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Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 17.12.08 01:39
zuletzt geändert: 17.12.08 01:44 durch ThePerfectFucker (insgesamt 1 mal geändert)
Bei mir ist vor ca. einem Monat eine Psychose ausgebrochen, allerdings ist ungeklärt, ob dieser Ausbruch in Zusammenhang mit Drogenkonsum steht. Das "Ereignis", das die Psychose im konkreten Fall ausgelöst hat, hatte nichts mit Drogen zu tun sondern mit verdrängter Liebe, Stress usw.
Anfangs dachte ich, es wäre ein Flashback, weil es sich so anfühlte wie ein Meskalinrausch. Der Unterschied war jedoch, dass ich ein bestimmtes Ereignis in alles, was ich wahrnahm, hineininterpretiert und auf mich bezogen hatte - dazu dachte ich auch, jemand könnte meine Gedanken lesen und hätte eine Kamera in meinem Zimmer installiert. Nun ist dieser Verfolgungswahn und die Wahnideen eigentlich weitestgehend nach einer Woche abgeklungen. Das Gefühl, noch nicht "ganz da" zu sein, ist aber immer noch vorhanden. Beim Ausbruch der Psychose hatte ich das Gefühl, ein Teil von mir würde irgendwie im Widerspruch zu mir selbst stehen - ein Teil meines Ichs ist "Ver-rrückt".
Im Moment habe ich immer noch starke Farbwahrnehmen, befinde mich in einem hyperaktiven, unkonzentrierten Zustand und habe das Gefühl, dass ich nicht "ganz da" bin - irgendwie mit Beton in meinem Kopf in einer widerstandsfähigen Luftblase eingesperrt und abgegrenzt von der Aussenwelt.
Die Behandlung sieht so aus, dass man diesen Zustand mit Neuroleptika unterdrückt, damit die Reizüberflutung zurück geht und man währenddessen wartet, bis die Symptome etwas abklingen - wobei sie aber nie ganz zurück gehen werden und man wohl sehr lange Zeit oder für immer Medikamente einnehmen soll.
Ich frage mich nun, ob dieser ver-rücktheitszustand eines Teils meines Ichs wieder zurück ver-rückt werden könnte unter dem Einfluss eines Ego-Auflösenden Psychedelikas. Vielleicht mit Hilfe eines Psychotherapeuten oder eines Schamanen. Eigentlich bin ich kein Esotheriker, aber das erscheint mir vielleicht eine Möglichkeit zu sein, mein gespaltenes Ich wieder in den Ursprungszustand zu versetzen.
Naja, was haltet ihr davon? Schon mal jemand nen ähnlichen Zustand durchlebt bzw. kennt jemanden, der damit experimentiert hat? Der jetztige Zustand ist eher die Hölle....Ich kann sozial nicht mehr richtig agieren und muß vielleicht mein Leben lang Medikamente konsumieren die mir auch nicht weiterhelfen, die Symptome vollständig zu unterdrücken und noch dazu schädlich auf meine kognitiven Fähigkeiten wirken. Unter diesen Umständen denke ich mir, dass ich evtl. nichts unversucht lassen möchte. Denn ein Leben in diesem Zustand ist für mich praktisch folter bzw. nicht mehr sehr viel wert.
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 17.12.08 01:46
ich bin absolut kein fachmann, möchte aber zu bedenken geben, dass dich eine ich auflösung möglicherweise auf einen weit schlimmeren level deiner psychose heben könnte.
ich kann mir leider auch nicht vorstellen, dass du einen arzt in deutschland findest, der ein derartiges experiment betreuen würde... wenns schief geht, hat er ja auch eine gewisse verantwortung dafür.
 
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  Geschrieben: 17.12.08 11:02
Ich suche nach Psychotikern, die wieder Psychedelika nehmen. Berichte mal, wie es ausgegangen ist, wenn du es probierst. Einen Arzt der das macht wirst DU nie finden, weder in D noch im Ausland.

Welches Neuroleptikum nimmst du denn?
 
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Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 17.12.08 16:09
zuletzt geändert: 17.12.08 17:00 durch (insgesamt 5 mal geändert)

Zitat:
Ich suche nach Psychotikern, die wieder Psychedelika nehmen. Berichte mal, wie es ausgegangen ist, wenn du es probierst. Einen Arzt der das macht wirst DU nie finden, weder in D noch im Ausland.

Welches Neuroleptikum nimmst du denn?



Risperidon Sandoz. Soll die Hirndurchblutung etwas einschränken und unterdrückt diesen hyperaktiven Zustand ein wenig. Damit kann man bisschen strukturierter denken und es fühlt sich wieder etwas normaler an im Kopf - allerdings merkt man auch gleichzeitig, wie weit man vom eigentlichen "Normalzustand" entfernt ist, wenn man so etwas wie eine künstliche "Normalitäts-Hypothese" durch das Medikament erhält. Im Moment nehm ichs aber nicht ein.

Vorhin hab ich mit so nem komischen Schamanen telefoniert. :) Ich werde wahrscheinlich ein Ayahuasca-Ritual bei ihm machen. Er meinte, er hat noch 4 andere Psychotiker, die von seiner Behandlung profitiert haben.

Mal schauen, irgendwie hab ich einfach das Gefühl, dass es da gar kein zurück mehr gibt, weil sich echt wahnsinnig viel in meinem Kopf verworren hat und ein bestimmtes agieren in einer sich natürlich entwickelten Situation den Ausbruch verhindern hätte können - aber diese natürliche Konstellation ist künstlich nicht herbeiführbar. Naja, ich möchte nichts unversucht lassen, vielleicht ist der Schamane mein Mann. Vielleicht nicht. Mein Zustand bessert sich aber vorübergehend, wenn in meinem Bewusstsein so etwas wie Hoffnung auf Heilung entsteht. Geht halt nach dem Prinzip: alles oder nichts.

Im übrigen ist mir gerade aufgefallen, dass ich ins falsche Forum gepostet habe - vielleicht kann das ein Admin (oder Schamane: haha) ins richtige verschieben, wenn er zufällig hier vorbeischaut.
 
Kommentar von (), Zeit: 17.12.2008 17:00

Hab´s mal verschoben. LG Lilith
 
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  Geschrieben: 17.12.08 17:00
Du musst aber bedenken, dass du im ungünstigen Fall das genaue Gegenteil von dem erreichst, was du eigentlich willst. Für das Ritual selbst darfst du natürlich keine Neuroleptika vorher nehmen, die die Wirkung das Halluzinogens beeinflussen.

Nachwas zum Risperidon. Bei Risperidon und Olanzapin gibt es jetzt Generika. Ich sagte meiner Ärztin, ich nehme nur die Originale und keine Generika. Solltest du mal probieren, da bekommst du vielleicht Original-Risperdal, was natürlich auch nicht anders wirkt, aber in der Kombination mit den verwendeten Tablettenfüllstoffen und so weiter am besten erforscht ist.

Du könntest auch mal Invega probieren. Das ist der Hauptmetabolit von Risperidon. Soll bei vielen besser verträglich sein als Risperidon.
 
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Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 17.12.08 17:12
zuletzt geändert: 17.12.08 17:16 durch ThePerfectFucker (insgesamt 2 mal geändert)

Count Zero schrieb:
Du musst aber bedenken, dass du im ungünstigen Fall das genaue Gegenteil von dem erreichst, was du eigentlich willst. Für das Ritual selbst darfst du natürlich keine Neuroleptika vorher nehmen, die die Wirkung das Halluzinogens beeinflussen.

Nachwas zum Risperidon. Bei Risperidon und Olanzapin gibt es jetzt Generika. Ich sagte meiner Ärztin, ich nehme nur die Originale und keine Generika. Solltest du mal probieren, da bekommst du vielleicht Original-Risperdal, was natürlich auch nicht anders wirkt, aber in der Kombination mit den verwendeten Tablettenfüllstoffen und so weiter am besten erforscht ist.

Du könntest auch mal Invega probieren. Das ist der Hauptmetabolit von Risperidon. Soll bei vielen besser verträglich sein als Risperidon.



Ja, ich weiß, im ungünstigen Fall bin ich dann komplett im Arsch. Mal schauen, wir machen auch vorher erstmal so ein normales Gespräch mit "schamanischer Reise". Ich habe irgendwie das Gefühl, dass da nichts weiterhilft, ausser nochmal das Erleben einer totalen Grenzerfahrung.

Bevor ich das Ritual mache, versuche ich nochmal ein paar Medikamente von meinem Neurologen. Wenn mich das in keinen alltagsbewältigenden Zustand versetzt, setz ich es wieder ab und schaue mal, was das Ayahuasca bewirken kann.

Hast du auch eine Psychose, die du mit Medikamenten behandelst? Wenn ja, was sind deine Symptome? Und wie kannst du sie durch die Medikation soweit unterdrücken, dass du deinen Alltag damit bewältigen kannst bzw. einigermaßen wieder den Ursprungszustand erreichst? Bisher war Risperidon das einzige Medikament, das ich versucht habe, aber ich habe auch bedenken dabei, weil ich gelesen habe, dass Neuroleptika dazu führen, die kognitive Leistungsfähigkeit dauerhaft zu schädigen.

Das Problem an diesem Zustand ist, dass man Zusammenhänge sehr schwer denken kann. Mit Risperidon geht das einigermaßen, aber auch nicht wirklich gut. Und wenn ich an dem Ort bin, an dem die Psychose ausgebrochen ist (zuhause - wo ich im Moment eigtl. nicht weg kann), dann merke ich zB überhaupt nichts von dem Risperidon, nachdem ich es eingenommen habe.


 
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  Geschrieben: 17.12.08 17:26

ThePerfectFucker schrieb:
Hast du auch eine Psychose, die du mit Medikamenten behandelst? Wenn ja, was sind deine Symptome? Und wie kannst du sie durch die Medikation soweit unterdrücken, dass du deinen Alltag damit bewältigen kannst bzw. einigermaßen wieder den Ursprungszustand erreichst? Bisher war Risperidon das einzige Medikament, das ich versucht habe, aber ich habe auch bedenken dabei, weil ich gelesen habe, dass Neuroleptika dazu führen, die kognitive Leistungsfähigkeit dauerhaft zu schädigen.

Das Problem an diesem Zustand ist, dass man Zusammenhänge sehr schwer denken kann. Mit Risperidon geht das einigermaßen, aber auch nicht wirklich gut. Und wenn ich an dem Ort bin, an dem die Psychose ausgebrochen ist (zuhause - wo ich im Moment eigtl. nicht weg kann), dann merke ich zB überhaupt nichts von dem Risperidon, nachdem ich es eingenommen habe.


Ich hatte eine Psychose. Am 11.09.2005 habe ich zum ersten mal eine 60mg-Kapsel Zeldox genommen und seit dem Tag darauf, ein Donnerstag war das, bin ich wieder normal. Ich hatte nur Wahnvorstellungen, keine Stimmen oder sonstige Halluzinationen. Und stationär war ich nie, in einem Bett in der Psychiatrie habe ich nie übernachtet. Hatte aber auch außergewöhnliches Glück bei der Sache. Ich hab eigentlich von Anfang an Zeldox genommen, und Seroquel und Zyprexa mal probiert. Wegen den Schlafstörungen vom Zeldox.

Mit der kognitiven Leistungsfähigkeit ist das so eine Sache. Ich schätze, im direkten Vergleich bin ich dem Großteil der Weltbevölkerung intellektuell überlegen. Hab ja mein Studium auch abgeschlossen und einen wissenschaftlichen Preis bekommen. Ohne Zeldox hätte ich das nicht geschafft.

Risperdal soll auf jeden Fall spürbar eingreifen in das Gefühlsleben und auch die kognitive Leistungsfähigkeit. Vom Zeldox habe ich dagegen noch nie sowas gemerkt.
 
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  Geschrieben: 17.12.08 20:28
Freund von mir kann mit NLs gegen seine Psychose DXM nehmen ohne Probleme.
Aber er kann das nicht einfach so vor dem Trip wieder absetzen, da sonst seine Psychose auch ohne DXM gleich wieder ausbrechen würde..
Lebe.Liebe.Leben

Und das zehrt an meinen Kräften, und das zieht mich wie Blei,auf den Grund wo sie mich haben wollen,doch das geht vorbei

http://rapidshare.com/files/129396061/pd2_-_die_letzte_grenzlinie_durchschreitend_harte_filme_schieben_2008.zip
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Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 18.12.08 00:18
zuletzt geändert: 18.12.08 00:23 durch ThePerfectFucker (insgesamt 2 mal geändert)

Count Zero schrieb:

ThePerfectFucker schrieb:
Hast du auch eine Psychose, die du mit Medikamenten behandelst? Wenn ja, was sind deine Symptome? Und wie kannst du sie durch die Medikation soweit unterdrücken, dass du deinen Alltag damit bewältigen kannst bzw. einigermaßen wieder den Ursprungszustand erreichst? Bisher war Risperidon das einzige Medikament, das ich versucht habe, aber ich habe auch bedenken dabei, weil ich gelesen habe, dass Neuroleptika dazu führen, die kognitive Leistungsfähigkeit dauerhaft zu schädigen.

Das Problem an diesem Zustand ist, dass man Zusammenhänge sehr schwer denken kann. Mit Risperidon geht das einigermaßen, aber auch nicht wirklich gut. Und wenn ich an dem Ort bin, an dem die Psychose ausgebrochen ist (zuhause - wo ich im Moment eigtl. nicht weg kann), dann merke ich zB überhaupt nichts von dem Risperidon, nachdem ich es eingenommen habe.


Ich hatte eine Psychose. Am 11.09.2005 habe ich zum ersten mal eine 60mg-Kapsel Zeldox genommen und seit dem Tag darauf, ein Donnerstag war das, bin ich wieder normal. Ich hatte nur Wahnvorstellungen, keine Stimmen oder sonstige Halluzinationen. Und stationär war ich nie, in einem Bett in der Psychiatrie habe ich nie übernachtet. Hatte aber auch außergewöhnliches Glück bei der Sache. Ich hab eigentlich von Anfang an Zeldox genommen, und Seroquel und Zyprexa mal probiert. Wegen den Schlafstörungen vom Zeldox.

Mit der kognitiven Leistungsfähigkeit ist das so eine Sache. Ich schätze, im direkten Vergleich bin ich dem Großteil der Weltbevölkerung intellektuell überlegen. Hab ja mein Studium auch abgeschlossen und einen wissenschaftlichen Preis bekommen. Ohne Zeldox hätte ich das nicht geschafft.

Risperdal soll auf jeden Fall spürbar eingreifen in das Gefühlsleben und auch die kognitive Leistungsfähigkeit. Vom Zeldox habe ich dagegen noch nie sowas gemerkt.



Ok, cool. :) Wenn du einen wissenschaftlichen Preis gewonnen hast, habe ich glaub ich gestern einen Beitrag von dir in einem anderen Psychose-Forum zum Thema Schizophrenie / Studium gelesen. :) Bei mir war es auch so mit den Wahnvorstellungen, keine Stimmen, dafür aber starken Verfolgungswahn und das Gefühl, Leute könnten meine Gedanken lesen - das hielt aber nur eine Woche an. In die Psychiatrie wollte ich mich nicht aufnehmen lassen. Ich werde meinem Neurologen auch Zelodx vorschlagen, das klingt nicht schlecht. Bei Risperidon bekomme ich starke Müdigkeit, Kreislaufprobleme, fühle mich etwas matt und es wirkt wie gesagt eigentlich nur bedingt - von einem richtigen "Normalitätsgefühl" eher weit entfernt - das krieg ich eher noch mit Ritalin hin; vielleicht müsste ich mich aber auch mal längere Zeit an nem anderen Ort aufhalten, um die volle Wirksamkeit zu testen. Werd heute mal mit ihm über Zeldox sprechen.
 
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  Geschrieben: 18.12.08 15:01
Ritalin ist nun eigentlich gänzlich ungeeignet. Damit wirst du eher das Gegenteil erreichen. Frag einfach mal nach Zeldox. Wahrscheinlich kriegst du mal ne kleine Schachtel zum probieren. Da wirst du sehen, ob du es verträgst.

Von der Sache mit dem Schamanen halte ich allerdings nicht wirklich was. Glaube kaum, dass es dir irgendwas bringen wird. Aber interessieren würde es mich auf jeden Fall, wie es war, wenn du es gemacht hast.
 
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Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 19.12.08 14:41
zuletzt geändert: 19.12.08 14:55 durch ThePerfectFucker (insgesamt 8 mal geändert)
Also ich hab gestern Zeldox bekommen und noch am selben Abend 1 Kapsel (20mg) eingenommen - hat sofort gewirkt und ich fühlte mich wieder einigermaßen normal. Lernen hat auch wieder funktioniert, zwar nicht GANZ so gut, wie das eigentlich der Fall war (also Struktur / Mindmap) vor dem Ausbruch der Psychose, aber ich konnte zumindest wieder größere Zusammenhänge strukturiert denken.
Ich nehm das jetzt mal einige Zeit und schaue, ob es vielleicht noch besser wird, wenn ich mich daran gewöhnt habe.
Der Neurologe meinte auch, dass die Symptome der Psychose nach 6 Monaten vollständig zurückgehen können.
Ist das bei dir auch der Fall, Count Zero? Oder nimmst du immer noch Medikamente? Würde mich interessieren, wie dein Zustand verlaufen ist.
Ich weiß nicht recht, ob man nach so nem Vorfall irgendwann wieder vollkommen der Alte wird.
Mit Zeldox hab ich sicher eine Grundlage, das Studium zu schaffen und zu lernen, aber irgendwie fehlt da noch immer etwas zur richtigen Normalität - allerdings fühlt es sich besser an als Risperidon - das hat mich ziemlich gedämpft und eher lethargisch gemacht. Zeldox wirkt irgendwie "konstanter" (liegt vielleicht aber auch an den "Placebo-Kapseln" :) und man verliert nicht so viel Energie, allerdings hatte ich heute Nacht, als ich kurz aus dem Bett aufstand, extreme Kreislaufprobleme und einen komischen Verwirrtheitszustand. Als ich aufwachte, war die Wirkung des Zeldox vorbei und ich war wieder in meiner Manie (jetzt noch immer - ich muss hier noch aufräumen und nutze diesen Zustand dafür :).
Erzähl mal bitte ob du noch Medikamente nimmst und wie wie dein Zustand war, wenn du keines genommen hast. Und wenn du wieder geheilt bist - wie lange hats gedauert, bis der psychotische Zustand bei dir vollkommen abgeklungen war - bist du danach wieder genauso gewesen wie vor dem Ausbruch?

Vom Schamanen-Trip bin ich jetzt btw wieder etwas runter. Ich warte noch etwas ab, wie mir Psychopharmaka helfen, bevor ich mit russisch Roulette beginne.
Aber im Zustand von Zeldox überkommt mich manchmal die Lust aufs Kiffen (vor allem weil man auch denkt: jetzt ist wieder alles einigermaßen normal; wenn ich dann aber wieder manisch bin, ist dieses Verlangen weg (weil ich ja auch so ganz gut "drauf" bin) - hast du seit dem Ausbruch deiner Psychose mal gekifft?
 
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  Geschrieben: 19.12.08 15:33
Ich habe mit 40mg-Kapseln angefangen. Am 11.04.2005 habe ich davon die erste genommen. Gewirkt hat es damals schon allerdings kann man das erst beurteilen, wenn alles vorbei ist. Also antipsychotisch gewirkt hat das schon, allerdings war die Dosis zu gering. Da habe ich 60mg-Kapseln genommen, am 11.09.2005 die erste. Seit dem 12.09.2005, ein Donnerstag, bin ich wieder normal.

Seitdem nehme ich auch ununterbrochen Zeldox, aber nur eine Kapsel abends, 40mg. Zeldox hat ja eine HWZ von weniger als 7 Stunden. Normalerweise nimmt man früh und abends eine, Härtefälle Mittags noch eine 3. Und ja, das Zeldox Kapseln sind und keine Tabs bewirkt sicher auch noch etwas im Placebobereich.

Also im Prinzip bin ich seit über 3 Jahren normal. Früher konnte ich auch, als ich die 60er noch genommen habe, einfach mal ein paar Tage aussetzen, passiert ist nichts. Jetzt geht das nicht mehr, ich brauch wenigstens ne 20er um überhaupt schlafen zu können, Benzos helfen auch nicht dagegen, wenn ich kein Zeldox nehme.

Der selbe bist du hinterher nicht mehr. Mit den Erfahrungen die man macht, geht das einfach nicht, der selbe sein. Über was soll ich mit Arbeitskollegen reden? Smalltalk geht nicht, dafür bin ich nicht gemacht. Ich kann Fachgespräche über Psychosen, Neuroleptika, Psychiatrie, Drogen und Medikamentenmissbrauch führen. Aber keine "normalen" Gespräche mit "normalen" Leuten.

Und gekifft habe ich auch. Das ist ja der eigentliche Grund, warum ich das Zeldox noch nicht ausgeschlichen habe. Ich will kiffen können, und das ist sicherer mit Zeldox. Und gekifft habe ich nach der Psychose noch viel extremer als vorher und passiert ist nichts bisher. Aber so Suchtkiffen mache ich nicht mehr, nur noch abends was zum entspannen. Da kann ich irgendwann mal, wenn ich nicht mehr in Suchtmuster beim Konsum zurückfalle, das Zeldox ausschleichen.

Die 6 Monate, die du gesagt bekommen hast, bezieht sich auf die Zeit der Neuroleptika-Einnahme, in der du auch symptomfrei sein musst. Dann haut das mit 6 Monaten bei vielen Leuten eigentlich ganz gut hin. Aber nur wenn man keine Drogen nimmt. Erfahrungsgemäß nimmt man die NL auch etwas länger, so 1-2 Jahre.
 
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  Geschrieben: 20.12.08 01:12
zuletzt geändert: 20.12.08 05:33 durch ThePerfectFucker (insgesamt 4 mal geändert)
Das heisst du nimmst das Zeug nur, um einen möglichen neuen Ausbruch zu verhindern, nicht aber weil du akute Symptomatik unterdrücken möchtest, die bei dir ja mittlerweile schon abgeklungen ist, oder? Gibt es da einen Unterschied zwischen der akut behandelten psychotischen Phase und dem Abklingen der Symptomatik bzw. danach? Merkt man da, dass es anders ist, wenn man es "überwunden" hat im Vergleich zu dem Unterdrückungszustand mit den Medikamenten? Fühlt man sich dann "normaler" ? :)
Ich hab vorhin 30mg genommen und fühl mich total schlapp jetzt. Echt so, als könnte ich jede Minute wegpennen und gar nichts mehr machen. Aber wenn ich mich ins Bett gelegt habe, konnte ich dafür nicht einschlafen.
Naja, was die Smalltalk-Kompetenz betrifft, bin ich da auch nicht so gut. Aber: würdest du sagen, du hast aufgrund der Erfahrung mit der Psychose in dieser Richtung an Fähigkeiten verloren, oder warst du grundsätzlich immer schon jemand, der nicht gerne Smalltalk gehalten hat und das ganze hat sich durch die Psychose einfach verstärkt?
Is klar, dass man sich jetzt hauptsächlich mit solchen Themen auseinandersetzt - das ist etwas, das mir auch etwas Angst macht - dass ich nun einen Abschnitt in meinem Leben durchmache, der sich zwar eingliedern muss, mit dem ich aber über niemand richtig "offen" reden werde können, ohne stigmatisiert zu werden - naja, vielleicht kann man das ein wenig "verdrängen" und als AD(H)S mit Wahnsymptomatik im UBW ablagern :) - wobei das wieder ein Weg in die Schizophrenie wäre. :)
Hm, ok, die Kiffen-Thematik beruhigt mich, ich möchte wohl nämlich auch nicht ganz darauf verzichten - ich denke, dass das vorübergehend schon etwas depressionslindernd wirken kann und mit Zeldox fühle ich mich tatsächlich relativ sicher und "stabil".
 
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  Geschrieben: 20.12.08 10:36
Unterdrückungszustand durch die Medikamente ist bei mir eigentlich der falsche Ausdruck. Ich habe, abgesehen von der antipsychotischen Wirkung, nie etwas von dem Zeldox gemerkt. Und bei mir war das eher so, dass mir schon klar war, dass ich was erlebe, was nicht normal ist. Allerdings hätte ich das nie damit in Verbindung gebracht, dass mit mir was nicht stimmt. Ich habe mich eben zu den Medis überreden lassen. Und ich habe nur das Wissen darüber, was das Medi macht. Und den Effekt, dass ich wieder normal bin, was ich aber so direkt nicht mit dem Medi in Verbindung bringen kann. Ich weiss nur, dass es so ist. Ich weiss ja auch nicht, wie es ist ohne Medis.

Zeldox hat bei vielen Menschen niedrig dosiert eher eine antriebssteigernde Komponente und keine sedierende. Jedenfalls verursacht es auch Schlafstörungen, das ist bei vielen so. Einige sind auch sediert vom Zeldox, ich wie gesagt nicht.

Und mit dem Smalltalk war das bei mir immer schon so, obgleich das mit dem Zeldox sogar besser geworden ist. Guck mal in den Beipackzettel, gegen welche Symptome das alles wirkt. Also das es wirkt, kann ich jedenfalls bestätigen.

Mit dem Smalltalk war das bei mir immer schon so. Ich rede lieber über die Fachgebiete, die ich studiert habe oder über das, womit ich mich die letzten 3 Jahre vorrangig beschäftigt habe.

Bei dir scheint es ja so zu sein, dass du dir halbwegs über deinen Zustand im Klaren bist. Das ist jedenfalls nicht bei allen Psychosen so, mitunter hat man gar keine Einsicht, was ja das große Problem bei der Behandlung ist. Glücklich sind die, die ein NL ohne große Nebenwirkungen vertragen. Und das ist bei mir z.B. Zeldox, was ja noch den Vorteil hat, dass es meist völlig gewichtsneutral ist und man eben nicht zunimmt.

Und Depressionen gehören nicht zwangsweise zu jeder Psychose bzw. zu der Zeit nach der Psychose dazu. Allerdings ist das schon öfter so, dass einige dann eine postpsychotische Depression entwickeln.

Und wenn man unbedingt mit Leuten drüber reden muss, die das nicht verstehen, dann redet man am besten von einer Stoffwechselstörung. Das ist nicht gelogen sondern richtig und man muss nicht ins Detail gehen.
 
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  Geschrieben: 21.12.08 12:41
zuletzt geändert: 21.12.08 13:02 durch ThePerfectFucker (insgesamt 5 mal geändert)
Also bei mir äußert sich die antipsychotische Wirkung als Unterdrückungszustand meiner psychotischen Symptome, also sedierend. :) Es ist wieder so ähnlich wie bei Risperidon. Nach der Einnahme des Zeldox merke ich erstmal 1-2 Stunden gar nichts. Oder mein Zustand bessert sich leicht und ich merke es nicht, weil ich die meiste Zeit in einer Umgebung verbringe, wo es mir nicht so gut auffallen kann (im Moment vor dem PC) - danach setzt die totale Müdigkeit und Sedierung ein, die so stark ist, dass ich mich von 20-30 MG nicht mal mehr bewegen kann. Vielleicht sind das aber auch Kreislaufprobleme? Ich kann dann meistens nichts mehr machen, als mich ins Bett zu legen - dieser Zustand hält dann ungefähr 40-60 Min an, danach habe ich das Gefühl, dass die Wirkung des Medikaments einsetzt und es mir richtig "gut" im Sinne von "normal" geht. Ich hab diesen Hyperaktiven Zustand und dieses "Getriebenheitsgefühl" dann nicht mehr so ausgeprägt bzw. wird es unterdrückt und ich kann dann einigermaßen "ausgeglichen" agieren.

Auf dem Beipackzettel steht zB, dass es bei verringertem Interesse an Mitmenschen und sozialen Kontakten wirkt und gegen Niedergeschlagenheit und Ängstlichkeit....Ohne Medikation ist es bei mir genau anders.....Ich bin ohne Medikament extrem "aufgedreht" und könnte jemanden 10 Stunden lang ohne Unterbrechung in extrem hohen Tempo mit irgendwas zulabern, dafür habe ich allerdings Probleme, zu folgen, wenn mir jemand etwas erzählt, das länger als 5 Minuten Aufmerksamkeit erfordert.....Also der Drang zu sozialen Kontakten und Aktivitäten mit anderen Menschen ist da, aber nur auf dieser "einseitigen Ebene" (das war vorher nicht so).

Mit Zeldox komm ich einigermaßen ins Gleichgewicht.

Man könnte allerdings auch so zurecht kommen und den Zustand als normal ansehen, aber ich habe schon irgendwie das Gefühl, dass etwas mit mir nicht stimmt, wenn ich auf die Medikation verzichte. Manchmal ist es aber auch ganz anders und ich fühle mich ohne Medikamente normal....zB nach dem Aufstehen ist es meistens so, dass ich zwar immer im gegensatz zu früher voller Energie bin, aber mich ansonsten normal fühle und auch normal denke; erst wenn ich dann bei irgendeiner Tätigkeit in die Monotonie verfalle, setzt langsam wieder die Manie ein und ich werde extrem Hyperaktiv und bekomm diese Art von Reizüberflutung - die ich aber auch, wie gesagt, als normal ansehen könnte. :)

Hattest du auch einen plötzlichen Ausbruch deiner Psychose? Also hast du im Nachhinein nicht gedacht, dass die Wahnideen (falls du welche hattest) nicht der Wirklichkeit entsprechen konnten und dass insofern etwas mit dir nicht stimmt? Ich dachte ja, dass Leute meine Gedanken lesen bzw. eine bestimmte Art von Menschen durch meine Perspektive sehen können - ich bin dann tw. sogar mit Hand vor dem Gesicht rumgelaufen. :) Ich bin dann selbst in die Psychiatrie gegangen, die wollten mich sofort aufnehmen (was vielleicht auch gut gewesen wäre) - das wollte ich aber nicht und hab mich dann für eine Behandlung beim Neurologen mit Medikamenten entschieden - im Nachhinein war mir natürlich klar, dass diese ganze Geshichte mit dem Gedanken lesen absurd war - vielleicht war ich mir zu diesem Zeitpunkt der Wahnideen aber auch einfach nicht ganz so sicher; ich kann mich noch erinnern, dass ich immer etwas daran gezweifelt hatte, ob das nun wirklich so ist, wie ich das wahnhaft vermute oder mir das Ganze nur einbilde. Möglicherweise ist der Ursprung meiner Psychose auch der Verdacht nach einem Flashback eine Psychose zu haben woraus sich dann letztendlich tatsächlich eine Psychose entwickelt hat. :) Oder es ist doch nur Einbildung ;) bzw. wird es wohl irgendwas "zwischen dem Ganzen" sein.

Was sind jetzt eigentlich die typischen Merkmale einer Psychose, wenn man nicht gerade Wahnideen hat? Eine Bipolare-Stoffwechselstörung? Entweder man ist depressiv oder manisch - bei manchen kommt die Krankheit schleichend und bei anderen geht dem Ganzen ein auslösender Moment voraus, bis sie darauf aufmerksam werden? Wie unterscheidet sich dein Zustand ohne Medikation von dem mit Medikamenten?

Übrigens danke, dass du dir die Zeit nimmst hier so ausführlich zu antworten. :)
 

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