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Übersicht:

Titel:Ein Asperger Autist nimmt LSD | Tripbericht / Logbuch
Drogen:Research Chemical
Autor:Harford
Datum:13.04.2020 15:47
Set:neutral, ausgelassen, entspannt
Setting:Zuhause in eigener Wohnung, alleine
Nützlichkeit:8,64 von 10 möglichen   (14 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Hallo zusammen, eine kurze Einführung + Infos zu mir. Ich bin 27 Jahre alt , habe das Asperger Syndrom, eine leichte soziale Phobie und bin komplett neu in diesem Forum. Das hier wird mein erster Beitrag und ich hoffe, dass ich euch nicht allzu sehr damit langweile. Ich habe davor keine Erfahrungen mit psychedelischen Drogen gemacht, sondern nur microdosing (<10µg) mit dem gleichen Stoff getestet.

Eingenommen wurden 20µg 1cp-LSD. Nun könnte man behaupten, dass das ja auch noch im Bereich einer microdose ist.. und wahrscheinlich ist es das auch. Weshalb so wenig?
Das hat verschiedene Gründe, zum einen sehe ich für mich keinen Grund die Dinge zu überstürzen und teste mich lieber langsam voran, zusätzlich habe ich festgestellt, dass ich sehr empfänglich für die Wirkung des Stoffes bin. Und zu guter Letzt steht mir auch kein tripsitter zur Verfügung.

Warum 1cp? Ganz einfach, mir steht weder LSD25 noch Psilocybin haltige Pilze zur Verfügung. Da kürzlich auch nachgewiesen wurde, dass es sich bei 1cp um eine prodrug handelt ( https://lucys-magazin.com/1cp-lsd-ist-eine-pro-drug-von-lsd/ ) bin ich auch mit keinem schlechten Gefühl an die Sache gegangen. Zugegeben, stellt sich allerdings immer noch die Frage, ob 1cp nicht bereits vor der Umwandlung an die Rezeptoren andockt.

Damit sind ein paar der offensichtlichsten Fragen geklärt. Sofern Interesse besteht, werde ich zukünftige Erfahrungsberichte ebenfalls hier veröffentlichen.


Der 12. April 2020:

14:40 Uhr – Einnahme von 20µg 1cp-LSD gelöst in 10ml Vodka (40%)

14:45 uhr – Kurze Mediatation

15:00 Uhr – Um mir die Zeit bis zum Wirkungsbeginn zu vertreiben, habe ich mich dazu entschlossen ein paar Hausarbeiten in der Küche zu erledigen.

15:20 Uhr – Leichtes Gefühl der Benommenheit, vergleichbar mit der Einnahme einer kleinen Menge Alkohol

15:45 Uhr - Beendigung der Hausarbeiten

15:50 Uhr – Bauchgefühl, Benommenheit hat zugenommen, leichte Glücksgefühle, Gerüche und Wahrnehmung leicht verstärkt

16:00 Uhr – Augenlieder werden schwerer, Müdigkeit

16:10 Uhr – Benommenheit nimmt zu

16:15 Uhr – Ich liege auf der Couch und schaue auf meine "Beksiński-Wand". Eine Wand, die nur mit Gemälden des Künstlers bestückt ist. Mir fällt besonders ein Bild auf. Ich sehe es jeden Tag, seit fast einem Jahr. Im Bild ist ein Bauwerk zu sehen, es ist teilweise in Flammen, beim zweiten Blick fällt auf, dass das Gebäude ein Gesicht verbirgt. Um das Gesicht zu erkennen, habe ich damals einige Zeit benötigt, was vielleicht an meinem Syndrom liegt.
Nun erkenne ich jedoch, wie traurig das Gesicht ist, oder mir zumindest in diesem Moment erscheint. Vorher schien mir der Gesichtsaudruck eher neutral, vielleicht etwas erhaben.
Einbildung oder bin ich gerade empathiefähiger?
(Das Bild: https://i.imgur.com/OTUIFJy.jpg)

17:00 Uhr - Ich schaue youtube Videos. Auf meiner Hauptseite wird mir das Musikvideo zu "Deutschland" von Rammstein vorgeschlagen und ich schaue es mir erneut an. Mir fällt auf, dass Till Lindemann eine große Sicherheit und Ruhe ausstrahlt.
Mir kommt eine Idee... wenn ich mich in Zukunft wieder in schwierigen Sitautionen befinde, in denen ich sehr nervös bin, zB wenn ich vor mehreren Menschen sprechen muss, dann stelle ich mir einfach vor, dass Till Lindemann an meiner Seite ist und mir wie ein Mentor oder guter Freund den Arm auf die Schulter legt. Das könnte mir tatsächlich helfen. Ich werd es ausprobieren! ;D

18:15 Uhr – Ich hab mich dazu entschlossen etwas kleines zu kochen. Kartoffeln mit einer improvisierten Weinsoße soll es werden. Beim schälen der Kartoffeln fällt mir auf einmal auf, wie weit entfernt ich vom Boden bin. Komme mir richtig riesig vor. Davon habe ich bereits vorher gehört und trotzdem hat es mich vollkommen unvorbereitet erwischt. Entgegen meiner Erwartungen, ist es aber kein bisschen unangenehm. Ich finds richtig cool und fang an zu lachen, krieg mich aber nach ein paar Sekunden wieder ein. Dann fang ich wieder an zu lachen, ein kleiner Lachflash. :)

18:40 Uhr – Das Essen bereitet mir keine außergewöhnliche Freude, Geschmackssinn hat sich nicht verändert.

19:20 Uhr – Zeit vergeht gefühlt etwas langsamer, viele Gedanken, alles sehr angenehm und zuversichtlich, auch bei geschlossenen Augen keine visuellen Effekte (im Gegensatz zu meinen Erfahrungen mit oral eingenommenen Cannabis).

19:40 Uhr – Mir fällt auf, dass ich vergesslich und leicht ablenkbar bin.

19:55 Uhr – Gedanken und Befürchtungen in Bezug auf körperliche Auswirkungen (Verkrampfungen) tauchen das erste Mal auf. Beunruhigen, aber lassen sich in Zaum halten.

20:43 Uhr – Entscheide mich für einen Spaziergang

21:40 Uhr – Spaziergang: "Das erste Mal in diesem Jahr habe ich mich nur mit einem t-shirt bekleidet herausgewagt. Ich fühlte mich nach anfänglicher leichter Anspannung zunehmend entspannt und befreit. Ging zeitweise mit einem lächeln durch die Gegend.
Ein Mann mit Hund kam mir auf einem schmalen Weg entgegen, er guckte auf den Boden und ging schnell an mir vorbei. Bemerkenswert, weil ich oft derjenige bin, der wegguckt. Vielleicht empfand er die Begegnung unangenehm. Ein 1,90m Mann mit schwarzer Hose, schwarzen shirt und Bart wirkt vielleicht nicht sonderlich vertrauenwürdig auf einem schlecht beleuchteten Parkweg.
Nach etwa der Hälfte des Weges überkamen mich heiße Wellen, die über meinen Körper zogen. Schwitzen setzte ein. Benommenheit nahm sehr stark zu. Trotz dieser eher unangenehmen Symptome blieb die positive Grundstimmung erhalten. Ich war aber etwas überrascht, da ich dachte bereits am Höhepunkt der Wirkung zu sein, außerdem habe ich das von einer so geringen Menge 1cp nicht erwartet.

Der Rest des Weges war eine unheimlich tolle Erfahrung. Ich habe nur noch alle Eindrücke in mich aufgesogen. Die mir so bekannte, kleine Stadt strahlte etwas magisches aus. Die Lichter sahen toll aus, sie waren röter und gelber also sonst, alles hatte eine Persönlichkeit, alles wirkte lebendig und strahlte etwas aus. Dieses letzte Stück des Weges schien lange anzuhalten. Die angenehmen Gerüche der Pflanzen im Park und der Geruch in der Stadt waren stark wahrnehmbar, was außergewöhnlich für mich ist, da ich sonst für so etwas nicht sehr anfällig bin. Es war alles wirklich schön, ich habe mich irgendwie geborgen gefühlt. Gegen Ende überkam mich großer Hunger, vielleicht durch die Gerüche angeregt. Insgesamt ein Spaziergang, den ich so schnell nicht vergessen werde."

22:50 Uhr – Wirkung ist weiterhin spürbar, versuche nun gedanklich schon einmal herauszufinden, ob ich irgendwas nützliches aus dieser Erfahrung mitnehmen kann.

23:40 Uhr – Habe das Gefühl, dass die Wirkung nun langsam abnimmt. Ich bin weiterhin sehr positiv gestimmt und motiviert, es kommen ab und zu typische negative Gedanken auf, welche ich aber nicht vertiefe, sondern bewusst für Ablenkung sorge. Ich schauer weiterhin viele Youtube-Videos und vermeide Stille.

00:55 Uhr – Ich stehe noch etwas unter Spannung, aber möchte jetzt zumindest versuchen ins Bett zu gehen. Sofern nichts außergewöhnliches mehr passiert, ist das Logbuch damit beendet.

Nachtrag am nächsten Tag: Ich war tatsächlich noch eine Weile wach und habe im Bett Videos geschaut und Musik gehört. Zwischen 4 und 5 Uhr bin ich dann eingeschlafen.
Aufgewacht um 10 Uhr. Meine Stimmung würde ich am ehesten als neutral beschreiben, Ich bin weder überschwänglich positiv noch depressiv eingestellt.
Ich bin seit einigen Stunden wach und habe das Gefühl nun einige Dinge aus einer anderen Sichtweise betrachten zu können. Einige in der Vergangenheit liegende negative soziale Erfahrungen sind für mich nun klarer einzuordnen, ich verstehe nun besser was passiert ist und wo die Probleme lagen. Ich hoffe daraus langfristig lernen zu können.
Zurückblickend eine Erfahrung, die ich nicht missen will. Es war zwar gegen Ende auch irgendwie anstrengend, aber ich hoffe in Zukunft noch höhere Dosierungen testen zu können.






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