das kleine aber wichtige Wort "muss" überlesen.
Einige Stoffe müssen in der Leber umgewandelt werden, damit sie wirken. Man nennt das Prodrug. Die eigentlich wirksame Substanz entsteht erst durch metabolisierung. Bei diesen Stoffen bringt es nichts, sie nasal zu konsumieren, da man damit den First Pass Effekt umgeht, also den Weg über die Leber ins Gehirn. Das ist für Drogen, die man direkt im Gehirn haben will gut, für Drogen die man aber erst in der Leber haben will, damit sie umgewandelt werden können und so zum eigentlichen Wirkstoff werden schlecht.

Lyrica wirkt bspw. Selbst schon. Sowas wie Tramadol hingegen kaum bis gar nicht, weswegen nasaler Konsum von Tramadol sinnfrei wäre. Auch Dex-Amphe ist bspw. Eine Prodrug. Wie das bei L-Dopa aussieht, weiß ich nicht.
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Traumländer



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  Geschrieben: 26.07.23 11:16
Lisdexamphetamin ist eine pro-drug, Dextro-Amphetamin nicht .

Levodopa ist zwar eine prodrug, wird aber im Gehirn zum aktiven Metaboliten umgewandelt, weshalb es nicht durch die Leber sollte. Ich hatte irgendwie im Kopf, dass es nicht als einzelne Aminosäure durch die Blut-Hirn-Schranke geht, sondern als größeres Protein, aber habe dazu auf die schnelle nichts gefunden, weshalb das vermutlich Blödsinn ist.

Levodopa wird aber als Kombinationspräparat mit anderen Decarboxylase-Hemmern verabreicht. Da diese die Nebenwirkungen stark abmildern und ich nicht weiß, wie sich eine andere Applikationsform darauf auswirkt kann das sehr gefährlich werden.
 
Dauer-Träumer



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  Geschrieben: 26.07.23 22:23
Ich kläre mal auf. Wie der vorposter geschrieben hat, wird ldopa im gehirn zum dopamin metabolisiert. Im körper soll es widerrum garnicht metabolisiert werden, da es so nur nebenwirkungen verursacht und zusätzlich 95% des ldopas so wirkungslos machen würde, es würde nicht im gehirn ankommen, man müsste deutlich mehr nehmen. Dagegen helfen die decarboxylase hemmer, sie blockieren das enzym im körper welches das ldopa metabolisiert, so dass es nur im grhirn zu dopamin verstoffwechselt werden kann.

Dazu gibt es keine infos, aber möglicherweise würden die intranasal aufgenommenen decarboxylasehemmer so wesentlich länger brauchen bis sie an ihrem wirkungsort ankommen wenn sie nicht über das Verdauungssystem aufgenommen werden. Somit wäre das ldopa wesentlich weniger effizient, es würde die Nebenwirkungen fördern.

Das ist aber denke ich völlig irrelevant. Meiner meinung nach ist das ldopa überhaupt nicht missbrauchsfähig. Erstmal sollten auf keinen fall längerfristig mehr als 100mg also zwei tabletten täglich eingenommen werden, da so die körpereigene dopaminproduktion runtergefahren wird, es kommt ohne ldopa zu parkinson symptomen. Des weiteren hab ich mit freunden in dosierungen bis 150mg also drei tabletten auf einmal, keinerlei wirkung feststellen können. Ich hab es ca ein halbes jahr täglich genommen, keinerlei wirkung über die beseitigung des RLS hinaus.

Gegen parkinson wird es wesentlich höher dosiert da in diesem fall sowieso zu wenig körpereigenes dopamin produziert wird! Daher sind evtl beabsichtigte nebenwirkung normal garnicht zu erreichen!
Wo gezogen wird, wird auch geschoben.
Traumländer



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  Geschrieben: 30.07.23 21:25
Wäre in dem Fall, dass der First Pass Effekt sogar äußerst schlecht für L-Dopa ist, nicht ein umgehen dieses über andere Routes of Administration nicht ne gute Sache?

Sprich:
Nasal, rektal, I.M. I.V. damit es direkt ins Hirn geht? Dadurch spart man sich die Hemmer/bräuchte weniger und es kommt mehr L-Dopa im Gehirn an, wo es dann verstoffwechselt werden kann.

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Dauer-Träumer



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  Geschrieben: 30.07.23 21:51
Du hast das grundlegende problem nich verstanden. Ohne decarboxylasehemmer, der möglicherweise unbedingt oral appliziert werden muss, ist es völlig egal wie das ldopa appliziert wird, denn 95% davon werden in diesem fall im körper zu dopamin verstoffwechselt, also verursachen nur nebenwirkungen.
Wo gezogen wird, wird auch geschoben.

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