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Übersicht:

Titel:Meine Ayahuasca Erfahrung in Peru bei Cuzco
Drogen:Ayahuasca
Autor:MixUse84
Datum:26.11.2017 22:52
Set:Visionen, Tod, Auferstehung und Heilung
Setting:Einzelsitzung bei einem Schamanen
Nützlichkeit:8,63 von 10 möglichen   (16 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Ort: Santa Maria nahe Cuzco in Peru
Personen: Ich und der Schamane Juan (Einzelsitzung)
Dauer: 3 Tage
Anzahl der Erfahrungen: 2 Zeremonien (das erste Mal)

Als ich durch Peru gereist bin, gehört natürlich, als Freund Psychodelischer Substanzen und da ich an Schamanistische Heilmethoden glaube, die Teilnahme an einer Ayahuasca Zeremonie mit zum Programm.

Ich habe mich lange informiert welche Möglichkeiten es dabei gibt, bin jedoch im Internet fast nur auf sehr teure recht touristisch klingende Angebote gestoßen, wo eine einzelne Zeremonie schon 500 und mehr Dollar kostet, ganz zu schweigen von mehreren Zeremonien (die Schamanen Empfehlen als Anfänger mindesten 2 Zeremonien um die richtige Wirkung zu entfalten)
Durch Zufall hat mir dann ein einheimischer Tourguide einen Kontakt von dem Schamanen Juan in Santa Maria beschafft, welcher zu keiner Organisation gehört und auch keine Website oder ähnliches hat. Ich habe mich kurz darauf mit dem Schamanen, der zufällig gerade in Cuzco war, getroffen und 3 Zeremonien (eine Säuberung und 2 Ayahuasca Zeremonien) für 500 PEN = 130€ ausgemacht.

Eigenglich sollte die Zeremonien vom 11.-13.11 stattfinden, also habe ich sofort angefangen die Diät zu machen, was im besonderen bedeutet: Kein Alkohol, Kein scharfes Essen, Kein rotes Fleisch, kein Sex, wenig Zucker, Salz, Pfeffer.
Leider wurde die Zeremonien dann auf den 23.-25.11 verschoben, wodurch ich etwas länger Diät gehalten habe.

Am 23 fahre ich dann also nach Santa Maria, einem kleinen Dorf ca. 3,5 Autostunden von Cuzco entfernt, wo ich gegen 13:15 ankomme. Etwas Mulmig ist mir schon, da mal immer wieder auch von Scharlatanen hört und die Medizin ja als sehr heftig eingestuft wird. Zusätzlich spricht Juan nur Spanisch, was aber im Nachhinein kein Problem darstellte.

Juan holt mich mit seinem Motorrad ab und bringt mich erstmal zu meiner Unterkunft, einem kleinen Hotel in Santa Maria, wo ich ein 3 Bett Zimmer für mich alleine habe. Dort ruhe ich mich erstmal bis 18:00 aus.
Juan holt mich dann ab und bringt mich zu seiner kleinen Farm, etwas abseits von dem Ort, wo er mit seiner Frau, Tochter und Schwiegermutter lebt. Im Alltag beliefert er die lokalen Restaurants mit Essen (Gemüse und Hühnchen). Wir unterhalten uns etwas und er erklärt mir, dass er bereits Wasser mit einer Kräutermischung versetzt hat mit der ich mich duschen soll um mich zu reinigen. Dazu darf ich mir das Wasser und die Blätter nicht abstreichen, bis ich fertig bin. Danach darf ich das ganze jedoch mit klarem Wasser wieder abspülen, was nicht so einfach ist, da sich die Reste der Blätter in allen Haaren festgesetzt haben. Anschließend gibt es noch eine Suppe, eine Wohltat da ich den ganzen Tag nix essen durfte und wir verabschieden uns und verabreden uns für den nächsten Tag um 7 Uhr zum Frühstück.

Am nächsten Tag gehe ich um 7 Uhr wieder zu der Farm. Es gibt Avocado Sandwich und frischen Mango Saft zum Frühstück (Juan hat einen Mangobaum auf dem Gelände). Zwischenzeitlich werden wir von Moskitos zerstochen. Anschließend darf ich wieder zum Hotel um 10 Uhr wiederzukommen. Um 10 Uhr gehe ich wieder zu Juan. Wir fahren dann mit seinem Motorrad zu ein paar Aussichtspunkten. Dabei auch einen Punkt, wo 24h Wind von dem Spiritu Pampa weht und sich dann zum MachuPichu, Saqsayhuaman und Choquequirao aufteilt. Hier wird Energie getankt für die Zeremonie abends. Noch ein Stück weiter setzten wir uns nahe einem alten Haus vor einem Berg (der den Namen Condor Schnabel trägt) um die Berge um Schutz zu bitten sowie über meine Intentionen für das Ritual zu reden. Das Ganze wird damit begleitet, dass Juan Mapacho (heiligen Amazonastabak) raucht und mich damit anpustet. Es geht nun wieder runter zu seinem Haus und erneut soll ich mich im Hotel ausruhen und Mental auf die Zeremonie vorbereiten.

Um 20:00, wieder in Juans Haus, bringt er mich ein vorbereitetes Ritualzimmer. Auf dem Boden sind zwei Matratzen vorbereitet. An der Wand stehen noch zwei Betten für nach der Zeremonie. Ebenfalls auf dem Boden liegt ein buntes Tuch. Darauf eine Condor Feder, eine Tinktur aus Kräutern in einer Plastikflasche und Mapacho Zigaretten. Diese dienen zum Schutz. Ebenfalls auf der Denke befindet sich ein Becher und in einer alten Cola Plastikflasche eine dunkelbraune Flüssigkeit – das Ayahuasca.

Juan erklärt mich wie wichtig diese Medizin für seinen Stamm ist, da es dort weder Ärzte noch Medikamente gibt und Ayahuasca diese Aufgaben übernimmt. Ebenfalls erklärt er mir wie es gekocht wird und aus was es besteht- eben der Ayahuasca Liane und den Blättern eines Kaffeestrauch Gewächses, welche zusammen mindesten 10 Stunden lang mit Wasser gekocht werden. Er erklärt mir nun wie das Ritual ablaufen wird.

Juan zieht sich ein spezielles Gewand an, was für das Ritual ist. Zunächst raucht er wieder und pustet sich selber und mich mit dem Rauch an. Danach wird die Kräutertinktur im Gesicht und auf Armen und Beinen verstrichen, nachdem Juan sie mit seinem Atem gesegnet hat. Als letzter Schutz „fegt“ Juan mit der Condor Feder die schlechten Energien weg. Nun bitten wir die Mutter Ayahuasca darum meine Intentionen zu erfüllen und Juan segnet das Gebräu mit seinem Atem. Er schenkt mir einen halben Becher davon ein und gibt ihn mir. Es riecht bitter. Als ich auch noch ein Gebet zum Ayahuasca gesprochen habe und mich Geistig bereit fühle trinke ich das Gebräu. Es schmeckt widerlich bitter. Ich lege mich hin, Juan löscht das Licht und trinkt ebenfalls ein kleines bisschen der Medizin, damit auch er zu der Mutter verbunden ist. Nach einer Stunde fragt er mich ob ich schon etwas merke, was ich bejahe, allerdings bisher wenig. Die Decke sieht etwas verschwommen aus. Mein Magen fühlt sich nicht so gut an und ich habe ein warmes gutes Gefühl. Juan fragt ob ich noch mehr möchte, was ich bejahe und einen weiteren drittel Becher trinke.
Kurz darauf fängt eine 3 Phasen Wirkung an, welche sich immer abwechseln. Zum ersten habe ich intensive Reflexionen über mein bisheriges Leben, meine verstorbene Mutter sowie mein konsumverhalten von Substanzen, welche mir Erkenntnisse geben, warum ich dieses Verhalten habe. Im Wechsel damit muss ich alle 20-25 Minuten mit heftigem Durchfall aufs Klo. Wenn beides nicht ist, habe ich ein Gefühl einer warmen Umarmung oder als würde ich in weißer Watte liegen. Dabei fühle ich nur meine Existenz sowie die Existenz von allem um mich, ohne ein anderes Gefühl oder Gedanken. Dazu singt Juan immer wieder und fragt mich regelmäßig wie es mir geht. Es ist abwechselnd sehr schön wie schrecklich (Klo-Phasen). Dies zieht sich über einige Stunden. Als die Wirkung langsam abflaut ist es kurz vor der Dämmerung. Juan bringt mich zum Bett und deckt mich zu. Dann fragt er ob es ok ist, wenn er nun geht, was ich bejahe.

Ich frage mich während ich versuche einzuschlafen, ob ich die Zeremonie am nächsten Tag wirklich auch machen soll. Ohne wirklich zu schlafen stehe ich um 10 Uhr wieder auf. Wir frühstücken zusammen und reden noch kurz über die Erfahrung. Juan meint ich solle mich nun erstmals ausruhen, da es am Abend noch intensiver wird da die Verbindung zwischen mir und der Medizin nun schon besteht, was mich dazu bringt ihm nix von meinen nicht Teilnahme Gedanken zu erzählen, da ich sehr neugierig bin. Ich gehe wieder ins Hotel, dusche mich und liege den ganzen Tag nur im Bett um mich auszuruhen. Schlafen kann ich nicht. Den halben Tag habe ich noch durchfall. Essen darf ich nix, aber viel Trinken soll ich, was ich auch mache.

Um 20:00 geht es wieder zu Juan. Wir reden über meine Erfahrung vom Vorabend. Er meint es wäre ganz normal, dass ich erstmal durch den Durchfall gereinigt werde. Allerdings sagt er mir auch dass ich, da ich keine Visionen hatte, wohl zu sehr mit dem Kopf und zu wenig mit dem Herzen dabei war und gibt mir Tipps wie ich dies Ändern kann. Außerdem holt er eine andere Plastikflasche die ein etwas stärkeres Ayahuasca enthalten soll um mir dabei zu helfen. Die Vorbereitung läuft ab wie am Vorabend. (Mapacho, Kräuter, Condor Feder, Bitte an die Mutter). Erneut trinke ich einen halben Becher. Das „neue“ Ayahuasca ist noch bitterer als das am Abend zuvor. Nach einer Stunde (diesmal hat noch nix eingesetzt) trinke ich nochmal einen halben Becher.
Kurz darauf verschwimmt alles, ich sehe Farben sowie schlangen. Die Dunkelheit macht mir Panik. Ich zittere am ganzen Körper, bin Orientierungslos, fange an zu weinen, habe Todesangst und das Gefühl zu sterben (ich glaube jetzt noch ich war kurz tot). Ich sehe die Hölle und einen Dämon vor mir. Juan kommt sofort nahe zu mir und fängt an meine Energien mit der Feder zu vertreiben. Ich bitte ihn das Licht anzumachen, was er auch tut. Ich bin schwach, lege mich hin. Juan reinigt meine Energien mit der Feder während er anfängt zu singen. Es wirkt sehr beruhigend. Ich fange an mich zu beruhigen, liege da, kann außer Atmen nix anderes mehr tun.
Gefühlt liege ich stunden so da (ich vermute in echt maximal 30 Minuten), ohne mich bewegen zu können, ohne etwas zu denken. Alles was ich noch kann ist gerade so Atmen. Langsam kehrt leben in mich zurück. Ich habe Visionen, sehe einen Condor über mich fliegen (ich bin überzeigt er war da). Ich sehe, meine Mutter, rede mit Ihr. Danach kommen mir Visionen von meiner Zukunft, ich weiß plötzlich was ich will. Mein Konsum spielt keine Rolle mehr. Dabei habe ich das Gefühl zu schweben.
Nach einer Weile habe ich das Gefühl aufs Klo zu müssen. Juan bringt mich raus. Noch vor dem Klo muss ich kotzen. Das schlimmste Übergeben, dass ich jemals hatte. Mein Magen leert sich komplett, alles Ayahuasca sowie Wasser und mit ihm alle schlechten Energien spucke ich aus.
Schlagartig geht es mir besser. Ich habe noch leichte Visionen und ein warmes wohliges Gefühl. Ich gehe kurz aufs Klo (wieder etwas Durchfall).
Juan meint jetzt habe ich die Welt des Ayahuasca kennen gelernt. Er bringt mich ins Bett. Ich kann das Licht noch nicht ausmachen. Er fragt ob es okay ist mich nun alleine zu lassen. Ich bejahe. Es ist 0:30. Ich bin noch sehr unruhig. Habe noch immer leichte Visionen. Immer wieder glaube ich etwas krabbelt auf mir rum (was durchaus auch echt passiert sein kann) Laufe etwas auf und ab, trinke Wasser, muss noch 2-3-mal aufs Klo, mache das Handy an um mich etwas abzulenken, was nicht hilft.
Um 3:33 kann ich endlich das Licht ausmachen und falle kurz danach in einen leichten Erholsamen Schlaf.

Gegen 7:00 wache ich wieder auf. Es geht mir befreit und hervorragen. Ich sehe alles intensiver. Das Wasser schmeckt süß. Ich schaue raus und die Berge haben grelle Farben. Ich bleibe noch etwas liegen. Um 8:00 stehe ich auf und gehe aus dem Zimmer. Ich rede mit Juan über das Erlebte und wie es mir geht. Ich lächle und grinse, kann gar nicht mehr aufhören. Es gibt herrliche Suppe zum Frühstück. Die Tiere (Hühner und Hunde) spielen. Wir reden noch etwas.
Ich bezahle noch dann gehen wir zum Hotel. Ich dusche und packe meine Sachen. Juan bringt mich zum Bus.rnAuf dem Weg nach Cuzco und in Cuzco geht es mir weiterhin blendend.

Fazit: Es war das schlimmste und gleichzeitig schönste und besonders Intensivste was ich bisher erlebt habe, trotz viel Erfahrung mit anderen Substanzen. Auf keinen Fall ist Ayahuasca etwas Einfaches. Trotz der auch negativen Erfahrung bin ich extrem froh, dass ich es gemacht habe und würde es auch (nach einiger Zeit) wieder machen. Allerdings ist auch Vorsicht zu genießen. Ich vertrage normalerweise sehr viel und es war wirklich heftig. Ich bin extrem froh, dass ich einen guten Schamanen erwischt habe, denn ich wüsste nicht, was passiert wäre, wenn dem nicht so gewesen wäre.rnWer noch mehr wissen will, darf mich gerne Anschreiben.






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