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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:4-HO-MET und 2C-E: Eine kunterbunte Fahrradtour
Drogen:Mischkonsum von Research Chemical, Psilocybinhaltige Pilze und 2C-B (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:shine
Datum:12.07.2012 12:03
Set:gelangweilt, trotzdem super gut gelaunt.
Setting:Erst zu Hause, danach mit dem Fahrrad unterwegs
Nützlichkeit:8,76 von 10 möglichen   (34 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Ich schreibe hier über eine Erfahrung mit 4-HO-MET (35mg nasal) und 2C-E (9mg oral) und nicht über die angegebenen Drogen. Beides sind Psychedelika, 4-HO-MET gehört zu den Tryptaminen, 2C-E ist ein Phenethylamin.

Nasal wirkt 4-HO-MET ungefähr doppelt so stark wie oral, die Wirkungsdauer ist dafür jedoch kürzer. 35mg 4-HO-MET ist oral schon keine niedrige Dosis, nehmt das also nicht als Dosierempfehlung.

Vorab: Ich fange diesen TB an zu schreiben, während der Bildschirm vor mir noch mit psychedelischen Fraktalen und Mustern überzogen ist. Die Farben grün und lila sind dominierend. Schillernd ziehen sich die Muster auseinander und wieder zusammen. Sie morphen halt.

Vollendet wurde der TB jedoch erst gute zwei Wochen später, da ich meine Gedanken nach einer so wundervollen Erfahrung zunächst wieder sammeln musste.


Donnerstag, Deutschland spielt gegen Italien. Mir egal, ich fahr trippend Fahrrad.

Das war das Motto für diesen Trip. Nach einem eher langweiligen Arbeitstag und einer noch unspektakuläreren Woche, die darin enden sollte, als Aufsichtsperson ein Seminar mit einer Jugendgruppe zu besuchen, auf das ich überhaupt keine Lust hatte, kam in mir der spontane Wunsch auf, zu trippen. Laune war trotz Langeweile echt super, das Set war also schon einmal in Ordnung.

Ich packte das 2C-E, dass sich wie all die anderen Leckereien in meiner Drogenschatulle im Schrank befand, aus und wog mit einer Feinwaage 9mg ab. Vorher hatte ich mich über die Dosierung informiert und herausgefunden, dass 7-10mg eine moderate Dosis sei. Ich schüttete das 2C-E in ein Limoglas, welches samt Strohhalm vom Vortag noch auf meinem Schreibtisch stand. Das war mir gut genug, ich kippte das 2C-E hinein und lief zum Wasserhahn im Bad, um es in einem Schluck Wasser zu lösen. Der Strohhalm vom Vortag entpuppte sich dabei als große Hilfe, da es sich zuerst nicht so leicht auflösen wollte.
Kurz darauf wurde das 4-HO-MET abgewogen und mit einem Röhrchen ins linke Nasenloch befördert. 4-HO-MET ist, im Gegensatz zu 2C-E (ich hab zuvor schon mal ein Paar Milligramm gezogen, es war die Hölle), echt angenehm zu ziehen.

Nach 15 Minuten setzten die ersten optischen Halluzinationen ein. Alles waberte ein wenig hin und her und der Mauszeiger hinterließ eine Spur hinter sich, also spielte ich Fangen mit ihm. Bald stellte sich auch ein psychedelisches Mindset ein, diejenigen mit Psychedelika-Erfahrungen werden wissen, wovon ich rede. Die Umgebung erstrahlt in einem hellen Glanz, man sieht wieder mit den Augen eines Kindes, die sonst vorherrschenden, konditionierten Assoziationen sind vollständig aufgelöst. Ein Beispiel dazu: Wenn man jeden Tag aus derselben Haustür hinausgeht und den selben Weg zur Arbeit geht, fällt einem gar nicht auf, wie schön doch die Pflanzen im Vorgarten des Nachbarn blühen. Sie sind halt einfach jeden Tag da und werden beim Vorbeigehen kaum beachtet. Auf Psychedelika hingegen kann man schon mal eine halbe Ewigkeit damit verbringen, auf ein und die selbe Sache zu starren und zu denken: „FUCK! Wie wunderschön die Welt doch ist!“. Man müsste sich öfter die Zeit nehmen und den Blick auf das Schöne richten, dass unser Planet netterweise völlig kostenfrei und ohne eine Gegenleistung zu erwarten zur Verfügung stellt, anstatt wie ferngesteuert von Termin zu Termin zu hetzen oder sich in seiner Freizeit von stumpfsinnigen Fernsehshows ablenken zu lassen.

Naja, genug Geschwafel, zurück zum Wesentlichen. Mittlerweile war die Wirkung voll da, es fehlte bloß noch etwas, um es perfekt zu machen.

Das Setting musste geändert werden. Nachdem ich meinen ersten 4-HO-MET Trip in heimischen Gefilden und in sicherer Obhut der eigenen vier Wände verbracht hatte und dies die bedeutsamste und gleichwohl schönste Erfahrung in meinem Leben war, zog es mich nach draußen, um die Welt zu erkunden.
Nur wie sollte ich erstmal aus meinem Zimmer kommen, ohne dass jemand mitbekommt, dass ich total vertrippt bin. Auf Psychedelika echt keine leichte Aufgabe. Ich malte mir hunderte Szenarien aus und versuchte mir einen Plan aufzustellen, mit den Schritten, die ich befolgen musste, um sicher das Haus zu verlassen. Unzählige Male überlegte ich hin und her, ob ich die Sonnenbrille vor dem oder nach dem Rausgehen aufsetzen sollte. Würde ich sie nicht aufziehen, könnte ein Familienmitglied die riesigen Pupillen sehen, würde ich sie aber aufsetzen, wäre das genau so verdächtig. Nach einiger Überwindung entschied ich mich, mein Zimmer ohne Sonnenbrille zu verlassen, mein Fahrrad aus der Abstellkammer zu holen und schnurstracks zur Haustür rauszuflitzen. Hinterher würde ich es nämlich bereuen, nicht rausgegangen zu sein.

Kurz nachdem ich zur Tür heraus war, tauchte meine Mutter hinter mir auf. Ich rief ihr zu, dass ich eine Runde Fahrrad fahren würde, schwankte etwas hin und her während ich mir Musik auf meinem iPhone anmachte und stieg total unbeholfen auf mein Fahrrad. Radfahren auf Psychedelika war eine sehr wackelige Angelegenheit. Außerdem war es mir nicht möglich, Geschwindigkeiten einzuschätzen. Da ich überhaupt nichts mit Verkehrsschildern und Ampeln anzufangen wusste, fuhr ich sicherheitshalber über den Bürgersteig. Als der Bürgersteig von einer kreuzenden Straße geschnitten wurde, machte ich eine Vollbremsung, weil mir in den Kopf kam, dass dort ja Autos herfahren könnten. Es kam aber keins. Da ein Fußgänger in meine Richtung kam, und mir es peinlich war, wie ein Depp ohne Grund eine Vollbremsung gemacht zu haben, tat ich so, als würde ich an meinem Handy rumspielen und wartete, bis er an mir vorbeigegangen war. Danach fuhr ich weiter, mein Ziel war eine frühere Eisenbahnstrecke, die nicht mehr in Betrieb ist und nun mit gepflastertem Boden Joggern und Fahrradfahrern zur sportlichen Betätigung dient. Rechts und links der Strecke nimmt die Natur wild wie sie ist ihren Lauf. Zum Trippen eine wirklich schöne Umgebung. Außerdem war das Wetter perfekt, es war angenehm warm und die Sonne am SHINEn.

Als ich dort ankam, schaltete ich in den höchsten Gang und fuhr wie ein Bekloppter. Ab und zu kamen mir Jogger und Fahrradfahrer entgegen, von denen ich einige mit breitem Grinsen im Gesicht fast über den Haufen fuhr. Zum Glück konnten entweder sie oder ich im letzten Moment ausweichen. Wie gesagt, Fahrradfahren auf Psychedelika ist eine sehr wackelige Angelegenheit.

Während ich mir die Natur beguckte, die an mir vorbeizog und darüber nachdachte, wie toll es doch ist, dass es so etwas Schönes überhaupt geben kann und wie dankbar ich dafür bin, zu leben, fuhr ich bis zur körperlichen Erschöpfung. Lange Zeit fiel mir gar nicht auf, wie heftig mein Körper am arbeiten war und wie schnell mein Herz schlug. Erschrocken beschloss ich, auf der nächsten Bank Halt zu machen. Zum Glück stehen auf der Strecke alle paar Hundert Meter Bänke bereit, um erschöpften, trippenden Radfahrern eine Pause zu gewähren.

Als ich auf der Bank saß merkte ich erst, wie sehr alles in Bewegung war. Die Umgebung morphte hin und her, die Pflanzen tanzten im Wind. Außerdem sahen sie extrem plastisch aus, als wären sie aus Playmobil. Ich versank in der Musik, hörte immer und immer wieder die gleiche Stelle aus einem Psytrance-Set und verspürte vollkommene Glückseeligkeit, eine Akzeptanz meiner Selbst, die ich vorher so nicht kannte. Ich war rundum zufrieden mit meiner Person, mit dem was ich bin, gestand mir meine Schwächen ein, nahm mir vor, an ihnen zu arbeiten, erfreute mich an meinen Stärken und beschloss, diese noch zu verbessern. Diese Akzeptanz ist übrigens geblieben, auch jetzt noch, zwei Wochen nach dem Trip. Dazu kommt noch eine andere, für mich sehr wichtige Entwicklung. Ich war vorher schon ein relativ selbstsicheres, selbstbewusstes Kerlchen, habe unterschiedliche Menschen jedoch auch unterschiedlich behandelt. Personen, welche einen hohen Stellenwert bei mir genossen, ordnete ich mich unter, andere wiederum, von denen ich nicht sehr viel hielt, belächelte ich eher und nahm sie nicht Ernst. Während des Trips kam mir jedoch die Erkenntnis, dass wir, egal welche Verkleidung wir gerade anhaben, ob Anzugträger oder Obdachloser mit löchrigen, dreckigen Klamotten, alle bloß Menschen sind und es verdienen, vorurteilslos auf den Anderen zuzugehen. Besonders deutlich wurde mir das, als drei punkige, abgerissene Typen lauthals grölend an meiner Bank vorbeikamen. Normalerweise hätte ich kein Wort mit ihnen gewechselt – normalerweise. Seit dieser Erfahrung ist das glücklicherweise nicht mehr so. Sie stoppten und einer fragte mich: „Wie steht es?“. Total perplex antwortete ich „Sehr gut, danke der Nachfrage! Bei dir?“. Dabei wunderte ich mich über den Klang meiner Stimme, sie hörte sich ganz anders an als sonst. Er lachte und sagte, dass er das Spiel Deutschland gegen Italien meinte. Ein fettes Grinsen zog sich über mein Gesicht und endete in lautem Gelächter. Er hatte gesehen, dass ich mit meinem Handy am Rumspielen war und wollte, dass ich mal kurz im Internet nachgucke. „Achso, du meinst das Spiel, hab ich total vercheckt“, antwortete ich noch immer lachend. Ich schaute also kurz nach, musste jedoch feststellen, dass gerade jetzt das Netz weg war. Sie meinten, dass das kein Problem wäre und setzten sich zu mir auf die Bank, in der Hoffnung, dass ich doch noch den Zwischenstand herausfinden würde. Einer fragte, ob er mir etwas anbieten könnte. „Ein Bier vielleicht, oder ’ne Nase?“- verdutzt entgegnete ich ihm: „’Ne Nase? Vielen Dank, aber ich bin schon gut versorgt gerade, bin total am trippen!“ Er antwortete: „Aaaach, haste ’ne Pappe gefressen oder was? Ist ja krass! Genieß das, man! Ich weiß, wie geil das ist!“ Um die Sache zu vereinfachen stimmte ich einfach zu, wer weiß schon, was 2C-E und 4-HO-MET ist. Er erzählte noch davon, dass er gerade Pilze züchten würde und voraussichtlich in einem Monat auch wieder trippen würde. Ich betonte während des Gesprächs mehrmals, wie cool es ist, so mir nichts dir nichts Gleichgesinnten über den Weg zu laufen. Alle drei stimmten dem zu.
Ich hatte nun wieder Netz und guckte nach dem Spiel. Es stand 2:0 für Italien, sie konnten es kaum fassen. Sie verabschiedeten sich, wünschten mir noch viel Spaß und zogen, über die italienische Mannschaft fluchend, weiter.

Ich verweilte weiterhin auf der Bank und schaute mit dem Handy bei Facebook vorbei. Ich scrollte durch die Neuigkeiten, erfreute mich an den extrem bunten Farben und stieß irgendwann auf das zu diesem Zeitpunkt erst vor wenigen Minuten entstandene Foto von Balotelli, welches ein Freund von mir gepostet hatte. Balotelli Erst musste ich nur Kichern, als mir aber immer deutlicher wurde, wie unglaublich bescheuert er aussah und was für Schabernack in den darauffolgenden Tagen im Internet mit diesem Bild getrieben werden würde (siehe hier: Balotelli Picdump)steigerte sich das erst harmlose Kichern in das kränkste, heftigste Lachen, dass jemals meinen Körper verlassen hat. Diese Euphorie war unbeschreiblich, sie fühlte sich viel natürlicher, ehrlicher und stärker an als bei beispielsweise MDMA.

Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, setzte ich mich glücklich und zufrieden aufs Fahrrad und machte mich auf den Weg nach Hause. Es wurde mittlerweile dunkel draußen, ich war wohl schon relativ lange unterwegs. Die Fahrt war eher unspektakulär, an die morphende, plastische, mit Fraktalen überzogene Umgebung hatte ich mich mittlerweile gewöhnt.

Kurz vor der Haustür kam wieder das Problem auf, nicht zu sehr aufzufallen. Glücklicherweise war meine Mutter gerade mit unserem Hund unterwegs und meine Schwester, die selbst Erfahrungen mit Psychedelika hat, stellte kein Hindernis dar. Ich stellte mein Fahrrad weg, legte alle Sachen ab und sprang sofort unter die Dusche. Duschen war extrem witzig, der Gedanke, in einer engen Kabine zu stehen um seinen Körper zu waschen kam mir sehr suspekt vor. Auch die sonst alltäglichen, einstudierten, automatisch ablaufenden Handgriffe waren wie ausgelöscht. So schmierte ich mir erst Duschgel anstatt Shampoo in die Haare. Als ich meinen Irrtum bemerkte, musste ich herzhaft über mich selbst lachen.

Frisch geduscht setzte ich mich an den PC und fing an zu schreiben. Da ich jedoch schnell auf Probleme beim Formulieren stieß, schrieb ich nur noch das Wichtigste in Stichpunkten auf und kroch daraufhin sofort ins Bett, hörte noch leise das Psytrance-Set, dass mich den Trip über begleitet hatte und sah zu, wie die Muster an der Raufasertapete langsam aber stetig verschwanden. Bald schlief ich ein, total erschöpft, aber zufrieden wie noch nie zuvor.
Die Tage danach ging es mir blendend, keine üblen Nachwirkungen oder dergleichen.
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Ich würde mich über ein Feedback freuen, wenn dir der Tripbericht gefallen hat!
Wenn dir etwas nicht gefallen hat, ich etwas vergessen habe oder du Verbesserungsvorschläge hast, teil mir das doch bitte auch mit und nimm dabei keine Rücksicht darauf, dass dies mein erster TB ist. Nur so lernt man. :)
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"Drogen haben viel Potential, Drogen sind sehr gefährlich. Beide Seiten zu verstehen ist wichtig.“

Ich hatte noch keinen schlechten Trip, möchte dir aber ans Herz legen, Psychedelika verantwortungsvoll zu konsumieren. Nicht nur Psychedelika, konsumiere generell so, dass du es vor dir und anderen verantworten kannst.
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Hab Spaß an deinem Leben, genieße es in vollen Zügen.

Sei dankbar dafür, es ist das Wertvollste, was du besitzt.

Nutze es jeden Tag um dir deine Träume und Wünsche und die derer, die du liebst, zu erfüllen.

Mach dich frei von Denkbarrieren, mach nie wieder etwas nicht, „weil sich das nicht gehört“.

Wenn du Lust hast, dir vor Glück mitten auf der Straße die Kehle aus dem Hals zu schreien, dann tu verdammt nochmal genau das!

Scher dich nicht darum, was andere von dir denken könnten, sie wären wahrscheinlich froh, genau so unbeschwert handeln zu können.


Those that mind, don't matter. - Die, die sich aufregen, zählen nicht.

Those that matter, don't mind. - Die, die zählen, regen sich nicht auf.


Peace out, ich bin draußen.








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