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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Angstvolle Highdose-Erfahrung mit sieben Gramm SKKK
Drogen:Mischkonsum von Psilocybinhaltige Pilze, Cannabis und Spitzkegeliger Kahlkopf (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:Nexi
Datum:09.08.2018 20:30
Set:aufgeregt, mit Vorfreude
Setting:Wald, Wiese, See
Nützlichkeit:7,55 von 10 möglichen   (11 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Dieser Trip liegt einige Jahre zurück. Damals hatte ich noch wenig Erfahrung und habe nicht nur außerordentlich hoch dosiert, sondern auch vor dem Peak gekifft. Davor kann nur gewarnt werden, vielleicht dient mein Bericht als abschreckendes Beispiel.

Die Einnahme

Als ich beim Entlangschreiten einer schmalen Landstraße in der norddeutschen Provinz die letzten Häuser hinter mir gelassen hatte, nahm ich den ersten Schluck von meinem Pilz-Tee. In einer Hand trug ich eine große Strohtasche mit Klopapier, Wasser, Drehzeug und einer Decke. In der anderen Hand die Plastikflasche mit dem pisswarmen, moderig-sauren Gebräu, das bei 35 Grad im Schatten nun wirklich kein Genuss war. Damals, mit Anfang zwanzig, wusste ich noch nicht, dass Zitronensäure im Pilz-Tee unnötig ist und war insgesamt sehr unerfahren.
Mein Plan sah vor, einen abgelegenen See aufzusuchen um dort mein Lager aufzuschlagen. Während ich mich auf mein Ziel zubewegte und gemächlich die PET-Flasche leerte, betrachtete ich die von Bäumen gesäumten Felder , die ich als Kind erkundet hatte, und dachte an diese unschuldige Zeit zurück. Ich war seit ein paar Tagen bei meiner Familie zu Besuch und freute mich über die Gelegenheit, bei gutem Wetter ungestört in einer altbekannten Umgebung zu trippen.
Die Mittagssonne erzeugte Luftspiegelungen auf dem Asphalt, als ich einige Kilometer weiter den Zugang zu einem verwilderten Feldweg erreichte, der von der befestigten Straße in die Wildnis führte. Ich nahm den letzten Schluck von meinem Pilz-Tee und ließ die Straße hinter mir. Der Weg führte an einem Waldstück entlang, in dem es mehrere kleine Seen, Hügel und Moorlöcher gab, weshalb das Gelände wohl nie erschlossen wurde. Zu meiner Rechten befand sich der Wald und zu meiner Linken ein Weizenfeld, über das ich im Laufen meinen Blick schweifen ließ, während ich den wohltuenden Schatten des Blätterdaches genoss.
Mit meiner kurzen Hose war es eine Herausforderung, mich beim Verlassen des Feldweges durch Brennnesseln, Brombeersträucher und Unterholz zu kämpfen, um zu der kleinen Lichtung am See zu gelangen. Dort breitete ich meine Decke aus und ließ mich nieder; froh, angekommen zu sein und den sich rasant steigernden Schwindel im Sitzen an mir vorbeiziehen lassen zu können.

Der Peak

Ich streckte mich mit geschlossenen Augen aus und lauschte der Umgebung. Auf diese Weise ließ sich die anstrengende Intensität der Eindrücke, die immer heftiger von allen Seiten auf mich einstürmten, besser aushalten. Vor meinem inneren Auge erschienen Muster aus feinen grünen Linien und mein Verstand registrierte jedes noch so leise Geräusch. Das Rauschen der Bäume. Das Glucksen des Sees und das Platschen, wenn ein Fisch aus dem Wasser sprang. Aber vor allem diese verdammten Mücken.
Nachdem ich mehrmals erfolglos versucht hatte, die kleinen Blutsauger durch Handbewegungen zu verscheuchen, richtete ich mich schließlich auf. Mit offenen Augen war meine Wahrnehmung zwar wenig verzerrt, aber so intensiv und detailreich, dass es schwer war, sie zu verarbeiten. Zudem war mir immernoch schwindelig. In der Hoffnung, die Mücken mit dem Rauch zu vertreiben und den Trip etwas zu glätten, drehte ich mir einen Joint mit Gras und Knaster, den ich sofort ansteckte. Ich versuchte, die Mücken mit dem Rauch anzupusten und dachte leicht besorgt über das nach, was mich auf dem Trip erwarten mochte.
Als ich den Joint aufgeraucht hatte und die Mücken erneut zum Großangriff übergingen, packte ich meine Sachen und beschloss, mir einen anderen Ort zum Entspannen zu suchen. Trotz zunehmender Schwierigkeiten, mich zu orientieren und durch das Unterholz voranzukommen, fand ich zu einer vom Wald eingerahmten Wiese.
Weil es dort keinen Schatten gab, zog ich mir mein T-Shirt wie einen Turban über den Kopf, als ich meine Tasche abgestellt hatte und mit wackeligen Beinen die Umgebung erkundete. Kurzzeitig kam Abenteuerstimmung auf, als ich enorm verplant den Waldrand ablief und nebenbei nach einem schattigeren Lagerplatz Ausschau hielt. Vor allem aber spürte ich die Mückenstiche und wie die Sonne gnadenlos auf mich herniederbrannte.
Was passiert, wenn ich hier einen Hitzschlag erleide und niemand mich findet, überlegte ich, und fragte mich weiter, ob ich in meinem Zustand überhaupt in der Lage war, meine körperliche Verfassung einzuschätzen. Mein Körperempfinden war in der Tat extrem fremdartig verändert, vor allem die Mückenstiche auf meinen Armen und Händen waren sehr unangenehm. Sie fühlten sich riesig an, als wären sie nicht nur oberlächliche Schwellungen sondern krankhafte Veränderungen bis tief in mein Gewebe, über denen meine Haut spannte und zu reißen drohte.
Ängstlich schaute ich auf meine zerstochenen, wulstig-aufgequollenen und blau angelaufenen Hände. Ist das wirklich real, schoss mir durch den Kopf, erleide ich gerade einen allergischen Schock oder spielt mir meine Wahrnehmung einen Streich? Konnten Pilze in Kombination mit Insektenstichen soetwas auslösen? Vielleicht hatte ich ja doch ein paar falsche Pilze gesammelt. Und was würde passieren, wenn ich umkippte und in der sengenden Sonne liegen bliebe?
Gerne hätte ich in diesem Moment mit jemandem geredet, aber so konnte ich nur Unmengen von Wasser in mich hineinschütten, in der Hoffnung mich zu entgiften. Es erschien mir sinnvoll, mich wieder in Richtung Zivilisation zu begeben, um bei einem Notfall Hilfe in Anspruch nehmen zu können. Inzwischen konnte ich nicht mehr logisch denken, malte mir alle möglichen Szenarien aus, wie ich sterben oder für immer verkrüppeln würde. Gleichzeitig zog ich auch immer die Möglichkeit in Betracht, mir alles einzubilden, was mich aber nicht mehr beruhigen konnte.
Als mir auf dem Feldweg unerwartet ein junges Paar entgegenkam, das mich mit einem freundlichen "Moin!" begrüßte, nahm die Panik völlig Überhand und ich rannte grußlos und mit aller Kraft davon. Auch als ich die Landstraße erreichte, blieb ich nicht stehen sondern stieß mich mit den Beinen immer wieder vom Boden ab, bis mir nach einigen Kilometern schließlich die Luft ausging.
Völlig außer Atem stand ich schwankend, schweißüberströmt und mit Herzrasen auf der Landstraße und rechnete damit, jede Sekunde abzutreten. Ich meinte zu spüren, wie mein welkender Körper das Leben aufgab und meine Organe aufhören zu arbeiten. Mein Herz und Gehirn wären als nächstes dran. Die Welt starrte mit unglaublicher Feindseligkeit auf mich herab, als würde der gesamte Hass der Menschheit mich treffen. Die Situation war zum zerreißen angespannt und ich fühlte eine unheimliche Last. Mir kam in den Sinn, dass ich vielleicht den Hass der Erde spürte, die uns Menschen verachten und an mir Rache für unsere Verbrechen üben würde. Ich überlegte, was meine Eltern und meine damalige Freundin denken würden, wenn man meine Leiche findet. Und was ich oft für eine sinnlose Scheiße mit meinem Leben veranstaltet hatte.

Das Runterkommen

Nachdem ich etwa eine Minute so dagestanden hatte, fiel mir auf, dass ich ja gar nicht gestorben war. Und dass die sportliche Höchstleistung, die ich eben vollbracht hatte, einem Sterbenden wahrscheinlich nicht so leicht gefallen wäre. Auch meine Hände schienen nun nicht mehr so geschwollen zu sein. Etwas beruhigt, aber immernoch demütig wie ein geschlagener Hund suchte ich mir einen schattigen Ort am Rand einer Wiese, wo ich den Rest des Trips verbrachte. Schließlich kam sogar zunehmend Freude auf, dieses Abenteuer überstanden zu haben, während meine Gedanken sich klärten und ich den Baumwipfeln dabei zusah, wie sie sich verformten, verschwammen und miteinander verschmolzen.
Die folgenden Stunden verbrachte ich sitzend und Joints rauchend in einem Zustand zufriedener Nachdenklichkeit, bis ich mich schließlich geerdet genug fühlte um nach Hause zu gehen.

Fazit

Die Aktion war ziemlich leichtsinnig. Zum einen habe ich inzwischen gelernt, dass man bei der Einnahme klassischer Psychedelika frühestens ab dem Peak Cannabis dazukonsumieren sollte, und zum anderen habe ich mich völlig überschätzt. Vorher hätte ich nicht für möglich gehalten, dass ich mich so in etwas reinsteigern könnte. Bei hochdosierten Trips ist es wirklich angeraten, jemanden dabei zu haben. Wahrscheinlich hätte mich das beruhigen können.

Danke für´s Lesen.






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