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Langzeit-Berichte lesen

Übersicht:

Titel:Bis zum letzten Tropfen ; Komasaufen als Hobby
Droge:Alkohol
Autor:bizzlleicht
Datum:14.03.2017 16:30
Nützlichkeit:9,26 von 10 möglichen   (328 Stimmen abgegeben)

Bericht::

Hallo liebe LdT-Mitglieder, ich wollte schon seit längerer Zeit meinen Langzeit-Bericht über die Droge Alkohol schreiben.

Die Droge, die von allen akzeptiert wird und trotzdem oder gerade deswegen vieles kaputt macht.

Man muss keine 10 Jahre oder länger Alkoholiker sein, um Schaden zu nehmen...



Der Tripbericht umfasst meine Jugendjahre von 13 bis 20, welche von 2005 bis 2012 waren.

2012 schrieb ich auch diesen Langzeitbericht.

Seit dem gebe ich in unregelmäßigen Abständen Infos in Formen von Nachträgen über meinen derzeitigen Zustand. (Stand Herbst 2016)



Aber nun viel Spaß beim Lesen und bleibt vernünftig ;)



Ich kann nicht bis ins letzte Detail gehen, da ich viel zu viel erlebt habe, weswegen ich euch immer Auszüge und die Gesamtlage beschreiben werde. :





Die ersten Züge



Angefangen Alkohol zu konusmieren habe ich mit 13.

Es war damals eigentlich immer das gleiche : Ich traf mich mit meinen beiden besten Freunden und 1-2 Flaschen Wein. Ganz selten war es auch Bier, dann aber kein pures, sondern eines dieser total übersüßten Mischbiere.

Unsere geheimen Treffpunkte waren immer so gewählt, dass uns beim Trinken niemand erwischen konnte. Beispielsweise auf Feldwegen, abseits gelegenen Spielplätze etc...

Zusammen tranken wir die Flaschen aus und schlichen uns angesäuselt nach Hause.

Das geschah damals ungefähr einmal im Monat.



Mit 14 dann erbrach ich mich das erste Mal vom Alkohol.

Wir kamen in den Besitz einer Flasche Schnaps.

Jeder von uns drei wollte den größten Schluck aus der Flasche nehmen.

Das Ende vom Lied war, dass man mich sehr früh nach Hause brachte und ich mich mehrmals übergeben musste.

Meine Eltern waren damals allerdings noch zu gutgläubig, als dass sie nur im Traum daran dachten, dass ich sturzbesoffen war. Sie dachten schlichtweg an eine Magen-Darm-Erkrankung.



Schleichend wurden die Abstände zwischen den einzelnen Treffen kürzer.

Statt an geheimen Orten zu trinken entschieden wir uns immer häufiger für Orte, an denen man uns sah.

Dadurch dauerte es auch nicht lang, bis um uns Drei eine Clique entstand.



Mit 15 trank ich fast jeden Freitag und Samstag.

Das lag vor allem daran, dass es cool war zu trinken.

Ich lernte immer mehr neue Leute kennen, mit denen ich mich super verstand.

Geheim war ab diesem Zeitpunkt gar nichts mehr.

Ich wollte, dass jeder weiß , dass ich viel und oft Alkohol trinke.

Meinen Selbstwert definierte ich durch meinen Konsum. Und es klappte erstaunlich gut.





"Das erste Mal"



Doch mit 15 geschah es auch zum ersten mal, dass ich einen Komplett-Absturz hatte :



Ich wohnte in einem Dorf in einer Weinregion, in dem es jährlich ein Weinfest gab.

Ich trank ca 8 Weißweinschorlen und ich glaube ein paar Gläser Sekt.

Danach torkelte ich so sturzbesoffen über das Weinfest, dass mehrere Besucher des Festes, die meinen Vater kannten, diesen holten..

Logischerweise ließ ich vorher keine Möglichkeit aus, mich bei meinen Freunden zu blamieren.

Zum Beispiel verriet ich einer Freundin, dass ich in sie verliebt war.

Ich habe mich bis heute nicht getraut zu fragen, was sie daraufhin gesagt hat.

Erinnern kann ich mich an nichts mehr, nur weiß ich, dass sie nicht gesagt hat :" Ich liebe dich auch mein Schatz".

Als mein Vater mich abholte konnte ich nur noch Kauderwelsch von mir geben und meine Beine unkoordiniert von mir strecken.

Er musste mich auf dem Heimweg stützen.

Zu Hause erbrach ich mich erst in die Toilette, dann neben diese.

Danach war ich besinnungslos.

Ich lag lediglich nur mit Boxershorts bekleidet vor der Toilette.

Mein Vater trug mich ins Bett, in welches ich mich in der Nacht noch einmal erbrach.

Die ganze Nacht war entweder mein Vater oder meine Mutter bei mir, um sich sicher zu sein, dass ich nicht an meiner Kotze ersticke, meine Zunge verschlucke oder ähnlich hässliche Dinge mit mir passieren.

Am nächsten Morgen wurde ich von meinem Vater geweckt, der mich erst fragte, ob ich überhaupt noch etwas wüsste. Ich verneinte und bekam die Geschichte, die ich oben beschrieben habe zu Ohren.

Ich schämte mich so heftig, dass ich bestimmt eine Stunde in meinem vollgekotzten Bett liegen blieb, ehe ich aufstand und mich traute mein Zimmer zu verlassen.

Ich schämte mich nicht, für meinen Absturz selbst, sondern dafür, dass es so viele Leute auf dem Weinfest mitbekamen.

Ich schwor mir nie wieder viel zu trinken.



Doch das sollte ich mir noch häufig schwören.







Scheinbare Besserung





Nach diesem Absturz glückte es sogar eine längere Zeit halbwegs nüchtern zu bleiben.

Zwar war ich immer noch sehr oft unterwegs und trank auch immer Alkohol, dennoch verlor ich nie endgültig die Kontrolle, da ich mich immer an meinen peinlichen Abriss auf dem Weinfest erinnerte.

Auch meine erste Freundin führte dazu, dass ich mich "benomm", wenn ich trinken ging.

Auch hier gab es natürlich Ausnahmen:

Ein Tag vor Silvester, ich war inzwischen 16, soff ich mich bei einem Freund bis zum Erbrechen.

Ich leerte eine Flasche Likör alleine und kotzte die ganze Nacht. Mein Freund nahm alles mit dem Handy auf und machte auch Tage danach noch sehr zu meinen Ungunsten kein großes Geheimnis aus dem Video. Mehr Leute als mir recht waren wussten von dem Video.

Die meisten lachten über das Video und über mich. Nur einmal wurde ich gefragt, weshalb ich das denn gemacht hatte. Darauf verwies ich auf einen Streit mit meiner Freundin.



Rückblickend betrachtet war das dennoch meine "brave Zeit". Zumindest im Hinblick auf den Alkohol.

Mit Karneval, kurz vor meinem 17. Geburtstag war dann alles zu Ende :









Saufen bis der Krankenwagen kommt





An Karneval kann ich mich kaum noch erinnern, ich weiß nur dass ich sehr viel 72% Rum geext habe, was mich sehr schnell zerstört hat.

Ich feierte erst in meinem Dorf und wollte dann mit meinen Freunden in die nächstgrößere Stadt fahren - mit dem Linien-Bus selbstverständlich. Ich weiß eigentlich gar nichts mehr, ich habe weder den Karnevals-Zug noch die Feierei mit meinen Freunden mitbekommen. Nur Fragmente bleiben mir von diesem Tag.

In der nächstgrößeren Stadt habe ich mich bis auf die Knochen blamiert. Ich bin an irgendeiner Haltestelle ausgestiegen, um zu urinieren und mich anschließend zu erbrechen. Meine Freunde hatten nicht rechtzeitig bemerkt, dass ich einfach mal so ausgestiegen bin, weshalb sie mich später suchten und einsammelten. Irgendwann an dem Tag habe ich auch meine Hose + Unterhose runtergezogen. Videos beweisen das...

Wenn ich mir solche Videos anschaue, sehe ich mich nicht selbst. Ich fühle mich wie ein Tier, das verwundert in einen Spiegel schaut, da es sich selbst nicht erkennt. Nicht erkennen kann.



Später an dem Tag waren meine Freunde und ich bei McDonalds. Dort habe ich irgendwo hingekotzt. Wohin wurde mir nicht erzählt. Dann bin ich zusammengebrochen. 2 Personen, keine Ahnung wer, haben mich an die frische Luft auf eine Bank getragen, auf welcher ich mich noch mehrmals erbrach. Irgendwer muss dann den Krankenwagen gerufen habe, welcher mich abholte. Bei den Untersuchungen kam heraus, dass ich 2,9 Promille hatte.

Ein Wert der mich bis heute schockt.



Ein Taxi brachte mich anschließend nach Hause, wo mich meine Eltern ins Bett trugen und wieder Nachtwache schoben. Der Begriff Nachtwache passt hier nicht hin. Als ich heimgebracht wurde war es 18 Uhr ungefähr...





"Wer nicht kotzt säuft nicht am Limit"







Ich lernte nicht aus dem Vorfall.

Mit 17 kam eine Zeit, in der ich einen ziemlich kranken Haufen Freunde hatte.

Wir waren die Generation Koma.

Es war cool zu kotzen, da dies ein Zeichen war, dass man sehr viel getrunken hatte.

Im Sommer trafen wir uns immer an einem Ort mitten im Feld. Dort standen ein festmontierter Tisch und zwei Bänke umgeben von Bäumen. Dieser Ort war relativ weit ausserhalb, was uns zu gute kam, da man im Endeffekt machen konnte was man wollte, da man ungestört blieb.

Meistens stellten wir dort Zelte auf und campten.

In den Sommerferien waren wir mindestens 2 mal die Woche da und bei jedem treffen trank ich so lang bis ich kotzte. Meine Erinnerungen sind sehr getrübt, wenn ich mich zurück erinnere. Zum einem vom Alkohol und vielleicht auch, weil ich mich heute nicht wieder erkenne.

Es gab Wochen in dieser Zeit, in denen ich fast täglich kotzte.

Ich war angesehen dafür, dass ich immer bis zum geht nicht mehr trank.

In der Zeit sind viele Videos entstanden, hässliche Videos, auf denen ich ankündige, dass ich mich gleich erbrechen werde und es im Anschluss verwirkliche.

Die meisten Videos existieren auch heute noch. Sie werden auch das ein oder andere mal noch abgespielt und wie Trophäen rumgereicht.

Es gibt für mich wenig schlimmeres als diese Video. Es ist mir hochpeinlich und gewissermaßen auch entwürdigend. Und das, obwohl man nur sieht wie ich bin/war.

Das macht mich sehr traurig.



In dieser Zeit betrog ich meine Freundin auch das erste Mal, was mir bis heute unendlich leid tut, auch wenn es nicht das letzte Mal sein sollte.

Desweiteren musste zum Zweiten ein Krankenwagen anrücken, dieses Mal aber weil ich mir die Nase im Vollsuff brach.



Als die Sommersaison zu Ende war, war noch lange nicht das große Saufen zu Ende.

Viele böse Eskalationen folgten. An einem Abend schlug ich in einer Disco allerdings so über die Stränge, dass ich trotz Freundin ein Mädel mit nach Hause nahm. Wieso sie überhaupt mitgekommen ist und ob ich Sex mit ihr hatte weiß ich nicht, meine Erinnerung ist komplett ausgelöscht.

Am nächsten morgen wachte ich neben eben diesem Mädel auf.

Es war allerdings nicht so wie so etwas in Filmen gezeigt wird. Uns beide trennte eine Kotzlache und ich hatte starke Schmerzen. Nach dem ich sie mehr oder weniger verscheuchte begann für mich der bis dahin schlimmste NAchmittag meines Lebens. Mein Körper weigerte sich irgendetwas nur aufzunehmen - selbst Wasser kam mir nach spätestens 10 Minuten wieder zum Mund raus. Ausserdem hatte ich extreme Schmerzen im kompletten Bauchbereich. Ich konnte mich kaum rühren. Selbst in der Woche darauf waren die Schmerzen noch vorhanden, weshalb ich mir schwor nicht mehr abzustürzen.









(K)Ein Ende in Sicht







Meine Einstellung hatte sich leicht geändert, ich wollte nicht mehr bis zum Erbrechen trinken, sondern lieber gemütlich. Das gelang allerdings nicht ganz so. Geschätzt 2mal im Monat präsentierte ich meinen Mageninhalt.

Erst als ich meine Freundin ein weiteres Mal betrog und sie mich daraufhin verließ änderte sich etwas. In der ersten Zeit nach der Trennung schoss ich mich regelmäßig ab. Ich wusste, dass ich die Schuld hatte, dass ich meine Große Liebe verloren hatte.

Doch mit der Zeit merkte ich auch, dass vorallem der Alkohol Schuld war. Mein immer florierender Freundeskreis brachte mich zu dieser Zeit dann auch zu einem Freund, der kein Alkohol trank und sich sehr gut mit mir Verstand. Mit diesem Verbrachte ich jedes Wochenende und viele Wochentage.

Obwohl er nichts trank, gingen wir immer weg, in Discos, Kneipen, Bars - und trotz allem hatte er immer Spaß, was ich bis heute an ihm bewundere. Ich lernte durch ihn, dass man auch ohne zu saufen Spass haben kann. Ich war un 18 und - so schien es zumindest - vernünftig.

Und ausgerechnet in dieser Zeit geschah es, dass ich mich abermals zu Grunde richtete : Zweimal innerhalb von 2 Wochen soff und kiffte ich mich besinnungslos. Ich war nie der große Kiffer oder Drogennehmer und obwohl ich wusste dass ich keine Kiff auf Alk vertrage, tat ich genau das zweimal innerhalb von zwei Wochen. Das zweite Mal wachte ich am nächsten Tag in der Ausnüchterungszelle auf. Das ist kein schönes Erlebnis...

Und schon wieder gab es peinliche Videos von mir, dieses mal sogar bei Leuten, die ich nicht kannte - manche kenne ich bis heute nicht. Ein paar Freunde wandten sich nach diesen Ereignissen, auf dessen schmutzige Details ich nicht eingehen möchte, von mir ab. Sie waren mit so einem wie mir schlichtweg überfordert.





Erneut war ich mir sicher, dass ich jetzt aber endültig aus der ganzen Geschichte gelernt haben muss, so dumm kann ich doch gar nicht sein, dass ich immer noch weiter saufe.







Erste Erkenntnis







Ich soff nur noch selten, da ich nicht mehr abstürzen wollte. Ich begriff, dass ich ein Problem mit diesem allseits geliebten Stoff hatte. In dieser Zeit lernte ich auch meine jetzige Freundin kennen.

Doch auch sie konnte nicht verhindern, dass, wenn ich wegging - egal ob mit oder ohne ihr- ich mich zugrunde soff. Sie weinte dann immer, wenn ich mich stockbesoffen übergeben musste und keinen deutschen Satz mehr herausbekam.

Damit konnte ich allerdings nicht viel anfangen.

Ich sah zwar den Zusammenhang zwischen Suff und Trauer, doch aus das reichte nicht aus, um mein Muster zu ändern.

Ich war psyschisch kaputt, da ich merkte, dass hier etwas aus dem Ruder lief. Ich sagte mir selbst und auch meinen Freunden : "Ich trinke heute nicht so viel" und kotzte doch letztenends.

Es wurde immer schlimmer.

Mit 19 Jahren gab es keinen Abend mehr ohne Filmriss und Kotzen. Im Vollrausch brach ich mir meine Schulter und riss mir die Bänder.. Die Folgen dieses Bruches trage ich heute, anderthalb Jahre später immer noch.

Eine gequetschter Fußzeh, sowie eine bis heute vernarbte Fingerkuppe, da sie damals eine tiefe Schnittwunde besaß, sollten auch noch folgen.



Unter der Oberfläche spürte ich noch größere Schmerzen. Fast jeder Abschuss brachte Peinlichkeiten und/oder schockierte Anwesende.



Das Hardcoresaufen war schon lange nicht mehr cool. Für niemanden. Ich wurde immer mehr zur Lachnummer.





Endgültige Erkenntnis?





Der Schlüsselmoment war, als ich auf den Geburtstag eines Freundes meines Bruders ging.

Ich wollte nicht lange bleiben und auch eigentlich nicht viel trinken.

Es endete damit, dass ich in der Küche des Freundes in Töpfe pisste und nach Hause geschleppt wurde. Dort war ich meiner Mutter sehr aggresiv gegenüber, was bei mir vom Alkohol zuvor erst einmal ausgelöst wurde.



Am nächsten Tag hätte ich arbeiten müssen.Ich verdiente mir neben der Schule etwas Geld als Küchengehilfe hinzu. Morgens war ich jedoch noch nicht in der Lage zu sprechen, so besoffen war ich. Erneut war mein Bett vollgekotzt. Viel zu oft für mein Alter hatte ich schon Bekanntschaft mit Restpromille am Nächsten morgen/mittag gemacht.

Doch an diesem Tag wurde ich nicht mehr nüchtern. Ich war bis abends voll.

Den ganzen Tag kauerte ich mit Schmerzen im Bett. Nur zum Kotzen stand ich auf. Erneut blieb weder Nahrung noch Leitungswasser in mir drin.Selbst am Abend konnte ich noch nichts zu mir nehmen.

So gegen 11 ging ich zu meinen Eltern und sagte ihnen unter Tränen, dass ich so nicht weiter leben kann, dass ich eine Therapie brauche, um vom Alk loszukommen.

Meine Mutter weinte vor Erleichterung.

Ein paar Tage später erzählte sie mir, dass immer, wenn ich stark betrunken war, sie alle paar Stunden aufwachte, um zu schauen, ob ich noch lebe, da es oft vorkam, dass ich mich selbst nachts noch erbrach.

Desweiteren sagte sie, dass immer wenn ich unterwegs war sievor Sorge nicht mehr schlafen konnte und für mich betete.

Ich liebe meine Mutter und als sie mir das erzählt hat, hat es mir das Herz gebrochen, ich fühle mich bis heute schuldig für mein Verhalten.

Weder meine Mutter noch mein Vater hatten mein Verhalten verdient. Sie trifft keinerlei Schuld. Ich hatte eine sehr wohlbehütete, schöne Kindheit.









Der Nutzen meiner Therapie





Ich kam also in eine Therapie, allerdings in eine Verhaltenstherapie, da meine Psychologin keine Alkoholsucht sah, sondern eher eine Verhaltensproblem. Sie sagte, dass ich meine Grenzen generell nicht richtig kennen würde und so etwas.

Es war nun Herbst geworden und ich befand mich in den Anfängen des Abitur-Stresses.

Ich trank nun aufgrund der Therapievorgabe und aus eigenem Willen heruas gar kein Alkohol mehr. Ich sagte allen, dass ich Aufgrund des Abiturs es mir nicht erlauben könne, etwas zu trinken.

Das klappte auch bis zum Abitur gut. Nur an Silvester trank ich. Erstellte mir dafür aber sogar einen Plan, dass ich ja nicht zu viel trinke.



Nach dem Abitur fing es allerdings wieder an. Ich trank wieder bis zum Erbrechen und ich fragte mich, weshalb ich überhaupt in einer Therapie war. Ich gaukelte mir selbst vor, dass ich zwar wieder bis zum Erbrechen trank, dies aber alles in Ordung sei, solang ich nicht komplett abstürzte.

Das gelang natürlich nicht.

Durch die Metamorphose von Handy zu Smartphone gab es auch immer peinlichere Videos und Photos von mir. Es sind momentan bestimmt gut und gerne allein 5 Bilder von mir unterwegs, auf welchen ich blank gezogen habe.



Es war ab dann immer ein Wandel zwischen gar nichts trinken und bis zum Knock-Out trinken.

Ich bin 20 Jahre alt, befinde mich in einer Therapie und kenne es nicht "gemütlich" zu trinken.

Ich beneide die Leute, die es können. Ich kann es nicht.

Vor 2 Wochen hatte ich mal wieder einen peinlichen Höhepunkt, bei dem ich erst inmitten von Leuten auf einem Fest unter einen Biertisch urinierte, dann auf einem öffentlichen Platz mich erbrach, um in Anschluss bessinungslos auf dem Boden zu liegen. Ich hatte Glück, dass ein Freund mich mit dem Auto mitnahm, da besorgte Besucher des Festes einen Krankenwagen rufen wollten.









Momentan trinke ich mal wieder keinen Alkohol, anscheinend geht bei mir nur 0 oder 100.

Ich schäme mich für meine Abstürze. Eigentlich hasse ich Alkohol, doch habe ich zu viel mit ihm erlebt, dass ich sagen kann, dass ich froh wäre, würde es ihn nicht geben - er ist ein Teil meiner Identität.

Ich habe äusserliche Wunden davon getragen, aber auch innerliche.

Ich fühle mich zum Teil entwürdigt, da ich oft Dinge getan habe, die einfach nur peinlich und abstoßend sind. Vieles will ich rückgängig machen, doch ich kann es nicht. Ich hoffe, dass ich endlich vernünftig werde, denn auch wenn ich es einmal cool fand ein Komasäufer zu sein, würde ich diesen Zustand gerne ändern. Aus Spaß wurde ein Problem, ein ernsthaftes Problem, an dem ich ohne Personen, die mir immer wieder geholfen haben, zB in dem sie mich ins Bett hievten, mich alle paar Stunden kontrollierten oder mir beim Kotzen halfen, drauf gegangen wäre.





Ich hoffe ich habe euch nicht all zu sehr mit meiner Geschichte gelangweilt - und selbst wenn, das Schreiben tut meiner Seele gut :)















NACHTRAG :



Es ist jetzt 2013 und das einzige, das sich geändert hat ist, dass sich an meinem alten Muster nichts geändert hat. Ich trinke wieder und höre nach einem Absturz wieder auf zu trinken - mit starken Gewissensbissen. Die Abstände werden immer kürzer zwischen Trinken und Aufhören.

2012 war ein Jahr, welches gut anfing und immer schlechter wurde, leider nicht nur beim Alkohol. Doch trotz erneutem Scheitern blicke ich optimistisch in die Zukunft. Denn ich bin bereit einen weiteren Schritt zu gehen; ich bin bereit meine Freunde, mit denen ich trinke, aufzugeben. Ich ziehe um, 80km, und habe nicht vor wochenends nach Hause zu kommen, um mit meinen Freunden trinken zu gehen. Ein Neuanfang wird alles richten hoffe ich, denn ich bin es leid Alkohol zu trinken, ich bin es leid mich zu blamieren und ich bin es leid über meine Laster beschrieben und identifiziert zu werden. Mein Selbstbewusstsein war gegen Herbst aufgrund privater Tiefschläge ausgelöscht, weshalb ich mir sorgen mache, dass ich alles, was ich mir vorgenommen habe schaffe, aber ich werde kämpfen und wenn es zu brenzligen Situationen kommen sollte brutal ehrlich sein.

















Nachtrag 20.11.2013





Seit Sommer 2013 bin ich nun von zu Hause weg. Und das ist auch gut so. Die Sauferei ist besser geworden. Zwar kann ich immer noch nicht trinken ohne mich zu betrinken, doch tiefpeinliche Blamagen oder komatöse Zustände gab es keine mehr. Das bedeutet leider nicht, dass ich den Alkohol unter Kontrolle habe.

Meine Säufer-Freunde habe ich immer noch, ich gehe auch noch mit Ihnen weg. Allerdings viel seltener, da es ja immerhin 80km sind, die mich von Ihnen trennen und auch, weil ich momentan viel um die Ohren habe.

Aktuell bin ich seit 4 Wochen clean. Nachdem ich bereits im Sommer 4 Wochen clean war und dann von jetzt auf eben alle guten Vorsätze über Bord geworfen habe und wieder angefangen habe mich zu besaufen, habe ich einen notwendigen Schritt getan : Klaren Tisch. Meine Freunde wissen genau, weshalb ich nichts trinke. Das, was vorher ein offenes Geheimnis war ist keins mehr. Der Zwang zu trinken ist momentan nicht mehr vorhanden, es versucht auch niemand mehr mich zu überreden.

Bei vielen Versuchen, endgültig aufzuhören hatte ich eine Stimme im Hinterkopf, die mir sagte, dass es eh nicht klappen wird. Bis jetzt hatte diese Stimme auch immer recht. Doch ich bin optimistischer denn je.







Vielen Dank an alle, die mir im Forum geschrieben haben.

Ein großes Kompliment an eure Tipps, Ratschläge und Offenheit.

Danke.









Nachtrag 21.02.2014







Ich bin seit Herbst 2013 alkoholfrei.

Komplett.

Ich vermisse nichts. Es fällt mir mittlerweile leicht Alkohol auszuschlagen. Es dürften knapp 4 Monate in kompletter Abstinenz sein. Ich weiß, dass diese Zeit zu kurz ist um eine Prognose zu stellen.

Jedoch kann ich mir nicht vorstellen mich jemals wieder zu besaufen.













Nachtrag 28.07.2014 :







Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.



Fast hätte ich es geschafft ein Jahr abstinent zu bleiben.



Nun gut genau genommen war mein erster Absturz schon wieder an Ostern, doch war dieser eine wirklich einmalige Sache, die nichts an meiner Grundeinstellung änderte. Ich wollte weiterhin trocken bleiben.



Doch ein Anfall von Hochmut und Selbstüberschätzung führte dazu, dass ich mal wieder den Versuch startete "gemütlich einen zu trinken".



Dass ich dabei Dinge tat, die mir das Gefühl geben, dass ich mich bei den anwesenden Personen nie mehr blicken lassen kann und mich das momentan auch nicht traue ist nicht das schlimmste daran.

Ich bin fast drauf gegangen. Ich habe mich in eine lebensgefährliche Situation gesoffen, welche nur durch das Einwirken Dritter entschärft werden konnte. Ich hatte eine schlimme Verletzung bzw. meinen Tod quasi vor Augen.





Und nun? Keine Ahnung. Ich habe schon zweimal für mindestens 9 Monate aufgehört Alkohol zu trinken. Letztendlich hat aber auch das nichts gebracht.

Ob ich den Absprung jemals schaffe? Fragwürdig.



Ich weiss nicht mehr weiter. Geschlossene Psychiatrie? Psychologe? Entzugsklinik? Einfach weiter wie immer?



Ich brauche Zeit und Distanz von allen Menschen, die mein "altes Ich" kennen. Vor allem Zeit...











Nachtrag 18.09.2014





Der Schock über meinen letzten Vollrausch (siehe Nachtrag 29.07) sitzt immer noch sehr tief. Es ist eine Art Trauma geworden.

Bis heute habe ich mich nicht getraut, bestimmten Personen in die Augen zu schauen.

Ich habe regelrecht Angst ihnen zu begegnen.



Doch viel schlimmer für mich selbst ist die Tatsache, dass mein Leben um ein Haar geendet hätte.

Als ich den letzten Nachtrag schrieb wusste ich nur aus einer losen Erzählung, was sich beinahe zugetragen hätte.

Jetzt kenne ich Einzelheiten und mache mir fast jeden Abend Vorwürfe.

Es ist und bleibt eine offene Wunde, die sich alleine nicht schließen lässt.



Am 30.07 habe ich Kontakt zu einem Therapeuten aufgenommen.

Bis heute warte ich auf mein Erstgespräch. Ich bin eben kein akuter Fall.



Getrunken habe ich natürlich nichts mehr seit dem.

Ich fällt mir nicht schwer nüchtern zu bleiben. Das fiel es mir noch nie.



Ich habe große Angst, dass ich wieder mit dem Komasaufen anfange und die Kurve nicht bekomme.

Seit nunmehr 3 Jahren versuche ich das Kapitel Komasaufen abzuschließen.

Sind meine Versuche gescheitert? Sind solche Rückschläge normal? Bin ich ein zu schwacher Mensch? Bin ich krank?



Mein Zukunftsplan :



Eisern bleiben, Wochenendaktivitäten verlagern, Therapie beginnen und durchziehen, bloß nicht verzweifeln !









Ps : Danke noch einmal für all die netten, hilfreichen und kritischen Forenbeiträge.

Jeden einzelnen Eintrag habe ich bisher durchgelesen und zur Kenntnis genommen.

Wenn mein Leben etwas stress- und sorgenfreier ist, werde ich euch auch wieder im Forum antworten. Ausserdem werde ich den Text von seinen Rechtschreib- und Grammatikfehlern befreien.



Ich werde abwarten und schauen was die Zeit bringt und wieder von mir hören lassen.



Bleibt sauber und vernünftig :)













NACHTRAG 14.05.2015



Ich wünschte, dass ich anderes berichten könnte, aber mein momentanes Trinkverhalten ist auf einem Hoch, wie es schon lange nicht mehr war. Ich betrinke mich ca 1 mal im Monat, dann allerdings so heftig, dass gar nichts mehr geht.

Doch das wirklich schlimmste daran ist, dass es mir bis heute genau genommen scheiß egal war. Selbst die größten Peinlichkeiten tangieren mich nicht. Früher waren mir meine Abstürze extrem unangenehm. Bilder oder Videos waren kaum aushaltbar für meine Seele. Momentan juckt mich das fast gar nicht.



Gestern hatte ich mal wieder die Ehre vom Krankenwagen abgeholt zu werden, um die Nacht dort zu verbringen. An die Feierei selbst kann ich mich nicht mehr erinnern.





Ich weiß schon lange, dass es so nicht weiter gehen kann. Seit knapp 4 Jahren versuche ich das Thema Alkohol hinter mir zu lassen , spiele immer wieder mit dem Feuer und verbrenne mich immer wieder.



Immer wieder frage ich mich, weshalb ich nicht sauber geblieben bin.

Immer wieder die gleichen Vorwürfe und immer wieder das gleiche Muster.

Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem es mir abgesehen von sehr viel Stress psychisch so gut wie lange nicht mehr ging.

Vielleicht bin ich auch einfach zu dumm. Zu dumm ein glückliches Leben zu führen, zu dumm einen Willen zu haben und zu halten.



An Silvester fing ich wieder an zu saufen. Ich hatte ein sehr schönes Silvesterfest - trotz dem, dass ich komplett dicht war.



Ich hatte in letzter Zeit sehr viel Stress (erneuter Umzug, Prüfungen etc...). Meine einzige Hoffnung momentan ist es, dass sobald dieser Stress sich normalisiert hat, dass ich dann stark genug sein werde um mit Hilfe einer Therapie clean zu bleiben. Meine Psyche, die trotz aller Probleme stark war, fühlt sich heute so schwach wie selten an. Ich ekel mich vor mir selbst.



Sollte es einen erneuten Horror-Absturz in der nächsten Zeit geben sehe ich mich dazu gezwungen, dass ich mich selbst in eine Psychatrie einweise.



Hoffnung, dass ich es mal schaffen werde alkoholfrei zu leben habe ich keine. Ich rechne fast schon damit, dass ich spätestens in 2 Monaten wieder irgendwo vollgesoffen zur Attraktion bzw. zum Pflegefall werde.





Es ist zum verzweifeln.







NACHTRAG 17.01.2016

Es ist 04:06. Ich bin leicht angetrunken und auf Ritalin.





Im Jahr 2015 gab es nach dem letzten Nachtrag noch genau einen Absturz.

Dieser war im Oktober.



Zwei Dinge an diesem sind für mich schlimm gewesen:



1. Dass ich meine Spiegelreflexkamera mit zu der Party nahm, an der das Ende seinen Lauf nahm.

Dadurch ist mein geistiger und körperlicher Verfall des Abends dokumentiert. Es wurden ungefähr 200 Bilder mit meiner Kamera geschossen, auf ca. 150 bin ich selbst drauf.

Ich habe mir die meisten Bilder bis heute nicht angeschaut, da sie mir sehr peinlich sind. Meine Kamera - auf der nach wie vor alle Bilder gespeichert sind- habe ich seitdem aus Scham nicht mehr benutzt.



2. Dass ich in mein Bett gepisst und gebrochen habe. Das haben insgesamt 5 Leute mitbekommen. Alle waren total schockiert, niemand rechnete damit, dass ich so extrem abstürze.

Ich auch nicht. Dazu bin ich wohl immer noch zu dumm bzw zu alkoholkrank.

Ich weiß nicht, ob ich überhaupt schon einmal eine so schlimme Peinlichkeit erlebt habe...



Kurz vor diesem Erlebnis versuchte ich aus psychischen Gründen einen Therapieplatz zu finden. Ich bekam von meinem neuen Hausarzt eine Überweisung zum Psychiater. Leider konnte ich keinen ausfindig machen, der mir einen Termin anbot. Über 2 Wochen rief ich täglich bei verschiedenen an. Danach gab ich auf und lag die Überweisung ad acta.



Seit vorgestern habe ich eine erneute Überweisung von meinem Hausarzt und arbeite daran endlich einen Psychiater zu finden.



Dass ich in psychiatrische Behandlung will und muss liegt nur teilweise am Alkohol.

Fernab von diesem habe ich seit geraumer Zeit ein großes Chaos im Kopf. Ich denke, dass das alleine durch das Lesen meiner Nachträge logisch erscheint...

Ein weiterer Grund, dass es momentan so nötig wie selten ist, ist meines Erachtens, dass egal wie schlecht es mir in der Vergangenheit ging, meine Arbeit bzw. Ausbildung eine Konstante in meinem Leben war.

Ich war sehr gut in dem, was ich beruflich tat. Ich hatte eine Vorbildfunktion. Das gab mir Halt und Selbstsicherheit.

Doch seit Sommer 2015 ist das anders.

Nach einem Arbeitsplatzwechsel und einem neuen Chef fing es an, dass meine sehr guten Leistungen immer mehr abfielen. Ich bekam Wut - Wut auf mich selbst. Spätesten seit Herbst bin ich nicht mehr in der Lage konzentriert und gut zu arbeiten.

Momentan bringe ich keine Leistung mehr bei der Arbeit, ich sitze meine Zeit ab, bin stark verunsichert, unzufrieden und mache Anfängerfehler.

Mittlerweile habe ich eine Art Angst vor der Arbeit, die mir das Aufstehen erschwert, meine Laune verschlechtert und depressive Gedanken in mir auslöst.



Dadurch ist alles noch schwerer geworden.

Und ja, ich trinke auch wieder. Allerdings sehr selten und nur an Wochenenden wenn ich zu Hause bin. Bislang ging es gut und ich hoffe, dass es so bleibt.

Denn jeder Absturz hätte im Moment schlimmste Folgen.



Darüber hinaus habe ich seit dem letzen Nachtrag häufiger gekifft. Ich schätze so jedes 2. Wochenende. Ich kiffe gerne, versuche aber gleichzeitig dies so gering wie möglich zu halten.

Ein Alkoholproblem reicht...



Außerdem habe ich Kratom und Ritalin ausprobiert:



Kratom fand ich anfangs super toll, die latente, hintergründige Wirkung, welche für Entspannung sorgt, machte mir meinen Alltag tatsächlich leichter. Doch nach dem 4. oder 5. Mal wollte mein Körper nicht mehr mitmachen. Er weigerte sich das Kratompulver zu schlucken. Das Gefühl von Ekel, verbunden mit Würgereizen und Gänsehaut kamen bei jedem erneuten Versuch Kratom zu mir zu nehmen auf. So ließ ich es letztendlich komplett bleiben.



Ritalin war (vermeintlich) ein Volltreffer. Seit meinem ersten Mal bin ich fasziniert von dieser Droge.

Sie schafft das, was ich seit über 4 Jahren versuche hinzubekommen.

Absolute Nüchternheit.

Das Gefühl von Klarheit und Kontrolle.



Das erste Mal nahm ich Ritalin als ich relativ verzweifelt kurz vor meiner Abschlussprüfung stand.

Ich lernte stundenlang am Stück,

ohne Essen,

ohne Toilettenpause.



Doch ich merkte, dass es jenseits des Lernens eine Wirkung gab, die mir viel besser gefiel:

Mein Kopf, welcher in der Regel voller Gedanken, Tagträume und Emotionalitäten ist, war leer. Es gab nur diesen einen Gedanken, auf den ich mich fokussieren musste, damit auch er nicht verschwand.



Ritalin wurde mein Wochenend- und Partybegleiter.

Nicht ein einziges Mal ging etwas schief. Und das trotz des Mischkonsums mit Cannabis und vereinzelt Alkohol.

Aus Geldgründen stellte ich den Konsum nach insgesamt 10 Tabletten ein.

Bis ich vor einer Woche erneut 10 Tabletten gekauft habe.



Der Konsum von Alkohol ist auf Ritalin kein Problem für mich.

Ich habe vor dem Verfassen dieses Nachtrages 2 Kapseln Rita und 2 Gläser Rotwein zu mir genommen. Mehr trinken werde ich auf keinen Fall, dafür ist das Kontrollgefühl zu schön. Zumal ist es mittlerweile 05:47.



(Wie unendlich schnell die Zeit beim Schreiben vergeht, vor allem wenn der gesamte Text mit einem halb defekten Handy getippt wird. Unglaublich!)



Doch ich weiß, dass Ritalin keinesfalls eine Verbesserung meiner Situation ist und unter Umständen zu mehr Problemen führen kann, als es (vermeintlich) löst.



Abschließend könnte man sagen, dass ich momentan am Punkt der Entscheidung angelangt bin:

- entweder ich bekomme mein Leben und damit verbunden mein Alkoholproblem in den Griff und sorge für eine bessere Zukunft

oder

- ich lasse mich gehen und trotte einer perspektivlosen Zukunft, deren einzigen Höhepunkte Drogen und Geschichten längst vergangener Taten sind, entgegen.



Dass ich die zuerst beschrieben Entscheidung erreichen möchte dürfte nicht verwundern.

Dass ich daran zweifle, dass es einfach und rückschlagsfrei wird, sollte ebenso wenig verwundern.



Doch ich bin immer noch optimistisch.

Ich will kämpfen und ich werde kämpfen.

Für eine gute Zukunft.

Und ein schönes Leben.



Und auch wenn es schwere und leichte gibt, wer nicht bereit ist sein Päckchen zu tragen wird nie erfahren, was dieses alles an schönen Dingen beinhalten kann.





Nachtrag September 2016



Vorweg: Das Jahr 2016 ist alkoholtechnisch gesehen das beste seit meiner Jugend. Bislang war ich dreimal betrunken und dreimal verlief es harmlos. Trotzdem versuche ich Alkohol zu meiden und halte daran fest, dass ich mich als alkoholgestört ansehe und nur ein dauerhaftes Clean die Lösung sein kann.



Das mit dem Ritalin habe ich von dem einen auf den anderen Tag sein lassen. Das dürfte nun über ein halbes Jahr her sein. Es gab weder Anzeichen einer Sucht, noch das Verlangen mir neues zuzulegen.

Im Nachhinein betrachte ich es als ein Experiment.



Kiffen tue ich immer noch ab und an. Ca 1-2 mal im Monat. Meist dann, wenn andere sich betrinken.



Doch auch das ist viel besser geworden.

Ich habe jedes Wochenende volles Programm und das ohne überhaupt in die Situation zu geraten, mit Alkohol in Kontakt zu treten.

Ich bin dabei den Alkohol weitesgehend aus meinem lebem auszuschließen. Ganz wird es mir nie gelingen, doch wenn ich es schaffe den Status Quo zu halten, ist in dieser Hinsicht alles gut.



Ich werde weiter meinen Weg gehen, für mich selbst kämpfen, damit mein Status Quo keine Momentaufnahme ist.



Nachtrag März 2017



Ich fasse mich kurz:

Alkohol?Kein Absturz meinerseits. Und das seit Herbst 2015.

Ich bin stolz.

Allerdings sind um moch herum fiese Sachen aufgrund der Droge Alkohol passiert.

Einer,dem etwas schreckliches unter dem Einfluas von Alkohol geschah, nannte mich Vorbild im Hinblick auf den Umgang mit Alkohol. Aber das ist falsch, ich sagte ihm, er solle mich eher als Mahnmal ansehen.



Ritalin?Die Phase ist auch rum.



Kiffen? Ca jedes zweite Wochenende, mal mehr, mal weniger.



Es grüßt

Bizzlleicht






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