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LdT-Forum » Drogen & Gesellschaft » Der Weg (Selbstfindung & Glaube) » Bewusstsein impliziert Sinnhaftigkeit


Seite (Beiträge 1 bis 15 von 36) »

AutorBeitrag
Ex-Träumer
  Geschrieben: 16.12.10 01:34
Hier haben schon viele geschrieben, dass sie davon ausgehen, dass die Existenz absolut sinnlos ist. Dem stimme ich zu, solange es um die rein materielle Existenz geht. Doch: Genau dann, wenn in diese materielle Welt Bewusstsein tritt (davon ausgehend, dass dieses bewusstsein einen glücklichen Zustand annehmen kann), kann nicht die Rede davon sein, dass das Leben grundsätzlich sinnlos wäre.
Ein glücklicher Bewusstseinszustand ist von sich aus sinnbehaftet, weil glücklich-sein von sich aus wert besitzt und nicht weiter hinterfragt werden muss.
Natürlich könnte man weiter fragen: "Welchen Sinn hat es, glücklich zu sein?"
Die Beantwortung dieser Frage kann nicht auf sprachlich-rationaler Ebene passieren, aber jeder der schon mal glücklich war, weiß intuitiv, dass sich das Glücklich-sein als Lebenssinn nicht weiter rechtfertigen muss, weil es von sich aus gut ist.
Jeder, der der Meinung ist, das Leben sei grundsätzlich sinnlos, soll sich folgendes Szenario vorstellen:
Du bist vor die Wahl gestellt: Möchtest du niemals existieren oder möchtest du 3 Tage Leben mit einem dauerhaften MDMA-Peak-Gefühl?
Es liegt intuitiv nahe das 3-Tages-Leben zu wählen.
Jemand, der das Leben grundsätzlich für sinnlos hält, hätte keinen Grund sich für die letzte Variante zu entscheiden, weil es letztlich keinen Unterschied macht zu existieren oder nicht in einer sinnlosen Welt.
Das ganze bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch, dass das Leben zwar einen Sinn besitzen KANN, aber nicht muss - ein Leben das vollkommen abgekoppelt ist von Glück wäre ohne Sinn, sogar im Gegenteil (Es sollte ein Wort geben für einen "Antisinn", das stärker ist als sinnlos, weil das nämlich eher in Richtung "ist egal ob es da ist oder nicht".)
Es stellen sich daran anknüpfend weitere ganz interessante Fragen, z.b: Muss es zwingend Leid geben, damit Glück erfahrbar ist? Das ist die gleiche Frage wie: Würden wir Stille auch dann wahrnehmen, wenn es keine Geräusche gäbe?
Es ist sicher, dass wir wahrscheinlich keinen Namen dafür hätten oder es verstandesmäßig dualistisch erfassen könnten, aber es wäre ja dennoch ein Bewusstseinsinhalt.

Eure Meinungen bitte. :)

 
Abwesender Träumer

dabei seit 2009
421 Forenbeiträge
5 Tripberichte

  Geschrieben: 16.12.10 09:29
Grundsätzlich stimme ich dir zu. Die Existenz per se ist sinnlos. Einen transzendentalen tieferen Sinn gibt es nicht. Selbst wenn es ihn (z.B. in Form von Gott) gäbe, dann läge er außerhalb unseres Erkenntisbereichs, wir könnten ihn nicht wahrnehmen, also wäre er für uns nicht existent. Das kann man drehen und wenden wie man will, verändern lässt es sich nicht.
Dass das Glück a priori gut ist, ist sicherlich auch richtig, auch dass das Glück keinen tieferen Sinn hat. Es ist Selbstzweck. Aber Glück und Leid sind keine kontradiktorischen Gegenteile d.h. es ist keine Ja-Nein-Unterteilung, sondern es gibt unzählige Zwischenstufen. Nur weil ich mich momentan nicht unbedingt als glücklich bezeichnen würde, heißt das noch längst nicht, dass ich unglücklich bin.
Zu viel Leid/Mangel tötet das Glück komplett und unter Umständen dauerhaft ab. Jedoch ist ein gewisser Mangel immer notwendig, um zu handeln. Eine einfache Form von Mangel ist z.B. Hunger. Er schmälert mein Glück, ist jedoch nicht weiter schlimm, solange ich dafür sorgen kann, diesen Mangel aufzuheben. Schopenhauer sah im Glück lediglich die kurzfristige Aufhebung des Leids, das zum leben überhaupt nötig ist.

Der Mensch braucht die Illusion, dass sein Leben einen Sinn hat, deshalb dichtet sich jeder seinen eigenen Sinn zusammen. Genauso verhält es sich mit der Illusion des freien Willens, der nicht existieren kann, sofern man davon ausgeht, dass die Welt sich nach Prinzipien der Kausalität bewegt, also determiniert ist.

Ich würd gern noch mehr dazu schreiben, aber muss zur Uni... Aber heute ist nicht alle Tage. Ich komme wieder, keine Frage!
 
Abwesender Träumer



dabei seit 2007
126 Forenbeiträge

  Geschrieben: 16.12.10 11:39

Trone schrieb:

Der Mensch braucht die Illusion, dass sein Leben einen Sinn hat, deshalb dichtet sich jeder seinen eigenen Sinn zusammen. Genauso verhält es sich mit der Illusion des freien Willens, der nicht existieren kann, sofern man davon ausgeht, dass die Welt sich nach Prinzipien der Kausalität bewegt, also determiniert ist.



das behaupten hier irgendwie immer alle, aber es ist genauso spekulativ, wie anzunehmen, das leben sei illusionär und der sinn real. nur eine frage der perspektive und einstellung, weder falscher noch wahrer.

und kausalität ist ja auch nur ein menschliches konzept, um in der welt zurechtzukommen. das es so was wirklich gibt, lässt sich nicht nachweisen. und schon garnicht kann man in diesem sinn von festen prinzipien sprechen, das könnte es höchstens auf einer nicht-materiellen ebene geben (siehe quantenmechanik)
.
Abwesender Träumer

dabei seit 2009
10 Forenbeiträge
1 Tripberichte

  Geschrieben: 16.12.10 12:16

Ich würde grundsätzlich einen anderen Ansatz wählen, Sinn (im Sinne von "Lebenssinn") entsteht dadurch, dass wir mit unserem Bewußtsein die Lebenswelt also das was uns umgibt "sinnvoll" interpretieren.

Der Inhalt den wir einer bestimmte Situation, einen bestimmten Sachverhalt zu schreiben ist durch unser Wissen von der Welt, unseren Stimmungen, unseren Gefühlslagen sowie gesellschaftlichen Prägungen und Wissensbeständen definiert.

Nach meiner Argumentation ist sinnloses Leben somit unmöglich bzw. vom dem was eine Person im Alltag denkt!

...Der Selbsmordattentäter und der kiffende Sufi glauben (wissen in meiner Terminologie) das Sie für den selben Gott handeln, kommen aber in der Ausführung zu völlig unterschiedlichen Schlussfolgerungen.

Soweit mein Quark

Panda
Wissen ist Paradoxie-Management
Abwesender Träumer



dabei seit 2010
216 Forenbeiträge
1 Tripberichte

MSN
  Geschrieben: 16.12.10 12:31
Hey, schöner Thread!

Meine Gedanken dazu..
Mir ist nicht ganz klar, was Bewusstsein, ein bewusstes wahrnehmen der Umwelt und des Selbst, an der Tatsache ändert, ob ich/man ein Leben für sinnvoll hält. Noch weniger, warum ein positives erleben, -glücklich sein-, sich dann in deinen Augen garnicht mehr der Frage nach Sinnhaftigkeit stellen muss "weil glücklich-sein von sich aus Wert besitzt und nicht weiter hinterfragt werden muss"?

Ob die Existenz sinnvoll ist oder nicht, kann ich für mich garnicht beantworten. Ich bin gefangen und eingeschränkt durch die Sinne die ich habe und durch die Leistungsfähigkeit meines Gehirnes, diese zu verarbeiten. Von diesem Punkt aus könnte man den umfassenden Sinn, wenn es einen gibt, weder verstehen, noch erfahren.. denke ich.

Für mich macht mein Leben nicht mehr Sinn dadurch, dass ich durch mein Bewusstsein fähig bin Freude zu empfinden, als das einer Pflanze, die diese Fähigkeit wohl nicht besitzt.

Also, entweder folgt alles einem Sinn und Zweck und jedes noch so winzige Teilchen, jedes Gefühl, ob Hass oder Euphorie, ist von selbem Wert, genau wie jeder Stein, jedes Tier, ob glücklich oder gequält, oder alles ist einfach eine "zufällige" Entwicklung, die durch physikalische Umstände entstand und jeden Tag aufs neue entsteht, die keinem Sinn unterliegt und alles Materielle, sicht und unsichtbare ist dementsprechend ebenfalls "sinnfrei".

Das ein Leben seinen Sinn verliert wenn es abgekoppelt vom Glück ist, sehe ich auch anders, bzw. verstehe nicht ganz, warum das so sein sollte. Da müsste man vlt. fragen, für wen sinnvoll?
Man selbst würde wohl sagen, wenn ich weiß, dass ich nie wieder Glück empfinden werde, macht mein Leben keinen Sinn. Eigentlich geht es aber doch mehr darum, dass wir zum überleben nun mal ein Gespür für Glück entwickelt haben, damit wir Befriedigung erlangen, z.B wenn wir Essen (finden), oder uns im Winter aufwärmen, damit wir nicht erfrieren, oder Sex haben.
Das Leben der meisten dreht sich um das streben nach Glück.. ohne Glück und Zufriedenheit gestaltet sich ein Leben für uns nicht "angenehm", der Urinstinkt treibt uns an um etwas daran zu ändern. Gelingt uns das auf dauer nicht, wird das Leben zur Qual bis man im schlimmsten Fall im Tod Erlösung sucht.
- Ein Krokodil würde sagen, wenn mich ein Mensch 3 Tage satt macht, hatte er einen Sinn, und Zweck, völlig gleich ob dieser glücklich, traurig oder gänzlich ohne Wahrnehmung war.

Vlt. auch für Mitmenschen denen man wiederum ein gutes Gefühl mit seiner Anwesenheit, mit Ratschlägen und Hilfe vermittelt hat.
Für die Erde in jedem Fall, da man, so unschön das ist, irgendwann in seine organischen Bestandteile zerfällt und als "Rohstoff die Erde füttert" ;)

"Muss es zwingend Leid geben, damit Glück erfahrbar ist?"

Ich würde einfach mal sagen, nein! Erfahrbar, spürbar, ist es in jedem Fall. Welchen Wert wir diesem Gefühl beimessen, dass hängt davon ab wie häufig wir es emfpinden, wie stark und welchen anderen Gefühlen es gegenüber steht.

Zur letzten Frage habe ich def. keine Ahnung ;D


 
Ex-Träumer



dabei seit 2004
10.634 Forenbeiträge

  Geschrieben: 16.12.10 13:12

Trone schrieb:
Aber Glück und Leid sind keine kontradiktorischen Gegenteile d.h. es ist keine Ja-Nein-Unterteilung, sondern es gibt unzählige Zwischenstufen. Nur weil ich mich momentan nicht unbedingt als glücklich bezeichnen würde, heißt das noch längst nicht, dass ich unglücklich bin.



Das sehe ich entschieden anders! Wenn das Ziel im Leben ist so glücklich wie möglich zu sein (und das ist mein Ziel, ka wie das bei dir ist) ist man per definition unglücklich wenn man nicht glücklich ist... sagt ja schon der Name - unglücklich ;)

@Hirntot: ja was soll man zu deinem Text noch viel sagen... Antworten auf die Fragen die du am Ende stellst kann ich nicht geben, das ist weit oberhalb meines Vorstellungsvermögens und auch außerhalb meines Erfahrungsbereichs, und der Text davor erfasst so gut wie alles was es zu dem Thema meiner Meinung nach zu sagen gibt... also

//signed!!!!

btw - kennst du David Hume's "Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand"? Find ich nämlich sehr interessant und ein bisschen erinnert mich dein Text an ihn ;)
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 16.12.10 13:26

Areas schrieb:
Hey, schöner Thread!
Meine Gedanken dazu..
Mir ist nicht ganz klar, was Bewusstsein, ein bewusstes wahrnehmen der Umwelt und des Selbst, an der Tatsache ändert, ob ich/man ein Leben für sinnvoll hält. Noch weniger, warum ein positives erleben, -glücklich sein-, sich dann in deinen Augen garnicht mehr der Frage nach Sinnhaftigkeit stellen muss "weil glücklich-sein von sich aus Wert besitzt und nicht weiter hinterfragt werden muss"?



-Glücklich sein- ist durch und durch, komplett und ohne jeden Zweifel GUT. Niemand kann das leugnen oder widerlegen. Es gibt nichts anderes, von dem man sagen kann, dass es mit Sicherheit gut ist. Die Existenz ist also nicht nur kalt grau und steril - da gibt es etwas, das aus sich heraus einen Wert besitzt. Das ist nicht vereinbar mit gänzlicher Sinnlosigkeit. Mh ich kann es auch nicht besser erklären, man braucht schon etwas intuitiven Spürsinn, um zu schnallen, was ich meine.



 
Abwesender Träumer

dabei seit 2010
46 Forenbeiträge

  Geschrieben: 16.12.10 13:35
zuletzt geändert: 16.12.10 13:57 durch Wizlo (insgesamt 1 mal geändert)

Hirntot schrieb:

Natürlich könnte man weiter fragen: "Welchen Sinn hat es, glücklich zu sein?"


Hier würde ich sogar noch weiter „zurückgehen“ welchen Sinn hat es zu leben? Und wenn ich schon mal hier bin habe ich die Pflicht oder eher das Recht glücklich zu sein?! Warum kann ich nicht einfach zufrieden sein?

Hirntot schrieb:

Die Beantwortung dieser Frage kann nicht auf sprachlich-rationaler Ebene passieren, aber jeder der schon mal glücklich war, weiß intuitiv, dass sich das Glücklich-sein als Lebenssinn nicht weiter rechtfertigen muss, weil es von sich aus gut ist.
Jeder, der der Meinung ist, das Leben sei grundsätzlich sinnlos, soll sich folgendes Szenario vorstellen:
Du bist vor die Wahl gestellt: Möchtest du niemals existieren oder möchtest du 3 Tage Leben mit einem dauerhaften MDMA-Peak-Gefühl?
Es liegt intuitiv nahe das 3-Tages-Leben zu wählen.
Jemand, der das Leben grundsätzlich für sinnlos hält, hätte keinen Grund sich für die letzte Variante zu entscheiden, weil es letztlich keinen Unterschied macht zu existieren oder nicht in einer sinnlosen Welt.


Doch! Ich bin ganz fest der Meinung, dass das Leben als Solches keinen Sinn hat. Das Leben, abstrakt betrachtet, ist nur ein zeitlich begrenzter Zustand der Unausgeglichenheit. Die Gesamtheit, also ein ganzes Leben, von der Geburt bis zum Tod ist ein einziges Streben nach Ausgeglichenheit, Zufriedenheit.
Und um auf Deine Frage bzw. Folgerung zurückzukommen.
Nur weil ich das Leben als nicht (von sich aus) sinnbehaftet sehe will ich doch leben. Verdammt ich liebe die Sinnlosigkeit des Seins und bin der Meinung der einzige Sinn des Lebens ist die Suche nach dem Sinn. Der treibt uns an und lässt uns in dieser Welt noch als Menschen existieren. Die Suche ist es die mich vom Tier unterscheidet.
Ich würde sogar so weit gehen, dass die Suche nach dem Sinn die Definition des Bewussten ist. (weit rausgelehnt ich weiss)

Hirntot schrieb:

Das ganze bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch, dass das Leben zwar einen Sinn besitzen KANN, aber nicht muss - ein Leben das vollkommen abgekoppelt ist von Glück wäre ohne Sinn, sogar im Gegenteil (Es sollte ein Wort geben für einen "Antisinn", das stärker ist als sinnlos, weil das nämlich eher in Richtung "ist egal ob es da ist oder nicht".)
Es stellen sich daran anknüpfend weitere ganz interessante Fragen, z.b: Muss es zwingend Leid geben, damit Glück erfahrbar ist? Das ist die gleiche Frage wie: Würden wir Stille auch dann wahrnehmen, wenn es keine Geräusche gäbe?
Es ist sicher, dass wir wahrscheinlich keinen Namen dafür hätten oder es verstandesmäßig dualistisch erfassen könnten, aber es wäre ja dennoch ein Bewusstseinsinhalt.

Eure Meinungen bitte. :)


Hier höre ich genau das raus was ich versucht habe zu schreiben. Ich glaube, dass es einfach nicht möglich ist nicht dualistisch zu denken. Das Leben ist ein Streben nach dem Sinn. Und die einzige Möglichkeit daraus auszubrechen besteht in einer Art Erleuchtung. Durch Glaube, Meditation usw.
Ausgeglichenheit und Erleuchtung kommen nach dieser Definition dem Vollenden des Lebens sehr nahe. Quasi dem Tod. Wenn ich aber Tod bin und den Tod als Ziel definiere weil ich nur da frei von Zwängen bin hab ich ein Problem.
Ich persönlich steh auf Extreme ich liebe den Zustand den Du angesprochen hast 3 Tage Glück? Hell yes(!), aber ich mag auch die Tage danach und zelebriere das Traurig sein.
Aber noch besser als 3 Tage Glück sind doch ein einziger Moment des Friedens. Hattest Du schon mal die Erfahrung gemacht, dass die Welt stehen bleibt? Ich meine damit wenn die Trauer die Freude unterstreicht. Wenn du weißt das Sex und Orgasmen geil (sind/waren) aber gerade in diesem Moment einfach nur lächerlich klingen da du frei bist.
Scheisse, wenn alle Menschen auf der Welt wüssten wie sich Frieden anfühlt …. Manche nennen es Eogauflösung, machmal habe ich das Gefühl wenn die Leute von Nahtoderfahungen reden meinen sie das. Ich habe keine Ahnung wie man es beschreiben kann. Ist eine Art Tantra des Seins. Eigentlich ist das auch egal, was ich sagen wollte, dieser Zustand ist nicht Glück nicht Schmerz oder irgendwie zu beschreiben. (ausserdem wette ich Du kennst Ihn)
Aber ich habe Angst die Antworten zu finden die ich mein Leben lang suche. Wenn ich einen Sinn gefunden hätte und recht habe mit dem was ich mir zurechgelegt habe. Tja dann wird es erst richtig Sinnlos.
Ich mag meine Extreme ich mag es mich zu fürchten ich bin einfach gerne Mensch und beschäftige mich sehr gerne mit dem Menschsein.
Und ein ganz ganz dickes „ja“ es muss zwingend Leid geben um Glück erfahren zu können. Die einzige Lösung wäre ein Kosmisches Gleichgewicht mit dem Ganzen und ich habe Angst das ich dann nicht mehr sein kann…
.. to be continued…..



EDIT:

Trone schrieb:

Der Mensch braucht die Illusion, dass sein Leben einen Sinn hat, deshalb dichtet sich jeder seinen eigenen Sinn zusammen. Genauso verhält es sich mit der Illusion des freien Willens, der nicht existieren kann, sofern man davon ausgeht, dass die Welt sich nach Prinzipien der Kausalität bewegt, also determiniert ist.


was studierst Du nochmal? hehe

Das ist wirklich genau auf den Punkt gebracht. Aber ich könnte mir vorstellen das es nicht einfach ist für "den Menschen" wenn er dies versteht (verstehen soll) und daher gilt für mich immer noch das Prinzip der "Grenzenlosen Dummheit der Menschen". Und das ist auch OK für viele viel Menschen.
Nicht alle haben diese "Liebe zur Weisheit" viele wollen geführt werden und Antworten vorgefertigt bekommen.
 
Abwesender Träumer

dabei seit 2009
51 Forenbeiträge

  Geschrieben: 16.12.10 14:26

Hirntot schrieb:

-Glücklich sein- ist durch und durch, komplett und ohne jeden Zweifel GUT. Niemand kann das leugnen oder widerlegen. Es gibt nichts anderes, von dem man sagen kann, dass es mit Sicherheit gut ist. Die Existenz ist also nicht nur kalt grau und steril - da gibt es etwas, das aus sich heraus einen Wert besitzt. Das ist nicht vereinbar mit gänzlicher Sinnlosigkeit.



vorweg: hrintot, das sieht jetzt natürlich doof aus, so als ob ich mir eine kurze Passage rausgreife um dich gezielt bashen zu wollen. So ist es nicht gemeint, für mich war es halt einfacher, meine Gedanken zum Thema an diesem Beitrag abzuarbeiten, als leitfaden, Struktur hab ich deshalb trotzdem nicht reinbringen können...Naja, kein persönlicher Angriff, auch wenns so aussieht, sry ;)
Hey, tatsächlicher guter Thread und interessanter Ansatz, allerdings habe ich ein paar, naja, Punkte an denen ich mich stoße, sein es nun Verständnisprobleme oder tatsächliche Zweifel.
Zum ersten, die Wertung des Begriffs "Glück" als gut, erstrebenswert, wertvoll. Es wird mir nicht ersichtlich, warum diese Wertung irgendeinen allgemeinen Geltungsanspruch besitzen sollte. Es gibt sicherlich Menschen, die Glück irgendeinem höheren, sakralen Prinzip unterordnen und als höchstes Gut dann folgerichtig etwas wie Buße o.ä. setzen und Glück in deren Wertekatalog eher in Richtung Sünde rutscht. Klar, seltsames wie nicht zwingend richtiges Beispiel, allerdings denke ich, dass klar wird, was ich damit sagen will. Allgemeingeltungsansprüche aus subjektiver Sicht heraus zu postulieren, ist problematisch.
Und dass das niemand verifizieren, bzw. falsifizieren kann, ist auch nicht gerade ein Argument dafür. Das besagt nur, dass wir hintergrundlos oder wie hier vermutlich empirisch irgendetwas als gesetzt werten, weil es so scheint. Darüberhinaus ist Widerlegbarkeit mehr oder weniger ein Qualitätsmerkmal von aufgestellten Thesen, da es erlaubt, nicht auf irgendwelche metaphysischen Spekulation zurückkehren zu müssen und so zumindest eine Diskussion plausibel macht.
Auch von Kunst (also der genuinen Kunst, nicht das Produkt der Kulturindustrie) würde ich behaupten wollen, dass sie nur ihrer selbst willen zu existieren hat, keinen weiteren Zweck verfolgt und ebenfalls einen Wert besitzt. Ist Kunst demnach Lebenssinn? Intuitiv würde ich fast ja sagen, bzw. ihr das Potential zusprechen, Lebenssinn sein zu können. Wobei die Betonung auf dem können liegt. Was mich zu einer Frage führt, kann Glück für dich Lebenssinn sein oder ist Glück es zwingend? Behauptest du, dass der Sinn des Lebens eines jeden Individuums Glück ist? Iwas ist da in meinem Hirn grad durcheinander, sry, ab hier ergänze ich ggf. noch, falls ich die Zeit finde.
Bin grad irgendwie raus, neue Ansätze die sich ins Gedankengeflecht mogeln ;)

achja, @ Cloovenhof: du leugnest ernsthaft die verschiedenen Abstufungen von Glück? Also gehst du von zwei möglichen emotionalen peaks im bezug auf Glück aus? Kann man nicht mal mehr, mal weniger glücklich sein? Begrifflich haut das hin ;)

lg


 
Abwesender Träumer



dabei seit 2010
216 Forenbeiträge
1 Tripberichte

MSN
  Geschrieben: 16.12.10 14:29
Hm, vlt. fehlt mir dieser intuitive Spürsinn.. aber ich denke schon, dass weiß was und wie du das meinst.
Empfinde es trotzdem etwas anders.
Ich gehe beim "großen ganzen" nicht davon aus, dass Polaritäten wie auf der Erde herrschen. Es gibt kein Gut und kein Schlecht, es -ist-, wie wir -sind-.
Ich wüsste nicht, nur weil es sich für uns gut anfühlt, warum es deswegen einen Wert ansich hat und -gut- sein soll.
Damit meine ich auch nicht, dass glücklichsein schlecht ist. Ich finde man kann einem Gefühl oder seinen Seelenempfindungen keinen Wert zuschreiben.. Werte die wir selbst nach unseren Maßstäben definiert haben.





 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 16.12.10 15:04
zuletzt geändert: 16.12.10 17:21 durch (insgesamt 2 mal geändert)

Vomit schrieb:

Hey, tatsächlicher guter Thread und interessanter Ansatz, allerdings habe ich ein paar, naja, Punkte an denen ich mich stoße, sein es nun Verständnisprobleme oder tatsächliche Zweifel.
Zum ersten, die Wertung des Begriffs "Glück" als gut, erstrebenswert, wertvoll. Es wird mir nicht ersichtlich, warum diese Wertung irgendeinen allgemeinen Geltungsanspruch besitzen sollte. Es gibt sicherlich Menschen, die Glück irgendeinem höheren, sakralen Prinzip unterordnen und als höchstes Gut dann folgerichtig etwas wie Buße o.ä. setzen und Glück in deren Wertekatalog eher in Richtung Sünde rutscht.
Klar, seltsames wie nicht zwingend richtiges Beispiel, allerdings denke ich, dass klar wird, was ich damit sagen will. Allgemeingeltungsansprüche aus subjektiver Sicht heraus zu postulieren, ist problematisch.




"Glück" meint ja einen glücklichen Bewusstseinszustand. Diese Freude ist das einzige, was von sich aus gut ist, alles andere kann bestenfalls als Instrument angesehen werden, um einen glücklichen Bewusstseinszustand hervorzurufen. Z.b kann Kunst an sich nicht der Sinn des Lebens sein, weil sie nur als Mittel zum Zweck dient, glückliche Bewusstseinszustände hervorzurufen.
Bzgl. der Bußegeschichte: Ich glaube, das Menschen egal wie in der Tendenz immer ihr Glück fördern wollen. Auch jemand, der Leid zum höchsten Gut erklärt, tut dies, weil er dadurch in irgendeiner Form befriedigt wird.
An welchster Stelle postuliere Allgemeingültigkeitsansprüche aus subjektiver Sicht heraus?




Vomit schrieb:


Was mich zu einer Frage führt, kann Glück für dich Lebenssinn sein oder ist Glück es zwingend? Behauptest du, dass der Sinn des Lebens eines jeden Individuums Glück ist?



Ich denke das nur Freude Lebenssinn sein kann, und nichts anderes (Darunter werte ich alle Bewusstseinszustände, die in ihrer Tendenz positiv - und damit frei von Leid sind)
 
Ex-Träumer



dabei seit 2004
10.634 Forenbeiträge

  Geschrieben: 16.12.10 17:23
Vomit schrieb:
achja, @ Cloovenhof: du leugnest ernsthaft die verschiedenen Abstufungen von Glück? Also gehst du von zwei möglichen emotionalen peaks im bezug auf Glück aus? Kann man nicht mal mehr, mal weniger glücklich sein? Begrifflich haut das hin ;)


Wo soll ich denn das gesagt haben??? smile
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 16.12.10 17:27
Clovenhoof schrieb:
Vomit schrieb:
achja, @ Cloovenhof: du leugnest ernsthaft die verschiedenen Abstufungen von Glück? Also gehst du von zwei möglichen emotionalen peaks im bezug auf Glück aus? Kann man nicht mal mehr, mal weniger glücklich sein? Begrifflich haut das hin ;)


Wo soll ich denn das gesagt haben??? smile


Er hat deinen letzten Beitrag auf den 1. Satz vom Zitat bezogen
 
Abwesender Träumer



dabei seit 2010
269 Forenbeiträge

  Geschrieben: 16.12.10 17:49
Die Existenz an sich ist scheinbar sinnlos, ebenso das glücklich sein. Denn das führt ja zu nichts, stattdessen kann man nur versuchen dieses Glücksgefühl aufrecht zu erhalten, was unmöglich ist auf diesem Planeten. (jedenfalls ohne Drogen)

Manche sagen ja: "Alles hat seinen Sinn". Achja? Das Gegenteil ist der Fall! "scheinbar hat nichts Sinn" müsste es heißen. Egal wozu man die Frage des Sinns stellt, sie führt immer dazu, das man irgendwann nicht mehr weiter weiß. Wenn man konsequent nach dem "Warum?" fragt, steht am Ende ein großes Fragezeichen und deshalb ist das einzig interessante am Leben der Tod. Denn alles andere gab es ja schon... oder? Keine Ahnung...
Fragen, die sich mir in letzter Zeit stellen sind:

Was ist überhaupt real? - Keine Ahnung
Ist alles um mich herum nur konstruiert? - Wahrscheinlich
Bin ich der Mittelpunkt von Allem? - Vielleicht
Wieso bin ich noch Teil dieser Gesellschaft? - Um Verwandte nicht zu entäuschen, die an den ganzen Mist noch glauben.

Tja, das Leben verarscht uns im Endeffekt alle. Deshalb bin ich nun dazu übergegangen das Leben zu verarschen, aber das würde zu weit führen...

PS: Um die Antworten zu den Fragen dieses Threads mal zusammenzufassen: Keine Ahnung.





live to win til you die
til the light dies in your eyes
live to win, take it all
just keep fighting til you fall
Ex-Träumer



dabei seit 2004
10.634 Forenbeiträge

  Geschrieben: 16.12.10 18:02
Hirntot schrieb:
Clovenhoof schrieb:
Vomit schrieb:
achja, @ Cloovenhof: du leugnest ernsthaft die verschiedenen Abstufungen von Glück? Also gehst du von zwei möglichen emotionalen peaks im bezug auf Glück aus? Kann man nicht mal mehr, mal weniger glücklich sein? Begrifflich haut das hin ;)


Wo soll ich denn das gesagt haben??? smile


Er hat deinen letzten Beitrag auf den 1. Satz vom Zitat bezogen


Hm kann sein (verstehs allerdings trotzdem nicht genau wie er drauf kommt) - aber in jedem Fall hat er mich falsch verstanden, denn ich habe nie gesagt/sagen wollen dass es keine Abstufungen von Glück gibt... ist doch offensichtlich, sonst würde sich die Stimmung eines Menschen immer nur ruckartig ändern und nicht langsam bessern/verschlechtern.

Und was die beiden Peaks angeht - es gibt Glück, und es gibt das Fehlen von Glück. Dann gibt es noch hunderttausend andere Gefühle mit ihren jeweiligen Gegenspielern - dem Fehlen dieser (positiven) Gefühle. Ist alles eine Frage dessen wie man durchs Leben geht, wie man das Leben betrachtet. Ich finde es bringt nichts sich auf negative Empfindungen zu konzentrieren, diese sind meiner Meinung nach einfach durch das Fehlen positiver Empfindungen bedingt.
Wenn man das so betrachtet (wie ich) ist der Weg nämlich immer klar vorgegeben - als ein Streben nach Glück und positiven Empfindungen.
 

Seite (Beiträge 1 bis 15 von 36) »

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