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Langzeit-Berichte lesen

Übersicht:

Titel:Ein polytoxer Lebenslauf
Droge:Alkohol
Autor:anonym
Datum:25.08.2013 00:01
Nützlichkeit:9,61 von 10 möglichen   (237 Stimmen abgegeben)

Bericht::

1.01.11



für N. Wo auch immer du jetzt bist, ich hoffe, dass du deinen Frieden gefunden hast.



1. Einleitung

Ich wollte diesen Bericht schon oft schreiben, und habe es doch immer und immer wieder verschoben. Vielleicht, weil ich mir dachte- dass irgendwann der Tag kommen würde, an dem ich sagen könnte „Und heute habe ich mit all dem aufgehört.“

Dieser Tag ist noch längst nicht gekommen. Ich sitze hier mit rasenden Bauchschmerzen von der gestrigen Silvesterfeier, die natürlich jede Menge Alkohol mit sich brachte, meine Hände sind schwitzig und ich greife gierig nach meinem Glas Vodka-Cola, um damit ein paar Hustenstillertabletten herunterzuspülen.



Aber es ist der Moment gekommen- an dem ich nicht mehr so weitermachen will. Zum ersten Mal bin ich mir sicher.



Vielleicht ist das hier kein wirklicher Langzeitbericht. Vielleicht ist es nur meine seltsame Lebensgeschichte, die euch zu Tode langweilen wird. Whatever.



Da man nur eine Droge bei den Langzeitberichten auswählen kann, habe ich mich spontan für Alkohol entschieden. Vielleicht, weil Alkohol die Substanz war, die mich am kontinuierlichsten begleitet hat, und alles andere immer mal wieder kam und ging. Ausprobiert habe ich alles, was ich in die Finger bekam, und vielleicht war es mein Glück, dass solche Sachen wie „Heroin“ mir nicht taugen wollten. Vielleicht war es aber auch mein Pech, dass ich mich dafür in andere Drogen verliebte, die ich für wesentlich ungefährlicher hielt- ich war mein Leben lang der Meinung, die einzige Droge, die einen zerstören kann, wäre Heroin. Alles andere ist nur ein lustiges Spiel, und man kann jeden Moment wieder damit aufhören.



2. Der polytoxe Lebenslauf- von damals bis heute


Ich habe einige Dinge in meinem Leben getan, die „normale Menschen“ nicht tun würden. Ich habe versucht, meinem Leben ein Ende zu setzen, 8 Mal an der Zahl, ich habe mich selber verletzt, habe gehungert und nach dem Essen erbrochen- aber all das soll hier keine große Rolle spielen, und wird deswegen- wenn überhaupt nur am Rande erwähnt.



Ich hatte eine seltsame Kindheit, und mit 12 stand ich im Vorratskeller meiner Eltern und trank von jeder Alkoholflasche immer mal wieder einen Schluck, so, dass es möglichst nicht auffiel. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich das erste mal in meinem Leben Obstler getrunken habe, und mir dachte „Oh Gott, niemals trinke ich sowas wieder.“ Na ja- von wegen. Man gewöhnt sich nicht nur an den Geschmack von Zigaretten- sondern man lernt auch den Gestank von scharfen, brennendem Alkohol lieben.

Mit 13 kam ich auf ein Internat, erlebte meinen ersten Vollrausch, und lernte irgendwann einen Jungen kennen, der ADHS diagnostiziert bekommen hatte, und von dem ich mir ab und an ein paar Ritalintabletten abschnorrte. Mit 15 trank ich täglich, und wenn es auch nur ein einziges Bier war- es gehörte dazu. Lieber Alkohol als Essen.



Ich war auch 15, als ich meine erste Alkoholvergiftung mit anschließender Fahrt in einem Krankenwagen buchte. Ich werde mich mein Leben lang daran erinnern, wie ich von der Tanzfläche ging um noch einen Schluck Vodka-O zu trinken, wie ich einen Schluck nahm, mein Glas abstellte und mir dachte „Oh, ich glaub, ich leg mich mal hin.“, bevor ich zusammenbrach und die Welt vor meinen Augen verschwand.

In den darauffolgenden Jahren fand man mich öfters kotzend in einer Toilette hängen, vor lauter Alkohol eingeschlafen mitten auf dem Fußboden einer dreckigen Diskothekstoilette, mit den Haaren in meinem eigenen Erbrochenen. Kaum jemand wollte mehr mit mir fortgehen- denn jedes Mal wieder endete es in einer kleinen Katastrophe, und man musste mich mit dem Taxi zurück ins Internat befördern, mir die Haare beim Kotzen zurückhalten und mich immer wieder von Bett zu Toilette und wieder zurück tragen, wenn ich wieder seltsame Würgegeräusche von mir gab.

Mit 16 lernte ich dann auch Cannabis kennen, und aus dem anfänglichen „ich rauche mal einen mit Freunden“ wurde schnell ein „ich rauche wann immer ich kann, alleine mit mir selber und meinen depressiven Gedanken“. Alkohol, Cannabis, Ritalin. Es war meine einzige Chance- um von einer Welt abzuschalten, die ich als unerträglich empfand. Ich wusste nur nicht- dass das Ganze die Welt erst recht noch verzerrter machen würde, als sie sowieso schon war.

Obwohl die Dinger keinerlei Wirkung zeigten, schmiß ich mir zur selben Zeit täglich 10 Paracetamoltabletten ein, nur, um irgendetwas zu schlucken und über die rasenden Kopfschmerzen hinwegzukommen, die mich tagsüber verfolgten, bis ich abends endlich mein erstes Bier getrunken hatte. Schmerzmittel einfach wie Gummibärchen zu essen ist mir bis heute geblieben- ein Hoch auf Novalgin und Ibuprofen.



Als ich 18 war und zwischenzeitlich vom Internat geflogen, lernte ich Pilze und Ecstasy kennen. Pilze für dann und wann, Teile zum Feiern. Ich probierte allen möglichen Quatsch aus, was man mir in die Hände drückte, schluckte ich auch herunter. Ich vermisste meine geliebten Ritalintabletten und liebte meine Tütchen und meine kleinen Schnapsflässchen, die ich immer in meiner Handtasche trug um sie überall dabei zu haben.

Ich bekam schließlich nach ein paar Klinikaufenthalten jede Menge Antidepressiva verschrieben, schlaffördernd, sedierend, aufmunternd, beruhigend- die ich von nun an bis zu dem heutigen Tag ebenfalls fröhlich so dosierte, wie auch immer ich sie gerade gebrauchen konnte.



Nach einem Suizidversuch landete ich auf einer geschlossenen Suchtabteilung, wo ich einen Jungen kennenlernte, der dort auf Heroinentzug war und sich regelmäßig Ritalin durch die Nase zog. Ich trennte mich von meinem damaligen Verlobten innerhalb von einem Tag, und wählte diesen Jungen, der mir bieten konnte, was ich wollte: Ritalin. Die Beziehung war ein katastrophales Auf und Ab, er war ständig auf Entzug oder Entwöhnung, und ich wieder alleine mit mir selber. Wann immer er bei mir auf Urlaub war, schüttete ich die Hälfte des Inhalts aus seinen Retardkapseln, und bewahrte es mir in einem kleinen Flässchen auf, um auch dann an Ritalin zu kommen, wenn er wieder nicht mehr da war.

Eine Freundin besorgte mir regelmäßig Speed.

Ich versuchte, meinen Schulabschluß nachzuholen, und saß nächtelang in meiner Wohnung, damit beschäftigt, irgendwelche Collagen aus Papierschnipseln an meine Wände zu kleben, eine Nase Pep oder Ritalin nach der nächsten zu ziehen, dann und wann einen Topf zu rauchen und meine Vodkaflasche zu umklammern.

Mal nahm ich ein paar Tage nichts und erklärte mir somit selber, dass ich nicht süchtig nach irgendwas war, nur um mir dann nach 3, 4 heißersehnten Tagen wieder gönnen zu dürfen, was ich so unendlich vermisst hatte.

Ich nahm einen Job nach dem anderen an und schmiß ihn doch wieder hin.



Als mein Freund wieder ständig auf H war, und ich seine Gefühlsausbrüche und seine Stimmungsschwankungen nicht mehr ertragen wollte, trennte ich mich von ihm und kam mit einem Bekannten von ihm zusammen. Tobias (Anm: Name geändert) und ich verstanden uns auf Anhieb. Durch ihn hatte ich immer mehr als genug zu rauchen, und bald auch mehr als genug Pep.

Wir waren 1 ½ Jahre lang zusammen, als ich begann, mich selber zu Grunde zu richten. Ich magerte auf 43 Kilo ab, war den ganzen Tag und die ganze Nacht nur noch mit ziehen beschäftigt- Kokain, Medikinet, Pep, alles bunt zusammengemischt und durcheinander, hauptsache dieses Brennen in meiner Nase und das Gefühl, zu existieren. Ich trank kein Wasser mehr, keinen Saft, keine Milch, sondern nur noch Cola light mit Vodka, ich schmiß mir zum Schlafen Benzos ein und rauchte mich mit Gras von meinen paranoiden Schüben wieder herunter.

Er kiffte zu der Zeit viel zu viel, und teilweise waren wir beide nahe dran, sämtlichen Draht zu der Realität zu verlieren.

Ich rannte eine Nacht lang wirr durch die Stadt, fiel einen Abgrund herunter, wusste nicht mehr, wo ich war und wie ich dort hingekommen war. Ich fühlte mich verfolgt und beobachtet, und irgendwann war ich weit genug, um mir meine Medikinet aufzulösen und in die Venen zu schießen.

Ich landete schließlich für eine Woche auf einer geschlossenen Suchtstation, bekam einen Venenabseß an meiner rechten Hand und hatte letztendlich mehr Glück als Verstand- es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte meine rechte Hand verloren.



Am Tag nach meiner Entlassung aus der Entgiftung klingelte um halb 8 Uhr in der Früh jemand an meiner Wohnungstüre. Ich wackelte noch benommen von den paar Töpfen, die ich mir am Abend zuvor (um meine Entlassung aus der Entgiftung zu feiern) mit meinem Freund genehmigt hatte, an meine Wohnungstüre, und fand 4 Kriminalbeamte vor mir, mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluß für meine Wohnung.

Tobias und ich wurden schließlich im Sommer diesen Jahres zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, wegen dem gemeinschaftlichen Besitz und der Abgabe von einer nicht geringfügigen Menge an Kokain, Ecstasy, Cannabis und Speed.

Wir beschlossen, gemeinsam aufzuhören. Wir zertrümmerten unsere Bongs, wir verlobten uns, und mein Freund fand eine Ausbildungsstelle in einer Gaststätte zum Koch. Ich war kurz vor einer Ausbildung zur Altenpflegerin gestanden- mein nun versautes Führungszeugnis ließ meinen Plan allerdings in Luft aufgehen, und ich redete mir ein, dass das alles nicht so schlimm seie und ich es schon irgendwie hinbekommen würde.

Ich nahm einen Job bei einer Gebäudereinigungsfirma an, und wiederholte mein Jahr auf dem Abendgymnasium, da mich das letzte halbe Jahr zu sehr aus dem Schulstoff rausgerissen hatte, um überhaupt noch den Anschluß zu erwischen.

Das Ganze ging vielleicht einen Monat lang gut. Während mein Freund komplett clean blieb, wühlte ich mich durch sämtliche legalen Alternativen, die ich aufschnappte. Kräutermischungen oh Maß. Rcs. Es gab mir nicht das, was ich gesucht hatte, und ich fing an, wieder einige Pilztrips zu unternehmen, regelmäßig Gras zu rauchen, und Benzodiazepine erneut zu meinen besten Freunden zu erklären.

Dann fand ich auch noch diese Hustenstiller. Zuerst schmiß ich mir jeden Tag DXM pur rein, später kombinierte ich das DXM dann und wann mit DHM, Alkohol und Lachgas. Lachgas, und wenn gerade keines da war, musste Butangas herhalten, und wenn dann auch kein Feuerzeuggas erreichbar war, nahm ich eben eine Deoflasche. Obwohl mein erster DXM Trip nicht gerade annehmbar endete (Stichwort: Restless Legs, und dass eine ganze Nacht lang), machte ich weiter, und fing an, dieses Gefühl zu genießen. Irgendjemand sagte mir, es würde wie LSD seien. Das war es nicht, das Einzige, was dem ganzen gleich kam, war die Anziehungskraft, die mit einem Mal Lichter auf mich hatten. In niedrigen Dosen war es ein angenehmer Rauschzustand, genau richtig um die Tage zu überstehen. In höheren Dosen und zusammen mit DHM war es die perfekte Möglichkeit, um komplett der Realität zu entfliehen- der Realität, dass ich an einem Punkt angelangt war, an dem ich nicht mehr weiterwusste. Lachgas kam erst vor 2 Monaten ungefähr dazu- seitdem habe ich fast mein ganzes Geld für meine tägliche Portion Sahnekapseln aufgegeben.



Wenn man es genau nimmt- habe ich es geschafft, innerhalb von 4 Jahren, seit meinem 18. Geburtstag, 20.000 Euro, die mir meine Eltern ursprünglich für ein Studium angelegt hatten, in Drogen zu investieren. Heute habe ich zig Schulden, eine überzogene Kreditkarte und ein gigantisches Minus bei meiner Bank.



Es ist jetzt ungefähr eine Woche her, dass ich erneut zusammengebrochen bin, meinen Job hingeschmissen habe, an endlos vielen Klausuren in der Schule sowieso nicht mehr teilgenommen hatte, und kurz davor stand, einen weiteren Suizidversuch in meiner Laufbahn zu unternehmen.

Mein Freund fand heraus, dass ich ihn angelogen hatte, dass ich nicht clean geblieben war, und während ich für 2 Tage erneut auf einer Suchtgeschlossenen saß, erklärte er mir, dass er mich liebe, und dass er mir noch eine letzte Chance gebe.



Heute ist der 1. Januar 2011. Ich kann mich an die letzte Woche kaum erinnern. Es waren schon wieder zu viele Hustenstiller, zu viele Benzos, zu viel Alkohol und zuviel Lach- und Butangas.



Am 24. Dezember 2010, an Heiligabend, starb eine Freundin von mir, die ich zwar nicht oft sah, aber umso mehr in mein Herz geschlossen hatte aufgrund der Dinge, die wir gemeinsam durchgemacht hatten, an einer Überdosis Heroin. Sie war 22 Jahre alt.



Ich bin heute ebenfalls 22 Jahre alt.

Und ich weiß noch nicht, ob sich ein Leben ohne Drogen lohnt. Ich weiß nicht, ob es aushaltbar ist, mal länger als einen Tag lang nüchtern zu sein.

Aber ich weiß auch- dass es sich nicht lohnt, so weiterzumachen wie bisher. Ich weiß auch, dass ich jetzt noch eine Chance habe, die dieses Mädchen mit den langen schwarzen Haaren, die am 24. Dezember ihr Leben gelassen hat, jetzt nicht mehr hat.

Und ich weiß, dass ich diese Chance nutzen sollte.




Zitat:

Alles Gewohnte zieht ein immer fester werdendes Netz von Spinnweben um uns zusammen; und alsbald merken wir, daß die Fäden zu Stricken geworden sind und daß wir selber als Spinne in der Mitte sitzen, die sich hier gefangen hat und von ihrem eigenen Blute zehren muß.

Friedrich Nietzsche





Noch weiß ich nicht, wie ich es schaffen soll, mich aus diesen Spinnenweben meiner eigenen Gewohnheiten zu befreien.

Aber- ich gebe es mir selber hiermit schriftlich: Ich werde es wenigstens versuchen.



Und jetzt sollte ich Schluß machen zu schreiben, und diesen Bericht einstellen, ehe die Hustenstiller wirken.



Danke für eure Aufmerksamkeit. :)





Ein letztes Wort noch:
Ich stelle diesen Bericht fürs erste anonym ein- weil ich erstens nicht möchte, dass es so aussieht, als wolle ich mit diesem Langzeitbericht irgendwelches Mitleid erregen. Ich will nur- erzählen, was passieren kann, wenn man die Tatsache unterschätzt, dass berauschende Substanzen mehr als ein Spiel sind. Ich will nur mir selber vor Augen halten, dass mein Leben keinesfalls lustig und spaßig ist, und dass ich durchaus nicht einfach so weitermachen kann wie bisher.

Vielleicht können sich einige aufgrund von anderen Tripberichten oder Forumsbeiträgen von mir denken, wer ich bin- ich bitte nur darum, es nicht öffentlich zu schreiben. Fürs Erste- bin ich einfach mal feige. Verzeiht. >.<



5.04.2011



Ich dachte mir- es ist mal an der Zeit, um ein Update zu erstellen. Irgendwie hat sich nichts verändert und irgendwie hat sich doch wenigstens ein wenig etwas verändert. Zwei Schritte vorwärts, einen wieder zurück- aber vielleicht besser als früher, als ich zwei Schritte vorwärts und wieder drei zurück gegangen bin?



Kurz nachdem ich diesen Bericht hier online gestellt habe, bin ich erneut für 1 Woche auf Alkoholentzug in der Suchtgeschlossenen gewesen. Ich ging freiwillig rein, total intoxikiert, voll mit Hustenstiller und Alkohol, lag erstmal einen Abend lang im versifften Raucherraum auf dem Boden und erzählte allen, wie schön gelb die Sonne am Himmel seie.

Zwei Tage später war die Sonne nur noch eine dreckige Lampe, ich hielt es nicht mehr aus, war kurz davor, alles hinzuschmeißen, und ließ mir schließlich von einem Mitpatienten, der ein wenig Heroin auf die Station geschmuggelt hatte, einen Hit setzen. Vielleicht lag es daran, dass ich zu dem Zeitpunkt alles genommen hätte, was irgendwie mich nur ein wenig high macht- aber das Heroin gefiel mir mit einem Mal viel besser denn je.

Ich achtete noch nichteinmal darauf, eine frische Nadel herzunehmen. Mir war alles egal. Hauptsache drauf kommen.

Am nächsten Tag kam dann der große körperliche und psychische Abfuck, der Alkoholentzug tat sein Bestes und das Runterkommen vom Heroin machte die Sache nicht gerade angenehmer- und als mir irgendwann klar wurde, was ich getan hatte, dass ich meine Gesundheit mehr denn je aufs Spiel gesetzt hatte, saß ich stundenlang weinend auf dem Boden.

Von dem Moment an- wurde ich erst wirklich nüchtern. Und bemerkte, wie erschreckend ich mein Gehirn bereits in Mitleidenschaft gezogen hatte.

Ich ging in die Teeküche, machte mir einen Tee, steckte einen Löffel in das Glas, ging zu den Löffeln, holte mir einen Löffel- und bemerkte, ich hatte schon einen Löffel im Glas.

Ich versuchte, ein Sudoku zu lösen- früher hatte ich auch schwere Rätsel der Art mit links gelöst- und plötzlich saß ich da und wusste noch nicht einmal mehr, WIE man so ein Ding überhaupt löst, nach welchem Schema.

Ein paar Tage später stellte ich dann auf meinen Wunsch hin mit einem Sozialarbeiter gemeinsam den Antrag für eine stationäre Entwöhnungstherapie in einer Langzeiteinrichtung für Suchtkranke.

Inzwischen ist die Genehmigung von der Krankenkasse da, und ich warte nun auf einen Aufnahmetermin von der Klinik.



Obwohl ich abgeschreckter war denn je, motivierter denn je, obwohl ich bei diesem Aufenthalt in der Suchtstation mehr Menschen denn je traf, die das Gift wirklich zerstört hatte, denen es das Gehirn unwiderruflich geschrottet hatte- trotzdem dauerte es vielleicht eine Woche, bis ich wieder täglich zur Alkoholflasche und Hustenstillern griff.

Und noch einmal eine Woche, bis ich mir täglich wieder ein paar Joints oder ein paar Töpfe gönnte.

Nachdem ich ungefähr 2 Wochen am Stück auch wieder Gras konsumiert hatte- bekam ich einen Brief vom Gericht. Dank meiner Bewährungsauflagen solle ich nun zu einem Drogenscreening innerhalb einer Woche erscheinen.

Ich telefonierte mit meinem Anwalt. Der machte mir keine allzu große Hoffnung, gegen einen Bewährungswiderruf gewinnen zu können. Ich heulte, fluchte, verfluchte mich selber, trank literweise Wasser am Tag, schmiß mein letztes Geld für einen Cleaner raus und stand schließlich total auf Hustenstillern und mit neongelber, verwässerter Pisse in diesem Labor, um DS abzugeben.

Ich war negativ.

Ich schwor mir, das nie wieder zu tun, jetzt eben die nächsten 2 1/2 Jahre wenigstens kein Gras mehr zu konsumieren- immerhin hält sich das am längsten im Urin.



Dafür trank ich eben wie ein Loch.

Eine Freundin von mir bat mich schließlich, für eine Woche auf ihren Sohn aufzupassen, da sie arbeiten musste. Kurz bevor ich zu ihr ging, stellte ich die Vodkaflaschen in die Ecke und saß 3 Tage lang kotzend, heulend, zitternd, krampfend, schwitzend, frierend in meiner Wohnung und betete, dass er Entzug bald vorrüber seien möge. Meinem Freund sagte ich, ich seie krank, habe mir irgendeine Grippe eingefangen. Er gab sich mit der Erklärung zufrieden.

Seitdem, das ist jetzt ungefähr einen Monat her, bin ich immerhin wieder trocken vom Alkohol.

Dafür kamen dann doch wieder häufiger Hustenstiller. Ketamin und Tilidin als kleine Beilage. Täglich Diazepam, Oxazepam und Tavor. Es lebe der Benzorausch. Und zu guter letzt- fing ich dann doch wieder an, zu kiffen. Und zog doch mal wieder bei einer Freundin ein paar Nasen Kokain.



Bis vor zwei Tagen. Da kam der nächste Brief vom Gericht. Ich wusste genau, es würde passieren. Ich wusste es, und trotzdem ignorierte ich die Tatsache einfach, und setzte mal wieder meine Freiheit aufs Spiel.

Im Moment- hoffe und bete ich noch, dass ich diese Woche mit viel Glück trotzdem negativ seien werde. Aber ob drei, vier Tage Abstinenz ausreichen? Wohl eher nicht.



Habe ich irgendwelche Fortschritte gemacht?

Wohl eher nicht. Vielleicht war wenigstens die Tatsache, dass ich endlich nach langem hin und her eine Entwöhnungstherapie beantragt habe, ein Anfang. Oder die Tatsache, dass ich immerhin seit einem Monat nur noch selten Alkohol trinke, zweimal noch ein Bier, einmal ein Glas Sekt, und das war es dann auch schon.

Großartige Fortschritte waren es wohl nicht.

Und ich bemerke- es ist gar nicht so leicht.



Es ist leicht, den Entschluß zu fassen.

Aber es ist unendlich schwer, und es zieht sich wie ein zäher Kaugummi dahin- die Zeit dann auch wirklich ganz ohne etwas durchzustehen.

Ich bin jetzt gerade mal seit gestern komplett nüchtern, und schon habe ich das Gefühl, als würde der Tag nicht vorbeigehen.

Es war leicht, mir das alles vorzunehmen. Aber es ist unendlich schwer, und wird wohl noch schwerer werden- jetzt nicht wieder kehrt zu machen.



Ob ich dieses Mal daraus lerne?

Ich weiß es noch nicht. Wir werden sehen.

Das wars dann auch schon an Update. Unspektakulär und voller Dummheit- ich weiß.

So what. Ich werde mir Mühe geben, dass das nächste Update etwas erfreulicher ausfällt. Irgendwie- wird das ja wohl zu schaffen seien. Irgendwie.



Update- 30.12.11



Lang, lang ist es her. So kommt es mir zumindestens vor. Ich dachte mir, es ist Zeit, um mal wieder ein Update zu schreiben.

Ich bin nicht in die Klinik gegangen. Es gab zwar eine Genehmigung von der Krankenkasse, irgendwann lag sie in meinem Briefkasten- aber ich bin nicht hingegangen.

Stattdessen habe ich im Juni diesen Jahres meine Vergangenheit hinter mir gelassen und bin umgezogen, in irgendein anderes Bundesland das ich mehr durch Zufall als bewusst ausgewählt hatte, gemeinsam mit meinem Freund.



Ich bin heute 23 Jahre alt und so gut wie clean. Ich gehe wieder auf die Schule und versuche erneut, meinen Abschluß nachzuholen. Ich arbeite wieder. Vielleicht 1 Mal im Monat rauche ich einen Topf von irgendeiner legalen Kräutermischung, wenn überhaupt, wenn es hochkommt. Gras gab es schon lange keines mehr- noch einmal will ich mir den Stress und die Angst vor einem Drogenscreening nicht antun. Ab und an trinke ich mal etwas mit Freunden. Abends, nach der Arbeit, ein zwei Gläser Glühwein oder einen Cocktail, und wenn ich dann nach dem 2., 3. Glas leicht beduselt bin, stelle ich die Flasche bei Seite.

Obwohl ich direkt vor meiner Nase Pep und Ritalin hatte, habe ich in den letzten Monaten nichts davon angerührt. Obwohl ich genug Möglichkeiten zu einem LSD Trip oder einer kleinen Partie Hustenstiller hatte, habe ich mich dagegen entschlossen, und bin lieber in die Schule oder arbeiten gegangen.

Ich weiß nicht, wie lange dieser Zustand anhalten wird. Alles was ich weiß, ist dass ich eine Zukunft will, und dass ich beinahe keine mehr gehabt hätte.



Manchmal, wenn ich die leichenblassen Gesichter mit den Augenringen und den starren Pupillen am Bahnhof betrachte, beneide ich sie. Manchmal wünsche ich mir das Gefühl zurück, für nichts anderes leben zu müssen als für die nächste Nase, den nächsten Trip, den nächsten Moment der Gedankenlosigkeit.

Und manchmal sehe ich sie an, und frage mich, ob ich auch so aussah. Ich weiß es, ich weiß wie ich aussah, vor 1 1/2 Jahren noch, gar nicht lange her, ich kenne die Polizeifotos.



Am 26. Juni diesen Jahres ging eine weitere Freundin von mir. Sie Freundin zu nennen ist untertrieben, sie war so etwas wie eine kleine Schwester für mich, sie war ein unglaubliches Mädchen voller Persönlichkeit.

Zuerst schmiß sie sich Hustenstiller rein, jeden Tag. Dann kam ein wenig Tramal dazu, und dann starb sie ebenfalls an einer Überdosis Heroin. Sie war 21 Jahre alt.



Warum ich im Moment stocknüchtern vor meinem PC sitze, um jetzt gleich in mein Bett zu gehen und morgen früh zur Arbeit zu gehen, wie ein ganz normaler Mensch, das weiß ich nicht, das kann ich nicht erklären. Es gab kein Klick und keinen Moment, der etwas verändert hat, außer der Erkenntnis, dass ich es wenigstens versuchen kann, denn wenn ich scheitere, habe ich trotzdem nichts verloren.



Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,

die sich über die Dinge zieh’n;

ich werde den Letzten vielleicht nicht vollbringen,

aber versuchen will ich ihn.




(R. M. Rilke)




Wenn ich eines gelernt habe, dann, dass ich nie wieder sagen werde "es geht nicht", ohne es versucht zu haben.

Wenn ich heute einmal einen Topf rauche, dann kann ich es genießen. Und ich hoffe, es wird auch der Moment kommen, an dem ich mal wieder einen Trip starten können werde oder eine Nase ziehen werde, ohne danach gleich wieder maßlos zu werden und mehr zu wollen. Das mehr bringt nicht mehr. Das Gefühl, das man hatte, als man das erste Mal eine Droge genommen hat, kann man nicht mehr wiederholen, auch dann nicht, wenn man sich 10 Mal am Tag etwas davon reinzieht.

Der Cocktail nach einem langen Arbeitstag gemeinsam mit Freunden in der Lieblingsbar ist besser, als der 3. Vodka pur am frühen Morgen um 8 Uhr, der lediglich dazu dienen soll, die lästige Übelkeit und die Schweißausbrüche zu bekämpfen.



Ich habe ein Spiel gespielt, bei dem es keine Gewinner geben kann. Das ist mir heute klar.



Vorerst wird das das letzte Update seien- bis zu dem Tag, an dem ich wieder vom Weg abkommen werde. Drückt mir die Daumen, dass es bis dahin noch lange dauert. ;)

und bis dahin- wünsche ich euch allen ein gutes Jahr 2012. ^^




.Epilog.



Für A.

Die größte Lücke, die die Drogen in mein Leben gerissen haben, war dein Tod.

Vielleicht sind du und N. einer der Gründe, warum ich heute vorsichtiger geworden bin. Warum ich nicht mehr einfach irgendetwas packe und es in mich reinschmeiße, hauptsache fort. Denn das fort geht unendlich schnell, das habt ihr mir gezeigt.

Vielleicht bist du auch einer der Gründe, warum ich heute darum kämpfe, eine Zukunft zu haben. Etwas in diesem Leben zu hinterlassen, das mehr wiegt, als nur mein blasser Leichnam in einer vermüllten Wohnung, mit einer Nadel in meinem Arm.

Danke, für alles, was du mich gelehrt hast.

Ich werde dich immer lieben. Schlaf gut, kleine Schwester.

Ich werde weitermachen, und ich nehme dich mit, wenn ich eines Tages mein Abitur geschafft habe und in einer Psychologie-Vorlesung in der Uni sitze, dann wirst du neben mir sitzen.

Bis irgendwann.

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24.08.2013




Das langersehnte Update. Irgendwie dachte ich mir- ich bin gerade so nüchtern, ich könnte es schreiben. Und so langsam ist es an der Zeit. Es ist nicht mein Stil, etwas mit einem "Happy End" ausklingen zu lassen, das eigentlich schon längst nicht mehr existiert. Es wäre- unehrlich, nicht nur mir selber gegenüber, hier nicht weiterzumachen.



Wo war ich stehen geblieben?

Bei dem Jahr, in dem ich nüchtern war. Das war ich auch, eine lange, lange Zeit. Lange zumindestens für meine Verhältnisse.



Vielleicht sollte ich euch heute einfach erzählen- dass Betäubungsmittel nicht nur die Macht haben, das eigene Leben zu zerstören. Sie machen so viel mehr kaputt als nur das.



Da war dieser Mann, von dem ich geschrieben habe, den ich geliebt habe. Der, mit dem ich gemeinsam verurteilt worden bin, der, mit dem ich mir gemeinsam geschworen habe, ein sauberes Leben zu führen, ohne Lügen, übermäßige Drogen und Kriminalität.

Wir haben uns gegenseitig an den Abgrund geführt, Hand in Hand, und als wir es erkannt haben, blieb uns nur noch die Wahl, zu springen.



Ihm ist es schwerer gefallen als mir, vielleicht wollte er es auch nie. Er hat irgendwann in dieser Zeit, in der ich so unglaublich nüchtern war, begonnen, jeden Tag zu kiffen. Kein Gras, sondern synthetische Cannabinoide, im Laufe der Zeit haben sie ihren Namen zig Mal geändert- ob nun Lava oder Bill oder KingKong- es macht keinen Unterschied, wie ich dieses seltsame Zeug nenne- Faktum ist, es hat mir zerstört, was Gras nicht schaffen konnte.

Habt ihr schonmal erlebt, wie einen dieses Zeug f*ckt? Legal heißt nicht harmlos, so viel hatte ich ja sowieso schon längst begriffen.

Ich weiß nicht, wieviele Tütchen davon er am Tag geraucht hat. Und damit meine ich nicht Joints, sondern Packungen vom dem Zeug. Irgendwann habe ich angefangen, abends ein, zwei Töpfe mit ihm zu rauchen, weil wir uns schon längst zu fremd waren. Er war mal auf Therapie und kam wieder zurück, und nichts hatte sich verändert. Ich bin mir sicher, dass er noch mehr zu sich nahm als nur das, aber er hat es versucht zu verheimlichen. Irgendwann kam auch der Alkohol dazu. Im Nachhinein betrachtet- war klar, wie es enden würde, und doch habe ich es nicht gesehen oder wollte es nicht sehen. Wenn ich meine Augen fast geöffnet hatte, habe ich dann doch mal einen Topf bei ihm mitgeraucht, und schon war alles wieder in Ordnung. Zwei Mal ist er mir gegenüber handgreiflich geworden. Ich hätte damals, als ich ihn kennenlernte, die Hand dafür ins Feuer gelegt, dass er genug Ehrgefühl besitzt, um soetwas nie zu tun. Es waren keine großartigen Momente, aber einer von ihnen ist der, der mir bis heute in Erinnerung geblieben ist.



Wir standen im Badezimmer, haben uns angeschrien, wegen irgendeiner Kleinigkeit. Er hat mich am Hals gepackt und gegen die Wand gedrückt. Ich weiß noch, dass ich realisiert habe, dass ich keine Luft mehr bekomme, aber es war mir egal. Kurzzeitig dachte ich- es kann sein dass er dich ausversehen umbringt. Aber es war mir egal, ich hatte keine Angst. Das Schlimmste an diesem Moment waren seine Augen, seine leeren Augen und der Hass, der in ihnen mir gegenüber entgegenloderte.



Ein paar Monate später, im November letzten Jahres, 2012, als ich nachmittags von der Arbeit kam und er schon betrunken war und randalierte, bin ich gegangen. Hals über Kopf, meine Hunde und ein paar Taschen dabei, aus meiner eigenen Wohnung geflohen.

Heute habe ich noch ab und an Kontakt zu ihm. Er ist wohl wieder gut dabei, schon längst wieder beim Kokain gelandet, und lebt wieder sein altes Leben. Vielleicht das, das er immer leben wollte. Aber manchmal habe ich das Gefühl- ich kenne ihn nicht mehr. Es ist nicht der Mann, mit dem ich zusammengekommen bin, mit dem ich fast 4 Jahre meines Lebens verbracht habe, und den ich heiraten wollte. Und ich bin wohl auch nicht mehr die Selbe.



In der Zeit danach, in der ich mir eine neue Wohnung gesucht habe, notdürftig bei einer Freundin in ihrem kleinen Appartment mit meinen Hunden untergekommen war und mich trotzdem noch irgendwie in die Schule und in die Arbeit schleppte- da habe ich aufgegeben. Erst jeden Abend Bill und Co, dann wieder Gras ("Ach, komm schon, du hast ja eh meistens fast nen Monat Zeit bis du zum Drogenscreening musst."), dann jeden Abend Zopiclon und Alkohol gegen die Schlaflosigkeit, dann mal zwischendrinnen LSD, Teile und Tramal mit Freunden, ein paar Mal eine Nacht auf Pep, einmal Lachgas- bei Weitem nicht so, wie ich es früher betrieben habe, aber genug, um nicht mehr behaupten zu können "Ich bin clean."



An einen dieser Peptrips werde ich mich immer erinnern. Niemals zuvor hatte ich am nächsten Tag solche Atembeschwerden und Herzrasen, dass ich noch nicht einmal in der Lage war, zu arbeiten am übernächsten Tag- nach einer Stunde musste ich kapitulieren und mich krankschreiben lassen. Ich konnte nicht einmal zwei Schritte vorwärts gehen und dachte- das wars dann nun, nun musst du ins Krankenhaus und alles fliegt auf. Es ging vorbei. Ich dachte mir "Nie wieder Amphetamine.", und tat es trotzdem noch 3,4 Mal bis heute.



Was auf die Trennung folgte war ein dauerndes Auf und Ab. Die erste Zeit war die Schlimmste, heute bin ich wenigstens auf einem Level, an dem das abendliche Kiffen reicht- das allerdings seit ein paar Monaten am Stück.

Und dann auch nur Gras- weil ich auf dieses synthetische Zeug doch immer schlechter klarkomme als auf einfaches, normales Gras, weil mein Gehirn immer mehr zu Brei wird und mein Körper nach ein paar Tagen nur im Zombiemodus läuft.

Und wie es das Schicksal so will, werde ich nächste Woche ein Drogenscreening für das Amtsgericht abgeben müssen. Meine Bewährung wäre am 21.10. diesen Jahres vorbei gewesen.

Der Anwalt meint, ich kann mit einer Bewährungsverlängerung von 2 Jahren rechnen- wenn es schlecht läuft, muss ich rein. 4 Monate von den 6 werde ich drinnen sein, schätzt er, danach entlassen sie mich vorläufig.

Ob 4 oder 6 ist auch egal, im Mai hätte ich mein Abitur gemacht, ich habe keine Ahnung wie ich die Wohnung halten soll in der Zeit und wohin mit meinen Tieren. Aber noch versuche ich, darüber nicht nachzudenken- nicht den Teufel an die Wand malen bevor es geschehen ist.



Ja, ich weiß, das war jetzt alles ziemlich kaltherzig runtergeschrieben. Anders kann ich damit aber auch nicht umgehen, und ich denke, für ein einfaches Statusupdate sollte es reichen.

Immerhin erfüllt es seinen Zweck- ich versuche mich gerade mit Vodka zufrieden zu geben, anstatt noch etwas zu rauchen aufzutreiben- was jetzt, so kurz vor dem Screening, noch mehr Idiotie als alles andere wäre. Und so langsam ist es spät genug, um ins Bett zu gehen, und sowieso niemanden mehr zu erreichen. Ziel erreicht.



Inzwischen sollte sowieso jeder, der mich kennt und hier drüber stolpert, wissen, wer ich bin. Deswegen von hier aus mal ein Danke an meine Freunde, ohne die ich sicher nicht jetzt noch hier sitzen würde.

Und an ihn: Nein, ich will dich nicht zurück, auch wenn ich hier einen endlosen Text über dich und mich verfasst habe. Du bist und bleibst ein Teil von meinem Leben, den ich nicht ausklammern kann und will.




Zitat:

Du sollst wissen dass es mir gut geht und

dass ich leben kann ohne dich. Viel besser.

Ich schreibe dir, ab und an, eher selten- von

den tollen Sachen die ich mache und

wie gut es mir geht ohne dich. Viel besser.



Und dann schalte ich das Licht aus und

heule den Mond an wie ein räudiger Hund

der vergessen hat, wo sein Zuhause ist und

der nicht weiß, ob er jemals eines hatte.

23.01.2013





Ich habe begriffen, was es heißt, süchtig zu sein. Ich habe begriffen, was es heißt, sich selber zu belügen, immer und immer wieder.

Was wäre aus uns geworden, ohne die Drogen? Wo würden wir heute stehen, er und ich? Hätten wir eine Chance gehabt, oder haben wir die von Anfang an vertan?

Hätten wir uns überhaupt jemals kennengelernt?

Ich weiß es nicht, und ich finde keine Antwort auf meine Fragen. Ich finde keine Antwort darauf, was aus mir werden soll. Ich weiß es, theoretisch, ich weiß, was ich will. Aber warum- warum setze ich immer wieder blind alles aufs Spiel? Warum mache ich das, wenn mir doch angeblich eine Zukunft so viel bedeutet?



Ich denke mal, ein Update kommt, so oder so wieder. Vielleicht dann etwas mehr, etwas flüssiger, etwas weniger wirr und etwas erwachsener. Wer weiß das schon. ;)

Das heutige Update nehme ich für mich selber als Vorhaben- wieder ein Stück weiter zurückzurudern. Die nächsten Nächte mal einzuschlafen, ohne mich vorher betäubt zu haben. Die nächste Zeit. Mal sehen, wie weit ich den Weg dieses Mal vorran komme, ohne mich in Illusionen zu verrennen.



Danke fürs Lesen, wie immer.






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